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Kommunikationsmodelle anwenden: Ein Leitfaden für Einsteiger

Kommunikationsfähigkeiten stellen seit jeher eine Voraussetzung für eine gesunde Beziehung am Arbeitsplatz oder in sozialen Kreisen dar. Sprachexperten klassifizieren Kommunikation als sogenannte Soft Skills oder zwischenmenschliche Kompetenz. Dies sind wichtige Elemente für Ihren Lebenslauf und um Ihr Vorstellungsgespräch zu bestehen.

Doch was sind Kommunikationsmodelle und wie kommunizieren Sie besser? In diesem Artikel gehen wir auf die gängigen wissenschaftlichen Modelle ein und vertiefen diese anhand von Beispielen.

Die Rolle von Kommunikationsmodellen

Die Rolle des Kommunikationsmodells darin besteht, für Klarheit in der Kommunikation zu sorgen. Daher beantworten Kommunikationsmodelle die folgende Frage explizit: Wer sagt was zu wem und warum?

Lassen Sie uns das kurz an einem Beispiel aufzeigen. Zu sagen „Ich bin müde.“ oder zu gähnen, bedeutet, dass Sie müde sind. Der Ausruf „Autsch“ oder eine Grimasse zeigen, dass Sie gerade Unbehagen verspüren. Solche einfachen Nachrichten entschlüsseln die meisten von uns mit Leichtigkeit.

Wir machen uns meist keine Gedanken über Kommunikation, sobald wir erlernt haben, zu sprechen, zu schreiben und Computer zu benutzen. Wir tauschen permanent Nachrichten aus. Eine gelungene Kommunikation umfasst jedoch mehr als das. Sprachtheoretiker beabsichtigen daher, dieses Mehr in Kommunikationsmodellen zu beschreiben.

Nicht alle Kommunikation ist so einfach wie die obigen Beispiele. Im Arbeitsalltag, besonders in sehr wettbewerbsorientierten Umgebungen oder in Führungsrollen, aber auch im politischen Kontext wird sie schnell komplizierter. Es werden unterschwellige Nachrichten versandt oder Sender und Empfänger interpretieren Nachrichten völlig unterschiedlich. Die Folgen können Sie sich vorstellen. Beschäftigen Sie sich als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber daher mit der Thematik, um Fallstricken auszuweichen.

Was sind Kommunikationsmodelle?

Ein Modell bezieht sich auf eine visuelle Darstellung, die verschiedene Teile eines Prozesses beschreibt.

Der Kommunikationsprozess selbst beginnt mit einer Unterhaltung zwischen Sender und Empfänger. Wird die Kommunikationsmethode synchron zur bildlichen Darstellung präsentiert, sprechen Wissenschaftler von einem Kommunikationsmodell. Mit anderen Worten: Das Kommunikationsmodell ist definiert als eine bildliche Darstellung des Kommunikationsprozesses.

Übersicht zu Kommunikationsmodellen

Ein einfaches Kommunikationsmodell besteht aus einem Sender, einer Nachricht und einem Empfänger. Bei diesem Modell teilen sich Sender und Empfänger den gleichen Raum. In diesem Grundlagenmodell fehlen jedoch einige andere wichtige Komponenten der Kommunikation. Indem wir diese Teile in den Kommunikationsprozess einbeziehen, erhalten wir ein umfassendes Kommunikationsmodell.

Werfen wir nun einen kurzen Blick auf die drei bekannten klassischen Kommunikationsmodelle.

1. Lineares Kommunikationsmodell

Bei diesem Einwegkommunikationsmodell schickt der Sender eine Nachricht direkt zum Empfänger: Sei es eine Benachrichtigung, eine Information oder ein Befehl. Die Informationen werden von einem Ort zu einem anderen oder zu vielen Orten gleichzeitig übermittelt. Der Empfänger sendet kein Feedback zurück und besitzt eine passive Rolle.

Die Einwegkommunikation dient in erster Linie dazu, aktuelle Informationen, einschließlich des Wetters, Einzelheiten über die jüngsten Katastrophen, Programme und öffentliche Äußerungen auf Pressekonferenzen sowie über Radio und Fernsehen einseitig zu übermitteln.

Wie bei der Zweiwegkommunikation können Absender und Empfänger nicht nur Einzelpersonen sein, sondern auch Computer oder elektronische Systeme. Es geht darum, die Nachricht kodiert zu versenden und sie dem Empfänger, selbst bei vorhandenen Störungen, sogenanntem Rauschen, über den entsprechenden Kanal zu übermitteln. Das bedeutet, dass das Gespräch immer zu einem eindeutigen Zeitpunkt beginnt und endet.

Ein großer Nachteil dieses Modells ist der fehlende Input des Empfängers. Bei dieser Art von Modell ist die Quelle der Nachricht das aktive Mitglied; der Empfänger bleibt passiv.

2. Transaktionsmodell

Transaktionsbezogen bedeutet Interaktion oder Austausch zwischen Menschen. Dieses Konzept geht von den grundlegenden Konzepten eines Austauschs aus

Das Modell der transaktionalen Kommunikation bezieht sich auf die Übertragung von Nachrichten oder Informationen zwischen dem Sender und dem Empfänger, wobei diese abwechselnd Nachrichten senden oder empfangen. Es ist das gängigste Kommunikationsmodell, da auch unsere täglichen Erfahrungen transaktionale Modelle darstellen.

Sofern die Teilnehmer aus einem ähnlichen Umfeld kommen, sich kennen und das gleiche soziale System teilen, führt das Transaktionsmodell zu erfolgreicher Kommunikation. Jede Person reagiert je nach ihrem Hintergrund, ihrer Erfahrung, Einstellung, kulturellen Überzeugungen und ihrem Selbstwertgefühl. Die richtige Wahl des Kanals verbessert die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit der kommunizierten Botschaft.

3. Interaktives Kommunikationsmodell

Dieses ist oftmals auch als kollaborative Kommunikationsmodell bekannt. Bei diesem Modell tauschen Sender und Empfänger kontinuierlich Nachrichten und Ideen aus. Der Kreislauf der Kommunikation findet verbal und nonverbal zwischen Mensch und Maschine statt.

Die Quelle der Information sendet eine Nachricht an den Empfänger und der Empfänger überträgt dann eine Nachricht an den ursprünglichen Sender. Das Modell unterstreicht die Bedeutung von Feedback, was bedeutet, dass die Kommunikation ein zweiseitiger Prozess ist. Die beiden Teilnehmer übermitteln Daten hin und her, anstatt Informationen in einer Richtung vom Absender zum Empfänger zu senden.

Der Pionier der Kommunikation, Wilbur Schramm, schlug vor, dass sowohl der Sender als auch der Empfänger die Botschaft interpretieren, anstatt die Bedeutung der Botschaft objektiv zu bestimmen. Dennoch erfolgt das Feedback in diesem Modell nicht sofort und nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch.

Das interaktive Kommunikationsmodell ist das komplexeste und besitzt die meisten Elemente:

  • Der Sender und der Empfänger dienen sowohl als Codierer als auch als Decoder der Nachrichten.
  • Feedback ist dabei die Antwort auf eine von der Quelle gesendeten Nachricht.
  • Die Erfahrung und das Fachwissen, welche die Erstellung und Wahrnehmung einer Botschaft beeinflussen, heißen Felderfahrung. Der ökologische, psychologische, soziale und situative Kontext, in dem Sender oder Empfänger die Botschaft formen und interpretieren, prägt dieses Bewusstsein und diese Expertise.
  • Das Lärmprinzip und Kommunikationshindernisse werden ebenfalls vom interaktiven Modell berücksichtigt. Zu den Barrieren gehören Sprache, Netzwerkprobleme und eine kleine Auswahl an Kanälen, die das Kommunikationsmodell beeinflussen.

Zu den Beispielen für interaktive Kommunikationsmodelle gehören soziale Medien, Internet, digitales Marketing, Geldautomaten, Chatrooms, Online-Shopping usw.

Vergleich der Kommunikationsmodelle

Menschen verwenden lineare, transaktionale und interaktive Modelle zur Kommunikation. All diese Modelle weisen zwar gewisse Gemeinsamkeiten auf, aber auch erhebliche Unterschiede.

Das Modell der direkten Kommunikation besteht aus einem Sender, der eine Nachricht verschlüsselt und sie über einen Kanal an den Empfänger sendet. Feedbackelemente, die den kontinuierlichen Informationsaustausch anzeigen, ist in diesem Modell nicht vorhanden. Das lineare Modell als Einwegkommunikationsmodell beschreibt somit die Massenkommunikation am besten. Die Botschaft wird über einen Sender, beispielsweise über Radio oder Fernsehen, an ein Publikum übertragen, das die Botschaft dann empfängt und entschlüsselt.

Andererseits veranschaulicht das interaktive Modell, dass Interaktion ein Aspekt der Kommunikation ist. Das interaktive Modell besitzt somit eigentlich zwei lineare Modellverläufe, die in entgegengesetzte Richtungen aneinandergereiht sind. Der Sender überträgt die Nachricht über einen Kanal an den Empfänger; der Empfänger sendet dann eine Nachricht an den ursprünglichen Sender. Dieser Prototyp beinhaltet auch Feedback. Hier zeigt sich, dass Kommunikation kein Einwegmechanismus ist, wie es das lineare Modell angibt.

Im Transaktionsmodell ist kein Sender oder Empfänger definiert. Der Gesprächspartner wird stattdessen als A oder B bezeichnet. Der beste Ansatz stellt dabei die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht dar. Zudem erlaubt das Transaktionsmodell es dem Sender und dem Empfänger, Nachrichten gleichzeitig zu übertragen. Dieses Modell trägt zu unserem Kommunikationsverständnis bei, denn die Rückverfolgung der Quelle einer Botschaft stellt stets eine Herausforderung dar. Das Transaktionsmodell hat kein Sender- oder Empfängerelement und ist daher einfacher zu handhaben.

Das Transaktionsmodell unterscheidet sich deutlich von anderen Modellen, weil die Kommunikation eher zirkulär als linear oder halbkreisförmig erfolgt. Dieses zyklische Verhalten betont, dass es nicht nur eine Frage der Decodierung ist, um eine Nachricht zu erhalten, sondern auch ein Problem der Interpretation der Nachricht. Das Transaktionsmodell zeigt auf, dass die Sender- und Empfängerrollen zwischen den Kommunikatoren austauschbar sind, im Gegensatz zu den linearen und interaktionalen Modellen.

Insgesamt verbessern alle drei oben genannten klassischen Modelle unser Verständnis des Kommunikationsprozesses. Das lineare Modell zeigt, dass Kommunikation nicht immer eine Zwei-Wege-Operation ist. Ebenso wenig impliziert das interaktive Modell, dass die Kommunikatoren immer Sender oder Empfänger sind.

Wie bei allen Modellen, so gilt auch bei Kommunikationsmodellen: Sie sind nur Modelle. Sobald im System bloß eine unscheinbare neue Variable auftritt, kann dies zu Nuancen führen, die sämtliche Kommunikationsmodelle überschatten. Versuchen Sie nun, diese Modelle auf eine entsprechende Situation anzupassen, werden dies schnell wesentlich anspruchsvoller als das Ursprungsmodell. Daher gilt: Absender und Empfänger sollten immer deutlich machen, was sie besprechen und den Nachrichtenkontext klären.

Zuletzt gilt es zu berücksichtigen, welche Art von Kommunikation Sie unter verschiedenen Umständen verwenden. Jedes Kommunikationsmodell spielt eine bedeutende Rolle bei der Übermittlung von Informationen. Die Wahl eines geeigneten Modells stellt eine sensible Frage dar – sie ist von Bräuchen, Werten, Bildungshintergrund und Überzeugungen des Publikums abhängig.

Kommunikationsmodelle anwenden

Wir dürfen nicht vergessen, dass jeder Mensch in seiner Persönlichkeit einzigartig ist. Unsere Meinungen sind sehr unterschiedlich, weil Menschen unterschiedliche Wahrnehmungen und emotionale Reaktionen auf Botschaften haben. Bisherige Erfahrungen beeinflussen die Art und Weise, wie wir Gesten, Worte, Bilder und Geräusche interpretieren. Das führt zu einer vielfältigen Verschlüsselung, Zustellung, Annahme und Interpretation von Nachrichten.

Kommunikationsmodelle stellen Ergebnisse einer umfassenden Analyse verschiedener Aspekte der Kommunikation dar. Ein Kommunikationsmodell bietet eine detaillierte Beschreibung eines Rahmens, der den Menschen hilft, ähnliche Systeme zu verstehen. Beachten Sie die folgenden relevanten Punkte zur Bedeutung und Anwendung von Kommunikationsmodellen:

  • Kommunikationsmodelle helfen, die Komponenten und Beziehungen des Kommunikationsprozesses zu definieren und zu verstehen.
  • Modelle sind unterschiedliche Konzepte und Perspektiven auf verschiedene Kommunikationsformen, die uns in die Lage versetzen, einen effizienten Kommunikationsrahmen zu entwerfen. Sie dienen als Stimuli für Kommunikationsforscher und -studenten.
  • Kommunikationsmodelle finden Einsatz in der Marketinganalyse und Forschung.
  • Kommunikation ist komplizierter Prozess. Ein Modell hilft, diese Komplexität zu vereinfachen.
  • Modelle prognostizieren eine effizientere Kommunikation in der Zukunft. Sie sagen oft einen bestimmten Kommunikationsprozess voraus und entscheiden so quasi über Erfolg oder Misserfolg.
  • Modelle veranschaulichen ein Phänomen auf vereinfachte Weise, indem sie Details hervorheben.
  • Mithilfe von Kommunikationsmodellen untersuchen wir reale Probleme und vermeiden mögliche Konflikte.
  • Die Vermittlung von Kommunikationsmodellen bietet Struktur, um die Rolle der Medieninformationskompetenz beim Lehren und Lernen zu visualisieren. Solche Modelle bieten die Möglichkeit, die Verantwortlichkeiten von Lehrern, Studenten, Medien, Bibliotheken und Archiven genau zu analysieren.

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