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Was verdienen Buchhalter*innen? Tätigkeitsfelder und Gehalt

Jobs in der Buchhaltung erfordern ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit bei der Arbeit. Buchhalter*innen müssen den Überblick über die Geschäftsfälle in einer Firma behalten und diese übersichtlich und fehlerfrei dokumentieren. Grundsätzlich kann jede Person in der Buchhaltung arbeiten, die über einen kaufmännischen Abschluss verfügt. Der Begriff Buchhalter*in ist zwar nicht geschützt, trotzdem entscheiden sich viele Unternehmen für Kandidat*innen, die über die entsprechende IHK-Prüfung verfügen. Diese hat in der Regel auch einen positiven Einfluss auf das Gehalt. Doch auch andere Faktoren wirken sich darauf aus. Wir geben Ihnen in diesem Artikel einen umfassenden Überblick.

Was verdient ein Buchhalter oder eine Buchhalterin?

Buchhalter*innen gibt es in den unterschiedlichsten Unternehmen. An vielen Stellen hat sich mittlerweile die englische Bezeichnung „Accountant“ durchgesetzt. Personen dieses Berufszweigs kümmern sich um die vorschriftsgemäße Dokumentierung bestimmter Geschäftsfälle im Hinblick auf die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) und das Handelsgesetzbuch (HGB).

Wie viel Buchhalter*innen verdienen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. So gibt es beispielsweise Unterschiede, je nachdem ob die Person einen Hochschulabschluss oder lediglich eine Ausbildung abgeschlossen hat. Vor allem, ob eine IHK-Prüfung abgelegt wurde, ist für viele Unternehmen ein Kriterium dafür, wie viel Gehalt es den Buchhalter*innen bezahlt. Und auch der Arbeitsort und die Branche des Unternehmens wirken sich darauf aus, wie viel ein Accountant verdient.

Was machen Buchhalter*innen?

Die Buchhaltung gehört offiziell zum Rechnungswesen und Buchhalter*innen kümmern sich in Unternehmen grundsätzlich um alles, bei dem Rechnungen anfallen. Diese sogenannten Geschäftsvorfälle umfassen unter anderem die Zahlungen der Gehälter, Rechnungen an Kund*innen und von Lieferant*innen oder Kredite. In großen Unternehmen sind die einzelnen Bereiche oft aufgeteilt und spezialisierte Buchhalter*innen kümmern sich um jeweils einen bestimmten Bereich. Allgemein unterscheidet man zwischen den folgenden Teilbereichen:

  • Finanzbuchhaltung
  • Bilanzbuchhaltung
  • Lohnbuchhaltung
  • Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung
  • Anlagenbuchhaltung/Fondsbuchhaltung

Buchhalter*innen sind für die Überprüfung und den korrekten Ablauf sämtlicher Geldflüsse in einer Firma verantwortlich. Sie richten sich nach den Grundsätzen des § 238 HGB: In diesem Paragraphen ist festgelegt, dass ein Unternehmen und jegliche Gewerbetreibenden einer Buchführungspflicht unterliegen. Das bedeutet, dass alle geschäftlichen Vorgänge dokumentiert werden müssen, um so in der Lage zu sein, diese offenzulegen.

Neben der Lohnabrechnung kümmern sich Buchhalter*innen außerdem um die Steuererklärung und helfen Unternehmen dabei, ihre Monats- und Jahresabschlüsse vorzubereiten. Sie haben in der Regel einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben eines Unternehmens und können das Management dahingehend beraten. Bilanzbuchhalter*innen sind diejenigen, die sich am umfassendsten um verschiedene Bereiche kümmern und dem Unternehmen auch beratend zur Seite stehen. Sie verfügen in der Regel über ein breiteres Wissen und haben deshalb bessere Chancen auf höhere Gehälter.

Welche Kompetenzen benötigen Buchhalter*innen?

Als Buchhalter*in tragen Sie eine hohe Verantwortung, arbeiten Sie doch täglich mit den Geldflüssen eines Unternehmens. Ein bestimmtes gesamt- und finanzwirtschaftliches Verständnis wird dabei vorausgesetzt. Sie müssen zu jeder Zeit den gesetzlichen Vorschriften aus § 238 HGB folgen und sind dafür verantwortlich, dass die Geschäfte dahingehend korrekt bilanziert werden. Außerdem sollten Sie über die folgenden Kompetenzen verfügen:

  • Genauigkeit und Organisationstalent
  • ausgezeichnetes Verständnis von Zahlen
  • relevante rechtliche Kenntnisse
  • IT-Kenntnisse und sicherer Umgang mit Buchungssoftware (z. B. DATEV, SAP, Lexware)

Buchhalter*innen müssen äußerst genau und organisiert arbeiten, um den Überblick über sämtliche Geschäftsfälle und Zahlungsein- und ausgänge zu behalten. Ihre Kenntnisse in Mathematik und Rechnungswesen helfen ihnen dabei, die Berechnungen richtig anzustellen und keine Fehler zuzulassen. Auch ein guter Umgang mit der Buchungssoftware am Computer ist nötig.

Buchhalter*in und Ausbildung

Die Berufsbezeichnung Buchhalter*in ist in Deutschland nicht geschützt. So darf prinzipiell jede Person, die eine kaufmännische Ausbildung im Bereich Finanzen hat, als Buchhalter*in tätig sein – zumindest als Finanzbuchhalter*in. Dafür werden zahlreiche Kurse und Seminare angeboten, die es auch Quereinsteiger*innen ermöglichen, in die Buchhaltung einzusteigen. Diese Programme dauern meist bis zu 15 Monate und werden entweder in Vollzeit, Teilzeit oder in Form von Wochenendseminaren angeboten. Die Voraussetzungen dafür sind je nach Institution unterschiedlich. Meistens sollte jedoch zumindest eine zweijährige Ausbildung und ein Jahr Berufserfahrung in diesem Bereich vorliegen.

Unterschied Geprüfte*r Bilanzbuchhalter*in IHK

Im Unterschied zur Buchhaltung unterliegt die Bezeichnung Bilanzbuchhaltung einer Regelung: Nur Personen, die die IHK-Prüfung zur geprüften Bilanzbuchhaltung abschließen, dürfen sich so bezeichnen. Eine der drei folgenden Voraussetzungen muss zwingend erfüllt werden, um zur Prüfung, die an einer IHK-Stelle abgelegt werden kann, zugelassen zu werden:

  • mindestens dreijährige Ausbildung in einem anerkannten Beruf (kaufmännisch oder verwaltend) und dreijährige Berufserfahrung
  • Bachelor oder Diplom in Wirtschaftswissenschaften an Hochschule oder Universität und zweijährige Berufserfahrung
  • mindestens sechsjährige Berufserfahrung im Finanz- und Rechnungswesen

Bilanzbuchhalter*innen übernehmen meist umfassendere Aufgaben als Finanz- oder Debitorenbuchhalter*innen. Sie analysieren Ausgaben und Einnahmen eines Unternehmens und können das Management bei der Optimierung von Vorgängen unterstützen. Bilanzbuchhalter*innen dürfen – im Gegensatz zu nicht geprüften Buchhalter*innen – Buchungen tatsächlich vornehmen. Normale Buchhalter*innen dürfen diese lediglich vorbereiten.

Buchhaltung Lohn

Wie viel Buchhalter*innen verdienen, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Besonders die erworbene Berufspraxis und der Arbeitsort sind Kriterien, die einen großen Einfluss auf den Verdienst von Buchhalter*innen haben. Auch die Spezialisierung wirkt sich auf das Gehalt aus. So beläuft sich das durchschnittliche Jahresgehalt unter den allgemeinen Buchhalter*innen auf rund 39.000 € brutto im Jahr. Spezialisierte Bilanzbuchhalter*innen mit einer mittleren Berufspraxis dagegen können mit einem Durchschnittsgehalt zwischen 50.000 € und 60.000 € brutto im Jahr rechnen.

Gehalt Buchhaltung – Welche Faktoren wirken sich darauf aus

Nicht nur offensichtliche Kriterien wie die Arbeitszeit und die erworbene Berufserfahrung wirken sich auf den Lohn von Buchhalter*innen aus. Es gibt einige weitere Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, wie hoch der Verdienst ausfällt, unter anderem:

  • Spezialisierung: Je nach Spezialgebiet verdienen Buchhalter*innen unterschiedlich viel Geld. Bilanzbuchhalter*innen verdienen in der Regel besser als allgemeine Buchhalter*innen ohne Spezialisierung und IHK-Prüfung.
  • Unternehmensgröße und Branche: Meist verdienen Angestellte oder freie Mitarbeiter*innen in großen Unternehmen mehr als bei kleinen oder mittelständischen Firmen. Grundsätzlich sind zudem die Gehälter in der freien Wirtschaft höher als beispielsweise in sozialen Bereichen.
  • Arbeitsort: Je nach Arbeitsland und Bundesland können sich die Gehälter von Buchhalter*innen stark unterscheiden.
  • Tarifvertrag: Sind Buchhalter*innen unter einem Tarifvertrag angestellt, so ist die Bezahlung meist besser als bei außertariflichen Verträgen.

Verdienst Buchhaltung – Unterschiede

Das durchschnittliche Gehalt von Buchhalter*innen beträgt 2.714 €. Viele Faktoren wirken sich auf den Verdienst aus, vor allem die Berufserfahrung und das Unternehmen, in dem die Person tätig ist. So zahlen größere Firmen mit mehr Mitarbeiter*innen meist ein besseres Gehalt als kleine Unternehmen. Wir haben nachfolgend einige Zahlen zusammengestellt, um Ihnen einen Überblick zu geben.

Einstiegsgehalt Buchhaltung

Wie hoch das Einstiegsgehalt von Buchhalter*innen ist, hängt stark von deren Spezialisierung ab. Einfache Kreditoren-, Debitoren- oder Finanzbuchhalter*innen starten ohne Berufserfahrung mit einem Jahresgehalt zwischen 30.000 € und 39.000 € brutto. Bilanzbuchhalter*innen dagegen steigen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 45.000 € in den Beruf ein, mit zusätzlichen Kenntnissen hinsichtlich internationale IFRS- oder US-GAAP-Standards sind sogar bis zu 50.000 € möglich.

Verdienst Buchhaltung mit Berufserfahrung

Die Berufserfahrung wirkt sich in der Buchhaltung stark auf das Gehalt aus. So kann eine mittlere Berufserfahrung bereits bis zu 10.000 € mehr pro Jahr bedeuten. Finanzbuchhalter*innen können dabei bis zu 45.000 € verdienen. Mit einer langjährigen Berufserfahrung und viel Expertenwissen auf dem Gebiet kann das Gehalt sogar auf bis zu 69.000 € brutto im Jahr ansteigen. Das Gehalt von Bilanzbuchhalter*innen mit einer mehrjährigen Berufserfahrung auf dem Gebiet kann auf bis zu 70.000 € ansteigen. Mit einer langjährigen Berufspraxis und einer ausgezeichneten Expertise sind sogar über 80.000 € brutto im Jahr möglich.

Verdienst Buchhaltung nach Bundesland

Auch zwischen den einzelnen Bundesländern lässt sich in Deutschland ein Unterschied der Löhne von Buchhalter*innen feststellen. Am wenigsten verdienen Bilanzbuchhalter*innen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit weniger als 3.300 € brutto monatlich (39.600 € im Jahr). Am besten ist das Gehalt durchschnittlich in Baden-Württemberg und Hessen, wo bis zu 4.500 € im Monat möglich sind (54.000 € im Jahr).

Spitzengehälter Buchhaltung

Je mehr Berufserfahrung vorhanden ist, desto mehr verdienen Buchhalter*innen. Spitzengehälter werden vor allem in großen internationalen Konzernen, die in der freien Wirtschaft tätig sind, gezahlt. Die Kandidat*innen für hohe Löhne glänzen mit einer umfangreichen Expertise in ihrem Spezialgebiet und anderen Teilbereichen des Rechnungswesens. Sie sind meist in leitenden Positionen tätig und tragen ein hohes Maß an Verantwortung.

Spitzengehälter für Buchhalter*innen in leitenden Positionen, die auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken, können in manchen Fällen auch sechsstellige Summen erreichen. Besonders Fachkräfte, die nach internationalen Standards bilanzieren können, haben einen Vorteil und profitieren von Chancen auf höhere Gehälter. Bilanzbuchhalter*innen, die internationale Firmen im Rechnungswesen unterstützen, können ein Jahresgehalt von bis zu 110.000 € brutto erreichen.

Unterschied Buchhaltung und Steuerberatung

Das Aufgabenfeld von Steuerberater*innen ist dem der Bilanzbuchhalter*innen ähnlich, allerdings noch weitreichender. Diese Berufsgruppe übernimmt die vollständigen steuerlichen Angelegenheiten eines Unternehmens, von der Steuererklärung über die Einnahmenüberschussrechnung bis hin zu den Jahresabschlüssen. Zudem können Steuerberater*innen auf Wunsch des Unternehmens die Strategien hinsichtlich der Steuern überarbeiten und optimieren.

Die Berufsbezeichnung Steuerberater*in ist im Gegensatz zu Buchhalter*in geschützt. Wer die Prüfung zur Bilanzbuchhaltung bei der IHK erfolgreich abgelegt hat und über mindestens sieben Jahre Berufserfahrung verfügt, kann zur Steuerberaterprüfung antreten. Die Prüfung gilt als einer der schwersten in Deutschland und mehr als ein Drittel der Prüflinge besteht sie nicht im ersten Anlauf. Als Steuerberater*in winkt ein Einstiegsgehalt bis über 50.000 € brutto, in Spitzenpositionen sind für sehr erfahrene Berater*innen bis zu € 140.000 € möglich.

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