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So bringen Sie Ihr Team durch eine Krise

Wenn Sie angemessene Maßnahmen ergreifen, um Ihr Team durch eine Krise – wie die Coronakrise – zu führen, gibt das Mitarbeitern ein beruhigendes Gefühl. Außerdem stärken Sie damit die mentale Verfassung Ihres Teams in einer unsicheren und herausfordernden Zeit. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern zeigen, dass Ihnen und dem Management ihre Gesundheit und Sicherheit am Herzen liegen, kann dies auch die Produktivität und Loyalität der Mitarbeiter fördern.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihr Team durch die aktuelle Krise bringen, und erhalten Tipps, die auch nach der Krisenzeit noch relevant sind.

Warum ist gutes Management in Krisenzeiten so wichtig?

Krisen führen zu Unsicherheit. Wir alle haben Fragen und versuchen, Antworten zur Coronakrise zu finden. Dabei sind wir Unmengen von Informationen ausgesetzt, die sich häufig ändern und nicht immer fundiert sind. In einer solchen Zeit betrachten Arbeitnehmer Führungskräfte als Quellen der Stabilität, Wahrheit und Unterstützung. Gute Führungskräfte sorgen für eine regelmäßige und offene Kommunikation, damit Mitarbeiter in dieser schwierigen Zeit, die sich sowohl auf das Privat- als auch das Arbeitsleben auswirkt, informiert sind und ruhig bleiben.

So bringen Sie Ihr Team durch eine Krise

Mit diesen Tipps führen Sie Ihr Team effektiv durch die Coronakrise:

1. Bleiben Sie positiv, aber realistisch

Viele Unternehmen passen sich angesichts des wirtschaftlichen Umbruchs, den die Pandemie verursacht, schnell an. Wenn Sie dabei positiv bleiben, sind Sie ein gutes Vorbild für Ihr Team. Es ist wahrscheinlicher, dass Ihre Mitarbeiter produktiv im Homeoffice weiterarbeiten, wenn sie sehen, dass ihre Führungskräfte nicht in Panik geraten.

Akzeptieren Sie Situationen und Umstände, die Sie sowieso nicht ändern können. So fällt es Ihnen leichter, einen kühlen Kopf zu bewahren, um Ihre Unternehmensstrategie proaktiv an die veränderte Wirtschaftslandschaft anzupassen und fundiertere Entscheidungen zu treffen.

2. Vertrauen Sie auf glaubhafte Informationen

Helfen Sie Ihrem Team dabei, Fakten von Emotionen zu trennen, um auch in Krisenzeiten ruhig und gelassen zu bleiben. Stellen Sie Informationen aus glaubwürdigen Quellen wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zusammen und teilen Sie diese mit Ihren Mitarbeitern über das Intranet oder regelmäßig per E-Mail oder Videokonferenz. Erklären Sie dabei auch, welche Auswirkungen die Empfehlungen dieser Institutionen haben – auf die Arbeit Ihrer Mitarbeiter und den Betrieb Ihres Unternehmens.

Außerdem sollten Ihre Führungskräfte Ihre Mitarbeiter regelmäßig und deutlich über wichtige Ereignisse und Veränderungen informieren. Ihr Unternehmen durchlebt in dieser Zeit eine Vielzahl von Veränderungen. Eine transparente und regelmäßige Kommunikation beantwortet etwaige aufkommende Fragen und sorgt dabei dafür, dass Ängste vor diesen Veränderungen gelindert werden.

3. Kommunizieren Sie über geeignete Kanäle

Jede Art von Sozialkontakt in dieser von Selbstisolation geprägten Zeit tut gut. Kommunizieren Sie mit Ihren Mitarbeitern daher täglich per Chat, einmal pro Woche per E-Mail und alle zwei Wochen oder monatlich per Videokonferenz, informieren Sie sie dabei über wichtige Themen und beantworten Sie ihre Fragen. Indem Sie Informationen über mehrere Kanäle teilen und regelmäßig wiederholen, sorgen Sie dafür, dass alle Mitarbeiter wissen, wie es zukünftig weitergeht.

4. Zeigen Sie, dass Sie vorbereitet sind

Erklären Sie Ihren Mitarbeitern, wie Ihr Unternehmen plant, durch die Krise zu kommen. Entscheiden Sie sich vielleicht dazu, Dienstreisen abzusagen oder zu beschränken. Oder beschließen Sie, dass alle Mitarbeiter, die sich nicht gut fühlen, oder sogar die gesamte Belegschaft im Homeoffice arbeiten sollen. Sollte Homeoffice nicht möglich sein, dann kommunizieren Sie Ihren Mitarbeitern deutlich, wie Sie sie am Arbeitsplatz schützen wollen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Sie den Abstand zwischen den Arbeitsplätzen vergrößern, die Anzahl der Mitarbeiter in einem Raum beschränken und Gegenstände, Oberflächen sowie Räume, die oft frequentiert werden, regelmäßig reinigen.

Wenn von Seiten der Behörden die Schließung Ihres Unternehmens angeordnet wurde und Sie Ihre Tätigkeit nicht wie gewohnt ausüben können, sollten Sie auch dies transparent und deutlich an Ihr Team kommunizieren. Nur so geben Sie Ihren Mitarbeitern das Vertrauen, dass ihr Arbeitsplatz sicher ist.

5. Seien Sie präsent und für Mitarbeiter ansprechbar

In Krisenzeiten ist es besonders wichtig, dass Führungskräfte präsent und verfügbar sind, um Mitarbeiter durch die Krise zu begleiten. Wenn Sie Geschäftsführer sind, fühlen sich Mitarbeiter möglicherweise nicht wohl dabei, sich direkt an Sie zu wenden, wenn sie vorher kaum oder gar nicht mit Ihnen interagiert haben. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern deshalb, dass und wie Sie erreichbar sind. Ermutigen Sie sie, Sie per E-Mail oder Online-Chat zu kontaktieren, oder legen Sie bestimmte Zeiten fest, in denen sie ihre Fragen und Bedenken per Videokonferenz oder in einem persönlichen Gespräch ansprechen können.

Als Teamleiter können Sie täglich ein kurzes Meeting mit Ihrem Team abhalten. So stellen Sie sicher, dass jeder weiß, was an diesem Tag erreicht werden soll, und dass jeder über die nötigen Ressourcen dafür verfügt. Vergessen Sie aber auch die persönlichen Gespräche nicht. Auf diese Weise können Sie für die individuellen Anliegen Ihrer Mitarbeiter da sein.

6. Sorgen Sie für ein Gemeinschaftsgefühl

Es ist nicht nur möglich, sondern unerlässlich, das Miteinander in Ihrem Unternehmen in Krisenzeiten zu stärken. Sie sollten nicht nur kommunizieren, wie die Abläufe in Ihrem Unternehmen während der Krise aussehen werden, sondern sich auch auf die Auswirkungen der Krise auf die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Teams konzentrieren. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern Gelegenheiten, das Gemeinschaftsgefühl stärken – zum Beispiel durch Teamarbeit, aber auch indem Erfolge, Geburtstage oder Dienstjubiläen (virtuell) gemeinsam gefeiert werden. Ermutigen Sie Ihr Team ebenfalls dazu, direkt aufeinander zuzugehen, um das Miteinander aktiv zu verbessern. Machen Sie Ihre Mitarbeiter außerdem auf unternehmensinterne und externe Ressourcen aufmerksam, die ihnen helfen können, mit den teils überwältigenden Emotionen, die mit einer solchen Krise einhergehen, besser umzugehen.

7. Bitten Sie um Feedback

Bitten Sie Ihre Mitarbeiter um Rückmeldung darüber, wie es ihnen während der Krise ergeht und was Sie tun können, um sie zu unterstützen. Fragen Sie zum Beispiel nach Feedback für logistische Themen (z. B.: „Wie können wir als Unternehmen den technischen Support verbessern?“), aber auch nach Möglichkeiten zur persönlichen Unterstützung („Wie können wir Ihnen dabei helfen, Ihre Work-Life-Balance zu verbessern?“). Auch wenn Sie damit vielleicht nicht alle Bedenken und Sorgen mildern können, zeigt es Ihrem Team, dass Sie auch das persönliche Wohlbefinden – und nicht nur die Leistung – Ihrer Arbeitnehmer als wichtig erachten.

8. Prüfen Sie Ihre Unternehmensrichtlinien

Überprüfen Sie Ihre Unternehmensrichtlinien bezüglich Reisen, Arbeit im Homeoffice, Betriebszeiten, Krankmeldungen oder bezahltem Urlaub. Unter Umständen ist es sinnvoll, Ihre Richtlinien an die Empfehlungen der Bundesregierung anzupassen, um Ihr Team zu schützen. Ihre Mitarbeiter werden zu schätzen wissen, dass Sie ihre körperliche und psychische Gesundheit in den Vordergrund gestellt haben. Das fördert auch die langfristige Loyalität.

9. Schaffen Sie Ressourcen für zukünftige Krisenzeiten

Mit dem Ende der Coronakrise wird der Druck nachlassen. Dann können Sie beurteilen, wie Ihre Unternehmenspolitik und Ihre Abläufe in guten Zeiten sowie in Krisen funktionieren. Setzen Sie zukünftig auf technologische Lösungen, um regelmäßig und über verschiedene Kanäle mit Ihren Mitarbeitern zu kommunizieren. Ermöglichen Sie Schulungsprogramme, die die Belastbarkeit Ihrer Mitarbeiter fördern. So fällt es ihnen leichter, sich auf künftige Herausforderungen vorzubereiten und diese durchzustehen. Veranstalten Sie außerdem regelmäßige Übungen zur Teambildung. Das geht sowohl virtuell als auch vor Ort. So stärken Sie das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitern sowie das Miteinander im Team.

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