Jobsuche

Wie wird man Diplomat*in? Voraussetzungen und Berufsbild

Diplomaten sind Personen, die gute Beziehungen zwischen ihrem Herkunftsland und Ländern auf der ganzen Welt pflegen. Außerdem sind Sie Unterhändler, die ihre Bürger*innen im Ausland schützen. Um Diplomat*in zu werden, müssen Sie über wichtige Fähigkeiten, Kenntnisse der Außenpolitik und Erfahrung verfügen, um mit verschiedenen Ländern und Kulturen auf der ganzen Welt umgehen zu können. In diesem Artikel beschreiben wir die Rolle von Diplomaten und erklären, wie genau Sie Diplomat*in werden können.

Was ist ein Diplomat bzw. eine Diplomatin?

Diplomat*innen sind Repräsentanten ihrer Regierung im Ausland. Es handelt sich um verbeamtete Beschäftigte, die im auswärtigen Dienst arbeiten und in der Regel mit anderen Ländern verhandeln. Die bekanntesten und höchsten Diplomaten sind die Außenminister der jeweiligen Länder. Sie arbeiten zwar im eigenen Land, jedoch sind sie auch viel im Ausland unterwegs. Ihre Hauptaufgabe ist die Kommunikation mit anderen Außenminister*innen, um Probleme zwischen den Ländern zu besprechen und zu lösen. Zu diesem Zweck hat zum Beispiel Deutschland fast in jedes Land der Welt einen Diplomaten bzw. eine Diplomatin gesandt. Auch befinden sich in Deutschland ebenso viele Diplomat*innen aus dem Ausland, um ihre Länder in der Bundesrepublik zu vertreten.

Diplomat*innen sind insbesondere auf ihre kommunikativen Fähigkeiten angewiesen, um Probleme zwischen Ländern anzusprechen, ohne dabei die Gegenseite bloßzustellen oder zu verletzen. Die diplomatische Sprache gilt daher als eine besondere Kunst, die viel Talent und Feingefühl erfordert. Die diplomatischen Beziehungen sind weltweit durch einen Vertrag geregelt, dem fast alle Länder zugestimmt haben. In diesem Dokument werden die rechtlichen Bedingungen für Diplomat*innen geregelt. Darin ist beispielsweise der diplomatische Status erklärt.

Welche Aufgaben haben Diplomaten?

Diplomat*innen sind Beamte, die die Interessen ihres Landes im Ausland vermitteln und organisieren. Die Bundesrepublik führt diplomatische Beziehungen zu über 150 Ländern auf der Welt und Diplomaten helfen, diese Beziehungen zu pflegen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört die Kontaktaufnahme zu gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Repräsentanten und Vertretern von Regierungen. Diplomaten haben die Hauptaufgabe, die deutschen Interessen und politischen Ansichten im Gastland zu repräsentieren und mehr über die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Interessen des jeweiligen Landes zu erfahren, um diese Informationen dann an die deutschen Behörden weiterzuleiten.

In der Europa- und Außenpolitik arbeiten Diplomaten zum Beispiel daran, die Menschenrechte zu wahren und weltweite Umweltprobleme zu besprechen. Sie haben aber auch wirtschaftliche Aufgaben und sorgen dafür, dass Deutschland anderen Länder bei der wissenschaftlich-technologischen Entwicklung hilft und auch selbst Hilfe erhält. So sind Diplomaten Vertreter der wirtschaftlichen Interessen im Ausland und fördern die gegenseitigen Beziehungen, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Land zu unterstützen. Auch helfen sie privaten und staatlichen Einrichtungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und planen und koordinieren Projekte, die dieses Ziel fördern.

Wissenschaftlicher und kultureller Austausch

Länder arbeiten auch im Bereich der Wissenschaft miteinander und profitieren von gegenseitigem Austausch in unterschiedlichen wissenschaftlichen Feldern. Deshalb gibt es zum Beispiel Austauschprogramme und Wissenschaftsabkommen, die Diplomaten aufbauen und abschließen, um den wissenschaftlichen Fortschritt im eigenen Land zu fördern. Gleichzeitig sind Diplomaten auch Vermittler, die mit einzelnen ausländischen Wissenschaftler*innen in Kontakt treten können, um den Beziehungsaufbau mit eigenen Wissenschaftlern zu unterstützen.

Zwischen Ländern ist aber auch der kulturelle Austausch wichtig, um die friedlichen Beziehungen zu stärken und Vertrauen zwischen Staaten aufzubauen. Diplomaten haben deshalb die Aufgabe, die eigene Bildungs- und Kulturpolitik im Ausland zu vermitteln und zu zeigen, wie die deutsche Kultur und Denkweise bedeutet. Dabei versuchen Diplomaten nicht nur die positiven Seiten des eigenen Landes zu betonen, sondern zeigen auch selbstkritisch, welche Herausforderungen es im eigenen Land gibt. Dadurch vermitteln sie ein authentisches Bild. Zu diesem Zweck können sie zum Beispiel Lesungen, Ausstellungen, Konzerte und andere Veranstaltungen mit deutschen Persönlichkeiten organisieren. Gleichzeitig haben sie die Aufgabe, die Kultur des Gastlandes zu verstehen und den Kulturimport zu unterstützen.

Aufgaben im Inland

Falls Diplomaten nicht im Ausland, sondern in der Zentrale des auswärtigen Amtes in Deutschland arbeiten, können die täglichen Aufgaben deutlich unterschiedlicher sein. Dann treten sie weniger mit anderen Menschen in Kontakt und übernehmen verstärkt bürokratische Aufgaben wie die Auswertung von Auslandsmeldungen- und berichten, das Ausarbeiten von Strategien für politische Entscheidungen und die Weiterleitung von Informationen an die Diplomaten im Ausland.

Welche Voraussetzungen haben Diplomaten?

Wenn Sie Botschafter*in werden möchten, gibt es klare und strikte Voraussetzungen, die von dem auswärtigen Amt definiert werden. Beispielsweise müssen alle Kandidat*innen ein abgeschlossenes Studium mit mindestens einem Masterabschluss haben. Außerdem müssen alle Bewerber beim auswärtigen Amt Deutscher bzw. Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sein. Zudem müssen Kandidaten über hervorragende Englischkenntnisse auf dem C1-Niveau verfügen und grundlegend französisch oder folgende Sprachen sprechen können: Arabisch, Bosnisch, Chinesisch, Farsi, Japanisch, Koreanisch, Kroatisch, Polnisch, Russisch, Serbisch, Spanisch oder Türkisch.

Des Weiteren müssen Bewerber*innen auch eine außerordentliche körperliche Gesundheit mitbringen, die vor der Einstellung von einem Arzt untersucht und bestätigt werden muss. Denn Kandidaten müssen „tropentauglich“ sein, weil Diplomaten letztlich überall auf der Welt eingesetzt werden können. Bewerber mit den richtigen Voraussetzungen müssen ein Auswahlverfahren durchlaufen und einer Sicherheitsprüfung unterzogen werden. Dabei werden persönliche und familiäre Hintergründe strengstens überprüft. Außerdem müssen Kandidaten bereit sein, flexibel im Inland und Ausland eingesetzt zu werden. Bewerber mit relevanten Sprachkenntnissen und kulturellen Kompetenzen werden bevorzugt. Auch Personen mit Migrationshintergrund und Frauen können bevorzugt eingesetzt werden.

Welche persönlichen Fähigkeiten sollten Diplomaten haben?

Diplomaten arbeiten mit den unterschiedlichsten Menschen und haben vielfältige Vermittlungsaufgaben, weshalb sie zahlreiche persönliche Fähigkeiten mitbringen müssen. Dazu gehört sowohl eine hohe intellektuelle Leistungsfähigkeit als auch ein ausgeprägtes politisches Verständnis. Weitere Soft Skills von Diplomaten können sein:

Lebenslange Flexibilität

Diplomaten können lebenslang auf der ganzen Welt eingesetzt werden und ihren Dienstort nicht selbst wählen. Manche werden in Urlaubsgebieten benötigt und sind für mehrere Jahre dort tätig, während andere Diplomaten in Krisengebieten und Entwicklungsländern arbeiten. Die Posten werden auch regelmäßig gewechselt, weshalb Kandidaten äußerst flexibel sein müssen. Denn ständige Reisen im Im- und Ausland können auf Dauer herausfordernd für das Familienleben und die Freizeitgestaltung sein. Zur räumlichen Flexibilität kommt auch die persönliche Anpassungsfähigkeit hinzu. Denn Diplomaten müssen sich unterschiedlichen Kulturen, rechtlichen Rahmenbedingungen und Sprachen anpassen.

Verständnis für gesellschaftliche und politische Zusammenhänge

Diplomaten benötigen als Vertreter ihres Landes ein ausgeprägtes Verständnis für politische und gesellschaftliche Zusammenhänge. Schließlich müssen sie die eigenen politischen Interessen auf kultureller, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene verstehen und auch die Interessen des Gastlandes nachvollziehen, um erfolgreich zwischen den Ländern zu vermitteln. Dieses Verständnis kann Diplomaten auch helfen, die kulturellen Ansichten der Gegenseite zu verstehen und angemessen mit ihr zu kommunizieren.

Kommunikations- und Sprachtalent

Diplomat*innen sind Meister der diplomatischen Sprache und können Probleme, Herausforderungen und eigene Interessen ansprechen, ohne die Gegenseite bloßzustellen. Sie berücksichtigen dabei die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Hintergrunde des Gesprächspartners bzw. der Gesprächspartnerin und lenken Diskussionen geschickt, um die Interessen des eigenen Landes durchzusetzen. Das erfordert Kommunikationstalent. Es wird aber auch benötigt, wenn Diplomaten in der Vermittlerrolle sind, um die Ansichten von zwei Seiten zu verstehen und einen Kompromiss auszuhandeln. Zudem müssen sie bereits bei ihrer Einstellung über ausgeprägte Sprachkenntnisse verfügen. Ein angeborenes Sprachtalent kann deshalb hilfreich sein.

Strategiefähigkeit

Länder haben Interessen und entwickeln bzw. verfolgen Strategien, um diese durchzusetzen. Diplomaten spielen dabei eine wichtige Rolle, weil all ihre Handlungen im Arbeitsalltag auf diesen Strategien basieren. Sie müssen geschickt und vorausschauend agieren, um die Strategien des eigenen Landes zu entwickeln, zu optimieren und letztlich zum Erfolg zu führen.

Interkulturelle Kompetenz

Da Diplomaten in der Regel ständig im Ausland unterwegs sind und sich fremden Kulturen und Gepflogenheiten anpassen müssen, benötigen sie eine hohe interkulturelle Kompetenz. Sie müssen in der Lage sein, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Kulturen und Handlungs- und Denkweisen von anderen Ländern zu verstehen, um vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Kandidaten sollten deshalb auch ein starkes Interesse an unterschiedlichen Kulturen mitbringen und lernbereit sein.

Durchsetzungsfähigkeit

Obwohl Diplomaten in der Regel vorsichtig und zurückhaltend agieren, um mithilfe der diplomatischen Sprache die Interessen des eigenen Landes zu vertreten, müssen sie gleichzeitig durchsetzungsfähig sein. Schließlich verfolgen sie klare Ziele, wenn sie im Ausland unterwegs sind, um das eigene Land zu vertreten. In Kontakt mit Diplomaten anderer Länder und Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft begegnen sie ständig Situationen, in denen sie auf die eigenen Interessen und roten Linien bestehen müssen. Das erfordert ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit.

Was verdienen Diplomaten?

Diplomaten mit herausragenden persönlichen Qualitäten können Spitzenämter im Im- und Ausland besetzen und genießen hohes Ansehen. Die Gehälter gelten im Vergleich zu vielen anderen Berufen als hoch. Die Höhe des Gehalts hängt davon ab, in welcher Besoldungsgruppe eine Person ist. Nach dem Abschluss des Vorbereitungsdienstes werden Diplomaten auf Lebenszeit verbeamtet. Während des Vorbereitungsdienstes im Inland erhalten zum Beispiel ledige Anwärter*innen 1534,68 € brutto im Monat. Dieser Betrag kann sich noch einmal erhöhen, wenn Kandidaten einschlägige berufliche Erfahrung mitbringen. Dann steigt das Gehalt um 25 %. Anwärter*innen mit zweitem juristischem Staatsexamen erhalten sogar 50 % mehr auf das Grundgehalt. Ebenso bekommen Verheiratete oder Personen mit eingetragener Lebenspartnerschaft bzw. Kindern mehr Gehalt.

Nach dem Einstieg erhalten Mitarbeiter*innen in der Zentrale in Berlin oder Bonn 4592,40 € brutto im Monat, wenn sie ledig sind. Wer verheiratet bzw. zwei Kinder hat, erhält 4992,82 € monatlich. Im Auslandseinsatz verdienen Diplomat*innen noch einmal deutlich mehr. Beispielsweise beträgt das Einstiegsgehalt an der Botschaft in London 5976,07 € im Monat. Wer noch weiter weg von zu Hause arbeitet bzw. in Krisengebieten unterwegs ist, kann fast das Doppelte von diesem Betrag bekommen.

Mehr dazu

Mehr zum Thema 

Wie wird man Kriminologe bzw. Kriminologin?

Alles, was Sie über die Karriereplanung als Kriminolog\*in wissen müssen und welche Berufsaussichten es gibt, lesen Sie hier.

Wie wird man Apotheker*in?

In diesem Artikel erfahren Sie, wie man Apotheker\*in wird und welche Voraussetzungen und Aufgaben es in diesem Beruf gibt.