Bewerbung

Der tabellarische Lebenslauf – Aushängeschild Ihrer Bewerbung

Neben einem gelungenen Anschreiben ist das Herzstück jeder Bewerbung der tabellarische Lebenslauf. Bei den meisten Ausschreibungen wird der Lebenslauf auch in tabellarischer Form gefordert. Ein tabellarischer Lebenslauf besitzt, im Gegensatz zu einem ausführlichen Lebenslauf, einen ganz entscheidenden Vorteil: Er gibt einen schnellen Überblick über Ihre Erfahrungen und Qualifikationen. Damit bieten er Personalmangern, die viele Bewerbungen durchschauen, einen wichtigen ersten Eindruck von Ihnen. Oft ist der Lebenslauf das erste Dokument, welches sich Personalmanager bei einer Bewerbung anschauen. In der Auswahlphase der Bewerbung kann der erste Eindruck ihres Lebenslaufes darüber entscheiden, ob Sie im Auswahlverfahren weiterkommen. In unseren Empfehlungen erfahren Sie, was Sie beachten müssen und wie sich ein guter tabellarischer Lebenslauf zusammensetzt.

Was ist ein tabellarischer Lebenslauf?

Den tabellarischen Lebenslaufes können Sie sehr frei gestalten. Layout und Form sollten jedoch stets einfach und ansprechend gehalten sein. Vor allem geht es hier um die übersichtliche Vermittlung von Inhalten. Daher ist es wichtig, dass Ihr tabellarischer Lebenslauf gut strukturiert ist und gemeinsam mit Ihren anderen Unterlagen ein stimmiges Gesamtbild ergibt.

Bestandteile des tabellarischen Lebenslaufes

Genau wie das Arbeitsleben selber haben sich auch die Anforderungen an den inhaltlichen Aufbau tabellarischer Lebensläufe im Laufe der Zeit gewandelt. Standard ist heutzutage die sogenannte amerikanische Form: eine nicht-chronologische Auflistung innerhalb unterschiedlicher Abschnitte, bei denen die aktuellsten Ereignisse und Stationen zuerst genannt werden. Eine chronologische Auflistung eignet sich, wenn überhaupt, eher für Schulabsolventen, deren Lebenslauf ohnehin noch nicht viel enthält.

Egal, für welche Art der Auflistung Sie sich am Ende entscheiden: Halten Sie sich im gesamten Dokument daran. Die unterschiedlichen Pflichtangaben Ihres tabellarischen Lebenslaufs sollten am besten in dieser Reihenfolge aufgeführt werden:

Persönliche Informationen und Kontaktdaten

Im ersten Abschnitt Ihres tabellarischen Lebenslaufs nennen Sie Ihren Namen, Anschrift, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit sowie Ihre Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
Die Namen der Eltern, Ihr Familienstand oder auch Ihre Religionszugehörigkeit gehören mittlerweile nicht mehr in den tabellarischen Lebenslauf.

Ausbildung, Abschlüsse und Qualifikationen

In diesen Bereich gehören Studienzeiten (sowie eventuell erhaltene Stipendien), Ausbildung und Ihr letzter Schulabschluss. Nennen Sie gegebenenfalls das Thema Ihrer Abschlussarbeit und auch Ihre Schulabschlussnote. Weitere Details zur Schulbildung sind in der Regel nicht mehr relevant.

Praktika und beruflicher Werdegang

Geben Sie stichpunktartig Ihre bisherigen Berufserfahrungen und/oder absolvierte Praktika an. Diese Option ist vor allem für Berufseinsteiger relevant. Wichtig ist hier, einen Bezug zu der von Ihnen angestrebten Stelle herzustellen. Fassen Sie in aller Kürze die jeweils für die Bewerbung relevanten Tätigkeiten oder gemachten Erfahrungen bei einem Job oder einem Praktikum zusammen:
Es geht hier nicht um eine akribische Auflistung sämtlicher Tätigkeiten, die Sie jemals in Ihrem Leben ausgeübt haben. Sie sollten nicht alles auflisten, aber unbedingt immer diejenigen Tätigkeiten und Fähigkeiten betonen, die Sie bei dieser Bewerbung zum Erfolg führen können.

Besondere Kenntnisse und Fremdsprachen

Dieser Absatz gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihr Qualifikationsprofil abzurunden. Auch hier sollten Sie der Auflistung eine persönliche Note geben und den Stichpunkten eine überzeugende aber realistische Selbsteinschätzung beifügen.
Bei Sprachen bedeutet dies beispielsweise, dass Sie bei jeder Sprache den Stand Ihrer Kenntnisse nennen. Ordnen Sie die Sprachen und fangen Sie mit den Sprachen an, die Sie mit „Fließend" angeben können und listen dann alle auf, bis Sie bei „Grundkenntnisse“ angekommen sind. Weitere Kategorien für Ihre Sprachkenntnisse sind: problemlose Verständigung und Verhandlungssicher. Schätzen Sie Ihr sprachliches Niveau immer realistisch ein. Flunkern hilft Ihnen hier nicht weiter und führt später zu bösen Überraschungen. Neben Ihren Sprachkompetenzen können Sie an dieser Stelle andere Fähigkeiten und Hard-Skills angeben. Dazu gehören unter anderem Computerkenntnisse, ihre Fahrerlaubnis mit den jeweiligen Kategorien, die für den Job wichtig sein könnten, oder erlangte Zertifikate durch Weiterbildungen.
Wie immer gilt auch hier: Machen Sie spezifische und ausschließlich für den angestrebten Job relevante Angaben!

Hobbys, Interessen und außerberufliche Erfahrungen

Alles, was Sie hier angeben werden, gibt dem Personaler einen Eindruck über Ihre sogenannten Soft-Skills. Das sind ihre sozialen Kompetenzen, auch Schlüsselqualifikationen genannt. Es geht hier nicht um fachliche Qualifikationen, sondern um persönliche Eigenschaften und Qualifikationen. Klassische Soft-Skills sind beispielsweise Engagement, Belastbarkeit, Organisationstalent, Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Flexibilität, interkulturelle Kompetenzen oder auch emotionale Intelligenz und Empathie. Sie sollten die Soft Skills jedoch nicht einfach auflisten. Sie können diese Kompetenzen schließlich nicht nachweisen. Daher sollten Sie hier vielmehr auf Ihre außerberuflichen Interessen und Aktivitäten eingehen, aus denen sich die jeweiligen Soft-Skills ableiten lassen. Dazu gehören ehrenamtliche Arbeit in Vereinen oder Organisationen genauso wie die Mitgliedschaft in einem Sportverein, Hobbys, nebenberufliche Weiterbildungen und absolvierte Auslandsaufenthalte.

Schlussteil des Lebenslaufes

Auch ein tabellarischer Lebenslauf sollte formal korrekt abgeschlossen werden. Dazu gehören die Nennung von Ort und Datum und Ihre Unterschrift. Achten Sie darauf, dass das angegebene Datum immer zum Datum des Anschreibens passt, um die Aktualität Ihrer Angaben zu unterstreichen. Bei einer Online-Bewerbung ist eine Unterschrift nicht zwingend oder kann maschinell geleistet werden. Eine eingescannte Originalunterschrift sieht allerdings meistens doch vollwertiger und seriöser aus.

Ziel ist ein lückenloser tabellarischer Lebenslauf

Personalmanager legen großen Wert auf einen lückenlosen Lebenslauf. Das heißt also, Sie sollten im Lebenslauf alle größeren Zeitabschnitte angeben. Längere unbegründete Pausen von mehr als drei Monaten hinterlassen einen schlechten Eindruck. Daher sollten Sie diese, wenn vorhanden, möglichst elegant kaschieren. Eine Phase der Arbeitslosigkeit können Sie beispielsweise als „Berufliche Umorientierung“ oder „Bewerbungsphase“ bezeichnen. Auch anders begründete Berufspausen wie Elternzeit, Auslandsaufenthalte oder Weiterbildungen sollten hier Ihre Erwähnung finden.

Format des Lebenslaufes

Nachdem Sie nun erfahren haben, welche Bestandteile ein tabellarischer Lebenslauf eigentlich haben sollte, ist es nun an der Zeit, den Lebenslauf zu formatieren. Denn neben dem Inhalt, vermittelt auch die Form ein Bild von Ihnen.

Schrift

Wählen Sie eine neutrale Standardschriftart, wie etwa Times New Roman, Helvetica oder Arial, in den Größen 11 oder 12. Bleiben Sie mit Ihren Stil-Entscheidungen konsistent und schauen Sie, welche Wörter im Fettdruck stehen, kursiv geschrieben oder unterstrichen werden und dass die Größe der Zwischenüberschriften stimmt. Die Überschrift mit Ihrem Namen und dem Titel Lebenslauf oder Curriculum Vitae sollte davon in Größe und eventuell auch Farbe abgesetzt sein. Sie kommt ganz an den Anfang Ihres Lebenslaufs, links von Ihrem Bewerbungsfoto, falls Sie eines anheften.

Wichtige Angaben

Auch Ihre Kontaktdaten gehören an den Beginn des Lebenslaufs: entweder in die Kopfzeile oder zumindest direkt nach der Überschrift. Zeitangaben setzen Sie auf die linke Seite im Format MM/JJJJ-MM/JJJJ. Rechts daneben schreiben Sie die jeweiligen beruflichen Stationen.

Bewerbungsfoto

Wenn Sie ein Foto hinzufügen möchten, sollte das Bewerbungsfoto zum ausgeschriebenen Stellenprofil passen. Stellen Sie sich authentisch und seriös dar. Wenn Sie noch kein Foto haben, investieren Sie auch hier Zeit und Geld. Ein professionell gemachtes Foto steht für Qualität.

Struktur

Schauen Sie, dass die Formatierung stimmig ist. Die Einrückungen müssen gleichmäßig sein. Das Layout des tabellarischen Lebenslaufes muss zu den anderen eingereichten Dokumenten passen. Bei der Erstellung kann es hilfreich sein, mit einer Tabellenstruktur oder einer Vorlage aus Ihrer Textverarbeitung zu arbeiten, denn so ist Ihnen Gleichmäßigkeit und ein stimmiges Layout sicher. Lassen Sie sich auch von Vorlagen tabellarischer Lebensläufe aus dem Internet oder von Bekannten inspirieren und passen Sie diese dann individuell an Ihre Vorstellungen an.

Umfang

Der Umfang sollte in der Regel nicht länger als ein bis zwei Seiten betragen, für Bewerber mit langer Berufserfahrung ist eine Länge von maximal drei Seiten möglich. Generell gilt aber: Je kürzer, desto besser. In der Kürze liegt die Würze! Daher: Gleichen Sie Ihre Angaben mit den Anforderungen aus der Stellenausschreibung ab. Für das Jobprofil irrelevante Angaben können Sie streichen. Überlegen Sie sich stattdessen, ob Sie eventuell wichtige Stationen übersehen haben oder noch treffender beschreiben können.

Online als PDF verschicken

Sofern sie eine Bewerbung online verschicken, senden Sie den Lebenslauf stets als PDF-Datei. Bei anderen Dateiformaten kann es sein, dass die Software des Betrachters die Datei anders darstellt und ihre ganze Mühe mit der Formatierung umsonst war. Auch ist es möglich, dass der Empfänger die Datei nicht öffnen kann und Sie um eine erneute Zusendung in einem anderen Format bitten wird.
Der Name des Dokuments sollte für sich sprechen und die Datei muss Ihnen eindeutig zuzuordnen sein. Wählen Sie beim Export einen Dateinamen im Stile von „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“ und wählen Sie eine hohe Auflösung. Achten Sie auch auf die Dateigröße. Manche Unternehmen stellen in ihren Jobangeboten Vorgaben bezüglich der Dateigröße.

Der letzte Schliff für den Lebenslauf

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Erstellung und die anschließende Korrektur Ihres tabellarischen Lebenslaufs. Oft sitzt der Teufel im Detail und kann einen grundsätzlich guten Lebenslauf leicht in ein schlechtes Licht rücken. Daher:

  • Prüfen Sie sämtliche Texte mehrmals auf Rechtschreibfehler und Buchstabendreher
  • Die Korrektur einer zweiten Person kann helfen, keine Fehler zu übersehen
  • Stellen Sie sicher, dass sich aus den Zeitangaben keine Lücken ergeben
  • Lesen Sie sich auch sämtliche Angaben zu Ihren Fähigkeiten und Kompetenzen durch und überlegen Sie sich, ob diese für die Stelle relevant sind

Wenn Sie diese Tipps beachten und alle Kriterien erfüllen, sollte Ihr Lebenslauf auf einem guten Stand sein.

Der tabellarische Lebenslauf als Türöffner

Sie haben die wichtigste Arbeit für Ihren Lebenslauf schon hinter sich. Nun schauen Sie sich den Lebenslauf noch einmal an und suchen Sie den roten Faden ihres Berufslebens. Können Sie erkennen, wie Sie sich über die Jahre hinweg weiterentwickelt haben? Haben Ihre Entscheidungen Ihre berufliche Karriereplanung unterstützt? Ein tabellarischer Lebenslauf, der gut zusammengestellt ist und die wichtigsten Stationen ihres Lebens, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auflistet, wird jedem Personalmanager ein gutes Bild von Ihnen vermitteln und ist der Kern ihrer Bewerbung. Wenn auch die anderen Teile ihre Bewerbung zum Gesamtbild des Lebenslaufes passen, haben Sie bereits einen wichtigen Schritt zum Bewerbungsgespräch und in Richtung ihres neuen Jobs gemacht.

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