Karriereplanung

Berufsbild Feuerwehr: Wie viel verdienen Feuerwehrleute?

Brände löschen und Menschen in Not helfen: Feuerwehrleute sind Tag und Nacht im Einsatz, um unser Wohl zu schützen. Die verantwortungsvolle Tätigkeit ist für viele attraktiv, weshalb einige bereits als Kind oder Jugendliche Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr werden. Doch während die Freiwillige Feuerwehr ehrenamtlich im Einsatz ist, kann man in der Berufsfeuerwehr mit hohen Verdiensten rechnen.

Wie viel verdient ein Feuerwehrmann bzw. eine Feuerwehrfrau?

Feuerwehrleute sind größtenteils als Beamte im öffentlichen Dienst tätig. Ihr Gehalt richtet sich danach, ob es sich um den mittleren, gehobenen oder höheren Dienst handelt. In welche Gruppe sie eingeordnet werden, wird wiederum nach dem Ausbildungsstand sowie nach dem Dienstalter festgelegt und kann sich darüber hinaus je nach Bundesland unterscheiden.

Gehalt bei der Feuerwehr je nach Bundesland

Nicht nur die Laufbahn, auch das jeweilige Bundesland spielt bei den Verdienstaussichten eine große Rolle. So ist beispielsweise das durchschnittliche Monatsgehalt eines Brandmeisters bzw. einer Brandmeisterin in Bayern mit 2.600 € am höchsten, dagegen liegt es in Niedersachsen bei 2.400 € und in Nordrhein-Westfalen bei etwa 2.500 €. Wie diese Zahlen zeigen, sind die Verdienstaussichten bei der Berufsfeuerwehr im Gegensatz zu anderen Ausbildungsberufen aber generell relativ gut.

Ausbildung in der Berufsfeuerwehr

Eine Ausbildung in der Berufsfeuerwehr zeichnet sich durch Vielseitigkeit und Spannung aus und bietet darüber hinaus zahlreiche Aufstiegschancen. Je nachdem, für welchen Dienstgrad Sie sich entscheiden, sind zudem hohe Verdienste möglich. In vielen Bundesländern ist eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium in einem technisch-handwerklichen Bereich erforderlich, um sich für die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr zu qualifizieren. Allerdings ist heute vermehrt auch ein Quereinstieg möglich, denn Feuerwehrleute werden händeringend gesucht. Im Folgenden werden die Zugangsvoraussetzungen für die jeweilige Laufbahn genauer erläutert.

Mittlerer Dienst

Wer bei der Feuerwehr im mittleren Dienst arbeitet, ist für den Brandschutz, die technische Hilfeleistung und den Rettungsdienst zuständig. Nach absolvierter Ausbildung werden Feuerwehrleute im mittleren Dienst als Brandmeister*in bezeichnet. Häufig ist für diese Karriere eine abgeschlossene Ausbildung im technischen oder medizinischen Bereich notwendig. Die Ausbildung selbst beginnt mit einem ein- bis zweijährigen Vorbereitungsdienst und setzt sich aus theoretischen und praktischen Inhalten zusammen. Hier werden alle Grundlagen, wie Erste Hilfe und Brandbekämpfung, vermittelt. Für Berufsfeuerwehrleute im mittleren Dienst liegt das Einstiegsgehalt durchschnittlich bei 1.600 € bis 2.200 € brutto im Monat. Später kann es auf € 3.000,- monatlich steigen.

Gehobener Dienst

In den gehobenen Dienst steigt man als Brandoberinspektor*in ein. Eine Karriere im gehobenen Dienst ist sowohl durch einen Aufstieg aus dem mittleren Dienst als auch direkt möglich. Wer gleich in den gehobenen Dienst möchte, muss meist ein abgeschlossenes Bachelorstudium vorweisen, das für die Tätigkeit in der Berufsfeuerwehr geeignet ist.

Brandinspektor*innen sind für Führungsaufgaben wie die Personalplanung sowie die Weiterbildung der Feuerwehrleute verantwortlich. Auch der vorbeugende Brandschutz oder die Absicherung von Gefahrenstellen gehören zu ihren Aufgaben. Die Ausbildungsdauer beträgt zwei Jahre und beginnt mit einem Einstellungstest. Für Brandoberinspektor*innen liegt das durchschnittliche Bruttogehalt bei 2.500 € bis 3.500 €.

Höherer Dienst

Wer im höheren Dienst der Feuerwehr tätig sein möchte, startet eine Karriere als Brandrat oder Brandrätin und kann bis zur Position als Branddirektor*in aufsteigen. Neben der Personalführung zählen auch die Koordinierung der Einsätze und die Vertretung der Feuerwehr in der Öffentlichkeit zu den Aufgaben. Für den direkten Einstieg in den höheren Dienst ist ein Masterabschluss in einem technikbasierten Studiengang notwendig. Danach dauert die Ausbildung durchschnittlich zwei Jahre. Als Brandrat oder Brandrätin liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 3.500 € bis 4.500 € brutto und kann später sogar auf 5.000 € bis 6.000 € brutto im Monat steigen.

Diese Fähigkeiten sollten Sie mitbringen

Je nach Position und Verantwortungsbereich sind unterschiedliche Fähigkeiten erforderlich, die Sie für eine Karriere bei der Berufsfeuerwehr qualifizieren. Allerdings gibt es einige Skills, mit denen Sie in jedem Fall punkten können. So sollten Sie körperliche Belastbarkeit und Stressresistenz mitbringen, denn der Beruf der Feuerwehrleute kann mitunter sehr anstrengend sein. In der Feuerwehr arbeiten Sie fast nie allein. Teamfähigkeit ist daher ebenfalls von großer Bedeutung. Zudem sollten Sie ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein mitbringen, um für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Zu guter Letzt sind technische und handwerkliche Grundkenntnisse für die Verwendung und Instandhaltung der Feuerwehrgeräte erforderlich.

Arbeitgeber in der Berufsfeuerwehr

Wer bei der Berufsfeuerwehr arbeiten möchte, tritt seinen Dienst in der Regel in einer größeren Stadt an. So müssen Gemeinden ab einer Einwohnerzahl von 100.000 eine Berufsfeuerwehr haben, während es in vielen kleineren Städten lediglich Freiwillige Feuerwehren gibt. Daneben kommen Berufsfeuerwehrleute auch bei der Bundeswehr zum Einsatz. Ausbildungsstellen werden meist jährlich ausgeschrieben. Da die Ausbildung auch theoretische Inhalte umfasst, sollten Sie sicherstellen, dass es in der betreffenden Stadt eine Berufsschule gibt, an der Sie den theoretischen Ausbildungsteil absolvieren können. Grundsätzlich stehen die Chancen auf eine Übernahme nach der Ausbildung sehr gut, da Feuerwehrleute heute in fast allen Städten gesucht werden.

Werkfeuerwehr und Betriebsfeuerwehr

In einigen größeren Unternehmen gibt es eigene Werkfeuerwehren. Dies ist beispielsweise an Flughäfen oder in chemischen Betrieben der Fall, bei denen eine erhöhte Brandgefahr besteht. So sollen kürzere Eingriffszeiten gewährleistet werden. Sie können sowohl neben Ihrer eigentlichen Tätigkeit in einem Unternehmen als auch hauptberuflich in einer Werkfeuerwehr tätig sein. Häufig kooperiert diese mit der Freiwilligen oder der Berufsfeuerwehr vor Ort und kann auch bei der Brand- und Gefahrenbekämpfung in der Kommune unterstützend zum Einsatz kommen. Dadurch unterscheidet sie sich von der Betriebsfeuerwehr, die lediglich auf dem Gelände des Betriebs tätig wird. Zudem werden Betriebsfeuerwehren im Gegensatz zu Werkfeuerwehren freiwillig gegründet.

Freiwillige Feuerwehr

Ein Großteil der in Deutschland tätigen Feuerwehren sind freiwillig organisiert – insgesamt mehr als 90 Prozent. Hier ist der Eintritt bereits als Kind oder Jugendlicher möglich. Freiwillige Feuerwehrleute erhalten kein Gehalt, es gibt lediglich eine Aufwandsentschädigung. Daher gehen die meisten einer hauptberuflichen Tätigkeit nach und üben ihren Dienst außerhalb der Arbeitszeit aus. Sollte es allerdings während der Arbeit zu einem Einsatz kommen, sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Angestellten während dieses Zeitraums freizustellen. Freiwillige Feuerwehren gibt es in fast jedem Ort, sie alle freuen sich über neue Mitglieder.

Aufgaben eines Feuerwehrmanns bzw. einer Feuerwehrfrau

Viele denken bei den Aufgaben von Feuerwehrleuten zunächst an das Löschen von Bränden. Zwar ist dies eine wesentliche Herausforderung des Berufs, allerdings längst nicht die einzige. Kaum eine Tätigkeit ist so vielfältig und abwechslungsreich wie die der Feuerwehr. Ob bei Starkregen und Überschwemmungen, Stürmen oder Unfällen – Feuerwehrleute sind stets zur Stelle, um für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Wer in diesem Beruf arbeiten möchte, sollte daher höchste Einsatzbereitschaft zeigen und die Tätigkeit mit Leidenschaft ausführen. Im Wesentlichen lassen sich die Aufgaben der Feuerwehr unter den Schlagworten „Schützen“, „Löschen“, „Bergen“ und „Retten“ zusammenfassen.

Schützen

Feuerwehrleute greifen nicht nur in Gefahrensituationen ein, sie beugen diesen auch aktiv vor. Beispielsweise treffen sie Maßnahmen für den Hochwasserschutz, sorgen dafür, dass Brandschutzbestimmungen eingehalten werden oder klären Kinder und Jugendliche über die Gefahren von Feuer auf. Auch bei Veranstaltungen wie Festivals oder Theateraufführungen sind sie häufig vor Ort in Bereitschaft, um im Notfall schnellstmöglich eingreifen zu können.

Löschen

Diese Aufgabe assoziieren viele zuerst mit der Feuerwehr. So wurde die Feuerwehr ursprünglich zu dem Zweck gegründet, Brände zu löschen. Von rauchenden Papierkörben bis hin zu Hausbränden – die Feuerwehr ist zur Stelle, wenn Gefahr durch ein Feuer droht. Heute werden Brände in den meisten Fällen nicht mehr mit Wasser, sondern mit Löschmitteln bekämpft.

Bergen

Die Feuerwehrleute kommen auch zum Einsatz, wenn sich beispielsweise auf der Straße ein Unfall mit einem Lkw ereignet und Sachgüter geborgen werden müssen. Insbesondere bei Gefahrgütern wie Chemikalien oder Säuren greift die Feuerwehr ein. Auch wenn Bäume nach einem Sturm umknicken, räumen Feuerwehrleute diese aus dem Weg, um die Straßen wieder freizuräumen.

Retten

Das Retten ist die wichtigste Aufgabe der Feuerwehr. Sie befreit Menschen und Tiere aus Zwangslagen und kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn sich Personen in einem brennenden Haus befinden oder in einen vereisten See eingebrochen sind. Auch die Abwendung einer Lebensgefahr durch lebensrettende Sofortmaßnahmen wie Erste Hilfe gehört zu dieser Kategorie.

Karriere- und Aufstiegschancen bei der Feuerwehr

Wer sich für den Beruf bei der Feuerwehr interessiert, hat generell ausgezeichnete Chancen auf eine Stelle, denn Feuerwehrleute werden fast überall gesucht. Zudem gibt es viele Aufstiegsmöglichkeiten. Weiterbildungen wie beispielsweise ein Lehrgang zum Maschinisten oder zur Maschinistin befähigen dazu, als Gerätewart*in für die Wartung und Instandhaltung der Feuerwehrfahrzeuge zu sorgen. Zudem besteht die Option, vom mittleren in den gehobenen oder höheren Dienst aufzusteigen und Führungsaufgaben zu übernehmen.

Bei der Feuerwehr arbeiten – ist dieser Beruf der richtige für Sie?

Wenn Sie sich für den Beruf bei der Feuerwehr interessieren, sollte Ihnen bewusst sein, dass diese Tätigkeit zwar einerseits viel Abwechslung verspricht, andererseits aber auch ein hohes Maß an Engagement erfordert. Für den Einstieg im mittleren Dienst sollten Sie zumindest einen guten Hauptschulabschluss vorweisen und eine handwerkliche Ausbildung mitbringen. Zudem liegt das Höchstalter in vielen Fällen bei 35 Jahren.

Bewerbung bei der Feuerwehr

Sie können sich in beinahe jeder größeren Stadt bei der Berufsfeuerwehr bewerben. Achten Sie darauf, jene Fähigkeiten hervorzuheben, die für den Beruf von Relevanz sind. War Ihr Bewerbungsschreiben erfolgreich, werden Sie zu einem Eignungstest eingeladen. Auf diesen sollten Sie sich gut vorbereiten, denn neben Ihrer Allgemeinbildung werden Sie auch Ihr Wissen über die Feuerwehr unter Beweis stellen müssen. Außerdem wird mit einem Sporttest Ihre körperliche Fitness geprüft. Für weitere hilfreiche Tipps für die Bewerbung lesen Sie auch unseren Artikel „Wie Sie ein Anschreiben verfassen“.

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