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Wie viel verdient ein Innenarchitekt (m/w/d)?

Innenarchitekt*innen sind für die Gestaltung von Innenräumen in Gebäuden verantwortlich und planen und entwerfen Inneneinrichtungen. Dabei beachten Sie ökologische, finanzielle, funktionale, kreative und technische Aspekte. Der Verdienst kann je nach Branche, Berufserfahrung, Arbeitsort und Tätigkeit variieren. Damit Sie herausfinden können, ob dieser Beruf finanziell und inhaltlich zu Ihnen passt, möchten wir in diesem Artikel zeigen, wie hoch die Gehälter sein können, welche Aufgaben Innenarchitekten haben und wie Sie in diesem Beruf arbeiten können.

Wie viel verdient ein Innenarchitekt bzw. eine Innenarchitektin?

Innenarchitekten verdienen rund 3447 € monatlich brutto. Wie viel Sie als Innenarchitekt*in letztlich verdienen werden, hängt von zahlreichen Faktoren ab wie Unternehmen, Berufserfahrung, Arbeitsort und Projekt. Beispielsweise verdienen Innenarchitekten in Baden-Württemberg durchschnittlich 4385 € im Monat, während sie in Sachsen-Anhalt 3447 € monatlich erhalten. Auch die Größe eines Unternehmens bzw. der Aufträge können über der Höhe des Gehalts entscheiden.

Welche Aufgaben haben Innenarchitekt*innen?

Innenarchitekt*innen können entweder bei Unternehmen als Angestellte arbeiten oder selbstständig sein, zum Beispiel mit einem Ingenieurbüro oder in Ateliers für Möbelhäuser. Sie können auch in Betrieben für Raumausstattung tätig sein wie zum Beispiel bei Bauträgern oder Möbelherstellern. Auch arbeiten einige Innenarchitekten mit Behörden zusammen, wo sie beispielsweise Nutzungskonzepte für denkmalgeschützte Gebäude erstellen oder Bestände erfassen. Sie haben auch Beratertätigkeiten, wenn sie Kunden bei der Neueinrichtung einer Wohnung helfen oder wenn Innenräume ansprechend und technisch gestaltet werden müssen. Innenarchitekten können zum Beispiel Verkaufs- und Büroräume, gastronomische Einrichtungen, Arztpraxen oder Messestände sowie Theater- und Konzertsäle gestalten. Auch können sie als Sachverständige eingesetzt werden und Gutachten für Mängel und Schäden von Innenräumen erstellen.

Bei der Raumgestaltung haben Innenarchitekten zahlreiche Anforderungen. Sie müssen nämlich nicht nur kreativ sein, sondern auch technische, funktionale, bauphysikalische oder finanzielle bzw. betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigen. Letztlich müssen sie für eine Wohlfühlatmosphäre für ihre Kunden sorgen und dabei sowohl gesetzliche Richtlinien als auch finanzielle Rahmenbedingungen beachten. Wenn sie in älteren Gebäuden arbeiten, können zusätzliche gesetzliche Anforderungen hinzukommen, zum Beispiel bezüglich des Denkmalschutzes.

Kooperation mit anderen Fachkräften

Des Weiteren müssen Innenarchitekten mit anderen Fachkräften, Kunden und Baubehörden zusammenarbeiten, um ihre Arbeit erfolgreich abschließen zu können. In der Planungsphase eines Projekts können Innenarchitekten auch mit Architektkollegen zusammenarbeiten und erste Konzepte entwickeln. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört auch das Gespräch mit Kunden, in denen sie die Wünsche von Auftraggebern nachvollziehen und entsprechende Detailzeichnungen nach deren Bedürfnissen anzeichnen.

Nachdem sie die Kundenwünsche verstanden und entsprechende Skizzen erstellt haben, kümmern sie sich um die Auftragsvergabe, zum Beispiel, indem sie mit Handwerksbetrieben oder Lieferfirmen sprechen. Anschließend prüfen sie Kostenvoranschläge und vergeben bei einem guten Angebot die Aufträge an die jeweiligen Unternehmen und sorgen in der Projektphase für den fristgerechten Abschluss aller Aufgaben.

Planung, Überwachung und Bewertung von Projekten

Innenarchitekten erledigen viele Aufgaben wie Planung, Überwachung und Bewertung von Projekten am Computer und arbeiten dazu mit unterschiedlichen Softwareprogrammen wie CAD, um beispielsweise Werk- und Detailplanungen über Massenermittlungen bis hin zu Anträgen für Behörden zu erstellen. Die in der Software erstellten Planungen sind zum einen für die Aufsichtsbehörden gedacht, damit diese das Projekt nachvollziehen können. Zum anderen nutzen Handwerker*innen und Bauunternehmen diese Pläne als Grundlage für ihre Arbeit. Innenarchitekten überwachen dann die Ausführung des Projekts.

Nach Abschluss aller Bauarbeiten sorgen sie für die Bauabnahme und überprüfen die Richtigkeit aller Rechnungen. Sie sind auch für den Dokumentationsprozess von allen Aufgaben zuständig.

Beratungsaufgaben

Im Beratungsgespräch mit Kunden stellen Innenarchitekten fest, wie Kunden ihre Wohnungen, Büroräume oder Geschäfte neu gestalten können. Sie ermitteln den finanziellen Bedarf und achten dabei auf das finanzielle Budget ihrer Kund*innen. Dementsprechend setzen sie dann den finanziellen Rahmen fest und zeigen ihren Kunden, welche Gestaltungsmöglichkeiten es gibt. Dabei machen sie nicht nur Vorschläge für den Innenausbau, sondern schlagen passende Möbel, Beleuchtungen und andere Bauelemente vor, um den Wünschen der Auftraggeber gerecht zu werden.

Verwaltungsaufgaben

Neben den Beratungs- und Bauaufgaben müssen sich Innenarchitekten auch um organisatorische und verwaltungstechnische Aufgaben kümmern. Als Inhaber*innen von Ingenieurbüros können sie sich zum Beispiel um betriebswirtschaftliche Tätigkeiten oder um die Personalplanung kümmern. Um Kunden zu generieren, können sie sich auch mit dem Marketing und Vertrieb beschäftigen.

Welche Voraussetzungen gibt es für Innenarchitekt*innen?

Wer Innenarchitekt*in werden möchte, muss an einer Hochschule bzw. Kunstakademie studieren. Die Regelstudienzeit für den Bachelor in der Innenarchitektur umfasst in der Regel 6-8 Semester. Viele Student*innen schließen allerdings noch ein Masterstudiengang an, um ihre Karrierechancen zu verbessern. Ein weiterer Grund ist, dass Architektenkammern in allen Bundesländern mindestens acht absolvierte Semester voraussetzen, um Bewerbern eine Kammereintragung zu ermöglichen. Dieser Eintrag ist wichtig, weil nur eingetragene Personen sich offiziell Innenarchitekt*in nennen dürfen. Hierbei handelt es sich um eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung.

Inhalte im Studium

Je nachdem in welcher Einrichtung Sie studieren möchten, benötigen Sie entweder ein Abitur oder eine Fachhochschulreife. Viele Hochschulen verlangen auch ein Vorpraktikum, bevor sie Bewerber zulassen. Auch ein kreatives Portfolio kann zu den Voraussetzungen für die Annahme an einer Hochschule zählen.

Studenten der Innenarchitektur befassen sich im Studium unter anderem mit folgenden Themenbereichen:

  • Darstellung und Gestaltung
  • Werkstofflehre
  • Kunstgeschichte
  • Baurecht
  • technischer Ausbau
  • Bauablauf
  • Konstruktion

Welche persönlichen Fähigkeiten sollten Innenarchitekten haben?

Neben Fachkompetenzen, die Innenarchitekten insbesondere im Studium erlangen, benötigen sie auch Soft Skills, um mit Kunden, Mitarbeitern und Fachkräften erfolgreich zusammenarbeiten zu können. Einige Fähigkeiten werden durch Bildung erworben, andere wiederum durch praktische Erfahrung. Um ein erfolgreicher Innenarchitekt zu werden, sollten Sie sich folgende Fähigkeiten aneignen:

Kenntnisse in CAD-Software

Innenarchitekten sollten mit CAD-Software vertraut sein, die z.B. bei dem Entwurf von Inneneinrichtungen hilfreich sein kann. Einige zeichnen zwar bevorzugt mit Stift und Papier, aber diese Programme sind trotzdem notwendig und helfen dabei, genaue, druckbare und gemeinsam mit anderen Fachkräften und Behörden nutzbare Designs für unterschiedliche Innenräume zu erstellen. Innenarchitekten können diese Art Software auch verwenden, um dreidimensionale Räume zu entwerfen bzw. zu visualisieren. Diese Programme sparen Zeit und sind aus dem Alltag von Innenarchitekten nicht mehr wegzudenken.

Kenntnisse über die Nutzung von Werkzeugen

Innenarchitekten arbeiten mit digitaler Fotografie sowie mit Utensilien wie Maßbändern, Geodreiecken und anderen hilfreichen Tools. Viele verwenden auch verschiedene Arten von Designsoftware. Zu diesen Programmen gehören zum Beispiel Adobe Illustrator, Photoshop, Archicad, Design Manager und DesignSmart.

Vorstellungsvermögen

Neben der Verwendung von Computerprogrammen zur Visualisierung von Räumen und Gebäuden müssen Innenarchitekten auch Vorstellungskraft und Augenmaß beweisen. Sie sollten in der Lage sein, einen Raum in ihrem Kopf zu sehen, ihn auf Papier oder in einer Computersoftware zu skizzieren und dann das Modell ins wahre Leben umzuwandeln. Dieses visuelle bzw. räumliche Vorstellungsvermögen erfordert Talent und viel Übung.

Problemlösungsfähigkeiten

Innenarchitekten arbeiten an der Lösung unterschiedlicher Probleme. Erfolgreiche Fachkräfte in diesem Beruf wissen, wie sie im Budget bleiben und einen Zeitplan zu erstellen und einzuhalten. Sie sind in der Lage, schnelle Änderung vorzunehmen und sich den Gegebenheiten wie Kundenwünschen und Bedürfnissen unterschiedlicher Teammitglieder anzupassen.

Soziale Kompetenzen

Diese Kompetenzen können Innenarchitekten helfen, ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen. Sie arbeiten nämlich oft in Teams mit Architekten und Fachkräften wie Ingenieuren und Baufachleuten zusammen. Das erfordert, dass Innenarchitekten ausgeprägte soziale Kompetenzen mitbringen. Darüber hinaus müssen sie möglicherweise Kunden werben und Kontakt mit Auftragnehmern halten, um Aufträge für ihre Projekte zu vergeben.

Stressresistenz

Innenarchitekten können phasenweise an zahlreichen Projekten gleichzeitig beteiligt sein und zu anderen Phasen wenig bis gar nichts zu tun haben. Ob Arbeit vorhanden ist, hängt von der Auftragslage bzw. von den aktuellen Marktbedingungen ab. Falls viele Aufträge gleichzeitig fällig werden, müssen Innenarchitekten auch unter hohem Stress effektiv arbeiten können. Zu dieser Fähigkeit gehört auch ein ordentliches Zeitmanagement bzw. Organisationsfähigkeiten, um Aufgaben angemessen aufzuteilen und innerhalb der Fristen alle Tätigkeiten abzuschließen.

Flexibilität

Projekte laufen nicht immer nach Plan und es kann zu unerwarteten Situationen kommen. Unter Umständen müssen Innenarchitekten dann ihre Pläne neu aufsetzen bzw. optimieren, um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Auch neue Anforderungen von anderen Fachkräften im Projekt können zu einer Planänderung führen.

Welche Karrierechancen haben Innenarchitekten?

Wer als berufstätiger Innenarchitekt bzw. Innenarchitektin auf der Karriereleiter aufsteigen möchte, hat zahlreiche Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln. Beispielsweise können Innenarchitekten sich auf eine bestimmte Branche spezialisieren, um in dieser als Experte zu gelten und letztlich ein höheres Gehalt zu erhalten. So gibt es Spezialisten der Innenarchitektur im Medizinbereich, die die Innenräume von Krankenhäusern und Arztpraxen gestalten und sich auf diese Branche spezialisiert haben.

Eine Möglichkeit sich abseits vom Angestelltendasein weiterzuentwickeln, bietet die Selbstständigkeit. Wer ein Planungsbüro hat, kann unter Umständen lukrative Aufträge erhalten und deutlich über dem Durchschnittsgehalt verdienen. Das erfordert allerdings weitere Kompetenzen wie Marketingkenntnisse, um Aufträge zu generieren. Auch sind erweiterte Kommunikationsfähigkeiten notwendig, um sich ein Netzwerk von lukrativen Auftraggebern aufzubauen. Innenarchitekten können aber auch innerhalb eines Unternehmens als Angestellte aufsteigen, indem sie zum Beispiel zum Projektleiter bzw. zur Projektleiterin werden. Dann übernehmen sie mehr Verantwortung und kümmern sich beispielsweise um die Einhaltung von unterschiedlichen Fristen und die Koordination von Personal. Auch dann kann das Gehalt deutlich über dem Durchschnitt liegen.

Promotion

Innenarchitekten können auch promovieren und sich Doktor der Innenarchitektur nennen. Dann können sie beispielsweise an Universitäten und Fachhochschulen unterrichten und der neuen Generation ihr theoretisches und praktisches Wissen weitergeben.

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