Jobsuche

So kommunizieren Sie auf der Arbeit erfolgreich mit Kollegen anderer Generationen

Die Zeiten ändern sich stetig und mit ihnen die Menschen. Da die Bevölkerung immer älter wird, tummelt sich auf dem Arbeitsmarkt mittlerweile eine Vielzahl von Generationen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Arbeitnehmer der älteren Generation unterscheiden sich sehr von jüngeren in Bezug auf Gewohnheiten und Mode, im Umgang mit neuen Technologien und in ihrer Arbeitsethik. Um in einem Mehrgenerationen-Team auf Augenhöhe zusammenarbeiten zu können, kann es extrem wichtig sein, dass sich alle dieser Unterschiede bewusst sind und diese respektieren. Damit Sie in Zukunft Missverständnisse umgehen und Ihre altersübergreifende Kommunikation produktiver gestalten können, schauen wir uns in diesem Artikel einmal die verschiedenen Generationen an, die aktuell auf dem Arbeitsmarkt vertreten sind.

Wie werden die verschiedenen Generationen eingeteilt?

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass eine exakte Einteilung in Generationen nach Geburtsjahrgängen nicht möglich oder nicht gänzlich akkurat ist. Die Einteilung in Generationen, wie allgemein gebräuchlich, ist vor allem soziologisch und kulturell geprägt. Statt einer Abgrenzung durch Jahreszahlen geht es bei dieser Definition eher um die Erfahrungen einer großen Gruppe von Menschen und darum, welche zeitbezogenen Ereignisse diese geprägt haben. Das können beispielsweise Kriege, politische Umschwünge oder auch technische Entwicklungen sein.

Diese Unterteilung gilt auch für die Generationen-Gruppen, die uns in diesem Artikel am meisten interessieren werden. Die Generationen X, Y und Z sowie die sogenannten Baby Boomer sind diejenigen, die aktuell „arbeitsfähig“ sind. Um die Dynamiken zwischen Mitarbeitern mehrerer Generationen zu verstehen und kontrollieren zu können, ist es für Sie von Vorteil, die jeweiligen Eigenschaften der Generationen zu kennen und zu verstehen. Schauen wir uns also einmal an, welche Menschen sich hinter den verschiedenen Generationen verbergen und wie diese sich im Arbeitsleben verhalten.

Baby-Boomer

Dies ist die älteste Generation auf dem Arbeitsmarkt, geboren ungefähr zwischen 1946 und 1964. Diese Generation kam direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs zur Welt, verbrachte ihre Jugend während des Kalten Krieges und wuchs auf in einer Gesellschaft des enormen wirtschaftlichen Aufschwungs. Zu ihren Erfahrungen gehören die sexuelle Hippie-Revolution, die Umwelt- und Friedensbewegung, die Entwicklung des Fernsehens und schließlich der Fall des Eisernen Vorhangs und die damit zusammenhängenden Umschwünge in Europa und der Welt.

Die Baby Boomer wurden stark geprägt durch ein Gefühl der Hoffnung und des Aufschwungs, weshalb sie der Arbeit einen besonders großen Stellenwert in ihrem Leben einräumen. Sie sind leistungsstark und haben eine sehr hohe Arbeitsmoral, die sie auch von anderen erwarten. Darauf lässt sich auch zurückführen, dass diese Generation der „ersten Workaholics“ durchschnittlich mehr Geld zur Verfügung hat als ihre Nachfolger.

Neue Technologien und das Internet kamen erst recht spät in das Leben der Baby Boomer, was aber nicht bedeutet, dass sie keine Computer benutzen können oder keine Social-Media-Profile haben. Im Gegenteil, sie nutzen sie recht aktiv (Facebook eher als Instagram). Dennoch sind sie diejenigen, die immer noch lieber traditionelle Medien konsumieren, Radio hören und gedruckte Zeitungen lesen.

Denken Sie deshalb daran, einem „Boomer“ in Ihrem Team technische Fragen im Zusammenhang mit neuer Software langsam und mit Geduld zu erklären. Auch ältere Menschen können mit neuer Technik umgehen, doch brauchen sie dafür meistens etwas mehr Eingewöhnungszeit als ihre jüngeren Kollegen. Dies gilt insbesondere für die Arbeit im Homeoffice. Bieten Sie Kollegen der Baby-Boomer-Generationen anfänglich Hilfe an, um aktuell unverzichtbare Tools wie Skype oder Zoom einzurichten. Sicher werden diese Mitarbeiter Ihr Engagement zu schätzen wissen.

Der allgemeine Baby Boomer ist ein solider Mitarbeiter, der bereit ist, hart zu arbeiten und vor allem viel Erfahrung (professional und privat) mitbringt. Es lohnt sich, auch diesen älteren Kollegen aufmerksam zuzuhören. Vor allem dann, wenn diese seit vielen Jahren im Unternehmen tätig sind. Sie kennen alle Geheimnisse der Arbeitswelt und Sie können bestimmt viel von ihnen lernen.

Generation X

Diese Generation wurde zwischen 1965 und 1979 geboren, ist heute also etwa 40 bis 55 Jahre alt. Sie ist bereits mit anderen Traditionen und Kulturen als ihre älteren Kollegen aufgewachsen. Ihre Kindheit und Jugend waren die wirtschaftlich starken siebziger und achtziger Jahre, geprägt vom Ende des Kalten Krieges. Sie haben daher eine etwas andere Einstellung zum Leben als ihre Eltern.

Als Generation-X-Arbeitnehmer befinden sie sich mittlerweile in der Regel an der Spitze ihrer Karriere. Sie legen Wert auf Individualismus und Anerkennung und haben durch ihre harte, ambitionierte Arbeit oft bereits finanzielle Stabilität erreicht. Materieller Wohlstand ist ein großes Ziel dieser Generation und Arbeit ist ihr Weg, diesen zu erreichen. Dennoch ist dies die erste Generation, der gleichermaßen auch eine gute „Work-Life-Balance“ wichtig ist.

Im Arbeitsleben gibt es oft Reibungspunkte zwischen dieser Generation und jüngeren Kollegen. So könnte es gut passieren, dass ein Mitarbeiter der Generation X einem Kollegen aus Generation Z mangelnde Arbeitsmoral vorwerfen wird. Dies ist zwar oft unfair, aber ein solcher Konflikt am Arbeitsplatz kann dennoch produktiv sein. Sollten Sie als jüngerer Arbeitnehmer in einen solchen Konflikt geraten, fragen Sie den älteren Arbeitnehmer ganz offen nach seiner objektiven Sicht auf das Problem – dabei könnten Sie viel Wertvolles für Ihre eigene Karriere lernen.

Generation Y (Millenials)

Die sogenannten Millenials sind die heutigen Zwanzig- und Dreißigjährigen, die in etwa zwischen 1980 und 1994 geboren wurden. An den Kalten Krieg können sie sich vermutlich nicht mehr erinnern, sie gingen in den 1990er Jahren und etwas später zur Schule. Ihre Mentalität wurde durch wichtige Ereignisse wie die Erweiterung der Europäischen Union, die Anschläge des 11. September und den anschließend beginnenden Krieg gegen den Terror beeinflusst.

Es ist kein Zufall, dass ihnen nachgesagt wird, sie seien die besten Kunden von Psychologen. Millenials haben mit vielen Problemen zu kämpfen: Sie stecken fest zwischen den hohen Erwartungen ihrer Eltern, der Generation X und der Babyboomer, und den Anforderungen der neuen Marktsituation. Auch als „Generation Praktikum“ bezeichnet, muss diese Generation oft jahrelang Überstunden schieben und sich von einem Beruf zum nächsten hangeln, bevor ein angemessener Lohn und eine sichere Stelle erreicht werden. Millenials befinden sich aktuell vermutlich an einem kritischen Punkt in ihrem Leben – sie gründen Familien oder befinden sich auf Partnersuche. Es ist sehr schwierig, Berufs- und Familienleben auf dem hart umworbenen Arbeitsmarkt miteinander zu vereinbaren, was für zusätzlichen Stress sorgen kann.

Diese Generation ist die erste, die mit digitaler Technologie und Computern aufgewachsen und daher weitaus technikaffiner als ihre älteren Kollegen ist. Der Umgang mit verschiedenen Softwares, Geräten und Betriebssystemen geht ihnen leicht von der Hand. Auch die Arbeit von zu Hause ist für Millenials kein Fremdwort: Als eine Generation, die Flexibilität und Mobilität als ein hohes Gut schätzt, sind diese ohnehin oft eine Selbstverständlichkeit und wichtiges Kriterium bei der Jobsuche.

Generation Z

Die Generation der aktuell jüngsten Arbeitnehmer wurde etwa zwischen 1996 und 2005 geboren, so dass die Ältesten von ihnen erst jetzt in den Arbeitsmarkt eintreten. Die meisten von ihnen wurden im 21. Jahrhundert geboren und die Ereignisse der letzten Jahrzehnte sind für sie bereits prähistorisch. Sie sehen nicht mehr fern, sondern bevorzugen Serien oder Filme auf Netflix und Co – Nachrichten und Zeitungen werden ebenfalls vermehrt im Netz konsumiert. Es wäre nicht übertrieben, zu sagen, dass das Leben dieser Generation von Social Media wie Facebook und Instagram bestimmt wird.

Für Generation-Z-Angehörige muss die Arbeit Spaß machen. Im Gegensatz zu Kollegen älterer Generationen sind sie weniger konkurrenzgetrieben. Das liegt daran, dass sie in einer Zeit der finanziellen Stabilität in Europa aufgewachsen sind. Wichtig sind ihnen flexible Arbeitszeiten, ein lockerer Dresscode und flache Hierarchien am Arbeitsplatz. Nicht wenige von ihnen schließen nie eine Ausbildung oder ein Studium ab und fangen direkt nach dem Schulabschluss an zu arbeiten. Es sind nicht die Abschlüsse, die für sie wichtig sind, sondern die beruflichen Fähigkeiten, die durch praktische Arbeit erworben werden können.

Ältere Menschen könnten natürlich denken, dass dies kein ernsthafter Arbeitsansatz sei. Und doch beklagen sich die größten Unternehmen, die Mitarbeiter der Generation Z beschäftigen, überhaupt nicht. Vielleicht ist also dieser Fokus auf Mitarbeiterzufriedenheit statt auf „alte Werte“ ein guter Weg, um ein Unternehmen effektiv zu betreiben und voranzubringen?

Der Corona-Lockdown hat gezeigt, dass die Arbeit aus dem Homeoffice, die vollständig von zu Hause oder vielleicht sogar von einem Café aus erledigt wird, nicht weniger wertvoll als Büroarbeit sein muss. Europaweit gibt es immer mehr erfolgreiche Projekte zur Verkürzung des Arbeitstages von acht auf sechs Stunden. Es scheint, als sinke die Produktivität dadurch überhaupt nicht, so dass die Generation Z damit Recht behalten könnte.

Sich über Altersgrenzen hinweg verstehen

In den Unternehmen von heute ist interkulturelle Kompetenz eine fast schon unverzichtbare Fähigkeit geworden. Doch nicht weniger wichtig ist die Fähigkeit zur Kommunikation zwischen den Generationen – schließlich haben wir es in den meisten Unternehmen mit Mitarbeitern unterschiedlichen Alters zu tun. Es mag stimmen, dass diejenigen, die die Hippie-Ära der freien Liebe erlebt haben, auf den ersten Blick nicht so viel mit den jungen Menschen von heute gemeinsam haben. Wenn Sie sich aber für die Bedürfnisse Ihrer Kollegen aller Altersgruppen interessieren und diese ernst nehmen, wird dies die Zusammenarbeit wesentlich vereinfachen. Fast noch wichtiger ist aber, zu verstehen, dass Sie von Menschen einer anderen Generation höchstwahrscheinlich sehr viel lernen können: Seien es praktische Fähigkeiten, Tipps für die Arbeit oder auch neue Perspektiven für Ihr Privatleben.

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