Für Suzanne Cube ist der Deutsche Bank Park mehr als nur ein Arbeitsplatz: Es ist ein zweites Zuhause. Seit 2007 ist sie Teil der Eintracht Frankfurt Stadion GmbH und leitet heute die Abteilung Infrastruktur und Logistik. Ihr Einstieg war dabei alles andere als gewöhnlich: Mit einem großen Vertrauensvorschuss wurde sie schwanger eingestellt – eine Erfahrung, die sie bis heute prägt. „Ich wurde hier immer unfassbar unterstützt – beruflich wie privat. Dieses Miteinander ist keine Floskel, sondern gelebter Alltag.“ Fast zwei Jahrzehnte später beschreibt sie die Eintracht als „große Familie“, die sie durch Höhen und Tiefen begleitet hat. Es sind diese besonderen Momente – nach großen Spielen oder im Alltag, wenn das Stadion vor ihr auftaucht –, die ihr immer wieder zeigen, dass ihr Weg genau der richtige war.

Ihr Arbeitsalltag beginnt lange vor dem Anpfiff und endet oft erst, wenn alle gegangen sind. Was für viele unsichtbar bleibt, ist für sie hochkomplexe Organisationsarbeit. Von der Anzeigetafel über Einlassschleusen bis hin zu den Fotografenstühlen am Spielfeldrand. Dabei „lebt“ das Stadion jeden Tag – nicht nur an Spieltagen – und verlangt ständige Abstimmung, Flexibilität und den Blick fürs große Ganze. Dass dabei nicht immer alles nach Plan läuft, gehört dazu. Entscheidend ist der Umgang damit: ruhig bleiben, Lösungen finden und im Team funktionieren. „Drei Stunden vor Einlass und es fehlt etwas? Dann zeigt sich, wer wir sind – und am Ende können wir immer sagen: we made it.“ In solchen Momenten wird ihre Rolle als eine Art „Erste-Hilfe-Stelle“ besonders deutlich – jemand, der Probleme schnell, pragmatisch und oft unbemerkt löst. Könnte Suzanne ihrem Job einen Spitznamen geben, dann wären es vermutlich „Sekundenkleber“ oder „Kabelbinder“, weil diese sehr schnell, sehr effektiv Probleme lösen können. Und manchmal wird es in alldem aber auch richtig kurios: Wenn während eines Spiels plötzlich die Sprinkleranlage im Videowürfel angeht, dieser sich absenkt und für einen kurzen Moment alle innehalten, genügt ein kurzer Blick und alle werden aktiv – genau dann zeigt sich, wie wichtig eingespielte Abläufe und schnelles Handeln sind.

Zusammenarbeit ist dabei essenziell. Unterschiedliche Abteilungen und Gewerke greifen ineinander, oft ohne die vollständigen Einblicke in die jeweils anderen Bereiche zu haben. Umso wichtiger ist für Suzanne Cube der Austausch und das gegenseitige Verständnis. Trotz aller Verantwortung bleibt sie auch Fan: Sie fiebert mit, jubelt und ärgert sich – immer respektvoll und fair. Für sie schließen sich Leidenschaft und Professionalität nicht aus, sondern ergänzen sich. Ihr persönlicher Antrieb lässt sich einfach zusammenfassen:

„Mache alles mit Herz und Verstand – dann wird es meistens gut.“

Diese Haltung ist auch durch ihr Privatleben geprägt. Als Mutter von drei Kindern – darunter eines mit Trisomie 21 – hat sie gelernt, geduldig zu bleiben und Dinge mit Ruhe zu betrachten. „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“

Am Ende ist es vor allem der Stolz, der bleibt: Teil von etwas Größerem zu sein und mit der eigenen Arbeit dazu beizutragen, dass zehntausende Menschen ein besonderes Erlebnis haben.

„Es ist ein tolles Gefühl, ein kleiner Teil vom großen Ganzen zu sein – und zu wissen, dass am Ende 59.500 Menschen glücklich nach Hause gehen.“

Vielleicht ist genau das ihr größter Antrieb: nicht im Rampenlicht zu stehen, sondern im Hintergrund dafür zu sorgen, dass alles funktioniert – mit Herz, Verstand und der Überzeugung: Don’t stop believin’.