Karriereplanung

Wie viel verdient man als Tierarzt bzw. Tierärztin?

Wie viel ein Tierarzt bzw. eine Tierärztin verdient, hängt von dem jeweiligen Arbeitsumfeld ab. Falls Sie sich für diesen Beruf interessieren, sollten Sie sowohl die Höhe des Gehalts als auch die Aufgaben und Voraussetzungen kennen. Sie können sich dann entsprechend spezialisieren, um in Ihrer Wunschbranche als Tierarzt bzw. Tierärztin zu arbeiten. Wir zeigen in diesem Artikel, wie viel Tierärzte verdienen, welche Aufgaben sie haben und welche Fähigkeiten sie benötigen.

Wie viel verdient man als Tierarzt bzw. als Tierärztin?

Tierärzte verdienen durchschnittlich 4380 € im Monat brutto. Im öffentlichen Dienst können Tierärzte zwischen 4341 € und 6052 € verdienen. In der freien Wirtschaft beträgt die Höhe des Gehalts durchschnittlich zwischen 4739 € und 5574 €. Selbstständige Tierärzte können je nach Kundenvolumen mehr oder weniger im Monat verdienen. In der Regel steigt das Gehalt bei angestellten Tierärzten mit der Berufserfahrung.

Welche Aufgaben haben Tierärzte?

Tierärzte haben zahlreiche Aufgaben wie die Untersuchung von Tieren, Diagnose und Empfehlung von Therapiemaßnahmen. Sie können auch Tiere operieren oder anderweitige tiermedizinische Behandlungen durchführen. Im Arbeitsalltag kann es - je nach Arbeitsfeld - weiterhin folgende Aufgaben geben:

Allgemeine Diagnose und Behandlung von Tieren

Tierärzte erheben Befunde bei unterschiedlichen Kleintieren wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Vögel und Kaninchen. In manchen Fällen können sie auch zu Untersuchungen zu Tierhaltungen fahren oder Besamungs- und Zuchtbetriebe besuchen, um Tiere zu untersuchen und zu behandeln. Dabei können sie Tierbesitzer zu passenden Therapiemethoden beraten, sie über Grundsätze der artgerechten Tierhaltung informieren oder diverse Gutachten erstellen.

Tierärzte führen zahlreiche Eingriffe bei Tieren durch wie Impfungen, Versorgungen von Wunden, Kastration und vielschichtige Behandlungs- und Diagnoseverfahren. Ähnlich wie in der menschlichen Medizin gibt es auch Behandlungen mit Ultraschall- und Röntgengeräten, Krebstherapien, Computertomografien und Naturheilverfahren. Falls Tierärzte Zusatzqualifikationen oder Weiterbildungen abgeschlossen haben, können sie sich auf bestimmte Tierarten spezialisieren wie Reptilien, Pferde oder Haustiere.

Die Arbeit in der Nutztierhaltung

Die Nutztierhaltung ist eine große Branche zur Fleischproduktion. Tiere in Betrieben können medizinische Betreuung benötigen, weshalb Tierärzte unterwegs sein können, um vor Ort Geflügel, Schweine oder Rinder zu untersuchen und zu behandeln. Unter anderem stellen sie sicher, dass Nutztiere fruchtbar sind, eine gute Verdauung haben und sie können z.B. Infektionen behandeln. Auch helfen sie Tierhaltern bei vorbeugenden Maßnahmen, um Krankheiten zu verhindern.

Vor Ort betrachten Tierärzte die Haltungsbedingungen und können anschließend Empfehlungen abgeben. Dabei achten sie zum Beispiel, ob Ställe ein gutes Klima haben, die Fütterung korrekt durchgeführt wird oder dass Impfungen aktuell sind. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist auch die Behandlung von Parasiten, die sich im Fell und im Körper der Tiere einnisten können. Tierärzte sorgen letztlich dafür, dass hochwertige Lebensmittel in einwandfreier Qualität hergestellt werden.

Die Arbeit im öffentlichen Veterinärwesen

Tierärzte können auch im öffentlichen Dienst tätig sein und die Qualität tierischer Lebensmittel überprüfen. Dafür suchen sie als Amtstierärzte in unregelmäßigen Abständen Erzeugerbetriebe und erstellen Gutachten. Dabei schätzen sie die gesundheitliche Gefährdung der Tiere ein und Risiken ab. Unter anderem kontrollieren sie, ob Tiere vorschriftsmäßig gekennzeichnet sind und das Fleisch für den Verzehr geeignet ist. Außerdem führen sie Untersuchungen durch und überprüfen, ob tierische Krankheiten vorliegen, die auf den Menschen überspringen könnten. Auch messen sie die Belastung der Tiere mit Medikamenten wie Antibiotika oder Hormonen.

Die Arbeit geht allerdings weit über die Untersuchung von lebendigen Tieren hinaus. In Verarbeitungs- und Zerlegungsbetrieben besichtigen sie die Räumlichkeiten und nehmen Proben von den Lebensmitteln. Dabei überprüfen sie, ob die Hygienebedingungen stimmen und alle Lebensmittel ordnungsgemäß behandelt werden. Tierärzte im öffentlichen Dienst können auch in der Tierseuchenbekämpfung bzw. -diagnostik oder im Tierschutzbereich tätig sein.

Die Arbeit in Forschung und Lehre

Wenn Tierärzte in der tiermedizinischen Forschung und Lehre arbeiten, können sich die alltäglichen Aufgaben von denen in anderen Bereichen stark unterscheiden. Sie führen dann etwa Studien durch oder erstellen Forschungsberichte bzw. halten Seminare oder Vorlesungen für Studenten. Sie können auch Prüfungen erstellen und abnehmen. Wenn Tierärzte wissenschaftlich arbeiten möchten, müssen sie eine Habilitation bzw. Promotion haben.

In welchen Einrichtungen können Tierärzte arbeiten?

Tierärzte können je nach Interesse, Spezialisierung und Erfahrung in unterschiedlichen Einrichtungen arbeiten. Dazu zählen Kleintierordinationen, spezielle Pferdepraxen, Nutztierpraxen, Labore, Veterinärämter und industrielle Einrichtungen.

Kleintierordination

Wenn Tierärzte in einer Kleintierordination arbeiten, empfangen sie Tierhalter, die typischerweise ihre Haustiere wie Nagetiere, Hunde und Katzen untersuchen lassen möchten. Manchmal nehmen Tierärzte diese Tiere stationär auf, wenn die Krankheiten schwerwiegend sind. In vielen Fällen führen sie allerdings nur Routineuntersuchungen durch wie Impfungen.

Pferdepraxis

Tierärzte können in einer spezialisierten Pferdepraxis tätig sein. Dann sind sie viel mit dem Auto unterwegs, um zu behandelnde Pferde direkt vor Ort zu besuchen. Sie untersuchen und behandeln die Tiere dann mit den mitgebrachten Medikamenten und Ausrüstungen, die sie im Praxiswagen mitführen.

Nutztierpraxis

Nutztierpraxen behandeln ausschließlich Rinder, Schweine und Geflügel. Sie helfen bei Geburten, Erkrankungen und beraten die Halter zu vielfältigen Themen wie Milchkontrolle und Fütterung. Nutztierpraxen können parallel aber auch Sprechstunden für Kleintiere anbieten.

Labor

Wenn Tierärzte im Labor arbeiten, untersuchen sie verschiedene Proben und versuchen die Ursache für Krankheiten herauszufinden. Sie analysieren etwa Gewebe-, Kot-, Urin- und Blutproben. Tierärzte können in Laboren aber auch wissenschaftlich tätig sein und an Studien arbeiten.

Veterinäramt

Im Veterinäramt arbeiten Tierärzte im öffentlichen Dienst. Sie sind dann Beamte des Staates und genießen Vorzüge wie eine sichere Arbeitsstelle. In dieser Einrichtung kümmern sie sich um den Tierschutz, die Lebensmittelsicherheit und die Seuchenüberwachung.

Industrie

Tierärzte können in der Industrie zum Beispiel in der Pharmabranche und Medizin tätig sein. Dann unterstützen sie Unternehmen etwa bei der Entwicklung von Medikamenten. Sie können auch Therapiemaßnahmen entwickeln, um das Wohl von Menschen und Tieren zu verbessern.

Welche Voraussetzungen gibt es für Tierärzte?

Wenn Sie Tierarzt bzw. Tierärztin werden möchten, benötigen Sie ein abgeschlossenes Studium in der Tiermedizin. Für die Zulassung an einer Hochschule ist in der Regel ein Abiturschnitt zwischen 1,1 und 1,5 notwendig. Das Bachelorstudium dauert elf Semester und beinhaltet Themen wie Physiologie, Pathologie und Anatomie. Neun Semester sind theoretisch, während es zwei praktische Semester gibt, in denen Studenten Praktika in Ordinationen oder Universitäten absolvieren. Studenten lernen, welche Krankheiten bei Tieren vorkommen können und welche Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Nach dem Bachelorstudium können Sie einen Master machen, um sich auf den späteren Berufsalltag zu spezialisieren.

Welche persönlichen Fähigkeiten sollten Tierärzte haben?

Neben dem Interesse an Tieren benötigen Tierärzte viele weitere Fähigkeiten, um ihre Arbeit effizient zu erledigen. Hier sind einige Fähigkeiten, die alle Tierärzte haben sollten:

Empathiefähigkeit

Viele Menschen betrachten ihre Haustiere als Familienmitglieder. Daher müssen Tierärzte bei der Arbeit mit Kunden in Tierarztpraxen Einfühlungsvermögen haben. Wenn sie etwa Befunde erstellen und diese den Tierbesitzern mitteilen sollen, müssen sie auf die Gefühle ihrer Kunden Rücksicht nehmen. Dabei geben sie den Besitzern idealerweise Hoffnung und bleiben dennoch realistisch in Bezug auf den Gesundheitszustand des Tieres.

Analytische Fähigkeiten

Im Gegensatz zu Menschen können Tiere nicht kommunizieren, wenn sie etwas stört. Tierärzte sollten deshalb in der Lage sein, sich die verfügbaren Daten genauestens anzusehen und korrekt zu analysieren, um herauszufinden, woran ein Tier leidet und welche Behandlung geeignet ist. Ein Großteil der Arbeit in Tierpraxen umfasst die Beobachtung von Tieren, um festzustellen, welche Bedürfnisse ein Tier hat. Dabei können Tierärzte auch Informationen aus unterschiedlichen Gewebe-, Stuhl- oder Blutproben gewinnen und die Aussagen der Besitzer mit in ihre Bewertung einbeziehen.

Zwischenmenschliche Fähigkeiten

Ähnlich wie in der Humanmedizin kennen die meisten Menschen die Fachsprache der Tiermedizin nicht. Deshalb müssen Tierärzte in der Lage sein, den Besitzern Diagnosen und Behandlungen leicht und verständlich zu vermitteln. Sie müssen Besitzer motivieren und überzeugen, damit diese ihre Tiere angemessen pflegen. Das kann gelingen, indem sie etwa klare Anweisungen geben und den Besitzer wissen lassen, dass sie sich bei Fragen an die Tierarztpraxis wenden können.

Problemlösungsfähigkeiten

Tierärzte nutzen ihr theoretisches Wissen und ihre Arbeitserfahrung, um Lösungen für gesundheitliche Probleme von Tieren zu finden. Manchmal kann es zu Notfällen kommen und Tierärzte müssen dann schnell arbeiten, um effektive Behandlungspläne für schwer kranke Tiere zu erstellen. Dann sind ausgeprägte Problemlösungsfähigkeiten erforderlich.

Kritische Denkfähigkeit

Kritische Denkfähigkeit hilft Tierärzten bei der Auswahl der geeigneten Behandlungen für Tiere. Manchmal können mehrere Behandlungsmethoden infrage kommen. Es liegt aber an Tierärzten, zu entscheiden, welche Therapie am effektivsten wirken könnte. Außerdem kann es manchmal schwierig sein, bestimmte Erkrankungen zu diagnostizieren. Dann müssen Tierärzte in der Lage sein, ihre kritische Denkfähigkeit einzusetzen, um den Ursachen von Problemen auf den Grund zu gehen.

Wissenschaftliche Kompetenz

Insbesondere wenn Tierärzte in Laboren arbeiten, müssen sie ausgeprägte wissenschaftliche Kompetenzen mitbringen. Sie durchlaufen viele Semester im Studium, weil die Wissenschaft in der Tiermedizin komplex ist. Deshalb müssen sie eine naturwissenschaftliche Begabung mitbringen, um das Studium erfolgreich zu bestehen und im Labor effektiv arbeiten zu können.

Ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein

Tierärzte sind ständig der Gefahr ausgesetzt, von verängstigten oder gestressten Tieren gebissen, gekratzt oder getreten zu werden. Um Verletzungen bei der Arbeit zu vermeiden, müssen sie sich an die Sicherheitsrichtlinien halten. Außerdem sollten sie Warnsignale von Tieren verstehen und kritische Situationen entschärfen können.

Führungsqualitäten

Wenn Tierärzte selbstständig sind und ihre eigenen privaten Praxen und Labore eröffnen, müssen sie ihr Personal führen. Sie können dann etwa Mitarbeiter einarbeiten, Aufgaben delegieren und dafür sorgen, dass alle Teammitglieder die Sicherheitsrichtlinien beachten. Sie müssen auch in der Lage sein, organisiert zu bleiben, um eine ordentliche Praxis zu führen, während sie gleichzeitig ihre tierärztlichen Aufgaben erfüllen.

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