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Schülerpraktikum: Wie man einen guten Praktikumsplatz findet

Alle Schüler müssen während ihrer Schulzeit mindestens ein Praktikum absolvieren. Das Betriebspraktikum ist Pflicht und dauert zwei bis drei Wochen. Um diese Wochen auch spannend und interessant zu gestalten, solltest du dir vorher ganz genau überlegen, in welchem Betrieb du dein Schülerpraktikum absolvieren möchtest. Wie ein Praktikum abläuft und wie du den richtigen Praktikumsplatz finden kannst, erklären wir dir in diesem Artikel.

Was ist ein Schülerpraktikum?

Bei einem Praktikum bekommen Schüler die Gelegenheit, in einem Betrieb ihrer Wahl die Arbeitswelt aus nächster Nähe kennenzulernen. Schüler haben während ihrer Schullaufbahn unterschiedliche Möglichkeiten, mit Praktika in die Praxis der Arbeitswelt hineinzuschnuppern, denn alle müssen zumindest einmal ein zwei- bis dreiwöchiges Pflichtpraktikum absolvieren. Dies wird auch als Betriebspraktikum bezeichnet und dient vor allem dem Zweck der Berufsorientierung.

In der Regel wird das Schülerpraktikum zwischen der achten und der elften Klasse absolviert. Zusätzlich zur eigentlichen Tätigkeit im Unternehmen sollte in der Schule auch eine Vor- und Nachbereitung stattfinden. So können die Schüler ihre Erwartungen davor und ihre Erfahrungen danach mit den Klassenkameraden teilen.

Verschiedene Arten von Praktika

Neben dem verpflichtenden Schülerpraktikum gibt es noch einige andere Arten von Praktika, die für Schüler interessant sein können. Viele davon sind freiwillig, andere wiederum von der Schule vorgeschrieben. Unter anderem stehen folgende Praktika zur Auswahl:

  • Regelmäßige Praxistage. Diese sind hauptsächlich in der Hauptschule vorgesehen. Dabei verbringen die Schüler einzelne Tage über das Jahr verteilt in einem Betrieb. Diese Praxistage dienen als Orientierung und Vorbereitung auf das Arbeitsleben.
  • Freiwilliges Praktikum. Dieses Praktikum ist nicht von der Schule vorgeschrieben. Deshalb wird es meist in den Ferien abgeleistet und kann je nach Absprache mit dem Betrieb zwischen zwei und sechs Wochen dauern.
  • Schnupperpraktikum. Dies ist für Schulabgänger gedacht, die sich noch nicht ganz im Klaren darüber sind, welchen Ausbildungsweg sie einschlagen wollen. Ein Schnupperpraktikum kann Klarheit geben und mitunter sogar den Weg zu einer Ausbildungsstelle im betreffenden Unternehmen eröffnen.
  • Fachpraktikum. Ein Fachpraktikum wird in der Regel dann abgeleistet, wenn sich Schüler bereits in einer Ausbildung befinden. Dabei können entweder einige Tage pro Woche im Praktikumsbetrieb verbracht werden oder das Praktikum findet in Blöcken von mehreren Wochen im Betrieb statt.

Vorteile eines Schülerpraktikums

Ein Schülerpraktikum bietet mehrere Aspekte, von denen Schüler profitieren können. So ist das Praktikum hauptsächlich zur Berufsorientierung gedacht. Du kannst dabei herausfinden, ob dir dein gewählter Beruf auch wirklich so viel Spaß macht wie du es dir erhofft hast. Das kann dir dabei helfen, dir darüber klar zu werden, ob du den betreffenden Beruf erlernen und später ausüben möchtest oder ob du lieber etwas anderes ausprobieren solltest.

Zudem sammelst du als Schüler dort meist deine erste Praxiserfahrung. Du siehst aus nächster Nähe, wie ein Arbeitsalltag abläuft und was auf dich zukommt, wenn du in die berufliche Arbeitswelt einsteigst. In manchen Fällen kannst du bei deinem Praktikum wertvolle Kontakte knüpfen. Diese können dir in Zukunft von Vorteil sein oder dir vielleicht sogar zu deinem ersten Job oder einer Ausbildungsstelle verhelfen.

Tätigkeiten während des Schülerpraktikums

Im Rahmen deines Praktikums lernst du unterschiedliche Tätigkeiten kennen. Diese können natürlich variieren, je nachdem in welcher Branche und in welchem Unternehmen du dein Praktikum absolvierst.

Während deinen zwei bis drei Wochen in der Firma brauchst du keine Arbeitskraft ersetzen, sondern bist anderen Mitarbeitern zugeteilt. So bekommst du die Möglichkeit, diesen über die Schultern zu schauen und am normalen Arbeitsalltag teilzuhaben. Dir sollte dabei so viel wie möglich erklärt werden, damit du auch Hintergründe und Zusammenhänge verstehst. Nach ein paar Tagen bist du sicher auch dazu bereit, selbst einfachere Tätigkeiten auszuführen und Verantwortung zu übernehmen – natürlich stets mit Hilfe und unter Aufsicht der Mitarbeiter des Unternehmens.

Während des Praktikums solltest du in unterschiedliche Abteilungen und Arbeitsplätze im Unternehmen hineinschnuppern dürfen. So lernst du mehrere Aspekte kennen und bekommst ein besseres Bild über die jeweilige Tätigkeit. Lass dich auf keinen Fall ausschließlich zum Kaffeekocher oder Kopierer machen! Natürlich kannst du diese Tätigkeiten auch hin und wieder übernehmen, aber im Vordergrund sollte dein Lerneffekt stehen.

Gesetzliche Regelungen für das Schülerpraktikum

Im Rahmen eines Praktikums arbeiten oft auch jüngere Menschen, die eigentlich noch keiner Vollzeittätigkeit nachgehen sollten. Die Rechte von minderjährigen Praktikanten sind im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) festgelegt. Unter anderem muss ein Unternehmen die folgenden Regeln einhalten:

  • Kinder bis 14 Jahre dürfen höchstens sieben Stunden täglich und maximal 35 Stunden wöchentlich arbeiten.
  • Jugendliche von 15 bis 18 Jahren dürfen acht Stunden täglich und maximal 40 Stunden wöchentlich arbeiten.
  • Jugendliche unter 18 Jahren müssen bei einer Arbeitszeit von unter sechs Stunden mindestens eine halbe Stunde Pause haben, bei einer längeren Arbeitszeit eine Stunde.
  • Ein Beschäftigungsverbot herrscht zwischen 20:00 und 6:00 Uhr, außerdem an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen. Ausnahmen sind in bestimmten Branchen möglich, allerdings muss immer eine Ruhephase von zwei freien aufeinanderfolgenden Tagen gegeben sein.

Eine Vergütung oder ein Urlaub steht Praktikanten nicht zu. Des Weiteren muss ihre Sicherheit stets im Vordergrund stehen, weshalb sie auch keine gefährlichen Aufgaben im Betrieb übernehmen sollten.

Wie du einen Praktikumsplatz findest

Wie schwierig sich die Suche nach einem Praktikumsplatz gestaltet, hängt nicht zuletzt auch davon ab, wie gut du dir bereits über deine eigenen Interessen im Klaren bist. Auch dein Wohnort hat einen nicht unerheblichen Einfluss darauf, wie schnell du das passende Angebot für dich findest. So gibt es auf dem Land in der Regel weniger Stellen zur Auswahl als in einer Stadt. Um den perfekten Praktikumsplatz zu finden, kannst du diesen Schritten folgen:

  1. Überlege dir, was dich interessiert. Was wolltest du schon immer machen oder werden? Überlege dir, wo deine Interessen liegen und was du besonders gerne machst. Du kannst gut mit Tieren umgehen? Dann könntest du dich in einem landwirtschaftlichen Betrieb bewerben oder bei einem Tierarzt.
  2. Du bist ratlos? Du weißt einfach nicht, wo du dich für dein Praktikum bewerben willst? Besuche die von Firmen oft angebotenen Schnuppertage oder recherchiere bei Jobbörsen im Internet. Selbst wenn du dabei keine offenen Stellen findest, bekommst du dort vielleicht die nötige Inspiration.
  3. Bewerben. Für die Bewerbung zum Schülerpraktikum solltest du vollständige Bewerbungsunterlagen vorweisen. Dazu gehören dein Lebenslauf, ein Anschreiben und eine Kopie deines letzten Zeugnisses. Auch Zertifikate von Computerkursen oder anderen Seminaren solltest du beilegen. Schick deine Bewerbungsmappe in einwandfreier Form ein oder gib sie persönlich im Unternehmen ab.
  4. Zeig Initiative. Findest du in deiner Traumbranche keine offenen Stellenanzeigen? Ruf doch einmal an und frag direkt im Unternehmen deiner Wahl nach. Stellen für ein Schülerpraktikum werden oft nicht ausgeschrieben. Du kannst dich auch persönlich bei der Firma vorstellen. So kannst du mit deinem Charme überzeugen und bekommst vielleicht eine Praktikumsstelle, obwohl diese gar nicht geplant war.

Ablauf des Schülerpraktikums

Du hast es geschafft und einen Praktikumsplatz bekommen. Doch was kommt jetzt eigentlich auf dich zu? Üblicherweise läuft ein Praktikum folgendermaßen ab:

Praktikantenpass

Manche Unternehmen bereiten einen Praktikantenpass vor, der von beiden Parteien ausgefüllt werden muss. Dieser enthält Informationen über den Ablauf des Praktikums. Du kannst dort deine Erfahrungen und deinen Werdegang eintragen, aber auch deine Wünsche und Erwartungen an das Praktikum und das Unternehmen.

Persönliches Gespräch

Bevor du im Betrieb zu arbeiten beginnst, hast du noch einmal ein persönliches Gespräch mit dem Vorgesetzten oder deinem Ansprechpartner im Betrieb. Du bekommst eine kurze Einführung mit allen wichtigen Informationen über das Unternehmen. Zudem erfährst du, was du zur Arbeit mitbringen solltest und ob du zum Beispiel eine bestimmte Kleidung benötigst. Manchmal bekommst du auch eine Uniform vom Unternehmen gestellt.

Praktikumsplan

Dein Praktikumsplan kann so ähnlich aussehen wie ein Stundenplan in der Schule. In diesem ist aufgelistet, welche Aufgaben für welchen Tag geplant sind. Auch ein Endziel kann angegeben werden, so wird zum Beispiel bei Handwerksberufen oft ein kleines eigenes Projekt angefertigt.

Erster Tag im Unternehmen

An deinem ersten Tag vor Ort machst du wahrscheinlich zuerst einen Rundgang und lernst die Mitarbeiter kennen. Manchmal gibt es auch eine kleine Vorstellungsrunde, bei der du als neuer Praktikant eingeführt wirst. Für deine Zeit im Unternehmen solltest du einen festen Ansprechpartner bekommen, an den du dich bei Fragen und anderen Anliegen wenden kannst. Üblicherweise bekommst du auch einen Besuch von deinem Betreuungslehrer.

Praktikumsmappe und Nachbereitung

Nach dem Praktikum erstellst du die Praktikumsmappe und den Praktikumsbericht. Zusammen mit der Nachbereitung in der Schule kannst du so deine Eindrücke und Erfahrungen verarbeiten. Du hältst darin deine Erfolge und Misserfolge fest und beschreibst die Herausforderungen, die dir im Praktikum begegnet sind. So kannst du deine Erfahrungen mit deinen Klassenkameraden teilen und auch hören, wie es den anderen ergangen ist.

Tipps für dein Schülerpraktikum

Mit diesen Tipps kannst du den für dich perfekten Praktikumsplatz finden:

  • Bewirb dich früh genug. Dies ist deshalb wichtig, da ansonsten die guten Plätze bereits vergeben sind und du dich mit dem begnügen musst, was noch verfügbar ist.
  • Lass deine Kontakte spielen. Erzähl Verwandten und Bekannten davon, dass du nach einer Praktikumsstelle suchst. Diese können dir nicht nur neue Ideen geben, sondern kennen im Idealfall sogar jemanden, der dich in seinem Betrieb aufnehmen kann.
  • Sei selbstsicher. Unternehmen, die Schülerpraktikanten aufnehmen, wissen, dass sie sich damit keine Fachkraft in den Betrieb holen. Schäme dich deshalb nicht, wenn du etwas nicht weißt oder auf Anhieb verstehst und frag immer nach. Das Praktikum soll dir in erster Regel dazu dienen, etwas zu lernen und neue Erfahrungen zu machen.

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