Der ultimative Guide: Gehaltsvorstellungen in der Bewerbung

Von Indeed Editorial Team

Aktualisiert am 21. Juli 2021 | Veröffentlicht am 27. August 2020

Aktualisiert am 21. Juli 2021

Veröffentlicht am 27. August 2020

Das Indeed Editorial Team besteht aus einem vielfältigen und talentierten Team von Autor*innen, Forscher*innen und Branchenexpert*innen, die Ihnen mithilfe der Daten und Einblicke von Indeed hilfreiche Tipps für Ihre Jobsuche geben.

Seien wir ehrlich: Bei Bewerbungen spielt manchmal auch der Gehaltsscheck eine wichtige Rolle. Aber noch sind Sie nicht eingestellt! Daher ist es wichtig, die Frage nach Ihren Gehaltsvorstellungen in einer Bewerbung formell und präzise zu beantworten. So machen Sie einen guten Eindruck und profilieren sich gleichzeitig als sachkundig und flexibel.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen einige elegante und zielführende Formulierungen und Muster, wie Sie in einem Vorstellungsgespräch oder Bewerbungsschreiben Ihre Gehaltsvorstellungen angeben.

Die Frage nach dem Gehaltswunsch bei einer Bewerbung

Grundsätzlich ist es immer besser, die Frage nach dem Gehalt in einem persönlichen Gespräch zu klären. Dies gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihre Fähigkeiten und Erwartungen an die neue Stelle zu verdeutlichen.

In einigen Fällen schreiben Unternehmen jedoch die Angabe einer Gehaltsvorstellung in Ihrer Bewerbung vor. Daher müssen Sie wissen, wie Sie Ihre Gehaltsvorstellung in Ihrer Bewerbung richtig formulieren. Zu wissen, was Sie sagen oder nicht sagen sollten, ist der Schlüssel zu einem guten Vertragsangebot.

Warum fragt ein Arbeitgeber nach Ihrer Gehaltsvorstellung?

Wenn Sie von einem Arbeitgeber nach Angaben zur Gehaltsvorstellung gefragt werden, geschieht dies in der Regel aus drei Gründen:

  1. Zum Beurteilen des Niveaus Ihrer Berufserfahrung: Erfahrene Kandidaten verlangen höhere Gehälter als weniger erfahrene Kollegen. Mit anderen Worten: Ein Recruiter schlussfolgert, dass Sie eher weniger erfahren sind, wenn Sie Ihre Gehaltsvorstellungen am unteren Ende der Skala ansetzen.

  2. Aus Budgetgründen: Der Arbeitgeber stellt sicher, dass Ihre Gehaltsvorstellung zu seinem Budget passt. Er möchte schlicht und ergreifend erfahren, wie viel Sie ihn kosten werden.

  3. Zum Abschätzen, ob und wie gut Sie sich Ihres eigenen Werts bewusst sind: Ein guter Bewerber ist sich bewusst, wie viel seine Fähigkeiten auf dem Markt wert sind. Er nutzt daher seinen Rang, seine jahrelange Erfahrung und seine beruflichen Leistungen als Basis für seinen Marktwert.

Gehaltsvorstellung in der Bewerbung angeben, oder nicht?

Wenn Sie sich fragen, wie Sie Ihre Gehaltsvorstellung in eine Bewerbung schreiben, prüfen Sie zuerst Folgendes: Ist eine Gehaltsangabe bereits in der Stellenausschreibung gefordert, führt kein Weg daran vorbei. Die Frage einfach zu übergehen, würde Sie in jedem Fall entweder als nicht gründlich oder als unsicher darstellen. Ihre Chance auf ein Vorstellungsgespräch wäre damit höchstwahrscheinlich dahin.

Prinzipiell sind sie ansonsten nicht dazu verpflichtet, Ihren Gehaltswunsch in einer Bewerbung zu formulieren, wenn das Unternehmen nicht explizit danach fragt. Entscheiden Sie sich dafür, ein Bewerbungsschreiben mit Gehaltsvorstellung zu verschicken, machen Sie unbedingt vorher Ihre Hausaufgaben. Sie müssen schließlich wissen und einordnen, was Sie verlangen.

Höhe der Gehaltsvorstellung in einer Bewerbung

Grundsätzlich beziehen Sie sich mit Ihren Erwartungen an die Vergütung immer auf Ihr bisheriges Gehalt, Ihr Erfahrungsniveau, Ihren akademischen/beruflichen Hintergrund und die Größe des Unternehmens. Dies sind jedoch nicht die einzigen Faktoren, die Sie berücksichtigen sollten.

Zum Beispiel gehört auch dazu, dass sich Gehälter nicht nur nach Beruf und Unternehmensebene unterscheiden, sondern auch nach dem Standort. Dieser Faktor wird von den Lebenshaltungskosten in der Region beeinflusst. So sind beispielsweise Arbeitsplätze in großen Städten mit hoher Wahrscheinlichkeit besser bezahlt als jene in kleineren Städten oder auf dem Land.

Haben Sie vor, weniger Stunden zu arbeiten, wird dies ebenfalls in der Formulierung Ihrer Gehaltsvorstellung ersichtlich. Teilzeit ist jedoch nicht gleich Teilzeit: Dies umfasst alles, was unter den normal vereinbarten Vollzeitstunden liegt. Es gibt sogar bestimmte Modelle, bei denen Sie flexibel viele Stunden in einer Woche arbeiten.

Wichtig: Besonders, wenn Sie sich freiwillig dazu entscheiden, bereits in Ihrem Bewerbungsschreiben eine Gehaltsvorstellung anzugeben, dann sollte sich diese nicht schlecht auf den Rest Ihrer Bewerbung auswirken. Das bedeutet: Stellen Sie sicher, dass Sie nicht über das Ziel hinausschießen und sich aber auch nicht von Anfang an unter Wert verkaufen. Oft entscheidet sich die Personalabteilung für das von Ihnen angegebene Mindestgehalt. Sorgen Sie daher dafür, dass Ihre Gehaltsangabe immer mit Ihrer persönlichen Wunschvorstellung übereinstimmt.

Tipp: Formulieren Sie Ihre Gehaltsvorstellung im Anschreiben korrekt und auf Grundlage zuverlässiger Daten. Glücklicherweise ist es heute einfacher denn je, im Internet Informationen über Gehälter zu finden. Gehalts-Websites sind sehr hilfreich bei der Ermittlung Ihres individuellen Gehaltskonzepts.

Formulierung der Gehaltsvorstellung in einer Bewerbung

Egal ob Sie Ihren Gehaltswunsch im Anschreiben angeben oder Sie sich auf die Frage in einem Interview vorbereiten: Es gibt einige Wege, dieses Thema, das vielen sehr unangenehm ist, elegant und zielgerichtet anzusprechen. Die folgenden vier Punkte helfen Ihnen, Ihre Gehaltsvorstellung passgenau zu formulieren:

  • Demonstrieren Sie Flexibilität und Verhandlungsbereitschaft, indem Sie entweder Ihre Gehaltsvorstellung als Spanne nennen oder angeben, dass Ihre Vorstellungen verhandelbar sind. Verweisen Sie dann auf ein persönliches Gespräch:

Meine Gehaltsvorstellungen liegen zwischen [X] und [Y] € brutto pro Jahr. Gerne können wir in einem persönlichen Gespräch genauer darüber sprechen.

  • Verweisen Sie auf Ihr aktuelles Gehalt. So geben Sie einen Gehaltsrahmen an, ohne sofort eine direkte Forderung zu stellen:

Mein aktuelles Jahresgehalt liegt bei [X] €.

  • Wenn Sie nach einem höher einzuordnenden Gehalt fragen, ist es ratsam, mit einigen wenigen Worten klarzumachen, warum dieser Betrag fair und berechtigt ist:

Aufgrund meiner fachlichen Qualifikationen halte ich ein Jahresbruttogehalt von [X] € für angemessen.

Wichtig: Bei einer Bewerbung auf schriftlichem Weg geben Sie Ihre Gehaltsvorstellungen immer erst im letzten oder vorletzten Absatz vom Anschreiben an, gemeinsam mit einem möglichen Eintrittsdatum. So erwecken Sie nicht den Eindruck, dass Sie mehr am Geld als an der Stelle interessiert sind. Gestalten Sie Ihre Formulierung immer kurz und pointiert. Zeit für weitere Begründungen haben Sie gegebenenfalls in einem persönlichen Gespräch.

Beispiele für Formulierungen in der Bewerbung mit Muster-Angabe von Gehaltsvorstellung und Eintrittstermin

Die Frage zur Gehaltsangabe in der Bewerbung wird zu verschiedenen Zeitpunkten gestellt und es gibt keine patentierte Antwort. Der Schlüssel ist aber immer Klarheit und Ehrlichkeit. Wie Sie im Bewerbungsschreiben mit der Frage nach Ihrer Gehaltsvorstellung und dem Eintrittstermin umgehen, zeigen Ihnen beispielhaft die folgenden Vorlage-Antworten.

Beispiel 1: Berufseinsteiger

Besonders als Berufseinsteiger ist es enorm wichtig, Ihre Begeisterung für eine berufliche Entwicklung zu bekräftigen und zu erklären, warum Sie der ideale Kandidat sind:

Da ich ein Neueinsteiger bin, gebe ich meinem beruflichen Wachstum höchste Priorität. Das Gehalt ist für mich kein großes Anliegen und ich würde akzeptieren, was das Unternehmen für diese Stelle anbietet. Hinsichtlich des Eintrittstermins stehe ich Ihnen ab dem [TT.MM.JJJJ] zur Verfügung.

Beispiel 2: Leitender Angestellter

Sind Sie bereits ein leitender Angestellter, der über umfangreiche Berufserfahrung verfügt, ist es wichtig, zuerst Ihre Fähigkeiten kurz zu erwähnen. Das erinnert den Personalverantwortlichen, warum er Ihnen dieses Gehalt zahlen sollte:

Aufgrund meiner Berufserfahrung in diesem Sektor gehe ich von einem Gehalt im Bereich von [X] bis [Y] € aus. Als Eintrittsdatum würde ich den [TT.MM.JJJJ] präferieren.

Beispiel 3: Flexibilität

Lassen Sie Ihre Optionen offen, um Flexibilität zu zeigen:

Meine Gehaltsforderungen sind nicht enorm und entsprechen meiner Ausbildung und Berufserfahrung. Wenn Sie mir diesen großartigen Job anbieten, bin ich bereit, ein Gehalt im Bereich von [X] bis [Y] € zu akzeptieren. In einem persönlichen Gespräch können wir gerne genauer darüber verhandeln.

Selbstvertrauen als Schlüssel zur erfolgreichen Gehaltsverhandlung

Bevor Sie zu einem Vorstellungsgespräch gehen, sorgen Sie dafür, dass Sie sich mit der von Ihnen beschlossenen Höhe Ihres Wunschgehaltes wohl und sicher fühlen. Werden Sie dann im Interview um Ihren Gehaltsrahmen gebeten, seien Sie nicht nervös oder ausweichend, sondern selbstbewusst und pragmatisch. In der Regel ist es am besten, eine Gehaltsspanne zu nennen. So besteht mehr Raum für Verhandlungen.

Verhandeln Sie, wenn Sie die Gelegenheit bekommen

Unter normalen Bedingungen beginnt der Interviewer mit dem Mindestgehalt Ihrer vorgeschlagenen Gehaltsvorstellung. Werden Ihre Erwartungen aber nicht erfüllt, lohnt es sich durchaus, zu verhandeln. Dem sollten aber beide Parteien positiv gegenüber stehen.

Vielleicht bemerken Sie auch im Gesprächsverlauf, dass Sie noch andere Vorteile, Boni und Vergünstigungen bekommen. Führen Sie Gehaltsverhandlungen aber immer erst dann, wenn ein Arbeitgeber grundsätzlich bereit ist, Ihnen die Stelle anzubieten. Warten Sie aber nicht, bis Sie sie bereits angenommen haben.

Die Dos und Don'ts zur Angabe von Gehaltsvorstellungen in Bewerbungen

Um Sie weiter bei der Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungen zu unterstützen, haben wir nachfolgend einige Dos und Don'ts zusammengetragen:

Do: Einen Gehaltsbereich angeben

Eine konkrete Zahl zu nennen, ist kein Muss. Ein grober Bereich tut es meistens auch. Halten Sie sich mit Ihren Angaben immer möglichst in einer Spanne innerhalb der Bandbreite des Marktwerts.

Don't: Sich unter Wert oder zu teuer verkaufen

Sie können Ihre Chancen auf einen Job ruinieren, wenn Sie mit einer zu niedrigen Angabe oder mit einer Erwartung antworten, die Ihren Wert überschätzt. Zu wenig Geld mindert Ihren Wert im Ansehen des Personalers. Ein hoher Betrag kann das Unternehmen jedoch zwingen, sich mit einem wirtschaftlicheren Kandidaten für die Stelle zu begnügen.

Do: Das Interesse an der Stelle in den Vordergrund stellen

Ihre Antwort sollte einem Interviewer niemals den Eindruck vermitteln, dass Sie sich nur auf das Geld konzentrieren. Verdeutlichen Sie, dass das Gehalt nicht Ihre Hauptpriorität ist, und unterstreichen Sie Ihr Interesse am Unternehmen, an der beruflichen Entwicklung und an der Arbeitsqualität.

Don't: Voreilige Entscheidungen

Nochmal: Denken Sie daran, dass Ihr Selbstvertrauen und Bauchgefühl entscheidend ist. Seien Sie versichert, dass auch andere Arbeitgeber an Ihnen interessiert sind. Wenn Sie sich mit diesem Gedanken sicher fühlen, erkennt dies auch ein potenzieller Arbeitgeber. Lassen Sie sich nicht vorschnell mit einem geringeren Gehalt abspeisen, nur um überhaupt eine Stelle zu bekommen.

Do: Beweggründe erklären

Auch wenn es unnötig ist, allzu detailliert Ihr Gehaltskonzept zu beschreiben, schadet es manchmal nicht, dem Unternehmen Ihre Gründe mitzuteilen. Wenn Sie über dem lokalen Durchschnitt liegen, sollte Ihre Erfahrung oder Ihr Bildungsniveau Ihren Gehaltswunsch legitimieren.

Do: Online-Quellen durchsuchen

Es gibt viele Online-Ressourcen, die nützliche Tipps zu Ihrer Gehaltsverhandlung geben. Ein Muster für Ihr Bewerbungsschreiben oder eine E-Mail gibt Ihnen Inspiration, wie Sie Ihre Gehaltsvorstellung (und Ihr bevorzugtes Eintrittsdatum) passend formulieren.

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