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Richtig zitieren: Alles was Sie wissen müssen

Das Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten ist für viele ein leidiges und verwirrendes Thema. Trotzdem stößt fast jeder Mensch einmal im Leben darauf, sei es im Studium oder im Rahmen einer Weiterbildung, bei der Sie einen wissenschaftlichen Text verfassen müssen. Es gibt viele unterschiedliche Zitierweisen und Regelungen, die einzuhalten sind. Wenn Sie einmal verstanden haben, worauf es ankommt, wird auch Ihnen das korrekte Zitieren leichtfallen. Im folgenden Artikel beschäftigen wir uns mit den in Deutschland gängigsten Zitierstilen und geben Ihnen einige Tipps mit auf den Weg.

Zitieren – Definition und Bedeutung

Korrektes Zitieren ist ein essenzieller Aspekt einer wissenschaftlichen Arbeitsweise. Dabei geben Sie in Ihrem eigenen Text an, welche Aussagen Sie aus einer anderen Quelle übernommen haben. Durch das Zitieren und das Angeben Ihrer Quellen soll gewährleistet werden, dass die angegebenen Informationen nachvollziehbar sind. Das ist wichtig, auch um zu zeigen, dass Sie diese Erkenntnisse nicht als Ihre eigenen ausgeben, sondern die Aussagen von Dritten übernehmen.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Stilen der Zitation und auch danach, was zitiert wird – und dementsprechend muss die Schreibweise angepasst werden. Allgemein wird zwischen wörtlichen Zitaten und sinngemäßen Zitaten unterschieden. Beides ist zulässig, muss jedoch unterschiedlich zitiert werden.

Wann Sie zitieren müssen

Das Belegen von Aussagen durch Zitate wird bei jeder Art wissenschaftlicher Texte notwendig. Dazu gehören unter anderem Facharbeiten, Abschlussarbeiten und sämtliche Arten von Publikationen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Student*innen kommen während ihrer Studienzeit nicht um das Thema Zitieren herum, denn sowohl bei Facharbeiten während des Semesters als auch bei der Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit muss richtig zitiert werden.

Doch woher sollen Sie wissen, was Sie eigentlich zitieren müssen und was nicht? Allgemein gilt: Alles, was als Allgemeinwissen gilt, muss nicht mit einer Quelle belegt werden. Kann also bei einer Aussage davon ausgegangen werden, dass Leser*innen darüber Bescheid wissen, so muss auch kein Zitat angegeben werden. Dabei geht man von jenem Maß an Vorwissen aus, das die Gruppe besitzt, an die sich die wissenschaftliche Arbeit vor allem richtet.

Welche Zitierweise ist die richtige?

Es gibt zahlreiche verschiedene Arten, auf die Sie Ihre Quellen in wissenschaftlichen Arbeiten zitieren können. In deutschen Veröffentlichungen sind diese drei am meisten verbreitet:

  • Harvard Zitierweise
  • APA-Zitierweise
  • Deutsche Zitierweise

Des Weiteren gibt es noch eine Reihe von anderen Stilen, zum Beispiel:

  • Vancouver
  • Chicago A oder Chicago B
  • OSCOLA
  • IEEE
  • Turabian
  • APSA

Viele Zitierweisen werden hauptsächlich für ein bestimmtes Fachgebiet verwendet, wie beispielsweise der Vancouver Stil für medizinische Publikationen. Welche die richtige Zitierweise für Ihren Text ist, kommt vor allem darauf an, ob und welche Vorgaben und Regelung es seitens der Institution gibt, für die Sie die wissenschaftliche Arbeit verfassen.

Was Sie beim wissenschaftlichen Zitieren unbedingt vermeiden sollten

Um korrekt und professionell wissenschaftliche Arbeiten zitieren zu können, sollten Sie folgende Dinge unbedingt vermeiden:

  • Unpassende Quellen. Alle zitierten Quellen müssen unbedingt eine gewisse Qualität aufweisen, um in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendet werden zu dürfen. Andere wissenschaftliche Texte oder anderweitig qualitativ hochwertige Arbeiten gelten als gute Quellen. Vorsichtig sollten Sie bei Internetseiten sein. Vergewissern Sie sich unbedingt, dass es sich um eine vertrauenswürdige Quelle handelt – Wikipedia oder Nachrichtenseiten zählen in der Regel nicht zu wissenschaftlichen Quellen.
  • Quellen nicht angeben oder vergessen. Eine nicht angegebene Quelle kann dazu führen, dass Ihr Text nicht anerkannt wird. Im schlimmsten Fall könnten Sie außerdem der Täuschung beschuldigt werden, denn im Endeffekt kann niemand nachvollziehen, ob Sie die Quelle aus Unachtsamkeit vergessen haben oder absichtlich die Gedanken als Ihre eigenen ausgeben wollen. Solch ein Plagiat hat oft die Ablehnung der wissenschaftlichen Arbeit zur Folge.

Richtig zitieren – So geht es

Bevor Sie mit dem Schreiben und Zitieren Ihrer wissenschaftlichen Arbeit beginnen, sollten Sie sich informieren, welche Zitierweise erwartet wird. Die in Deutschland üblichen Zitierstile sind folgende.

Deutsche Zitierweise

Die deutsche Zitierweise bedient sich hochgestellter Fußnoten im Text. Der Verweis dazu findet sich am Ende der Seite, wo die Quellen in einer kleineren Schrift aufgelistet sind. Abschließend findet sich am Ende der Arbeit ein Literaturverzeichnis mit sämtlichen Informationen zu den zitierten Quellen. Viele Menschen bevorzugen diesen Stil, da die Texte dadurch nicht unterbrochen werden und somit flüssiger zu lesen sind. Die deutsche Zitierweise gibt es in unterschiedlichen Varianten – erkundigen Sie sich deshalb, welche in Ihrem Fall benutzt werden sollte.

APA und Harvard Stil

Diese beiden Zitierweisen sehen sehr ähnlich aus und erfolgen direkt im Text. Dort wird mit einer Klammer hinter dem Zitat die Quelle angegeben. Viele Menschen bevorzugen diesen Zitierstil, da er einfacher zu formatieren und umzusetzen ist als die Variante mit Fußnoten.

Beispiele für direkte und indirekte Zitate

Direkt und indirekt zitierte Aussagen müssen in wissenschaftlichen Arbeiten unterschiedlich gekennzeichnet werden.

Indirekte oder sinngemäße Zitate

Indirekte Zitate sind Aussagen, die Sie nicht wörtlich, sondern umformuliert und somit nur sinngemäß wiedergeben. In der Quellenangabe wird dies mit dem Verweis vgl. (vergleiche) gekennzeichnet.

  • Beispiel für ein indirektes Zitat in der deutschen Zitierweise:

Im Text: Eine korrekte Zitierweise kann sich positiv auf wissenschaftliche Arbeiten auswirken.1

In der Fußnote: 1 vgl. Huber, 2021, Karriere-Guide, S. 111.

  • Beispiel für ein indirektes Zitat im Harvard Stil:

Im Text: Eine korrekte Zitierweise kann sich positiv auf wissenschaftliche Arbeiten auswirken (vgl. Huber 2021: 111).

Direkte oder wörtliche Zitate

Bei direkten Zitaten handelt es sich um Textpassagen, die wörtlich aus der Originalquelle übernommen werden. Dies kann entweder im Fließtext geschehen oder als alleinstehendes Zitat in Anführungszeichen. Steht das Zitat für sich und ist kein Teil eines Satzes, so sollte es eingerückt werden. Der Wortlaut direkter Zitate muss genau so übernommen werden, wie er in der Quelle steht. Ist ein Rechtschreibfehler vorhanden, so wird auch dieser übernommen und mit dem Kürzel [sic!] gekennzeichnet. Wird ein Wort oder ein Satzteil ausgelassen, so können Sie dies mit [] kennzeichnen.

  • Beispiel für ein direktes Zitat in der deutschen Zitierweise:

Im Text: „Eine korrekte Zitierweise kann sich positiv auf wissenschaftliche Arbeiten auswirken.“1

In der Fußnote: 1 Huber, 2021, Karriere-Guide, S. 111.

  • Beispiel für ein direktes Zitat im Harvard Stil:

Im Text: „Eine korrekte Zitierweise kann sich positiv auf wissenschaftliche Arbeiten auswirken“ (Huber 2021: 111).

Das Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis stehen alle Quellen alphabetisch gesammelt. Es findet sich am Ende der Arbeit. Folgendermaßen wird der Beleg dort angegeben:

Name, Vorname (Jahr), Titel, Auflage, Erscheinungsort.

Huber, August (2021), Lexikon der Zitierweisen, 1. Auflage, München.

In der Regel sieht dieses Format bei den genannten Zitierweisen ähnlich aus. Unterschiede können sich je nach Institution ergeben.

Weitere Regeln für die Zitation wissenschaftlicher Arbeiten

Im Folgenden finden Sie einige wichtige Sonderregelungen. Als Beispiele verwenden wir an dieser Stelle die deutsche Zitierweise in Fußnoten.

Die Quelle hat mehrere Autoren

Wurde die Quelle von zwei Personen herausgegeben, so werden beide Namen aufgeführt:

1 Huber und Müller, 2021, Karriere-Guide, S. 111.

Sind drei oder mehr Personen als Autoren Ihrer Quellen angegeben, so wird nur der erste Nachname ausgeschrieben und mit einem folgenden et al. signalisiert, dass mehrere Autoren beteiligt waren:

1 Huber et al., 2021, Karriere-Guide, S. 111.

Die gleiche Quelle wiederholt sich

Wenn Sie einige Male in Folge die gleiche Quelle angeben möchten, so können Sie dies auf folgende Weise abkürzen:

vgl. ebd., S. 111.

Dieses Kürzel steht für ebenda, was anzeigt, dass Sie sich auf die vorherige genannte Quelle beziehen. Alternativ findet sich manchmal auch die Bezeichnung ibid. oder ibd. (kurz für Lateinisch: ibidem), was die gleiche Bedeutung hat.

Das Zitat bezieht sich auf mehrere Seiten der Quelle

Ein Zitat bezieht sich nicht immer nur auf eine Seite in der Quelle, sondern kann auch über mehrere Seiten reichen. Je nachdem, wie viele Seiten gemeint sind, wird dies im Zitat folgendermaßen angegeben:

  • Die Seite und die Folgeseite: 1 Huber, 2021, Karriere-Guide, S. 111f.
  • Die Seite und die nächsten zwei Seiten: 1 Huber, 2021, Karriere-Guide, S. 111ff.
  • Genaue Seitenangabe: 1 Huber, 2021, Karriere-Guide, S. 111-114.

Mehrere Quellen in einem Zitat

Wenn Sie mehrere unterschiedliche Quellen in einem Zitat verwenden, dann sieht dies folgendermaßen aus:

1 Müller, 2020, S. 222; Huber, 2021, S. 111.

Tipps für korrektes Zitieren

Abschließend haben wir in einigen Tipps hilfreiche Hinweise für das erfolgreiche Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten für Sie zusammengefasst.

Bleiben Sie bei einem Zitierstil

Unabhängig davon, für welche Zitierweise Sie sich im Endeffekt entscheiden, wichtig ist, dass Sie in Ihrer gesamten Arbeit einem einheitlichen Stil folgen. Falls die wissenschaftliche Arbeit im Rahmen eines Studiums oder für eine bestimmte Institution geschrieben wird, sollten Sie sich zudem mit den dort üblichen Regeln vertraut machen. Viele Universitäten haben oft genaue Voraussetzungen, welche Zitierweise verwendet werden sollte. Auch Professor*innen haben manchmal eigene Vorlieben, die Sie einhalten sollten.

Bilder und Tabellen nicht vergessen

Nicht nur Textpassagen müssen korrekt zitiert werden, sondern auch Bilder, Grafiken oder Tabellen. Unabhängig davon, ob Sie diese in identer Weise übernehmen oder die Daten in eine eigene Grafik übertragen, Sie müssen in jedem Fall die betreffende Quelle angeben.

Sorgfältig arbeiten

Betrachten Sie das Zitieren von Quellen als einen wichtigen Teil Ihrer wissenschaftlichen Arbeit, den Sie nicht vernachlässigen sollten. Wählen Sie Ihre Quellen mit Sorgfalt aus und nutzen Sie nur jene, die auch tatsächlich einen Mehrwert bringen. Stellen Sie sicher, dass Sie sämtliche Aussagen und Behauptungen korrekt zitiert haben, damit Ihre Arbeit auch einer Plagiatsprüfung standhalten kann. Sorgfältig angegebene Quellen können die Glaubwürdigkeit Ihres Textes erhöhen und einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass die Leser*innen Sie und Ihre Publikationen ernst nehmen.

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