Bewerbung

Was ist der Unterschied zwischen Soft Skills und Hard Skills?

Der wesentliche Unterschied zwischen Hard Skills und Soft Skills besteht darin, wie sie erworben werden. Hard Skills eignen Sie sich in der Regel durch ein Studium, eine Ausbildung oder praktische Erfahrung an. Dazu gehören beispielsweise Fremdsprachen- oder IT-Kenntnisse, Ausbildungsnachweise oder Programmiersprachen. Soft Skills hingegen sind persönliche Kompetenzen, die Sie möglicherweise Ihr ganzes Leben lang entwickelt haben.

Diese Soft Skills sind gefragt, wenn Sie mit anderen Menschen kommunizieren oder mit Herausforderungen und schwierigen Situationen konfrontiert sind. Hard Skills beziehen sich also auf Ihr technisches Wissen, während es bei Soft Skills um Ihren Charakter und Ihr Verhalten am Arbeitsplatz geht.

Was sind Hard Skills?

Mit Hard Skills ist technisches Wissen gemeint, das Sie sich im Studium, im Rahmen einer Ausbildung oder in Ihrem Beruf angeeignet haben. Wenn Sie beispielsweise in der Gastronomie oder im Einzelhandel tätig waren, können Sie vermutlich eine Registrierkasse bedienen. Haben Sie in der Verwaltung gearbeitet, sind Sie im Umgang mit Microsoft Excel versiert. Und dank eines längeren Auslandsaufenthalts sprechen Sie vielleicht eine Fremdsprache fließend.

Jeder Job erfordert bestimmte technische Fähigkeiten, die für die jeweilige Branche nützlich und wichtig sind. Wenn Sie zum Beispiel als Architekt*in arbeiten möchten, sollten Sie wissen, wie Sie eine Zeichensoftware verwenden, und sich mit Statik, Städteplanung, Physik, Baugeschichte, Kunstgeschichte und Recht auskennen. In den meisten anderen Berufen gibt es ebenfalls derartige schulische und technische Anforderungen.

Beispiele von Hard Skills

Es gibt zahlreiche Hard Skills, die je nach Beruf, Branche und Unternehmen notwendig sein können. Einige der gefragtesten Hard Skills sind:

  • Sprachkenntnisse
  • Datenbank-Management
  • spezifische Software-Kenntnisse
  • Netzwerksicherheit
  • Suchmaschinenoptimierung
  • statistische Analyse
  • Data Mining
  • Mobile Development
  • User Interface Design
  • Management von Marketingkampagnen
  • Datenspeichersysteme
  • Programmiersprachen wie Java, Python oder C++

Was sind Soft Skills?

Soft Skills sind die persönlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen, die Ihre eigene Arbeit und die Zusammenarbeit mit anderen beeinflussen. Beispielsweise zählt eine gute Kommunikationskompetenz zu den gefragtesten Soft Skills, die von vielen Arbeitgebern vorausgesetzt wird. Weitere wichtige Soft Skills sind Zuverlässigkeit, Teamarbeit und aktives Zuhören. Für die Stellensuche und Ihre Karriere sind Soft Skills von entscheidender Bedeutung.

Während Hard Skills erforderlich sind, um technische Aufgaben im Job erfolgreich zu erfüllen, sind Soft Skills notwendig, um ein funktionales und positives Arbeitsumfeld zu schaffen. Deshalb sind Arbeitgeber auf der Suche nach Fachkräften, die sowohl Soft Skills als auch Hard Skills vorweisen können. Einige Unternehmen ziehen sogar Kandidat*innen mit bestimmten Soft Skills vor, weil diese Fähigkeiten oft schwieriger zu entwickeln sind als manche Hard Skills.

Die wichtigsten Soft Skills für den Berufserfolg

In der Berufswelt sind insbesondere mentale, kommunikative und soziale Soft Skills wichtig. Die gefragtesten sind:

Kommunikationsfähigkeit

Kommunikation ist überall dort notwendig, wo Mitarbeiter*innen in Unternehmen mit Menschen in Kontakt kommen. Sie können beispielsweise mit Kund*innen zusammenarbeiten, mit Vorgesetzten und Investor*innen kommunizieren oder Meetings mit Geschäftspartner*innen halten. Auch für die Teamarbeit im Unternehmen ist eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit unabdingbar. Deshalb setzen die meisten Arbeitgeber voraus, dass Kandidat*innen für eine neue Position eine gewisse Kommunikationskompetenz mitbringen.

Verantwortungsbewusstsein

Verantwortungsbewusstsein spielt in vielen Berufen eine bedeutende Rolle. Wer für die eigenen Aufgaben Verantwortung übernimmt, ist in der Regel engagierter und führt Tätigkeiten gewissenhafter aus. Arbeitgeber sind auf der Suche nach Kandidat*innen, die Verantwortung nicht scheuen und bereit sind, nach eigenem Ermessen wichtige Entscheidungen zu treffen.

Selbstbewusstsein

Nicht nur im privaten Leben ist ein gutes Selbstvertrauen wichtig für den Umgang mit Herausforderungen. Auch im Berufsleben ist diese Eigenschaft sehr gefragt. Denn selbstbewusste Menschen treffen in der Regel bessere Entscheidungen und können effektiver mit anderen kommunizieren. Deshalb sind Arbeitgeber auf der Suche nach Fachkräften, die über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügen.

Teamfähigkeit

In vielen Berufen kommt es auf Zusammenarbeit an. Aus diesem Grund gehört Teamfähigkeit in fast allen Unternehmen und Branchen zu den wichtigsten Soft Skills. Deshalb setzen Arbeitgeber schon fast selbstverständlich voraus, dass neue Mitarbeiter*innen teamfähig sind. Dadurch können sie sich schnell in neue Gruppen einfinden sowie effektiv mit dem Team kommunizieren und zusammenarbeiten. Das sorgt für effiziente Abläufe in einer Organisation.

Kritikfähigkeit

Im Arbeitsalltag bleiben Fehler nicht aus. Wer kritikfähig ist und Lernbereitschaft zeigt, kann Fehler in wichtige Erfahrungen und Hard Skills verwandeln. Kritikfähige Menschen sind auch anpassungsfähiger und harmonisieren in Teams besser mit anderen. Deshalb möchten einige Arbeitgeber in Vorstellungsgesprächen herausfinden, ob Kandidat*innen bereits Erfahrungen mit der Teamarbeit haben und wie gut sie sich in Gruppen integrieren können.

Belastbarkeit

Belastbarkeit ist eine Fähigkeit, die in Bewerbungen mit am häufigsten genannt wird. Grund dafür ist, dass viele Arbeitgeber auf der Suche nach Kandidat*innen sind, die auch unter Stress und Zeitdruck leistungsfähig bleiben. Denn im Arbeitsalltag vieler Berufe kommt es immer wieder zu unvorhergesehenen und intensiven Stresssituationen.

Wer mit Herausforderungen gut umgehen kann und dadurch belastbar ist, bleibt weiterhin produktiv und sorgt damit für effektive Arbeitsabläufe. Belastbare Menschen behalten zudem ihre Prioritäten im Auge und lassen sich nicht vom Kurs abbringen, wenn es mal hektisch zugeht.

Eigeninitiative

Arbeitgeber erwarten von Mitarbeiter*innen, dass sie eigenständig denken und handeln. Auch möchten sie, dass Beschäftigte Eigeninitiative zeigen, Ideen entwickeln und Entscheidungen treffen, die für die Zukunft des Unternehmens bedeutend sein können. Menschen mit Eigeninitiative sind daran interessiert, die Abläufe in der Organisation kontinuierlich zu verbessern.

Empathiefähigkeit

Im Umgang mit Menschen gehört Empathie zu den wichtigsten Soft Skills. Darunter wird die Fähigkeit verstanden, das Verhalten anderer nachzuvollziehen und entsprechend zu handeln. Diese Eigenschaft kann zum Beispiel beim Kontakt mit Kund*innen, Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen von entscheidender Bedeutung sein.

Loyalität

Firmen sind auf der Suche nach loyalen Mitarbeiter*innen, die sich mit dem Unternehmen verbunden fühlen und sich langfristig binden möchten. Denn bei jedem neuen Mitarbeiter und jeder neuen Mitarbeiterin investiert der Arbeitgeber Zeit und Geld in die Einarbeitung. Auf loyale Mitarbeiter*innen können Unternehmen sich langfristig verlassen.

So fügen Sie Hard Skills und Soft Skills in Ihre Bewerbung ein

Ihre Hard Skills sollten aus dem tabellarischen Lebenslauf hervorgehen, außerdem können Sie im Anschreiben auf die wichtigsten eingehen.

Auch Soft Skills können Sie in Ihrer Bewerbung erwähnen, etwa indem Sie einige Fähigkeiten in Ihr Motivationsschreiben einarbeiten. Soft Skills können zudem aus Arbeitszeugnissen ersichtlich sein.

Tipps für Hard Skills in der Bewerbung

Hard Skills können Sie beispielsweise im tabellarischen Lebenslauf stichwortartig erwähnen. Auch sollten Sie unbedingt auf Schwerpunkte Ihrer schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung eingehen, um Ihre Kompetenzen konkret aufzuzeigen.

Beispiel:

2015-2020: Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln mit den Schwerpunkten:

  • Unternehmensführung
  • Arbeitsrecht

Falls Sie beispielsweise Fremdsprachen beherrschen oder spezifische Softwarekenntnisse mitbringen, die für den jeweiligen Beruf relevant sein könnten, können Sie für diese Punkte eine eigene Kategorie im Lebenslauf erstellen, etwa „Fähigkeiten und Kenntnisse“.

Hard Skills im Motivationsschreiben

Sie können Ihre Hard Skills in das Motivationsschreiben einweben, sodass sie mit dem Gesamttext harmonieren. Angenommen, Sie möchten sich als Hotelmanager*in bewerben. Aus der Stellenausschreibung geht hervor, dass der Arbeitgeber eine Fachkraft für die Kundenakquise sucht. Sie sollten dann überlegen, welche schulische Ausbildung oder Berufserfahrung passend sein könnte. Anschließend arbeiten Sie diesen Punkt in Ihre Argumentation ein und heben ihn besonders hervor.

Beispiel: „In meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre habe ich mich auf den Schwerpunkt Marketing und Vertrieb spezialisiert. Dank meines Wissens über Vertriebskonzepte kann ich Sie bei der Kundenakquise unterstützen**.

Tipps für Soft Skills in der Bewerbung

Im Lebenslauf können Sie einen separaten Unterpunkt für Soft Skills erstellen, unter dem Sie Ihre Fähigkeiten auflisten. Auch im Motivationsschreiben können Sie Ihre Soft Skills erwähnen, dann aber am besten nicht in Listenform, sondern im Fließtext. Untermauern Sie sie nach Möglichkeit mit konkreten Erfolgen und Erfahrungen aus ihrem Leben.

Beispiel: „In meiner beruflichen Laufbahn im Vertrieb war ich vielen stressigen Situationen ausgesetzt. Trotzdem konnte ich meine monatlichen Quoten erfüllen und über die Jahre beweisen, dass ich in belastbar bin.

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