Wenn Jan Schneider über seine Arbeit spricht, merkt man schnell: Für ihn ist Eintracht Frankfurt mehr als ein Arbeitgeber. Es ist ein Stück Lebensweg. Seit fast einem Vierteljahrhundert ist er Teil des Clubs – und hat in dieser Zeit nicht nur die Entwicklung des Vereins, sondern auch die der Medienarbeit hautnah miterlebt und gestaltet. Der 51-Jährige erklärt:
„Ich bin jetzt 25 Jahre bei der Eintracht – angefangen hat alles mit einer kleinen Website. Zu sehen, wie sich das über die Jahre entwickelt hat, macht mich bis heute stolz!“
Doch zunächst einmal der Blick zurück. Schneider arbeitete schon während seines Studiums, Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Informatik, als freier Mitarbeiter bei der Eintracht. Zwischen 1999 und 2001 bekommt er erste Einblicke in den Klub, der damals turbulente Zeiten durchläuft. 2001 befindet er sich in den Endzügen seines Studiums: „An einem Freitag habe ich meine Diplomarbeit abgegeben, am selben Tag kam das Angebot der Eintracht. Am Montag habe ich angefangen. Ein Bewerbungsprozess blieb mir erspart!“, erinnert er an den Beginn seiner Festanstellung, die bis heute seine einzige bleiben sollte und für ihn einen absoluten Glücksfall darstellt. Unter den jeweiligen Presse- und Medienchefs baute Schneider die erste richtige Website des Klubs mit auf und aus. „Die haben wir damals im Rahmen der Ausgliederung des Vereins von Fans, die das Ganze zu der Zeit noch betrieben haben, übernommen“, schildert er die Anfänge des Internetzeitalters bei der SGE, das für ihn vor allem eines bedeutete: Kaltes Wasser! Später kommen auch noch die Sozialen Medien dazu. Auch einen Facebook-Account übernahm die Eintracht von einem Fan, X (ehemals Twitter) wurde dann zu Schneiders Projekt. „Eine neue Medienwelt“ für die Eintracht und für Schneider damals.

Dass er viele Jahre später immer noch bei der Eintracht arbeitet, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass die Hessen in seinen Anfangsjahren sportliche wie wirtschaftliche Krise überwunden haben. 2001 stiegen die Frankfurter in die 2. Bundesliga ab und dort schrammten sie ein Jahr später am Lizenzentzug und Zwangsabstieg nur knapp vorbei. Weil sich ein Investor zurückzog und eine Bankgarantie angeblich nicht den Anforderungen genügte, wurde zunächst keine Lizenz erteilt. Es ging weiter. Auch für Schneider selbst, für den „Krisen keine Rückschläge“ sind, „sondern Entwicklungsschritte.“ Zwischenzeitlich leitete er auch den neugeschaffenen Bereich „IT“ und absolvierte einige Jahre später auch noch parallel zum Beruf eine Ausbildung als CSR Manager, mit dem Ziel, seine erworbenen Fähigkeiten auch bei der Eintracht einzubringen. Doch Corona machte dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung: „Da war das dann erst einmal on hold.“ Und wie es der Zufall wollte, wurde in diesem Zeitraum eine Krankheitsvertretung in der Medienorganisation gesucht. Schneider wurde angefragt, sagte zu und blieb bis heute.
Heute ist er Teamleiter Medienorganisation und sorgt mit seinem Team dafür, dass Abläufe im Bereich Kommunikation und Marke besonders mit Blick auf interne Prozesse, aber auch die Zusammenarbeit mit externen Medien funktionieren. Bundesliga, Champions League, DFB-Pokal: Die Saison 2025/26 hat und hatte es für Eintracht Frankfurt auch medial in sich. Pressekonferenzen, Interviewtermine, Akkreditierungsmanagement und nicht zuletzt das eigene Medienteam – alles eine Frage der Organisation. Was für Außenstehende oft unsichtbar bleibt, ist für Schneider ein zentraler Baustein moderner Vereinsarbeit: Strukturen schaffen, Prozesse verbessern und dafür sorgen, dass Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommen. Dabei geht es ihm nicht nur um die reine Organisation – sondern vor allem um Menschen. Die Zusammenarbeit im Team und das gemeinsame Entwickeln von Ideen prägen seinen Arbeitsalltag. Werte spielen dabei eine große Rolle. „Bescheidenheit, Dankbarkeit und Teamfähigkeit – das sind keine Schlagworte, sondern gelebte Haltung“, beschreibt er sehr prägnant, was ihm im Umgang mit seinen Mitarbeitenden wichtig ist, was er fordert und fördert.
„Zu sehen, wie Menschen hier wachsen und ihren Weg gehen – von einem Praktikum hin in verantwortliche Positionen – ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl und macht mich sehr stolz.“
Schneider, der in seiner Freizeit nicht nur Tennis spielt und sich dort ehrenamtlich engagiert, sondern auch als Fußballtrainer in Feriencamps arbeitet, zeichnet sich im Bereich Kommunikation und Marke auch maßgeblich verantwortlich für die Betreuung und Integrationen der Praktikant:innen, die bei der Eintracht oft ihre ersten beruflichen Schritte gehen und sich in diesem Umfeld nicht selten auch in der Folge weiterentwickeln dürfen.

Die Begeisterung für den Club ist bei Schneider bis heute unverändert, die Identifikation ist es ebenso. Auch nach so vielen Jahren ist seine Motivation dieselbe geblieben: das Beste für die Eintracht zu geben.
„Ich gebe mehr als einhundert Prozent für diesen Club – weil ich überzeugt bin, dass echte Entwicklung nur entsteht, wenn man bereit ist, immer einen Schritt mehr zu machen“,
gibt er seine Überzeugung preis. Und genau diese Haltung macht Jan Schneider zu einem prägenden Teil der Eintracht-Familie – jemand, der mit Leidenschaft, Erfahrung und Teamgeist dazu beiträgt, dass sich der Club auch hinter den Kulissen kontinuierlich weiterentwickelt.
