Karriereplanung

Gehaltsverhandlung: Tipps und Beispiele

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Wenn Sie mit einem Unternehmen einen Arbeitsvertrag schließen möchten, wird Ihnen meistens ein Gehalt vorgeschlagen. Sollten Sie allerdings das Gefühl haben, dieses Gehalt passt nicht zu Ihrer Ausbildung, Ihrer Position im Unternehmen oder Ihren Fähigkeiten und Stärken, dann sollten Sie einen höheren Betrag aushandeln. Denken Sie auch an Alternativen wie mehr Urlaubstage, eine Provision oder Unternehmensanteile.

Wer sein Gehalt gut verhandelt, sichert sich nicht nur eine gerechte Entlohnung, sondern bereitet auch den Boden für die finanzielle Situation der kommenden Jahre und der gesamten Karriere. Wie bei jeder Fähigkeit braucht man auch fürs Verhandeln Vorbereitung und Übung.

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Wie Sie Ihr Gehalt verhandeln

Hier sind einige hilfreiche Tipps, wie Sie sich am besten auf die Gehaltsverhandlung vorbereiten.

Rechnen Sie zuerst Ihren Marktwert aus

Es ist wichtig, dass Sie den Wert Ihrer Arbeit kennen, bevor Sie in die Verhandlungen einsteigen. Folgende Faktoren beeinflussen das Gehalt:

  • Standort

  • Berufserfahrung

  • Führungserfahrung

  • Bildungsgrad

  • Hierarchieebene

  • Fähigkeiten und Kenntnisse

  • Lizenzen und Zertifikate

Wenn Sie Ihre Gehaltsverhandlung beginnen, rufen Sie sich in Erinnerung, warum Sie eine wertvolle Mitarbeiterin bzw. ein wertvoller Mitarbeiter sind. Nutzen Sie die oben genannten Faktoren als Argumente für Ihr angestrebtes Gehalt.

Recherchieren Sie die Durchschnittsgehälter auf dem Arbeitsmarkt

Im Internet finden Sie diverse Möglichkeiten, sich über Gehälter zu informieren. Zu wissen, was auf dem Arbeitsmarkt üblich ist, hilft Ihnen, Ihre Gehaltsvorstellung zu begründen. Stellen Sie sich dazu die folgenden Fragen:

  • Was ist das bundesdeutsche Durchschnittsgehalt für diese Stelle (oder aber eine Spanne von … bis …)?

  • Was ist der Durchschnitt in Ihrer Region oder Stadt?

  • Was zahlen andere Unternehmen in der Region für eine ähnliche Stelle?

Bereiten Sie sich Stichpunkte vor

In der Gehaltsverhandlung müssen Sie vor allem eine Frage beantworten: Warum glauben Sie, mehr zu verdienen, als der Arbeitgeber anbietet? Ihre Argumente sollten Sie sorgfältig vorbereiten – und zwar so konkret wie möglich. Die folgenden Informationen könnten enthalten sein:

  • Ihr „Track Record“, eine Liste aller bereits erbrachten Erfolge – wenn möglich mit Zahlen hinterlegt

  • Ihre Berufserfahrung in Jahren, besonders wenn Sie über mehr Erfahrung verfügen als gefordert

  • Besondere Fähigkeiten, Kenntnisse oder Zertifikate, vor allem wenn sie in Ihrer Branche sehr gefragt s

Üben Sie mit einer Vertrauensperson

Gehen Sie Ihre Stichpunkte gemeinsam im Gespräch durch und finden Sie heraus, wo Sie Ihre Argumentation noch verbessern sollten. Ein Freund oder eine Kollegin können wertvolles Feedback geben. Alternativ üben Sie vor dem Spiegel oder zeichnen Sie Ihre Argumentation auf Video auf.

Seien Sie selbstbewusst

Wie Sie Ihre Botschaft herüberbringen, ist genauso wichtig, wie welche Worte Sie benutzen. Je selbstbewusster Sie erscheinen, desto eher wird der Arbeitgeber über Ihr Feedback nachdenken. Denken Sie daran: Sie bringen wichtige Kompetenzen und Erfahrungen in die Organisation ein. Der Lohn sollte daher Ihrem Wert entsprechen. Sie sind aufgrund Ihres Marktwerts und Ihrer Recherchen zu üblichen Gehältern zu dem Schluss gekommen, dass Sie ein höheres Gehalt verdienen. Sie können Ihre Forderung durch Ihren „Track Record“ untermauern. Gehen Sie also erhobenen Hauptes in die Gehaltsverhandlung.

Fordern Sie etwas mehr

Eine Grundregel der Gehaltsverhandlung besteht darin, mehr zu fordern, als Ihr eigentliches Ziel ist. Falls Sie dann heruntergehandelt werden, haben Sie immer noch ein akzeptables Ergebnis. Falls Sie eine Gehaltsspanne nennen, wird sich der Arbeitgeber vermutlich am unteren Ende orientieren. Setzen Sie also die kleinere Zahl nicht zu niedrig an.

Weisen Sie auf Ihre Ausgaben hin

Vielleicht entstehen Ihnen weitere Ausgaben durch den neuen Job. Wenn Sie zum Beispiel dafür umziehen müssen, können Sie fragen, ob Ihr neuer Arbeitgeber für die Umzugskosten aufkommt. Gleiches gilt für tägliche Fahrtkosten per ÖPNV oder Auto.

Seien Sie flexibel

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen Ihr Wunschgehalt nicht zahlen kann, gibt es vielleicht andere Möglichkeiten der Entlohnung: Unternehmensanteile, Boni, zusätzliche Urlaubstage oder Homeoffice. Überlegen Sie sich vorher, was für Sie attraktiv ist und auf welche Kompromisse Sie eingehen würden. Haben Sie keine Scheu, nach solchen Alternativen zu fragen. Sie können manchmal mehr wert sein als bares Geld.

Haben Sie keine Angst abzulehnen

Vielleicht geht Ihr Arbeitgeber nicht auf Ihre Mindestforderung ein und bietet auch keine attraktiven Zusatzleistungen als Alternative an. Oder er macht zwar ein höheres Angebot, aber es entspricht nicht annähernd Ihren Vorstellungen. An dieser Stelle müssen Sie sich fragen, ob Sie diesen Job für das geringere Gehalt machen möchten.

Wenn diese Stelle weniger Stress, weniger Anfahrt, mehr Flexibilität oder Freizeit bedeutet, könnte sie trotzdem attraktiv sein. Denken Sie aber auch daran, dass dieses Gehalt sich vermutlich für mindestens ein Jahr nicht erhöhen wird. Sie müssen also längerfristig damit auskommen und zufrieden sein.

Ist das Angebot für Sie nicht attraktiv, sollten Sie es ablehnen und woanders weitersuchen. Sie können sich auch Bedenkzeit erbitten und „eine Nacht drüber schlafen“.

Bedanken Sie sich

Da Sie kurz vor der Einstellung stehen, haben Sie bereits viel Zeit und Mühe in den Bewerbungsprozess gesteckt. Aber auch der Arbeitgeber hat Zeit investiert. Erkennen Sie dies an und bedanken Sie sich dafür. Machen Sie noch einmal deutlich, warum Sie sich auf den Job freuen und was Sie am Unternehmen begeistert, z. B. die Kultur oder das Produkt.

Selbst wenn Sie das Angebot ablehnen, tun Sie das auf freundliche und professionelle Weise. Vielleicht ergeben sich in Zukunft andere berufliche Chancen bei diesem Unternehmen.

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Beispiele für eine Gehaltsverhandlung

Per E-Mail

So können Sie vorgehen, wenn Sie das Thema Gehalt per E-Mail ansprechen möchten:

Sehr geehrte Frau Svensson,

vielen Dank für den Arbeitsvertragsentwurf für die Position der Marketing Direktorin. Ich freue mich sehr, dass Sie mich für diese Stelle in Betracht ziehen und danke Ihnen, dass Sie mir die Details zukommen lassen haben.

Bevor ich zusagen kann, möchte ich das von Ihnen vorgeschlagene Gehalt ansprechen. Wie ich dem Recruiter gegenüber erwähnt habe, verfüge ich über zehn Jahre Berufserfahrung im Digitalen Marketing und hatte in den letzten sechs Jahren Führungspositionen inne. In meiner vorigen Position habe ich durch verschiedene Kampagnen eine Umsatzsteigerung von 25 Prozent erreicht. Aufgrund meiner Erfahrung stelle ich mir ein Gehalt zwischen 125.000 und 130.000 Euro p.a. vor, was etwas mehr ist als die von Ihnen angebotenen 115.000 Euro.

Ich weiß, dass ich Ihrem Unternehmen durch meine Arbeit einen großen Mehrwert bringen kann und Sie dabei unterstützen kann, die Umsatzerwartungen dieses Jahres zu übertreffen. Bitte lassen Sie uns daher über das Gehalt sprechen.

Über einen Termin würde ich mich sehr freuen.

Mit besten Grüßen
Olivia Kaufmann

Persönlich oder telefonisch

So können Sie an die Gehaltsverhandlung herangehen, wenn Sie persönlich oder per Telefon sprechen:

„Haben Sie vielen Dank für die Übersendung der Unterlagen für die Position zum Regionalleiter Verkauf. Ich freue mich sehr über diese Chance und bin Ihnen dankbar, dass Sie mich für diese Stelle in Betracht ziehen. Ich glaube an Ihr Produkt und denke, dass ich Ihnen helfen kann, noch bessere Ergebnisse zu erzielen.

Bevor ich Ihr Angebot annehmen kann, möchte ich jedoch das vorgeschlagene Gehalt ansprechen.

Wie ich im Vorstellungsgespräch erwähnt hatte, habe ich über zwölf Jahre Erfahrung im Verkauf, davon acht Jahre im Vertrieb von Medizintechnik. Ich verfüge auch über zwei Jahre mehr Führungserfahrung, als in der Stellenanzeige gefordert waren. In meinem letzten Job habe ich die Monatsziele um 15 Prozent übererfüllt, und das zwei Jahre lang. Ich habe auch die drei größten Kunden in der Unternehmensgeschichte geholt.

Aufgrund meiner Erfahrung und Expertise stelle ich mir ein Jahresgehalt von 90.000 bis 110.00 Euro vor. Ich wäre aber auch bereit, über alternative Entlohnungen zu sprechen wie Aktien oder Leistungsboni.“

Die Gehaltsverhandlung ist ein entscheidender Schritt im Einstellungsprozess. Nehmen Sie sich die Zeit, über das Gehalt zu sprechen und helfen Sie dem Arbeitgeber, den Mehrwert zu verstehen, den Sie in das Unternehmen einbringen. Je öfter Sie das Verhandeln üben, desto besser werden Sie darin. Mit den oben beschriebenen Tipps können Sie selbstbewusst und gut vorbereitet in das Gespräch gehen und sich das Gehalt sichern, das Ihnen entspricht.

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