Bewerbung

Bewerbung für ein Praktikum: So machen Sie es richtig

Ein Praktikum ist für viele Menschen eine Gelegenheit, zum ersten Mal richtige Betriebsluft zu schnuppern – sei es durch ein erstes Praktikum während der Schulzeit, bei einem Pflichtpraktikum während des Studiums oder als Teil einer Ausbildung. Oftmals stellt es auch ein echtes Karrieresprungbrett dar und kann die Türen der schwer zu erreichenden Unternehmen für Berufseinsteiger öffnen.

Die Bewerbung für ein Praktikum unterscheidet sich in der Form nicht erheblich von einer klassischen Berufsbewerbung. Um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, sollten Sie sich vor allem darauf konzentrieren, die richtigen Inhalte an den richtigen Stellen rüberzubringen. Was Sie dabei bei den Themen Anschreiben, Lebenslauf und hinsichtlich der richtigen Form beachten müssen, verraten wir Ihnen hier.

Welche Bewerbungsunterlagen werden für ein Praktikum gefordert?

Bei einer ausgeschriebenen Praktikumsstelle gibt es meistens genaue Angaben dazu, was das Unternehmen in einer Bewerbung sehen möchte. In der Regel sind das:

  • ein Anschreiben
  • Ihr tabellarischer Lebenslauf
  • Zeugnisse und Referenzen – Absolventen sollten hier Ihr Abschlusszeugnis hinzufügen, Schüler das letzte aktuelle Schulzeugnis
  • eventuelle vorherige Praktikums- und Arbeitsbescheinigungen.

Da Bewerber für einen Praktikumsplatz in der Regel kaum über relevante Berufserfahrung verfügen, stellt bei einer Praktikumsbewerbung das Anschreiben eine der besten Möglichkeiten dar, um darzulegen, warum Sie ein geeigneter Kandidat für das Praktikum sind. Hier geht es einerseits um Ihre Persönlichkeit und andererseits darum, Ihre Motivation für ein Praktikum in einem bestimmten Betrieb darzustellen.

Wie schreibt man eine Bewerbung für ein Praktikum?

Auch bei einem Praktikum sollte die Länge des Bewerbungsanschreibens nicht mehr als eine Seite betragen. Die Struktur des Anschreibens sieht klassischerweise wie folgt aus:

  1. Adresse des Absenders
  2. Adresse des Unternehmens
  3. Betreffzeile
  4. Ansprache
  5. Einleitung
  6. Hauptteil
  7. Schlusssatz

Dieses Schreiben ist Ihre Chance, die Aufmerksamkeit des Arbeitgebers auf Sie zu ziehen und sie davon zu überzeugen, Ihren Lebenslauf weiter zu prüfen. Um das zu erreichen, sollten Sie beim Schreiben folgende Tipps beachten:

Geben Sie im Betreff die genaue Stelle an, auf die Sie sich bewerben

Gerade größere Unternehmen schreiben oftmals mehrere Praktikumsplätze auf einmal aus. Wenn Sie in der Betreffzeile die genaue Stelle nennen, auf die Sie sich bewerben, hilft das der Zuordnung Ihrer Bewerbung. Zudem zeigen Sie damit, dass Sie sich gut überlegt haben, was Sie zum besten Kandidaten für diese spezielle Position macht. Sie verdeutlichen, dass es sich bei Ihrer Bewerbung um keine Massenbewerbung handelt.

Sprechen Sie eine konkrete Person an

Informieren Sie sich im Voraus, wer Ihre Ansprechperson im Unternehmen ist. Eine direkte und persönliche Ansprache macht sich immer besser als die mittlerweile etwas angestaubte Formel „Sehr geehrte Damen und Herren“.

Heben Sie sich gleich mit dem ersten Satz aus der Masse hervor

Gestalten Sie den ersten Satz Ihres Anschreibens etwas freier. Leiten Sie Ihr Anschreiben beispielsweise mit Ihrer beruflichen Motivation ein oder mit einer Anekdote, die Ihre Verbindung zum Unternehmen aufzeigt.

Suchen Sie nach den richtigen Schlüsselwörtern

Überprüfen Sie die Stellenbeschreibung und die Website des Unternehmens sorgfältig auf Hinweise, die Sie in Ihre Bewerbung aufnehmen sollten. Oftmals suchen Personalmanager in den Anschreiben und auch in Lebensläufen nach von Ihnen explizit ausgeschriebenen Qualifikationen, Soft-Skills oder Erfahrungen. Führen Sie, wenn möglich, in Ihrem Schreiben entsprechende Beispiele an.

Betonen Sie relevante Fähigkeiten und Kenntnisse

Im Hauptteil Ihres Bewerbungsschreibens sollten Sie Ihre, für die Stelle relevanten Kenntnisse, Ihre Expertise und und Ihren Ausbildungsweg hervorheben. Selbst dann, wenn Sie über keinerlei berufliche Erfahrung in der jeweiligen Branche verfügen, können Sie Fähigkeiten, die Sie in früheren Jobs, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, in Kursen, Projekten oder bei außerschulischen Aktivitäten erworben haben, angeben. Solche Angaben zeigen Ihrem künftigen Arbeitgeber auf, dass Sie nicht nur gewillt sind, etwas zu leisten, sondern bereits Referenzen vorzuweisen haben.

Schreiben Sie eine kurze Passage über Ihre persönlichen Qualifikationen im Zusammenhang mit dem gewünschten Praktikum. Geben Sie keine lange Stichwortliste mit allem an, was Sie jemals gemacht haben. Überlegen Sie sich gut, welche Ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen dem Arbeitgeber am ehesten nützen werden und verschaffen Sie diesen in Ihrem Anschreiben Priorität.

Beachten Sie die Muss- und Kann-Anforderungen

Unterscheiden Sie auch zwischen den sogenannten Muss- und Kann-Anforderungen:
Muss-Anforderungen sind diejenigen Fähigkeiten, die explizit ausgeschrieben sind und bei einer Bewerbung automatisch vorausgesetzt werden (beispielsweise bestimmte Sprachkenntnisse). Kann-Fähigkeiten sind zusätzliche Fähigkeiten, die Ihnen bei der Bewerbung einen Vorteil bringen können, obwohl Sie nicht konkret in der Ausschreibung aufgeführt werden.

Beschreiben Sie, was durch das Praktikum gewinnen würden

Erklären Sie nicht nur, was Sie mitbringen, sondern heben Sie insbesondere hervor, was Sie durch das Praktikum in diesem bestimmten Betrieb erreichen und lernen möchten. Gerade bei einem Praktikum ist es sehr wichtig, Ihre persönliche Motivation für die Bewerbung bei diesem spezifischen Unternehmen darzulegen.

Beenden Sie das Anschreiben mit einem starken Schlusssatz

Sehen Sie in Ihrer Abschlussformulierungen von eher zweifelnd klingenden Formulierungen wie „Ich wäre sehr dankbar über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch“ ab. Finden Sie stattdessen einen selbstbewussten, aber höflichen Schlusssatz in der Bewerbung à la: „Ich freue mich auf Ihre positive Rückmeldung und stehe für Fragen gerne zur Verfügung.“

Lassen Sie Ihr Anschreiben gegenlesen

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Überprüfung und Bearbeitung Ihrer Bewerbungsdokumente. Prüfen Sie diese beim Gegenlesen sorgfältig auf Rechtschreib- und Grammatikfehler und bitten Sie eine zweite Person um eine Einschätzung.

Vermeiden Sie es, bei der Bewerbung für Ihr Praktikum Vorlagen aus dem Internet Eins zu Eins zu übernehmen. Ein vorformuliertes Praktikumsanschreiben kann zwar zu Beginn hilfreich sein, um beispielsweise eine Schreibblockade zu überwinden oder die Formatierung zu übernehmen. Es fällt aber negativ auf, wenn Sie auf vorgefertigte Textbausteine zurückgreifen und Ihrer Bewerbung keine persönliche Note hinzufügen. Mitarbeiter in Personalabteilungen lesen viele Bewerbungen und sehen schnell, ob eine Praktikumsbewerbung eigenhändig verfasst wurde.

Praktikumsbewerbung online versenden – darauf müssen Sie achten

Heutzutage werden die meisten Bewerbungen nicht mehr auf dem Postweg versandt. Bewerbungen per E-Mail sind Standard. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie Sie das tun können – achten Sie aber darauf, ob in der Ausschreibung bereits eine bestimmte Variante gefordert wird.

Anschreiben als Anhang an die E-Mail

Sie können das Anschreiben gemeinsam mit den restlichen Unterlagen als Anhang in die E-Mail anfügen. Diese sollten Sie am besten im PDF-Format verschicken, damit Sie sicher auf jedem Computer geöffnet werden können und Ihre Formatierung erhalten bleibt. Achten Sie bei Anhängen auch stets auf eindeutige und seriöse Dateinamen wie beispielweise „Praktikumsbewerbung_Vorname_Name.pdf“.

Anschreiben im Textfeld der E-Mail

Als zweite Option können Sie das Anschreiben auch in den Hauptteil der E-Mail einfügen und nicht als zusätzliches Dokument anhängen. Achten Sie dabei darauf, Ihre Kontaktdaten ans Ende des Schreibens zu stellen und eine seriöse Form zu wahren. Listen Sie die angehängten Bewerbungsunterlagen klassisch unter der Stichwort Anlagen auf. So kann der Personalverantwortliche auf einen Schlag erkennen, dass alles vollständig ist.

Lebenslauf für die Bewerbung um ein Praktikum

Bei Praktikumsbewerbern ist der Lebenslauf selten länger als eine Seite, da wenig bis keine Berufserfahrung vorliegt. Ihr Lebenslauf sollte aber folgende Angaben enthalten:

  1. Persönliche Daten wie Name, Anschrift, Geburtstag
  2. Kontaktinformationen wie Telefon, Mailadresse
  3. Ihr bisheriger schulischer Werdegang und die Ausbildung – Abschlüsse und Abschlussnoten, die Sie bereits erworben haben und, falls relevant, Leistungskurse oder das Thema der Abschlussarbeit sollten hier ebenfalls genannt werden
  4. Eventuelle Berufserfahrung oder bisherige Praktika
  5. Weitere relevante Qualifikationen wie Sprachkenntnisse, Führerschein, EDV-Kenntnisse, Auslandsaufenthalte, Ehrenämter und Engagement
  6. Interessen und Hobbys – besonders ausgefallene Interessen machen sich hier gut, aber auch klassische Hobbys sollten Sie angeben
  7. Ort, Datum und handschriftliche Unterschrift

Achten Sie auf einen guten und klassischen Aufbau Ihres Lebenslaufs, um so Ihr Bewerbungsanschreiben mit Fakten zu unterfüttern.

Bewerbungsfoto

Ein Bewerbungsfoto ist heutzutage nicht mehr Pflicht, wird jedoch von vielen deutschen Unternehmen nach wie vor gerne gesehen. Dieses kann entweder am oberen rechten Rand des Lebenslaufs platziert werden oder – optional! – auf einem Deckblatt. Dabei sollten Sie aber die Länge der gesamten Bewerbung beachten, um diese zusätzliche Seite nicht als unproportional zum Rest wirken zu lassen. Das Foto sollte außerdem immer seriös und in hoher Qualität aufgenommen worden sein – Fotos aus dem Automaten, Selfies oder Urlaubsbilder sind hier absolut tabu.

Bezahlung bei einem Praktikum

Während Schülerpraktika in der Regel unvergütet sind, sind Praktika für Studierende oder Berufseinsteiger oftmals bezahlt. Das ist vor allem wichtig, da heutzutage von vielen Arbeitgebern absolvierte Praktika vorausgesetzt werden. Mehrere Monate unbezahlter Arbeit können sich nur die wenigsten leisten. Ein Praktikant muss per Gesetz mindestens den Mindestlohn erhalten. Davon ausgenommen sind Pflichtpraktika, freiwillige Praktika neben Studium und Ausbildung und minderjährige Praktikanten.
Achten Sie aus diesem Grund darauf, dass Sie eventuelle Berufserfahrungen auch außerhalb Ihres Fachgebietes in jedem Fall in Ihrem Lebenslauf anführen. Arbeitserfahrungen in anderen Branchen oder Nebenjobs können in bestimmten Fällen sehr wohl Ihre Chancen steigern, während Ihres Praktikums ein höheres Gehalt zu bekommen.

Mehr dazu

Mehr zum Thema 

Was ist der Unterschied zwischen Soft Skills und Hard Skills?

Hard Skills und Soft Skills sind wichtige Fähigkeiten für den Beruf. Welche Unterschiede es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

So überzeugen Ihre Computer Skills im Lebenslauf

IT-Kenntnissen kommt in der Arbeitswelt zunehmend größere Bedeutung zu. Was alles dazugehört und wie Sie mit Ihren Computer Skills im CV am besten überzeugen.