Bewerbung

Soft Skills für Führungskräfte: Erklärung und Beispiele

Wenn Sie eine Führungsposition anstreben oder bereits innehaben, sollten Sie verschiedenste Fähigkeiten mitbringen. Während in diesen Funktionen Fachkenntnisse unerlässlich sind, um seine Eignung unter Beweis zu stellen, sind Soft Skills ebenso wichtig. Diese Fähigkeiten ermöglichen es Ihnen, effektiver mit anderen zusammenzuarbeiten und Ihre Arbeit gut auszuführen. In diesem Artikel besprechen wir den Unterschied zwischen Soft Skills und sogenannten Hard Skills, erklären, warum Soft Skills für Führungspositionen unabdingbar sind und auf welche Sie besonderen Fokus legen sollten.

Warum sind Soft Skills für Führungskräfte wichtig?

Neben ihren alltäglichen fachlichen Aufgaben tragen Führungskräfte die Verantwortung, mit anderen zusammenzuarbeiten und ihre Arbeit zu beaufsichtigen. Diese Aufgaben erfordern gute Soft Skills, um effektiver im Team zusammenzuarbeiten und eine positive Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Soft Skills können auch beeinflussen, wie Sie Aufgaben ausführen. So können Sie z. B. eine bestimmte Software gut beherrschen, aber nur zwischenmenschliche Fähigkeiten können Ihnen dabei helfen, dass Ihre Mitarbeiter*innen sich wohlfühlen und Wertschätzung erfahren. Als Führungskraft können Sie Ihren Mitarbeiter*innen ein positives Beispiel geben, indem Sie Ihre Soft Skills anerkennen und fördern.

Was ist der Unterschied zwischen Hard Skills und Soft Skills?

Hard Skills und Soft Skills unterscheiden sich danach, wie Sie sie erwerben und einsetzen. Hard Skills beziehen sich in der Regel auf Fachkenntnisse eines Berufs. Sie beschreiben also Fähigkeiten, die Sie durch eine spezielle Ausbildung oder ein Studium erworben haben. Die Kenntnis einer bestimmten Programmiersprache ist beispielsweise eine Hard Skill. Soft Skills können Eigenschaften, Verhaltensweisen oder Persönlichkeitsmerkmale darstellen, die Sie langfristig entwickeln. Eine ausgeprägte Aufmerksamkeit für Details oder interkulturelle Kompetenz sind Beispiele für Soft Skills. Sie können sich zwar darum bemühen, bestimmte Soft Skills zu entwickeln, diese stellen jedoch in der Regel weniger greifbare Fähigkeiten oder Qualitäten dar.

Die wichtigsten Soft Skills für Führungskräfte

Soft Skills können Ihnen helfen, Ihr Team effektiver zu führen und besser mit ihm zusammenzuarbeiten, während sie gleichzeitig Ihre fachlichen Aufgaben voranbringen. Die folgende Liste bildet einige der wichtigsten Soft Skills ab, die für Führungspositionen benötigt werden:

Konfliktmanagement

Da Manager*innen Teams und Abteilungen beaufsichtigen, stoßen sie manchmal auf Konflikte am Arbeitsplatz. In einer Führungsposition tragen Sie die Verantwortung, einzugreifen und Probleme zwischen Mitarbeiter*innen zu lösen. In der Rolle der unparteiischen Vermittler*innen müssen Sie alle Seiten anhören und ausgewogen ansprechen. Dann können Sie gemeinsam Lösungen oder Kompromisse entwickeln, die alle zufriedenstellen. Die Lösung von Konflikten ist für Führungsaufgaben unerlässlich, da die Konfrontation mit dem Problem und die Verhinderung einer Eskalation dazu beitragen können, ein positives und produktives Umfeld zu erhalten.

Flexibilität

Flexibilität steht für die Fähigkeit, sich an veränderte Bedingungen oder Situationen anzupassen. Da die Arbeit nicht immer nach Plan verläuft, kann diese Fähigkeit Ihnen helfen, solche Situationen effektiver zu meistern. Wenn Sie das Potenzial von Veränderungen erkennen, ermöglicht es Ihnen, Herausforderungen während der Arbeit oder bei Projekten vorherzusehen und Strategien zu entwickeln, um sie zu umgehen. Es kann Ihnen auch helfen, sich besser in der Kontrolle der Situation zu fühlen, so dass Sie schnell reagieren und mögliche Störungen minimieren können.

Aktives Zuhören

Führungskräfte mit der Fähigkeit zum aktiven Zuhören hören nicht nur die Worte, die von anderen Menschen gesprochen werden, sondern nehmen sich auch die Zeit, die beabsichtigte Botschaft zu verstehen. Dies erfordert die ungeteilte Aufmerksamkeit für die andere Person, einschließlich der Beachtung nonverbaler Kommunikation. Diese Fähigkeit kann Ihnen auch helfen, eine effektive Kommunikation und vertrauensvolle Beziehungen mit Kolleg*innen aufrechtzuerhalten. Aufrechtes Interesse im Gespräch kann auch dazu führen, dass sich Mitarbeiter*innen direkt unterstützt und stärker fühlen. Aktives Zuhören zeigt nicht nur Respekt für andere, sondern hilft Ihnen auch, alle Informationen zu erhalten, die Sie für Entscheidungen oder die Lösung von Problemen benötigen.

Kommunikation

Manager*innen müssen verbal und schriftlich gut kommunizieren können, um Informationen an ihre Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen zu vermitteln. Sie setzen diese Fähigkeiten für verschiedene Aufgaben ein, z. B. um Anweisungen zu geben, Projekte zu planen und Feedback zu geben. Eine gute Kommunikation setzt voraus, dass Sie regelmäßig mit Teammitgliedern sprechen, Feedback geben und Wertschätzung ausdrücken. Sie können eine offene Kommunikation herstellen, indem Sie den Mitarbeiter*innen mitteilen, dass Sie immer ein offenes Ohr für sie haben. Dies stellt sicher, dass sich die Mitarbeiter*innen wohl fühlen, wenn sie Probleme oder Bedenken ansprechen möchten.

Führungskompetenz

Führungskräfte sind für die Beaufsichtigung und Motivation des Teams verantwortlich. In dieser Rolle können Sie für die Leitung von Meetings oder Initiativen und die Zuweisung von Arbeit verantwortlich sein. Führungsqualitäten tragen dazu bei, dass Sie Teams gut anleiten und ihnen die nötige Richtung vorgeben können, um ihre Ziele zu erreichen. Sie können Ihre Teammitglieder auch motivieren, indem Sie Ihre Wertschätzung für ihre Arbeit ausdrücken und den größeren Sinn hinter den Aufgaben erläutern. Darüber hinaus können Sie ihnen entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten für ihre weitere Karriere bieten.

Teamwork

Eine Führungskraft trägt die Verantwortung für die Zusammenarbeit des Teams. Diese Fähigkeit erfordert, dass Sie anderen Respekt entgegenbringen und zeigen, dass Sie sie wertschätzen. Bei der Arbeit an Projekten können Sie die Teamarbeit fördern, indem Sie allen erlauben, ihre Gedanken und Vorschläge einzubringen. Manager*innen brauchen auch teambildende Fähigkeiten, d. h. sie müssen wissen, wie sie anderen Menschen helfen können, produktiv zusammenzuarbeiten.

Verlässlichkeit

Als Führungskraft verlassen sich andere Personen oft auf Sie, um bestimmte Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu erfüllen. Zum Beispiel können sich Ihre Mitarbeiter*innen und Vorgesetzten darauf verlassen, dass Sie Zusagen und Fristen einhalten. Diese Fähigkeit demonstriert Ihre Professionalität am Arbeitsplatz und erhält die Produktivität aufrecht. Zuverlässigkeit kann Ihnen auch helfen, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Wenn andere wissen, dass sie sich auf Sie verlassen können, sind sie möglicherweise eher bereit, mit Ihnen zu arbeiten und Sie zu unterstützen.

Vertrauenswürdigkeit

Vertrauen ist wichtig, um als Führungskraft gute Beziehungen zu Ihrem Team aufzubauen. Mitarbeiter*innen wollen das Gefühl haben, dass Ihre Entscheidungen ihre Interessen im Auge haben. Sie müssen auch darauf vertrauen können, dass Sie ihnen genaue Informationen über die Arbeit oder Ihr Unternehmen geben. Wenn Mitarbeiter*innen kein Vertrauen oder keine Unterstützung spüren, kann dies dem Arbeitsumfeld und der Arbeitsmoral erheblich schaden. Manche Mitarbeiter*innen kommen mit persönlichen Problemen oder Informationen zu Ihnen, sodass Sie die Vertraulichkeit wahren müssen.

Ehrlichkeit

Als Manager*in müssen Sie vielleicht Meinungen zu Projekten oder Strategien abgeben. Ihre Kolleg*innen und Vorgesetzten werden Ihre ehrliche Sichtweise mehr zu schätzen wissen, als wenn Sie ihnen nur das sagen, was sie Ihrer Meinung nach hören wollen. In ähnlicher Weise müssen Sie Ihren Mitarbeiter*innen oft Feedback geben. Geben Sie dieses Feedback in einer konstruktiven und nicht in einer kritischen Art und Weise, um das Vertrauen mit ihnen zu erhalten. Wenn Sie ehrlich über die Stärken und Schwächen von Mitarbeiter*innen sprechen, können Sie ihnen helfen, sich weiterzuentwickeln, und somit Ihr Team stärken.

Einfühlungsvermögen

Einfühlungsvermögen zu zeigen, kann Ihnen helfen, sich in andere hineinzuversetzen und als Führungskraft gute Beziehungen aufzubauen. Diese Fähigkeit zeigt, wie Sie die Gedanken und Gefühle anderer Menschen verstehen. Empathie kann Ihnen zum Beispiel helfen, zu erkennen, wenn sich Mitarbeiter*innen bei der Arbeit ängstlich, frustriert oder ausgebrannt fühlen. Infolgedessen können Sie ein Gespräch mit ihnen führen und Lösungen finden, um ihren Stress zu reduzieren. Empathie macht Sie sensibler für die Bedürfnisse anderer. Diese Sensibilität kann dazu beitragen, dass sich Mitarbeiter*innen bei der Arbeit mehr wertgeschätzt und anerkannt fühlen, was sich positiv auf die Stimmung und die Beziehungen im Team auswirkt.

Problemlösungskompetenz

Manager sind bei der Arbeit mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert, und Problemlösungsfähigkeiten ermöglichen es Ihnen, diese zu lösen. Manchmal kommen Ihre Kolleg*innen oder Mitarbeiter*innen zu Ihnen, um Ihnen bei einem Problem zu helfen, das sie selbst nicht lösen können. Vielleicht verfügen Sie über das nötige Wissen oder die Erfahrung, um schnell eine Lösung zu entwickeln. Andernfalls kann Ihre Problemlösung auf Ihrer Fähigkeit beruhen, Informationen zu recherchieren und zu analysieren oder mit anderen Personen zusammenzuarbeiten, um das Problem zu lösen.

Organisation

Manager*innen sind für die Planung und Koordinierung von Projekten und Initiativen verantwortlich. Diese Verantwortung kann die Verwaltung mehrerer Aufgaben, Termine und Ereignisse gleichzeitig erfordern. Wenn Sie über organisatorische Fähigkeiten verfügen, können Sie Ihre Aufgaben effektiv ausbalancieren und sortieren. Im Ergebnis können Sie Ihren Stress reduzieren und sicherstellen, dass Sie und Ihr Team bei der Sache bleiben. Sie können effektive Zeitmanagement- und Priorisierungsfähigkeiten nutzen, um Ihren Arbeitsablauf zu verbessern und Ihre Arbeit effizienter zu erledigen. So können Sie zum Beispiel einfache Aufgaben delegieren und so Zeit in Ihrem Zeitplan für zeitaufwändigere oder wichtigere Aufgaben freimachen.

Zielorientierung

Führungskräfte arbeiten oft mit organisatorischen Zielen und Vorgaben. Daher müssen Sie sich darüber im Klaren sein, welche Aufgaben erledigt werden müssen, und die Arbeit entsprechend zuweisen. Sie können auch individuelle Ziele für Ihr Team und dessen Aktivitäten festlegen. SMART-Ziele stehen für spezifische, messbare, erreichbare, relevante und zeitbasierte Ziele. Diese Ziele für Projekte oder Initiativen können dazu beitragen, den Fortschritt des Teams leichter zu erfassen. Ziele können Ihnen dabei helfen, den Fokus auf das zu richten, was prioritär erledigt werden muss, und als Motivation für Ihr Team dienen.

Mehr dazu

Mehr zum Thema 

Bewerbungsschreiben: Aufbau, Tipps und Vorlagen

Lesen Sie, wie Sie Ihre Bewerbung überzeugend gestalten und aus welchen Teilen der Aufbau des Bewerbungsschreibens besteht.

Was ist der Unterschied zwischen Soft Skills und Hard Skills?

Hard Skills und Soft Skills sind wichtige Fähigkeiten für den Beruf. Welche Unterschiede es gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.