Bewerbung zurückziehen – Höflich ein Jobangebot absagen

Von Indeed Editorial Team

27. August 2020

Die Bewerbung zurückziehen: Das ist etwas, wovor es vielen Bewerbern graut. Denn wenn Sie schon Ihren Wunschjob gefunden haben, dann müssen Sie wohl oder übel die Stellen absagen, für die Sie sich noch beworben hatten. Das mag zwar unangenehm sein, Sie haben jedoch Möglichkeiten, dies würdevoll und professionell hinter sich zu bringen. Gegebenenfalls können Sie sich so mitunter sogar Möglichkeiten bei dem anderen Unternehmen offen halten. Der folgende Artikel erklärt, wie Sie ein Job-Angebot richtig ablehnen und ein Muster-Schreiben aufsetzen können, wenn Sie Ihre Bewerbung zurückziehen wollen.

Bewerbung zurückziehen – So kommt es dazu

Es gibt viele Gründe, wie es zur Absage einer Bewerbung kommt. Mitunter ändert sich der Eindruck eines Unternehmens während des Bewerbungsprozesses, es gibt bessere Angebote oder die persönlichen Lebensumstände haben sich kurzfristig geändert, sodass Sie Ihre Bewerbung aus privaten Gründen zurückziehen.

Sie haben einen besseren Job gefunden

Auf dem Stellenmarkt gibt es viele passende Jobangebote und deshalb lohnt es sich auch, mehrere Bewerbungen zu schreiben. Die meisten Interessenten wollen sich mehrere Möglichkeiten offen halten. Deshalb sind mehrfache, parallele Bewerbungen und Bewerbungsgespräche sinnvoll.

Viele wichtige Details erfahren zukünftige Arbeitnehmer erst im Laufe des Bewerbungsprozesses. Dadurch stellen sich bestimmte Unternehmen oft als die passenden Arbeitgeber heraus. Andere Firmen hingegen bieten womöglich einen niedrigeren Lohn, mehr Arbeitszeit oder das Tätigkeitsfeld würde bei ihnen weit weniger spannend sein. Hier lohnt es sich, das beste Angebot anzunehmen und den anderen Unternehmen eine höfliche Absage zu schicken.

Auch kann es vorkommen, dass Unternehmen plötzlich andere Stellen anbieten, als die, auf die sich die Bewerber gemeldet haben. Dies kann ebenfalls ein Grund sein, eine Stelle abzulehnen.

Andere wichtige Gründe, ein Jobangebot abzulehnen

Neben einer besser passenden Stelle gibt es natürlich noch weitere triftige Gründe, eine Bewerbung zurückzuziehen. So kommt es vor, dass manche Bewerber während der Bewerbungsphase erkranken und deshalb die Stelle nicht antreten können. Bewerberinnen können zudem schwanger werden. Falls dies der Fall ist, sollten Sie zunächst überprüfen, ob der Arbeitgeber die Stelle sofort besetzen möchte oder vielleicht sogar Verständnis zeigt und auf Sie warten würde.

Es kann auch vorkommen, dass Interessenten plötzlich aus persönlichen Gründen umziehen müssen und das Unternehmen dort keine Stelle verfügbar hat. Auch in diesem Fall gebietet es sich, die Bewerbung zurückzuziehen.

Bewerbung zurückziehen oder nachverhandeln?

Es gibt im Bewerbungsprozess und dem darauffolgenden Entscheidungsprozess immer wieder Situationen, wo sich Bewerber unsicher sein können. Wenn der Job wegen einzelner Kriterien nicht passt, lohnt es sich, dies dem möglichen Arbeitgeber zu kommunizieren. Wenn beispielsweise das Gehalt zu niedrig ist, können Bewerber nach einem höheren Gehalt fragen. Auch bei Aufgabengebieten, Arbeitszeit, Urlaubsregelungen und ähnlicher Regelungen sind Arbeitgeber oft zu Nachverhandlungen bereit. Schließlich haben diese gerade einen passenden Kandidaten gefunden.

Auch für Unternehmen kann es lästig sein, noch weiter nach passenden Kandidaten suchen zu müssen. Insofern gilt hier die Maxime: Fragen kostet nichts! An Kleinigkeiten muss der Traumjob nicht scheitern.

Jobangebot absagen – Wann ist der beste Zeitpunkt?

Der beste Zeitpunkt einer Bewerbungsabsage durch den Bewerber hängt von ihm selbst ab. Wenn Sie also einen anderen Job gefunden haben, können Sie erst dann absagen. Vor allem aber, wenn Sie sich sicher sind, dass Sie einen bestimmten Job nicht antreten wollen, sollten Sie dem Unternehmen unverzüglich absagen.

Achten Sie jedoch bei der Absage auch auf den Bewerbungsprozess. Falls Sie als Bewerber noch nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind, aber damit rechnen, gebietet es die Fairness dem Unternehmen gegenüber, schnell zu handeln. So hat der Stellenanbieter noch Zeit, einen anderen Kandidaten einzuladen.

Falls Sie schon eine Zusage haben, aber noch auf eine andere Rückmeldung von einem möglicherweise besseren Job warten, dann sollten Sie dies ebenfalls ansprechen.

Jobangebot ablehnen – Besser nicht melden?

Was ist schlimmer, als wenn jemand eine Verabredung absagt? Dass die Person sich gar nicht erst meldet. So ähnlich geht es auch dem Anbieter einer Stelle, wenn ein Bewerber nicht dort anfangen möchte, aber auch nicht absagt. Es kostet unnötig Arbeit und bringt kein Ergebnis. Deswegen sollten Sie schon aus Fairness eine Stelle immer absagen, wenn sie nicht interessiert sind. So zeigen Sie Charakter und Ehrlichkeit, zwei Dinge, die bei den meisten Arbeitgebern zur Mindestanforderung gehören.

Und schließlich könnte auch Ihr Ruf darunter leiden, wenn Sie sich nicht melden. Es könnte immerhin sein, dass genau dieses Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt Ihren absoluten Traumjob ausschreibt.

Einen potenziellen Job per Telefon, Brief oder E-Mail absagen?

Eine Bewerbung zurückzuziehen, ist ein sensibler Vorgang. Viele Bewerber schrecken deshalb vor einem Anruf zurück. Falls aber ein Gespräch ansteht oder die Zeit anderweitig drängt, ist das Telefon das Mittel der Wahl. Hier zeigen Bewerber Rückgrat und haben so die Gelegenheit, Missverständnisse zu vermeiden. Wer direkt bei der Personalabteilung anruft, hat zudem die Sicherheit, dass die Absage auch bei den betreffenden Mitarbeitern angekommen ist. Im Gespräch können Sie zudem betonen, dass Sie den Kontakt möglicherweise halten möchten, um sich Optionen für später oder eine Bewerbung auf den richtigen Traumjob offenzuhalten.

Schriftliche Absage der Bewerbung

Eine schriftliche Absage in Briefform ist aber auch höflich und zeigt Stil. Sie wird heute vor allem bei nicht zeitkritischen Bewerbungen genutzt. Auch wenn das Unternehmen bei der Bewerbung schriftliche Unterlagen verlangt hat, sollten Sie schriftlich absagen.

Absager per E-Mail

Mittlerweile laufen zudem fast alle Bewerbungsprozesse per E-Mail ab. Daher ist es auch üblich, diesen Weg zu wählen. Insbesondere, wenn die gesamte Kommunikation per Mail stattgefunden hat und Bewerber noch nicht bei einem Vorstellungsgespräch waren, ist es zeitsparend, per E-Mail abzusagen.

Eine Kombination aus mündlicher und schriftlicher Absage ist ebenfalls möglich. Bewerber informieren die Personalabteilung per Telefon und sagen zudem schriftlich ab. Diese Variante ist zudem rechtssicher.

Bewerbung zurückziehen – So sollte ein Musterbrief aussehen

Wenn Sie ein Stellenangebot schriftlich absagen oder eine Bewerbung per E-Mail zurückziehen, sollte sie das Schreiben ähnlich dem Anschreiben halten. Es sollte kurz sein und keinesfalls mehr als eine Seite umfassen. Wie Sie ein Jobangebot für eine potenzielle neue Arbeit absagen, sollte diesem Muster folgen.

Briefkopf

In den Briefkopf gehören Name, Anschrift und Telefonnummer. Mitunter will das Unternehmen den Bewerber noch einmal kontaktieren. Dies sollte damit ermöglicht werden. Darunter sollten Name der Firma, die Kontaktperson und Anschrift des Unternehmens stehen. Auch das Datum gehört in ein Schreiben für eine höfliche Absage Ihrer Bewerbung als potenzieller Arbeitnehmer.

Betreff

Ein Betreff ist bei einer Absage erforderlich, kann aber formlos sein. Ein Beispiel wäre „Zurückziehen der Bewerbung“ oder „Absage von Ihrem Jobangebot“.

Anrede und Einstieg

Auf keinen Fall sollte die persönliche Anrede vergessen werden, besonders nach einem Vorstellungsgespräch. Ein guter Einstieg ist immer der Dank, dass Sie sich vorstellen durften.

Grund der Absage

Der Hauptteil des Textes beinhaltet die Begründung für die Bewerbungsabsage. Hier gebietet es sich, die Absage eher kurzzuhalten. Lange Sätze mit Begründungen wirken unprofessionell.

Mit einer höflichen Grußformel und Ihrer persönlichen Unterschrift beenden Sie die Absage.

Höfliche Absage – Den Stil wahren bei der Jobabsage

Neben einem Dank für das Angebot der Stelle sollten Sie dem Unternehmen auch die Gründe für das Ausscheiden aus dem Bewerbungsprozess mitteilen. Schließlich wollen die Unternehmen wissen, woran es den Bewerbern gefehlt hat. Persönliche Gründe sollten Sie dabei aber nicht ausführen.

Besonders, wenn die Entscheidung knapp war, sollten Sie eine Formulierung wählen, die dem potenziellen Arbeitgeber verdeutlicht, dass Sie mit dem Unternehmen in Kontakt bleiben möchten. Wenn Sie nicht wegen eines anderen Stellenangebots absagen, können Sie hier dem Unternehmen die Gelegenheit bieten, Sie über zukünftige Stellenangebote zu informieren. Jedoch sollten Sie dann auch konkret erwähnen, welche Stellen interessant für Sie sind.

Wie genau Sie selbst eine Absage von einem Stellenangebot nach einem Vorstellungsgespräch als Arbeitnehmer an einen Arbeitgeber formulieren können, lesen Sie in den folgenden Vorlage-Absagen.

Bewerbung zurückziehen – Ein Muster

Sehr geehrte Frau X / Sehr geehrter Herr Y,

vielen Dank, dass Sie mir die Möglichkeit gegeben haben, mich auf Ihre Stelle als XXXX zu bewerben. Hiermit ziehe ich diese Bewerbung jedoch zurück.

Die Position ist weiterhin sehr interessant für mich und Ihr Unternehmen sehe ich als eines der besten in meinem Tätigkeitsfeld an. Jedoch habe ich in der Zwischenzeit ein Angebot einer anderen Firma bekommen, welches noch besser meinen aktuellen Anforderungen entspricht.

Ich möchte Ihnen keine weiteren Umstände bereiten und wünsche Ihnen, dass Sie die Stelle mit einem anderen geeigneten Kandidaten besetzen können.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis und bedanke mich für das in mich gesetzte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]

Jobangebot ablehnen – Ein Muster

Sehr geehrte Frau X / Sehr geehrter Herr Y,

vielen Dank, dass Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, zu einem Vorstellungsgespräch in Ihrem Unternehmen kommen zu dürfen. Durch das Gespräch konnte ich mir ein Bild von Ihrem Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle verschaffen. Nach genauer Überlegung muss ich Ihnen aber leider mitteilen, dass ich Ihr Stellenangebot dankend absagen muss.

Besonders die Arbeitszeitregelung lässt sich schwer mit meiner familiären Situation vereinbaren und macht es mir daher unmöglich, die Stelle anzutreten.

Ich hoffe, meine Entscheidung trifft auf Ihr Verständnis und ich würde mich freuen, wenn Sie mich in Zukunft über weitere, passende Stellen mit einer flexibleren Arbeitszeitgestaltung informieren würden. Zudem hoffe ich, dass Sie die ausgeschriebene Stelle bald mit einem geeigneten Kandidaten besetzen können.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]

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