Jobsuche

Leitfaden: Wie Sie nach dem Studium einen Job finden

Ein Hochschulabschluss ist eine tolle Leistung. Doch auch die nächste Herausforderung erscheint gewaltig: Ihren ersten Job zu finden. Vielleicht haben Sie das Glück, dass bereits einige Jobangebote auf Sie warten – andernfalls sind jetzt Ihre Organisationstalent und gute Vorbereitung gefragt, damit Ihre Suche effektiv verläuft und Sie bald Ihren ersten Job in der Tasche haben.

In diesem Leitfaden geht es darum, wie Sie den ersten Job nach dem Studium finden – und wie Sie fit für das erste Vorstellungsgespräch werden.

Recherchieren Sie potenzielle Berufswege und Jobs

Sie haben Ihr Studium in einem bestimmten Fach abgeschlossen und hatten sicherlich einen bestimmten Berufsweg vor Augen. Dennoch mag es gar nicht so klar sein, wie Sie das Gelernte auf dem Arbeitsmarkt anwenden können. Fangen Sie mit einer Recherche aller vorhandenen Jobs an und wählen Sie dann die aus, die zu Ihren Fähigkeiten und Interessen passen.

Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, die im Studium erworbenen Kenntnisse anzuwenden. Der Arbeitsmarkt unterliegt ständigen Veränderungen und Ihre Qualifikation könnte in einer Branche sehr gefragt sein, die Sie noch gar nicht im Blick hatten.

So beginnen Sie Ihre Recherche:

  • Besuchen Sie Indeed.com oder laden Sie sich die Indeed Jobsuche-App herunter. In der Suchmaske geben Sie die Bezeichnung Ihres Abschlusses ein (z. B. Kommunikation, Germanistik, Kunstgeschichte usw.) und schauen sich dann die Suchergebnisse an. Speichern Sie interessante Jobs und verfeinern Sie Ihre Suche weiter, bis Sie ausreichend Jobs gefunden haben, die Lust auf eine Bewerbung machen.
  • Erforschen Sie verschiedene Berufsbilder und entdecken Sie die Unterschiede der Jobs, die jeweiligen Gehaltsspannen und die aktuellen Stellenangebote.
  • Suchen Sie im Internet nach „Jobs für (Ihr Abschluss, z. B. Geisteswissenschaften)“, um mehr darüber zu erfahren, welche Jobs zu Ihrem Abschluss passen.
  • Fragen Sie einen Berufsberater an Ihrer Universität nach potenziellen Berufswegen. Berufsberaterinnen sind meistens auf dem neuesten Stand, was die Karrierechancen für verschiedene Studienabschlüsse angeht. Vielleicht haben sie sogar Insiderwissen über einige Unternehmen. Einige Firmen stellen besonders gern Absolventinnen und Absolventen bestimmter Hochschulen ein. Finden Sie heraus, ob es in Ihrem Fall solche Unternehmen gibt – national und international.

Zusätzlich zum Jobtitel spielt auch der Standort eine wichtige Rolle bei Ihrer Jobsuche. Sie können bundesweit suchen, ein Bundesland oder einen bestimmten Ort angeben – je nachdem, was Ihren Vorstellungen entspricht.

Bauen Sie Ihr Netzwerk auf und bekommen Sie Empfehlungen

Ein Netzwerk aufzubauen, ist ein entscheidender Schritt bei der Jobsuche. Ihre Recherche zu Berufswegen wird Ihnen bei Unterhaltungen innerhalb des Netzwerks zugutekommen. Wenn Sie einen guten Überblick über den Teil des Arbeitsmarkts bekommen haben, auf den Sie sich konzentrieren möchten, können Sie fundierte Fragen stellen. So können andere Menschen Ihnen leichter weiterhelfen.

Fangen Sie im Freundes- und Familienkreis an. Auch wenn Sie diese Menschen schon lange kennen, können Sie von ihnen in Bezug auf Beruf und Karriere noch einiges lernen. Sie werden überrascht sein! Hier einige Einstiegsfragen:

  • Was umfasst Deine Arbeit?
  • Wie hast Du Deine erste Stelle nach dem Studium bekommen? Wie bist Du von dort zu Deinem jetzigen Job gelangt?
  • Welche Fähigkeiten waren in Deiner Karriere am wichtigsten?
  • Gibt es bei Deinem aktuellen Arbeitgeber Jobs, die vielleicht zu mir passen würden?
  • Wenn Du meinen Abschluss und meine Interessen berücksichtigt – gibt es jemanden in Deinem Netzwerk, mit dem ich Kontakt aufnehmen sollte?

Familie und Freunde sind wahrscheinlich Ihre größte Unterstützung, dennoch wollen Sie Ihr Netzwerk über den engsten Kreis hinaus aufbauen. Ziehen Sie folgendes in Betracht:

  • Werden Sie Mitglied im Alumni-Netzwerk Ihrer Hochschule
  • Besuchen Sie Netzwerk-Events
  • Besuchen Sie Jobmessen und knüpfen Sie dort Kontakte

Achten Sie besonders bei Jobmessen darauf, dass Sie nicht nur mit potenziellen Arbeitgebern sprechen, sondern auch mit anderen Bewerberinnen und Bewerbern. Solche Kontakte können wertvoll werden, wenn diese neuen Bekannten Jobs in für Sie interessanten Unternehmen finden. Viele Arbeitgeber schätzen bei der Stellenbesetzung die Empfehlungen eigener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Je größer Ihr Netzwerk ist, desto mehr können Sie davon profitieren.

Verfassen Sie Ihren Lebenslauf

Neben der Jobrecherche und dem Netzwerken ist das Formulieren Ihres Lebenslaufs ein entscheidender Schritt, um Ihren ersten Job zu finden.

Sie haben nun eine Reihe von interessanten Stellenangeboten ausgewählt. Beachten Sie nun die Keywords, die in der Stellenbeschreibung auftauchen. Welche Qualifikationen und Eigenschaften suchen Arbeitgeber? Welche Begriffe verwenden sie? Benutzen Sie in Ihrem Lebenslauf auf jeden Fall die gleichen Wörter, wenn Sie Ihre Qualifikation beschreiben.

Warum es wichtig ist, im Lebenslauf Keywords zu verwenden? Viele Arbeitgeber nutzen Software (sogenannte ATS, Bewerbermanagementsysteme), um die eingehenden Bewerbungen vorzusortieren. Diese Programme stellen eine Rangfolge der Bewerbungen nach Relevanz auf. Ein wichtiger Faktor für Relevanz ist das Auftauchen von Keywords aus der Stellenbeschreibung.

Wenn Sie sich auf Stellenanzeigen mit unterschiedlichen Keywords bewerben, bietet es sich an, mehrere Versionen Ihres Lebenslaufs anzufertigen. Dabei stellen Sie immer die jeweils relevantesten Fähigkeiten in den Vordergrund.

Da Sie Ihren Abschluss erst vor kurzem erlangt haben, sind Arbeitgeber an einer Zusammenfassung Ihres Bildungswegs interessiert. Dies sollte im ersten Abschnitt Ihres Lebenslaufs auftauchen. Hier sind einige hilfreiche Tipps, die Ihnen helfen, einen Lebenslauf zu verfassen, der Ihre Qualifikation und möglicherweise erste Erfahrungen am besten vermittelt:

Sie können den Bewerbungsprozess beschleunigen, indem Sie einen Indeed Lebenslauf hochladen. So können Sie sich ganz einfach bewerben, ohne jedes Mal Ihren Lebenslauf als Anhang hochladen zu müssen.

Pflegen Sie Ihre Social-Media-Profile

Wenn Sie Profile in den sozialen Medien haben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um zu überprüfen, ob sie einen negativen Einfluss auf Ihre Jobsuche haben könnten. Viele Arbeitgeber schauen sich die Social-Media-Profile potenzieller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Checken Sie also Ihre Privatsphäre-Einstellungen und löschen oder verstecken Sie alles, was einen schlechten Eindruck von Ihnen vermitteln könnte.

Achten Sie dabei sowohl auf eigene Fotos, Beiträge und Kommentare als auch auf Inhalte, die Sie weitergeleitet haben.

Da Sie wissen, dass Arbeitgeber sich Ihr Social-Media-Profil anschauen könnten, ist es eine Überlegung wert, wie Sie mit Ihren Postings einen guten Eindruck machen können. Dies könnte eine gute Gelegenheit sein, Ihre Fähigkeiten und Interessen zu vermitteln. Folgen Sie beispielsweise Firmen oder Managern von Firmen, die Sie interessieren. Sie könnten spannende Artikel aus der Branche posten oder an Unterhaltungen und Gruppen teilnehmen, die mit Ihrem Wunschjob zu tun haben.

Trainieren Sie für Vorstellungsgespräche

Auch bei Vorstellungsgesprächen gilt für die meisten Menschen: Übung macht den Meister. Je früher Sie anfangen zu trainieren (also noch bevor Sie überhaupt den ersten Termin zum Vorstellungsgespräch haben), desto sicherer dürfte Ihnen der Erfolg sein.

Natürlich können Sie nicht haargenau voraussehen, welche Fragen Ihnen im Gespräch gestellt werden – dennoch hilft Ihnen gründliche Vorbereitung, eine gute Figur zu machen und auf jede Frage eine Antwort parat zu haben.

Kleiden Sie sich professionell

Selbst wenn Sie sich bei einem Unternehmen mit eher lockerem Dresscode bewerben: Ziehen Sie sich für das Bewerbungsgespräch lieber ein bisschen formeller an. Halten Sie bereits bei der Recherche von interessanten Unternehmen und Jobs nach dem Dresscode Ausschau oder fragen Sie Leute aus Ihrem Netzwerk danach.

Achten Sie bei der Auswahl der Kleidungsstücke darauf, dass keine Risse oder Flecken vorhanden sind. Schauen Sie sich Ihr Gesamtbild an. Nehmen Sie einen Kamm oder eine Bürste, Zahnseide oder ein Minzbonbon mit. All das trägt zu einem positiven ersten Eindruck bei, wenn Sie den Raum betreten.

Mehr erfahren: Wie Sie sich am besten für ein Vorstellungsgespräch kleiden

Üben Sie eine selbstbewusste Körpersprache

Das allererste Vorstellungsgespräch für den allerersten Job nach dem Studium ist besonders nervenaufreibend. Mit der entsprechenden Körpersprache können Sie Ihre Nerven beruhigen und Ihren Gesprächspartnern Selbstvertrauen vermitteln. Versuchen Sie, schon vor dem ersten Gespräch eine selbstbewusste Körpersprache in Ihren Alltag zu integrieren.

Halten Sie im Gehen oder Sitzen Ihren Rücken gerade und ziehen Sie die Schultern zurück. Im Sitzen lassen Sie die Hände im Schoß oder auf den Armlehnen liegen. Die Füße bleiben fest auf dem Boden – das verleiht Ihnen zusätzliche Standfestigkeit. Gewöhnen Sie sich an, Menschen während einer Unterhaltung in die Augen zu sehen. Üben Sie einen festen, aber nicht schmerzhaften Händedruck.

Mehr erfahren: Tipps fürs Vorstellungsgespräch: Wie Sie einen guten Eindruck machen

Seien Sie überpünktlich

Während des Studiums haben Ihre Lehrkräfte sicher Wert darauf gelegt, dass Sie pünktlich zu den Vorlesungen erscheinen. Dies gilt erst recht für den Arbeitsplatz. Zu Vorstellungsgesprächen sollten Sie 10 bis 15 Minuten eher erscheinen.

Falls Ihnen Pünktlichkeit schwerfällt, üben Sie, indem Sie auch bei anderen Terminen oder bei Treffen mit Freunden etwas früher kommen. So gewöhnen Sie sich daran und es wird Ihnen bei Vorstellungsgesprächen leichter fallen, überpünktlich zu sein.

Bereiten Sie Antworten auf die üblichen Fragen vor

Denken Sie daran: Ein Vorstellungsgespräch ist keine Prüfung. Selbst wenn z. B. technisches Wissen abgefragt wird, geht es Arbeitgebern nicht unbedingt um die „richtige“ Antwort. Meistens wollen sie eher herausfinden, ob Ihre Qualifikationen zu den Anforderungen der Stelle passen, wie Sie Probleme lösen und mit anderen zusammenarbeiten, ob Sie Verantwortung übernehmen und Initiative zeigen. Sie stellen Fragen, um darüber Erkenntnisse zu Ihren Charaktereigenschaften und Ihrem Verhalten zu bekommen.

Durch die Vorbereitung auf die üblichen Fragen in Vorstellungsgesprächen lernen Sie, so zu antworten, dass der Arbeitgeber Ihren fachlichen Hintergrund und Ihre Arbeitsweise daraus ablesen kann. So wird deutlich, ob Sie in das Unternehmen passen.

Vermeiden Sie diese häufigen Fehler im Vorstellungsgespräch

Ein beliebter Fehler ist, sich zu sehr auf das zu konzentrieren, was der Arbeitgeber Ihnen anbietet – und nicht darauf, was Sie anzubieten haben. Im Zentrum des Gesprächs sollten Ihre Fähigkeiten stehen und wie Sie sie im Job anwenden können. Um das zu erreichen, vermeiden Sie Folgendes:

  • Fragen Sie nicht nach dem Gehalt. Obwohl das verständlicherweise ein wichtiger Faktor ist, sollte es erst in einem späteren Gespräch thematisiert werden – oder wenn Ihnen der Job angeboten wird. Gleichzeitig ist es eine gute Idee, sich selbst auf die Frage nach dem Gehaltswunsch vorzubereiten.
  • Fragen Sie nicht nach Zusatzleistungen, Urlaub oder Sabbaticals. Auch hier sollten Sie sich darauf vorbereiten, dass man Sie dazu befragt. Falls nicht, können Sie das Thema in einem späteren Gespräch anbringen.

Kümmern Sie sich um sich selbst

Den ersten Job nach dem Studium zu finden, kann wirklich stressig sein. Geben Sie dem Stress nicht zu viel Raum in Ihrem Leben. Setzen Sie sich Meilensteine: Auf wie viele Jobs wollen Sie sich diese Woche bewerben? Haben Sie Ihren Lebenslauf schon korrekturgelesen? Haben Sie einen Freund getroffen, um ein Vorstellungsgespräch zu üben?

Wenn Sie diese Meilensteine erreicht haben, machen Sie bewusst eine Pause (wenigstens eine kurze). Belohnen Sie sich! Gehen Sie spazieren oder zum Sport, lesen Sie etwas oder schauen Sie sich etwas Witziges an. So eine Belohnung während der Jobsuche muss nicht teuer sein.

Wenn der Anruf mit der ersten Einladung zum Vorstellungsgespräch kommt, sollten Sie ausgeruht sein. Und der kann jederzeit kommen – sorgen Sie also dafür, dass Sie genug Schlaf bekommen, gut essen und die Dinge machen, die Ihre Batterien wieder aufladen.

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