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Was ist ein handschriftlicher Lebenslauf?

Es kommt heutzutage nur noch selten vor, dass ein potenzieller Arbeitgeber um eine handgeschriebene Bewerbung bittet. Mittlerweile bevorzugen die meisten Unternehmen einen tabellarischen, am Computer erstellten Lebenslauf. Doch hin und wieder wird in einer Stellenanzeige ausdrücklich nach einem handschriftlichen Lebenslauf verlangt. Für einen solchen Fall erklären wir in diesem Artikel, was ein handgeschriebener Lebenslauf ist, warum Arbeitgeber ihn auch heute noch verlangen und worauf Sie bei der Erstellung achten sollten.

Was ist ein handschriftlicher Lebenslauf?

Ein handgeschriebener Lebenslauf ist eine ausführliche Darlegung Ihres bisherigen Werdegangs in Form eines Aufsatzes. Anders als bei tabellarischen Lebensläufen, die mit dem Computer erstellt werden und in der Regel möglichst knapp gehalten sind, geht es hier um detaillierte Ausführungen und Erklärungen.

Warum verlangen Arbeitgeber einen handschriftlichen Lebenslauf?

Da ein handgeschriebener Lebenslauf auch für Personaler*innen mehr Arbeit bedeutet, wird er heutzutage nur noch selten verlangt. Trotzdem kann es Gründe dafür geben, dass in einer Stellenanzeige darum gebeten wird.

1. Qualität statt Quantität

Einen Lebenslauf handschriftlich anzufertigen, erfordert mehr Zeit und Mühe, als die digitale Version zu verschicken. Oft haben Bewerber*innen bereits fertige Lebensläufe auf dem Computer gespeichert, die sie in großer Zahl an die verschiedensten Unternehmen senden. Alle Bewerber*innen, die auf Anfrage einen handschriftlichen Lebenslauf abgeben, zeigen damit, dass sie sich wirklich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt und ein ehrliches Interesse an der Position haben. Außerdem sinkt dadurch die Zahl der Bewerbungen – viele Kandidat*innen möchten sich nicht die Mühe machen, einen handgeschriebenen Lebenslauf zu verfassen. Wer es dennoch tut, beweist damit eine besondere Motivation.

2. Detailliertere Informationen

Wie bereits erwähnt, lassen sich in handschriftlichen Lebensläufen deutlich mehr Informationen unterbringen. Während die kurzen Stichpunkte in tabellarischen Lebensläufen nur einen Überblick über bestimmte Tätigkeiten in früheren Positionen geben können, übermitteln ausformulierte Sätze mehr Details. Lücken im Lebenslauf sollten plausibel erklärt und Entscheidungen begründet werden.

3. Erster Eindruck

Weil handschriftliche Lebensläufe so viele Informationen und Gedankengänge enthalten, können sich Personaler*innen sofort einen besseren Eindruck von dem Bewerber bzw. der Bewerberin machen. Die Struktur, die Schreibweise und die Handschrift lassen Schlüsse auf die Charaktereigenschaften und die Arbeitsweise der jeweiligen Person zu. Auch Sorgfalt und eine logische und strukturierte Denkweise sind im handschriftlichen Lebenslauf erkennbar.

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Was gehört in einen handschriftlichen Lebenslauf?

Als Vorlage für den handschriftlichen Lebenslauf können Sie die Daten und Fakten der tabellarischen Version auf Ihrem Computer verwenden. Anders als bei diesem sollte der handgeschriebene Text allerdings chronologisch strukturiert sein. Sie beginnen also mit den Erfahrungen und Ausbildungen, die am weitesten zurückliegen. Gehen Sie bei der Formulierung nicht nur auf die einzelnen Bildungseinrichtungen und Abschlüsse ein, sondern fügen Sie jeder Station Ihres Werdegangs auch die Gründe, Motivationen und spezifische Erfahrungen hinzu. Dabei ist es wichtig, dass Leser*innen den roten Faden im Text erkennen. Es muss klar sein, warum jede beschriebene Erfahrung wichtig für die Stelle ist, auf die Sie sich bewerben.

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Muster für einen handschriftlichen Lebenslauf

Damit Sie eine bessere Vorstellung davon bekommen, welche Informationen in einen handschriftlichen Lebenslauf gehören, haben wir eine Beispielvorlage erstellt. In den folgenden Abschnitten lesen Sie, welche Informationen wie formuliert werden können und welche Aspekte nicht fehlen dürfen.

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Einleitung

In der Einleitung fassen Sie Ihre persönlichen Daten zusammen. Dazu gehören Ihr vollständiger Name, Ihre Anschrift und unter Umständen weitere Informationen zu Ihrer Person, wie zum Beispiel Ihr Geburtstag und -ort.

Das kann so aussehen:

Mein Name ist Erika Musterfrau. Ich wurde am 21.05.1993 in Musterstadt geboren und wohne heute in der Musterstraße 1 in Beispieldorf.

Hauptteil

Der Hauptteil hat in einem handschriftlichen Lebenslauf einen besonders großen Stellenwert. Er gibt Aufschluss darüber, wer Sie sind, welche Erfahrungen Sie gemacht haben und welche Ziele Sie verfolgen. Erinnern Sie sich während des gesamten Textes immer wieder an die Stellenausschreibung, auf die Sie sich beziehen. Erläutern Sie genau, warum die entsprechenden Erfahrungen und Bildungsabschlüsse für den Job relevant sind. Wichtig hierbei ist, dass ein handschriftlicher Lebenslauf kein Anschreiben ersetzen kann und daher nur Informationen enthalten sollte, die auch in Ihrem tabellarischen Lebenslauf stehen.

Gliedern Sie die Informationen chronologisch. Sie können zum Beispiel mit Ihrer Einschulung und Ihrem anschließenden schulischen Werdegang beginnen. Gehen Sie anschließend auf Ihre Ausbildung bzw. Ihr Studium ein, sofern Sie entsprechende Qualifikationen haben. Erläutern Sie inhaltliche Schwerpunkte und Aufgabenbereiche. Beschreiben Sie danach alle relevanten Berufserfahrungen. Auch Praktika und Nebenjobs sollten hier aufgeführt werden. In weiteren Abschnitten können zum Ende des Hauptteils hin Interessen, Hobbys und relevante außerberufliche Erfahrungen angesprochen werden.

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Beispiele für Formulierungen im Hauptteil des handschriftlichen Lebenslaufs:

  • Ich wurde im Jahr 2004 eingeschult und habe 2012 am Max-Mustermann-Gymnasium die allgemeine Hochschulreife mit einem Notendurchschnitt von 1,5 erlangt. Meine Leistungskurse waren Deutsch und Englisch.
  • Mein ausgeprägtes Interesse an Sprachen entwickelte ich weiter, als ich nach dem Abitur ein Jahr als Deutschlehrerin in Spanien tätig war**.
  • Weil ich mich auch nach meinem Auslandsjahr weiterhin mit verschiedenen Sprachen und Kulturen beschäftigen wollte, entschied ich mich, ein Studium der Europastudien zu beginnen**.
  • Bereits während meines Studiums habe ich verschiedene Praktika absolviert, in denen Sprachkenntnisse in Deutsch, Englisch und Spanisch gefragt waren. Dazu gehört unter anderem ...
  • Nach dem Abschluss meines Studiums sammelte ich erste Berufserfahrung als Übersetzerin in ...
  • Zu meinen weiteren Fähigkeiten gehört ein sicherer Umgang mit MS Office und Wordpress.
  • Ich interessiere mich außerdem sehr für kulturelle Reisen und war zuletzt in Argentinien.

Schluss

Der handschriftliche Lebenslauf sollte mit Ihrer gegenwärtigen Situation abgeschlossen werden. Erläutern Sie, was Sie derzeit machen und warum Sie sich auf die ausgeschriebene Stelle bewerben. Erklären Sie auch, welche Ziele Sie für die Zukunft haben und warum eine Position in dem jeweiligen Unternehmen dafür die idealen Voraussetzungen bietet.

Das kann so aussehen:

Aktuell suche ich nach einer beruflichen Herausforderung im Bereich Übersetzungen. In Ihrer Einrichtung sehe ich dafür die idealen Voraussetzungen, weil ...

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Tipps für die Erstellung eines handschriftlichen Lebenslaufes

Um einen sehr guten Eindruck bei Ihren potenziellen neuen Arbeitgeber zu machen, gibt es eine Reihe von Tipps und Tricks, mit denen Sie sich vor dem Beginn des Schreibprozesses vertraut machen sollten. Denn nicht nur der Inhalt spielt eine wichtige Rolle bei einem handschriftlichen Lebenslauf. Auch die Form kann von entscheidender Bedeutung sein.

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Schreiben Sie den Text zunächst am Computer

Es ist empfehlenswert, den Text zunächst am Computer zu verfassen. Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, den Lebenslauf gründlich zu überarbeiten. Übertragen Sie Ihren Text anschließend handschriftlich sauber auf Papier.

Benutzen Sie hochwertiges Papier

Auch die Wahl des Papiers sollte berücksichtigt werden. Verwenden Sie statt einfachem Kopierpapier ein hochwertiges Briefpapier, am besten mit einer Qualität von mindestens 100 g/m². Es ist in Schreibwarenläden, aber auch in vielen Supermärkten und Drogerien erhältlich.

Verwenden Sie ein unliniertes Blatt

Liniertes Papier wirkt weniger professionell. Damit Sie dennoch geradlinig schreiben und der Text sauber und gut lesbar bleibt, können Sie ein liniertes Blatt unter Ihr Briefpapier legen.

Schreiben Sie mit Tinte

Verfassen Sie Ihren handschriftlichen Lebenslauf mit einem Füller mit blauer oder schwarzer Tinte und in Ihrer besten Schönschrift. Mit einem Löschblatt können Sie verhindern, dass Sie die Tinte versehentlich verwischen.

Achten Sie auf das Layout

Denken Sie daran, auf beiden Seiten einen ausreichenden Rand zu lassen. Links sollte der Rand mindestens so breit sein, dass das Papier noch gelocht werden kann. Der Rand auf der rechten Seite sollte mindestens 2 cm breit sein.

Gestalten Sie den Text lesefreundlich

Schreiben Sie langsam und leserlich. Lassen Sie Platz zwischen den jeweiligen Textabschnitten, um den Lesefluss zu vereinfachen. Sollten Ihnen beim Verfassen des Textes Fehler unterlaufen, fangen Sie von vorn an. Tintenkiller, Tipp-Ex und Durchstreichen wirken unprofessionell.

Hinweis: Einen handschriftlichen Lebenslauf sollten Sie wirklich nur einreichen, wenn er ausdrücklich verlangt wird.

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