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Was ist ein Scrum-Sprint?

Im Bereich der digitalen Produkt- und Serviceentwicklung ist die Methodik, die eingesetzt wird, um bessere Ergebnisse und eine höhere Arbeitseffizienz zu erzielen, von großer Bedeutung. Dabei wird zunehmend die Scrum-Methodik genutzt. Diese Form der Teamorganisation und Arbeitskoordinierung kommt ursprünglich aus der Softwareentwicklung und wird heute vermehrt in multidisziplinären Arbeitsteams eingesetzt, um deren Aufgaben zu optimieren. Hier erfahren Sie, was ein Scrum-Sprint ist und wie Sie diese Methodik anwenden.

Was ist ein Scrum-Sprint?

Ein Scrum-Sprint ist der essenzielle Teil der Scrum-Methode, eine Organisationsform, die zur Aufgabenverteilung in Arbeitsgruppen und Teams eingesetzt wird. Die Kennzeichen der Scrum-Methode sind klar definierte Ziele, effiziente Arbeitsteilung, flache Hierarchien und intensive Teamkommunikation. Der Scrum-Sprint ist der Kern der Scrum-Methode. Er ist eine Maßeinheit, die durch Zeit und Aufgaben definiert wird, um die Arbeit zu vereinfachen und in kleinere Arbeitsschritte zu unterteilen.

Während eines Scrum-Sprints verpflichtet sich das Team, einen Teil des Projekts innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu liefern. Der Zeitrahmen des Sprints dauert normalerweise nicht länger als einen Monat. Damit jeder Sprint erfolgreich ist, muss er gut definiert und gemessen werden. Daher wird ein flexibler Arbeitsplan benötigt, bevor der eigentliche Sprint beginnt. Der Sprint ermöglicht dem Team, die gesamte Konzentration den jeweiligen, einzelnen Prozessschritten zu widmen, wodurch bessere Ergebnisse erzielt werden sollen. Kurz gesagt, der Scrum-Sprint ist der Teil der Methode, der das Scrum-Projekt definiert und somit dazu beiträgt, dass das gesamte Arbeitsprojekt an Geschwindigkeit und Effizienz gewinnt.

Was ist Scrum-Projektmanagement?

Scrum-Projektmanagement ist eine Methodik, die beim Management digitaler Projekte mit dem Ziel angewendet wird, Produkte mit höherer Qualität in kürzerer Zeit zu entwickeln. Scrum ist ein Aspekt des agilen Workflows und folgt den Werten und Prinzipien des agilen Manifests. Um diese Methodik anwenden und die Vorteile von agilen Sprints voll ausschöpfen zu können, ist es wichtig, die folgenden Punkte zu beachten:

1. Definition des Projekts und seiner Ziele

Der erste Punkt der Scrum-Methodik beinhaltet die Definition des Projekts und die Festlegung darüber, welche Ziele und Arbeitsergebnisse erreicht werden sollen. Auch sollte der Sprint selbst genauer definiert werden bzw. was in jedem Sprint getan werden sollte. Dies erledigen Sie allerdings in einem späteren Schritt.

2. Definition der Personen, die an dem Projekt beteiligt sein werden

Als Nächstes wird das Arbeitsteam aufgestellt. Hierbei sollten Sie definieren, welche Personen an dem Projekt teilnehmen und welche Aufgaben sie haben werden. In der Scrum-Methodik gibt es bestimmte Rollen, wie z.B. den Product Owner und den Scrum Master, die von einzelnen Teammitgliedern besetzt werden. Der Product Owner wird für jedes Projekt neu bestimmt. Der Scrum Master ist so etwas wie der Teammanager, bzw. die Teammanagerin. Das Entwicklungsteam ist für die Ausführung der Aufgaben verantwortlich, die vom Product Owner zugewiesenen werden.

3. Aufteilung der Aufgaben in Sprints

An diesem Punkt wird das Projekt in Sprints unterteilt und die Dauer und die Eigenschaften jedes dieser Sprints definiert. Jede Sprinteinheit dient der Erreichung eines bestimmten Zieles und sollte ihre eigenen Merkmale und Stufen haben. Diese werden allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt definiert.

4. Entwicklungszeit

An dieser Stelle muss auch die Gesamtdauer Projekts definiert werden, von der Entwicklungsphase bis zur Übergabe an die Kund*innen. Die Gesamtdauer des Projekts basiert in der Regel auf der Summe der einzelnen Sprints. Allerdings ist es wichtig, ein generelles Zeitziel zu haben und dafür zu sorgen, dass das gesamte Team diese Deadline auch kennt.

5. Werkzeuge, die verwendet werden können

Schließlich gibt es bestimmte Werkzeuge innerhalb der Scrum-Methodik. Diese Werkzeuge sollen Ihnen die Arbeit und die Softwareentwicklung in Sprint erleichtern und Ihnen dabei helfen, das gewünschte Ziel zu erreichen. Eins dieser Werkzeuge ist zum Beispiel das sogenannte Product Backlog. Dies ist eine Liste, in der alle Aufgaben des Projekts aufgeführt sind und die durch den Product Owner nach Priorität geordnet werden. Ein weiteres Werkzeug ist das Sprint Backlog. Dies ist ebenfalls eine Aufgabenliste, die sich allerdings nur auf die Aufgaben des jeweiligen Sprints bezieht.

Merkmale eines Scrum-Sprints

Nachdem Sie nun die Grundlagen der Scrum-Methodik kennen, ist es sinnvoll die Merkmale von Sprints zu definieren. Dies kann Ihnen helfen Ihr Projektmanagement effizienter zu gestalten. Die folgenden Charakteristika sind dabei bedeutend:

  • Sie arbeiten jeweils in einem einzelnen Sprint, und zwar in der Reihenfolge vom Wichtigsten zum Unwichtigsten. Es kommt selten vor, dass zwei Sprints gleichzeitig gestartet werden.
  • Wenn die Aufgaben eines jeden Sprints definiert sind, können sie nicht verändert werden, um das Ziel des Sprints nicht zu gefährden.
  • Zwischen einem Sprint und dem nächsten gibt es in der Regel keine Ruhezeit, denn sie sind alle Teil des Gesamtziels.
  • Die Dauer eines Sprints sollte weniger als einen Monat betragen, wobei die genaue Zeit für jeden Sprint festgelegt wird, immer unter Berücksichtigung des Scrum-Ziels.
  • Das gesamte Team ist an jedem Sprint beteiligt und arbeitet zusammen, obwohl der Product Owner für die komplexen Entscheidungen zuständig sein wird.

Fünf Stadien eines Scrum-Sprints

Jeder Sprint besteht aus fünf klar definierten Phasen, die das gesamte Team kennen und respektieren sollte. Zu wissen, was in jeder Phase geschieht, ist für den Fortgang der Arbeit unerlässlich. Deshalb finden Sie im Folgenden eine Übersicht über die Phasen eines Scrum-Sprints:

1. Planung

Die erste Phase des Sprints besteht darin, ihn richtig zu planen. Dazu wird ein Meeting organisiert, an dem das gesamte Team teilnimmt und das etwa acht Stunden, also einen ganzen Arbeitstag, dauern kann. In diesem Meeting werden alle Parameter des Sprints festgelegt, sowohl die zu erledigenden Aufgaben als auch die Dauer des Sprints. Die Aufgaben sollten auch so aufgeteilt werden, dass am Ende der Besprechung jedes Teammitglied genau weiß, welche Rolle es spielt und wie viel Zeit es für die Ausführung hat.

In dieser Besprechung können Sie alle relevanten Fragen stellen und alle Zweifel ausräumen, die bei der Entwicklung einer Aufgabe, den zu verwendenden Werkzeugen oder anderer Arbeitsprozesse auftreten können. Am Ende dieser ersten Phase sollten alle Klarheit haben. Das so hergestellte gemeinsame Verständnis des Projekts und dessen Sprints ist fundamental, um Effizienz und Geschwindigkeit bei der Ausführung der Arbeit zu gewinnen.

2. Tägliche Besprechung

Phase Zwei erstreckt sich über den gesamten Sprint und basiert auf einem Daily Meeting, dem täglichen Zusammenkommen und gemeinsamen Austausch. Das Daily Meeting findet zur ersten Stunde eines jeden Arbeitstages statt und erfordert die Teilnahme des gesamten Teams. Diese Besprechung ist kurz, sie dauert etwa 15 Minuten, und wird jeden Tag zur gleichen Zeit abgehalten, um eine Routine für das Team zu schaffen.

Bei dieser Besprechung wird der Fortschritt des Vortages vorgestellt, die eventuell aufgetretenen Probleme besprochen und die nächsten Schritte, die während des Arbeitstages unternommen werden sollen, festgelegt. Das Daily Meeting dient dazu, die Kommunikation innerhalb des Teams zu verbessern sowie den Fortschritt anhand der im Sprint und im Scrum-Projekt selbst gesetzten Ziele zu analysieren.

3. Entwicklung

Als Entwicklungsphase wird die gesamte Arbeit während des Sprints bezeichnet, vom ersten Treffen bis zur Übergabe des Sprints. Es ist wichtig, während der Entwicklung die Sprint-Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und sie im Laufe der Zeit beizubehalten. Der Punkt ist genau der, Ziele nicht ständig zu verändern, sondern sie im Laufe des Sprints abzuarbeiten. Bei komplexen Prozessen ist es natürlich möglich, dass im Laufe der Arbeit Anpassungen erforderlich werden und vorgenommen werden müssen.

4. Überprüfung

Wenn alle im Sprint festgelegten Arbeiten abgeschlossen sind, ist es an der Zeit, sie den Kund*innen zu übergeben und in einem gemeinsamen Meeting zu überprüfen. Dieses Meeting dauert etwa vier Stunden. Das Team präsentiert die geleistete Arbeit in Form eines Produkts oder einer Dienstleistung und wartet auf das Feedback der Kundschaft.

Dieses Treffen hat einen informellen Charakter. Das Ziel ist es, neben der Präsentation des Produkts vor den Kund*innen, Feedback zu erhalten, um die Arbeit polieren zu können und Notizen zur Verbesserung von zukünftigen Arbeitsprozesse zu machen. Dies kann auch ein guter Zeitpunkt sein, um einige der Aufgaben zu definieren, die im nächsten Sprint zu erledigen sind.

5. Rückblick

Wenn der Sprint abgeschlossen ist und die Arbeit an die Kund*innen geliefert wurde, trifft sich das Team für einen Rückblick. In dieser letzten Phase lässt das Team den Sprint Revue passieren, um so mögliche Fehler im Arbeitsprozess zu erkennen, die dann im nächsten Sprint verbessert werden können. Dieses Treffen ist ebenfalls von kurzer Dauer, etwa drei Stunden, und sollte für das gesamte Team nützlich dann. Hier sollten Sie die gemeinsame Reflexion ermöglichen, um zu entdecken, was während der Entwicklung des Sprints richtig und was falsch gemacht wurde.

Wenn alle Phasen abgeschlossen sind, kann der nächste Sprint beginnen, falls das Scrum nicht beendet wurde. Der nächste Sprint hat dabei wieder dieselben bereits diskutierten Phasen.

Vorteile des Scrum-Projektmanagements

Die Scrum-Methode ist ein Verfahren, das es erlaubt, jeden Schritt der Entwicklung eines technologischen Projekts sehr kontrolliert ablaufen zu lassen. Es mag sehr rigoros erscheinen, aber die Wahrheit ist, dass es sowohl für das Projekt als auch für Ihre Mitarbeiter*innen einige Vorteile hat. Nachdem Sie nun wissen, wie Scrum definiert und was ein Sprint ist, bleibt noch zu klären, welche Vorteile diese Methodik im Vergleich zu anderen Methoden hat:

  • Die Mitarbeiter*innen haben sehr klare Richtlinien für ihre Aufgaben.
  • Die Entwicklung des Projekts ist kontrollierter und es ist einfacher, Probleme zu erkennen und zu lösen.
  • Teammitglieder sind produktiver.
  • Scrum verbessert und erleichtert die Teamarbeit.
  • Das Ergebnis wird mit größerer Geschwindigkeit und Effizienz erzielt und ist in der Regel von besserer Qualität.
  • Die Methode erhöht die Zufriedenheit sowohl des Arbeitsteams als auch von Kund*innen.
  • Kund*innen sind über die Entwicklung des Projekts besser informiert und können Verbesserungen vorschlagen.
  • Sind die Grundlagen erst einmal gelegt, haben die Mitarbeiter*innen Autonomie über die Entwicklung ihrer Aufgaben.

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