Bewerbung

So bringen Sie Sprachkenntnisse im Job voran

Das 21. Jahrhundert ist das Zeitalter der Kommunikation und das auf vielen Ebenen. Die Fähigkeit, eine oder mehrere Fremdsprachen zu sprechen, ist heutzutage in praktisch jedem Beruf unerlässlich. Egal ob Sie in einer technischen Position in der Produktion oder als Büroleiter arbeiten, gute Sprachkenntnisse sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Karriere. Aber worum geht es dabei, wie verbessern Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse und wie heben Sie sie in Ihrer Bewerbung hervor? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Was sind Sprachkenntnisse?

Die Rubrik der Sprachkenntnisse in Ihrer Bewerbung zeigt einem potentiellen Arbeitgeber, welche Sprachen neben Ihrer Muttersprache Sie beherrschen. Ihre Sprachkompetenz gibt dabei an, wie fließend Sie eine Sprache sprechen. Dazu gehört auch, ob Sie Informationen in einer bestimmten Sprache schnell, effizient und fehlerfrei aufnehmen, verstehen und selbst geben können.

In der Regel können Sie es der Stellenausschreibung eines Unternehmens entnehmen, ob und welche Sprachkenntnisse für eine bestimmte Position vorausgesetzt werden. Wenn Sie an einer Stelle in einem international tätigen Unternehmen interessiert sind, werden Sie um diese Angaben definitiv nicht herumkommen. Auch wenn Sie sich gerade in einer beruflichen (Neu-)Orientierungsphase befinden, lohnt es sich durchaus, sich mit den Vorteilen und Möglichkeiten zu befassen, die sich Ihnen durch gute Sprachkenntnisse in der Arbeitswelt und bei Berwerbungen eröffnen.

Die Vorteile guter Sprachkenntnisse in der Arbeitswelt

Heutzutage kann man generell sagen: Je mehr Fremdsprachen Sie beherrschen, desto besser sieht Ihr Lebenslauf aus und umso interessanter werden Sie für viele Arbeitgeber. Zumindest gute Englischkenntnisse werden selbst in nicht explizit internationalen Betrieben standardmäßig vorausgesetzt. Je nach Betrieb können spezifische weitere Fremdsprachen essentiell für den Arbeitsalltag sein. Die Vorteile von guten Sprachkenntnissen bei Arbeitnehmern sind vielfältig. Die wichtigsten haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Die Chance, eine Stelle zu bekommen oder befördert zu werden: Arbeitgeber legen großen Wert auf Sprachkenntnisse. Auch wenn das Unternehmen nicht im Ausland tätig ist, sind Englischkenntnisse stets sehr nützlich. So werden häufig zum Beispiel Literatur, Anleitungen und Software in englischer Sprache genutzt. Auch im Kontakt mit Kunden kann es durchaus vorkommen, dass man spontan mit jemandem zu tun hat, der nicht auf Deutsch kommunizieren kann. Wer eine oder mehrere Fremdsprachen beherrscht, sendet außerdem ein eindeutiges Signal an potenzielle Arbeitgeber, dass er lernfähig, fleißig, offen und neugierig ist. Dies erhöht Ihre Chancen einer Einstellung enorm.
  • Bessere Kommunikation mit Kollegen und Kunden: Es ist schwer vorstellbar, in einem internationalen Unternehmen zu arbeiten, in dem sich die Mitarbeiter nicht verstehen. Selbst wenn Sie die Grundlagen einer Fremdsprache kennen, reicht dies für einen produktiven Arbeitsumgang nicht immer aus. Effektive Zusammenarbeit erfordert umfassende sprachliche und auch interkulturelle Kompetenzen von allen Seiten.
  • Interessantere Karriereoptionen: Wer sich in einer bestimmten Fremdsprache besonders verständig zeigt, qualifiziert sich damit vielleicht sogar für Beförderungen auf Posten im Ausland, für interessante Geschäftsreisen und spannende Aufgaben mit internationalen Kollegen. Auch die Vernetzungsmöglichkeiten werden größer, wenn Sie beispielsweise auf Events und Konferenzen problemlos mit den Vertretern anderer Unternehmen Kontaktdaten austauschen können. Auf diese Art und Weise enstehen nicht selten tolle Karriereoptionen und Kooperationen.

Wie schätze ich meine Sprachkenntnisse realistisch ein?

Ob und wie fließend man eine Sprache beherrscht, kann manchmal schwer einzuschätzen sein. Denn oft kann man sich zum Beispiel perfekt mündlich verständigen, macht jedoch viele Fehler beim Schreiben und so weiter. Daher setzt sich die Bewertung Ihrer Fähigkeiten in einer Fremdsprache aus verschiedenen Parametern zusammen. Auf diese Kategorien hin werden ebenfalls offizielle Sprachtests aufgebaut, um Ihre Kompetenzen in den verschiedenen Bereichen zu messen.

  • Lesen: Um eine Sprache in schriftlicher Form verstehen zu können, müssen Sie sowohl die grammatikalischen Regeln, das Vokabular und je nach Sprache ein neues Alphabet (zum Beispiel Kyrillisch) beherrschen.
  • Schreiben: Um sich in einer Fremdsprache schriftlich gut verständigen zu können, müssen Sie nicht nur die Vokabeln und Regeln kennen, sondern Ihre Gedanken auch in einer stilistisch guten und angemessenen Form ausdrücken können.
  • Hörverstehen und Sprechen: Ein flüssiger Sprecher einer Fremdsprache muss das gesprochene Wort gleichzeitig verstehen und darauf reagieren können. Gerade das Hörverstehen kann schwieriger werden, wenn man beispielsweise komplexere Unterhaltungen mit Muttersprachlern führt.

Um eine Fremdsprache im Austausch mit Kollegen zu verwenden, ist keine absolut perfekte Sprachkompetenz erforderlich. Wesentlich sind meistens vor allem ein gewisses Fachvokabular und die Fähigkeit, aktiv zuzuhören.

Wie kann ich meine Sprachkenntnisse verbessern?

Ihre Sprachkenntnisse können Sie auf vielen Wegen verbessern. In Kursen an Volkshochschulen, über Apps wie Duolingo und selbst durch das Ansehen von Filmen und Serien mit Untertiteln. Mögen Sie es interaktiver, schauen Sie sich ebenfalls nach Tandem-Gruppen auf den gängigen sozialen Netzwerken um. Das gemeinsame Lernen auf Social Media ist eine kostenlose und effektive Möglichkeit, neue Wörter zu lernen, Ihre Aussprache zu verbessern und Kontakte mit Muttersprachlern zu knüpfen.

Einige Unternehmen organisieren auch Sprachkurse für ihre Mitarbeiter. Dies ist eine großartige Gelegenheit, mit einem qualifizierten Lehrer Ihre Sprachkenntnisse aufzubessern.

Sprachzertifikate: Lohnt sich das?

Für Mitarbeiter in einem internationalen Umfeld ist das Beherrschen von Fremdsprachen besonders wichtig – am besten auf einem höchstmöglichen Niveau. Doch wie können Sie sich sicher sein – oder gar einem Arbeitgeber beweisen – dass Sie eine Fremdsprache auf einem bestimmten Level beherrschen? Am besten eignet sich dafür ein anerkanntes Zertifikat, das Sie nach einem international standardisierten Test erhalten. Diese Zertifikate können Sie für die verschiedensten Sprachen erwerben. Einige der bekanntesten sind:

  • Englisch: Cambridge oder IELTS (International English language testing system)
  • Französisch: DELF (Diplôme d'études en langue française)
  • Spanisch: DELE (Diploma de español como lengua extranjera)
  • Italienisch: CELI (Certificato di conoscenza della lingua italiana)
  • Koreanisch: TOPIK (Test of proficiency in Korean)
  • Diverse europäische Sprachen: TELC (The European Language Certificates)

Ein Zertifikat ist eine konkrete Bestandsaufnahme Ihrer Fähigkeiten

Der große Vorteil dieser Zertifikate ist, dass sie in standardisierte Level unterteilt sind – je nach sprachlichem Niveau der Teilnehmer. Ein Arbeitgeber beispielsweise weiß dank dieser Angabe sofort, auf welchem Level Sie sich in Schrift und mündlicher Sprache befinden. Die Einteilung der Niveaus unterliegt dem Europäischen Referenzrahmen wie folgt:

  • A1 ist das niedrigere Anfängerlevel. Sie können sich im Alltag grob verständigen und konkrete Bedürfnisse ausdrücken.
  • A2 beschreibt fortgeschrittene Anfängerkenntnisse in einer Sprache. Sie können an einfachen Unterhaltungen teilnehmen und weniger komplexe Themen verstehen.
  • B1 ist die untere Stufe des Fortgeschrittenenniveaus. Sie können Unterhaltungen gut folgen und sich auch schriftlich verständigen.
  • B2 bedeutet ein erweitertes Verständnis einer Sprache, auch bei komplexeren Themen und Zusammenhängen.
  • C1 ist die zweithöchste Stufe der Sprachniveaus. Sie haben ein tiefgreifendes Verständnis einer Sprache in Wort und Schrift.
  • C2 beschreibt Sprachkenntnisse, die denen eines Muttersprachlers sehr nahekommen.

Über diese Einteilung hinaus gibt es für einige Sprachen auch noch themenspezifische Zertifikate, beispielsweise das „Business English Certificate (BEC)“ für Geschäftsenglisch.

Um sich auf diese Tests vorzubereiten, können Sie an speziellen Kursen teilnehmen oder auch eigenständig mit den dafür bereitgestellten Lehrmaterialien arbeiten. Ausführliche Informationen zu Zertifizierung und Sprachprüfungen finden Sie online. Einziger Nachteil ist hier, dass sowohl die Tests als auch Vorbereitungskurse und Lehrmaterialien kostenpflichtig sind. Die Investition lohnt sich aber eigentlich immer.

So geben Sie Ihre Sprachkenntnisse in einer Bewerbung an

Sind Kenntnisse in einer bestimmten Fremdsprache für einen Job feste Voraussetzung, wird dies sicher in der Ausschreibung genauso benannt sein. Formulierungen wie „Sehr gute Kenntnisse in Sprache XY“ oder „Verhandlungssichere Kenntnisse in Sprache XY werden vorausgesetzt“ zeigen Ihnen eindeutig, welches Niveau Sie in einer Fremdsprache haben müssen, um überhaupt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden.

Aber Vorsicht: Sie sollten in jedem Fall immer eine realistische Einschätzung machen, da Sie gerade bei solchen Stellen oft im Vorstellungsgespräch spontan auf Ihre Sprachkenntnisse getestet werden können. Wer sich dann in der schriftlichen Bewerbung – ob gewollt oder ungewollt – überschätzt hat, wird spätestens hierbei auffliegen und sich damit disqualifizieren.

Heißt es in einer Ausschreibung, dass Sie „dealerweise Kenntnisse in einer Fremdsprache/der Sprache XY“ haben, dann ist dies nicht zwingend Voraussetzung – wird Ihnen aber einen Vorteil verschaffen, wenn Sie diese haben und angeben.

Sprachkompetenz im Lebenslauf

Grundsätzlich gilt: Eine genaue Auflistung Ihrer Sprachkenntnisse wird bei schriftlichen Bewerbungen im tabellarischen Lebenslauf vorgenommen. Dafür sollten Sie eine eigene Kategorie unter demselben Titel eröffnen, die in der Regel dem Absatz der Ausbildung oder besonderen Kenntnissen folgt.

Wichtig für Personalmanager ist, zu sehen, welches Kompetenzniveau Sie in einer Sprache haben – nicht, wie lange Sie diese Sprache bereits beherrschen. In Bewerbungen ist es üblich, diese in den folgenden Abstufungen anzugeben:

  • Grundkenntnisse: Sie können sich in einer Sprache grob verständigen, beispielsweise nach dem Weg fragen und kennen die wichtigsten Wörter und Redewendungen.
  • Gute/Konversationssichere Kenntnisse: Sie können sich ohne große Probleme in einer Sprache unterhalten, ob am Telefon oder persönlich, sind jedoch eventuell im Schreiben und Lesen nicht sicher.
  • Sehr gute Kenntnisse: Sie können sich fließend in Wort und Schrift über verschiedene Themen (auch komplexere Sachverhalte oder bestimmte Fachgebiete) äußern und sich reibungslos mit Muttersprachlern verständigen.
  • Muttersprache: Sie sind mit einer Fremdsprache aufgewachsen und beherrschen diese fehlerlos. In der Regel ist diese Einstufung wirklich nur Muttersprachlern vorbehalten – selbst wenn Sie in einer Sprache nahezu perfekt kommunizieren können, sollten Sie dies trotzdem als „sehr gut” angeben (gegebenenfalls als „fließend” oder „muttersprachliches Niveau”).

Wenn Sie in einer Fremdsprache einen Kurs mit einem anerkannten Zertifikat abgelegt haben, sollten Sie dies mit der jeweiligen Kompetenzstufe (A1, A2, B1 und so weiter) angeben.

Sind bestimmte Fremdsprachenkenntnisse für eine Stelle inhaltlich nicht relevant, sollten Sie sich zweimal überlegen, ob Sie diese in Ihrem Lebenslauf angeben möchten. Wenn Sie beispielsweise ein paar Alltagsfloskeln auf Chinesisch sagen können (die maximal als Grundkenntnisse gelten könnten) und diese für den Job nicht relevant sind – lassen Sie sie weg. Wenn Sie jedoch der Stellenbeschreibung entnehmen können, dass das Unternehmen Kontakte nach China pflegt, könnte es sich positiv auf Ihre Bewerbung auswirken, anzugeben, dass Sie aktuell Chinesisch lernen.

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