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Leitfaden für die Jobsuche: So finden Sie Unternehmen, die Vielfalt und Inklusion wertschätzen

Vielfalt und Inklusion sind zwei verschiedene Konzepte, die zusammen viele Möglichkeiten bieten. Vielfalt am Arbeitsplatz sollte durch Inklusion erreicht, geschätzt und gefördert werden. Wenn Sie es nicht mit Ihren Werten vereinbaren können, für einen Arbeitgeber zu arbeiten, für den Vielfalt und Inklusion keine wichtige Rolle spielen, ist es hilfreich, wenn Sie genau wissen, worauf es bei Vielfalt und Inklusion ankommt, und wie Sie herausfinden, ob diese Werte Teil der Kultur eines Unternehmens sind. Bei einer wirklich vielfältigen und offenen Unternehmenskultur kommt es nicht nur darauf an, Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen einzustellen. Diese Werte müssen in jeden Unternehmensbereich integriert werden und erfordern umfassende Maßnahmen.

In diesem Artikel definieren wir die Begriffe Vielfalt und Inklusion am Arbeitsplatz und erklären, wie wichtig diese sind. Zudem erfahren Sie, wie Sie herausfinden, ob ein Unternehmen Vielfalt und Inklusion fördert.

Was bedeutet Vielfalt am Arbeitsplatz?

Das Diversity, Inclusion & Belonging Team von Indeed definiert Vielfalt am Arbeitsplatz wie folgt: „Die Fähigkeiten, Hintergründe, Kulturen, Erfahrungen und Talente, die unsere Identität formen und die weltweiten Gemeinschaften widerspiegeln, in denen wir tätig sind. Teams mit verschiedenen Arbeitsweisen, Herangehensweisen an Probleme, Altersgruppen, Hintergründen, Perspektiven und Fähigkeiten machen Innovationen möglich.“

Vielfalt zeigt sich durch verschiedene Merkmale wie ethnische Herkunft, Alter, Geschlecht, sozialer und militärischer Hintergrund, Religion, sexuelle Orientierung und Behinderung. Sie beginnt beim Einstellungsprozess, geht aber im besten Fall noch viel weiter. Vielfalt zeigt sich bei Veranstaltungen, die von einem Unternehmen gesponsert werden, bei den Zulieferern und in der Lieferkette, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten der Mitarbeiter und bei den (gemeinnützigen) Organisationen, in die das Unternehmen investiert.

Was bedeutet Inklusion am Arbeitsplatz?

Das Diversity, Inclusion & Belonging Team von Indeed definiert Inklusion am Arbeitsplatz wie folgt: „Handlungen und Verhaltensweisen, die eine Unternehmenskultur schaffen, in der sich Mitarbeiter geschätzt fühlen, in der man ihnen vertraut und in der sie sich nicht verstellen müssen. Jeder wird angehört und kann einen Beitrag zum Unternehmen und dessen Erfolg leisten.“

In der Praxis spiegelt sich Inklusion in Form von Workshops und Trainingsangeboten zu den Themen Vielfalt und Inklusion, durch die Einführung von Zielen für Vielfalt und Inklusion und die Unterstützung von Arbeitnehmergruppen oder -gremium, die sich für Inklusion einsetzen, wider.

Warum sind Vielfalt und Inklusion so wichtig?

Unternehmen mit einer von Vielfalt und Inklusion geprägten Kultur verzeichnen einen Anstieg der Kreativität und Innovationen sowie der Zufriedenheit und Bindung von Mitarbeitern. Eine Studie hat ergeben, dass in Unternehmen mit einer überdurchschnittlich vielfältigen Belegschaft der Umsatz im Hinblick auf Innovationen 19 % höher war als bei anderen Unternehmen, deren Vielfaltswerte unter dem Durchschnitt lagen.

Für Ihr Wohlbefinden und Ihre Arbeitsleistung ist es wichtig, dass Sie sich als Mitarbeiter respektiert, geschätzt und dazugehörig fühlen. Dennoch gaben 40 % der Befragten an, dass sie sich am Arbeitsplatz isoliert fühlen. Dadurch fühlen sie sich weniger mit dem Unternehmen verbunden und bringen sich weniger ein.

In unruhigen und unsicheren Zeiten (so wie aktuell) ist es für Arbeitgeber, die einer Minderheit angehören, äußerst wichtig, dass ihr Unternehmen sie unterstützt. LeFawn Davis, Vice President of Diversity, Inclusion & Belonging bei Indeed sagt: „Wir alle erleben unsere Welt auf unterschiedliche Art und Weise. Wir haben verschiedene Identitäten und stammen aus unterschiedlichen Gemeinschaften. Darum geht es bei Vielfalt. Es kommt auf die Akzeptanz und Wertschätzung von Unterschieden bei traumatischen Ereignissen an.“ Davis führt weiter an: „Die Mitarbeiterproduktivität, Kapazitäten, Arbeitsmoral, Leistung und psychologische Sicherheit sinken und die Innovationsprozesse verlangsamen sich. Wir müssen also vielfältige Unternehmenskulturen schaffen und in unseren Organisationen für Teamzugehörigkeit sorgen. Mitarbeiter sollten angehört, akzeptiert, geschätzt und unterstützt werden.“

Sieben Tipps, wie Sie eine von Vielfalt und Inklusion geprägte Unternehmenskultur erkennen

1. Lesen Sie sich die Stellenanzeige genau durch

Neue Mitarbeiter werden vorrangig über Stellenanzeigen gesucht. Daher sollten Sie in den Anzeigen auf Hinweise darauf achten, dass ein Unternehmen weder Vielfalt noch Inklusion fördert. Beispiele:

  • Vage Formulierungen
  • Anforderungen, die nichts mit der Stelle zu tun haben
  • Angebotene Zusatzleistungen, die nur für bestimmte Gruppen von Menschen ansprechend sind (z. B. Tischkicker, Zapfanlagen, wöchentliche Happy Hours)
  • Geschlechtsspezifische Sprache

2. Besuchen Sie die Unternehmenswebsite

Auf Unternehmenswebsites können Sie viele Hinweise auf Vielfältigkeit und Inklusion in Unternehmen finden. Prüfen Sie zunächst die wichtigsten Werte und die Mission, um herauszufinden, ob Vielfalt, Inklusion und soziale Zugehörigkeit erwähnt werden. Sehen Sie sich danach die Fotos der Mitarbeiter an. Bilden diese einen vielfältigen Talentpool ab? Überprüfen Sie, ob interne Arbeitnehmergruppen oder -gremien für Inklusion genannt werden, z. B. Inklusionsgruppen für die LGBTQ+-Community, Frauen, Veteranen und Schwarze. Außerdem können Sie prüfen, ob sich das Unternehmen in Ihrer Kommune sozial engagiert.

3. Besuchen Sie die Social-Media-Kanäle des Unternehmens

Informationen über die Unternehmenskultur finden Sie auch auf den Social-Media-Seiten des Unternehmens. Dort werden in der Regel Fotos von Veranstaltungen und Mitarbeitern sowie Neuigkeiten und Updates zum Unternehmen gepostet. Suchen Sie nach Beiträgen, die eine klare Haltung vermitteln. Hat das Unternehmen im Juni seine Unterstützung für die LGBTQ+-Community gezeigt? Der Juni ist in vielen Ländern der Monat, in dem Gay Pride gefeiert wird. Suchen Sie daher nach Beiträgen, in denen die Teilnahme des Unternehmens an der örtlichen Pride Parade oder geplante Feiern in den Büros thematisiert werden.

Viele Unternehmen haben kürzlich auch ihre Unterstützung für die Bewegung „Black Lives Matter“ auf ihren Social-Media-Kanälen hervorgehoben. Darüber hinaus können Sie authentische Mitarbeiterfotos, die Vielfalt darstellen, oder Beiträgen zu Vielfalt und Inklusion sowie nach Inklusionsgruppen teilen.

4. Kontaktieren Sie aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter

Kontaktieren Sie Ihnen bekannte Mitarbeiter oder schreiben Sie Mitarbeitern des Unternehmens in den Social Media eine Nachricht. Bitten Sie um ein informatives Gespräch, um mehr über die Vielfalt und Inklusion im Unternehmen zu erfahren. Einige Beispielfragen finden Sie weiter unten.

5. Stellen Sie im Vorstellungsgespräch Fragen

Stellen Sie während des Vorstellungsgesprächs, ob am Telefon oder vor Ort, Fragen zu Vielfalt und Inklusion. Interviewer geben Bewerbern am Ende in der Regel 5 bis 10 Minuten Zeit für Fragen. So erhalten Sie von Mitarbeitern, Führungskräften und Personalverantwortlichen wichtige Einblicke in das Unternehmen.

Stephen McQuinn, Senior Technical Recruiter bei Indeed, schlägt folgende Fragen zu Vielfalt und Inklusion vor:

  • Welche Werte werden in Ihrem Unternehmen besonders geschätzt?
  • Wie fördern Sie Vielfalt und Inklusion in Ihrem Unternehmen?
  • Eine vielfältige Unternehmenskultur ist mir sehr wichtig. Wie fördern Sie Inklusion in Ihren Teams?
  • Welche Ressourcen und/oder Leistungen bieten Sie Ihren Mitarbeitern an?
  • Haben Sie Arbeitnehmergruppen?
  • Bieten Sie in Ihrem Unternehmen Schulungen für Vielfalt und Inklusion an, z. B. zu unbewussten Verzerrungen?

6. Seien Sie während des Vorstellungsgesprächs aufmerksam

Suchen Sie während des Vorstellungsgesprächs nach Hinweisen auf eine Unternehmenskultur, in der Vielfalt und Inklusion eine Rolle spielen. Sehen Sie sich bei einem persönlichen Vorstellungsgespräch vor Ort im Büro um und suchen Sie nach Hinweisen auf Vielfalt bei den Mitarbeitern, den Arbeitsplätzen, Fotos und Kunstobjekten.

Bei einem Online-Vorstellungsgespräch können Sie sich nicht im Büro umsehen. Achten Sie daher bei den Interviewern auf Vielfalt (z. B. Alter, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht). Wenn mehrere Personen an dem Vorstellungsgespräch teilnehmen und die Interviewer unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen angehören, prüfen Sie, ob alle Interviewer die gleiche Zeit für Fragen und Antworten erhalten. Beobachten Sie zu guter Letzt die Körpersprache der Interviewer, wenn Sie die oben genannten Fragen stellen. Achten Sie darauf, ob sie sich unwohl fühlen oder eine ablehnende Körperhaltung annehmen (z. B. verschränkte Arme, Blicke nach unten oder in eine andere Richtung).

Achten Sie während der E-Mail-Kommunikation mit Personalern und Interviewern darauf, ob sie in den E-Mail-Signaturen bevorzugte Geschlechtspronomen nennen. Achten Sie sich zudem darauf, ob sie persönliche Fragen stellen, z. B. zum Alter, zum Familienstand, zur Religionszugehörigkeit oder zur sexuellen Orientierung.

7. Überprüfen Sie die angebotenen Leistungen des Unternehmens

Anhand der Leistungen des Unternehmens können Sie sich ein Bild davon machen, ob das Unternehmen alle Mitarbeiter unterstützt. Leistungen, bei denen Vielfalt und Inklusion berücksichtigt werden, sind z. B. die Unterstützung bei einer Adoption, bewegliche religiöse Feiertage, Elternzeit für beide Elternteile, Unterstützung älterer Mitarbeiter, flexible Arbeitszeiten und die Förderung der psychischen Gesundheit. Die Leistungen des Unternehmens werden in der Regel auf der Website oder in der Stellenanzeige aufgeführt. Wenn Sie keine finden können, fragen Sie die Personaler nach dem ersten Telefongespräch danach.

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