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Wie wird Selbstmotivation am Arbeitsplatz angewandt?

Motivation ist eine komplizierte Sache. Es wird Tage im Job geben, da werden die Aufgaben supermotiviert angegangen, an anderen scheint einfach nichts anzuspornen. Dann herrscht Energielosigkeit, die sich im Starren auf den Bildschirm und kleinen Ablenkungen manifestiert. Die meisten haben dieses Gefühl vielleicht schon einmal im Alltag kennengelernt. Niemand braucht sich deswegen schlecht fühlen. Es gibt Mittel und Wege, wie sich die kreativen Batterien wieder schnell aufladen und die Begeisterung für die Arbeit wiederfinden lassen.

Geht es um Selbstmotivation am Arbeitsplatz oder um einen Karrierewechsel?

Im Folgenden geht es vor allem um Tipps für temporäre berufliche Motivationsflauten. Wenn sich die Demotivation schon seit Jahren im beruflichen Alltag festgesetzt hat, dann sollte erkundet werden, wo die Begeisterung für den aktuellen Job hapert. Eine Beförderung oder eine Vertragsverlängerung können für einen kurzzeitigen Motivationsschub sorgen. Diese Hochs halten jedoch nicht ewig.

Wenn von Unter- oder Überforderung am Arbeitsplatz die Rede ist, dann ist dies der Motivation ebenfalls abträglich. Um dauerhaft motiviert zu bleiben, muss die Motivation von innen kommen. Besonders vorteilhaft ist es, sich mit der Arbeit, den Werten des Betriebs sowie der Unternehmenskultur zu identifizieren. Solange diese grundlegende intrinsische Motivation vorhanden ist, können auch temporäre Motivationsflauten gut überwunden werden.

Wie wird Selbstmotivation am Arbeitsplatz angewendet?

Selbstmotivation am Arbeitsplatz beginnt immer bei der eigenen Person, niemand kann einem die Suche nach (mehr) Inspiration abnehmen. Wie bereits der Name sagt, funktioniert Selbstmotivation eben nur – selbst.

Aufgaben nicht als harte Arbeit betrachten

Die meisten Inspirationsräuber befinden sich im eigenen Kopf, ernsthaft. Oft erscheinen Aufgaben als zu überwältigend und zu groß, wodurch die Motivation für die anstehende Erledigung einen Tiefflug unternimmt. Des Rätsels Lösung ist in dem Fall die Betrachtung der Arbeit als (zu) anstrengend statt – anderer Blickwinkel – als ein Weg dorthin, wo es langfristig hingehen soll.

Klein anfangen

Um geistig langsam in eine Aufgabe hineinzugleiten, ist es nicht förderlich, sich sofort die schwierigste und zeitintensivste Herausforderung herauszusuchen. Besser ist es, sich langsam und in kleinen, realistischen Schritten an das vorliegende Projekt heranzutasten. Am besten wird mit dem Aspekt begonnen, der an der Aufgabe am meisten interessiert. Nach den – sicherlich erfolgreichen – Anfangsschritten kann der große „Funke“ dann viel leichter zünden und die Motivation wachsen, um das ganze Projekt in einem Zug durchzuziehen.

Kleine Ziele schaffen

Für jede große Aufgabe gilt: Wer das eigentliche Ziel auf lange Sicht vor Augen hat, hat bereits einen gewaltigen Vorsprung. Ist dieses Zeil noch sehr weit entfernt und wirkt dadurch anstrengend oder leicht demotivierend, sollte dieses große Ziel nicht den Arbeitsalltag bestimmen. Viel besser ist es, die Aufgaben in kleine Meilensteine zu unterteilen, die schneller und bequemer erreichbar sind. Dank des Abhakens von einzelnen Etappen stellt sich automatisch ein Erfolgsgefühl ein. Dieses positive Gefühl stärkt die Motivation, arbeitstechnisch voranzukommen und beflügelt auch für das Endziel.

Unwichtige Dinge vergessen

Mut zur Lücke ist nicht nur ein Spruch. Es ist eine Weisheit, die dafür sorgt, sich auf die wesentlichen Aspekte für den Erfolg zu konzentrieren. Alle unwichtigen Dinge, denen dennoch Aufmerksamkeit geschenkt wird, kosten Zeit und Energie – und die kann dann nicht in die Arbeit gesteckt werden. Mit dem Ergebnis: Die Motivation sinkt. Daher ist es ratsam, im beruflichen wie auch im Privatleben jene Dinge und Aktivitäten loszuwerden, die unnötig ablenken oder sich demotivierend auswirken.

Feste Arbeitszeiten für sich festlegen

Sowohl im Berufsalltag im Büro, aber auch vermehrt mit dem Aufkommen des Homeoffice, entsteht die Situation, dass Menschen 24/7 erreichbar sind – mitunter aufgrund eines betriebseigenen Smartphones, das auch privat genutzt werden darf. Vorbei sind die Zeiten, in denen Arbeitszeit und Freizeit streng getrennt waren. Unverhofft kommt immer eine E-Mail oder ein Anruf rein, der private Lebensraum verschwimmt mit dem beruflichen.

Daher ist es wichtig, darin eine klare Differenzierung vorzunehmen. Es ist auch sinnvoll, sich eine Zeit zu setzen, zu der berufliche Aufgaben beendet werden und die private Zeit beginnt. Am besten wird eine realistische Zeit festgelegt, zu der alle Aufgaben strikt zur Seite gelegt und auch keine E-Mails mehr gecheckt werden. Mehrere Stunden der Entspannung ermöglichen es, auf Dauer motiviert zu bleiben.

Den eigenen Arbeitsprozess überdenken

Manchmal entsteht im Berufsalltag eine Phase der Demotivation, weil zu viele Routineaufgaben lustlos abgearbeitet werden und die bisherigen Arbeitsmethoden erschöpfend sind. Dann ist es an der Zeit, die eigene Arbeitsweise zu überdenken, also die Herangehensweise an eine Aufgabe oder ein Projekt. Mitunter hilft es bereits, sich einen Überblick über die eigene Zeiteinteilung zu verschaffen und darin Anpassungen vorzunehmen.

Zu viele Aufgaben auf einmal, nicht richtig eingeteilt oder mit falschen Prioritäten – das hat langfristig auch Auswirkungen auf die Motivation. Wenn möglich, sollten eigene Deadlines unabhängig von den offiziellen gesetzt werden – wohlgemerkt mit Pufferzeiten – um auf diese Weise neue Arbeitsgewohnheiten zu schaffen.

Sich eine Pause gönnen

Pausen sind genauso wichtig wie die Arbeit bzw. die Aufgaben, die erledigt werden sollen. Wer sich in einem Motivationstief befindet, hat mitunter die Neigung, diese Pausen enorm auszudehnen – was jedoch nicht Sinn der Sache ist. Aber kurz an die frische Luft gehen, eine Tasse Kaffee oder Tee, oder ein kurzes Gespräch mit einem anderen Teammitglied können helfen, den Kopf freizukriegen und neue Energie zu tanken. Bei der Rückkehr an den eigenen Arbeitsplatz sieht es dann mit der Motivation meist schon viel besser aus.

Einfach machen

Manchmal helfen auch die besten geistigen Motivatoren nicht. Eine unliebsame Aufgabe muss jetzt sofort erledigt werden und der Appetit darauf mag sich einfach nicht einstellen. Der schwerste, aber effektivste Trick ist daher, einfach in den sauren Apfel zu beißen und die Aufgabe zu erledigen. Gerade bei unliebsamen Aufgaben ist es ratsam, diese nicht zu lange hinauszuschieben, sondern die Sache direkt anzugehen. Wer vorab den Kopf leer macht – siehe oben – und sich nur auf die vorliegende Aufgabe als Schlüssel zu vergnüglicheren Gratifikationen konzentriert, wird sich mit der Ausführung viel leichter tun.

Erfolge feiern

Geschafft? Statt erledigte Aufgaben gereizt abzuhacken, sollten die Erfolge der Mini-Etappen oder des finalen Abschlusses eines Projekts gefeiert werden. Das ist nicht überheblich oder Selbstbeweihräucherung, sondern eine gesunde Einstellung und Wertschätzung der erbrachten Leistung. Es ist viel gesünder, sich mehr an solchen positiven Erlebnissen zu messen. Diese sind es, die auf Dauer Motivation schenken und dazu ermutigen, Neues zu probieren.

Anderen helfen

Ein weiterer Motivationskick liegt darin, anderen Menschen behilflich zu sein. Anderen dabei zuzuschauen, wie sie eine Herausforderung meistern, ist wohl einer der mächtigsten Motivatoren für eigene positive Leistungen. Kollegen zu unterstützen oder jüngeren Teammitgliedern dabei zu helfen, sich im Betrieb zurechtzufinden, ist nicht unbedingt altruistisch, sondern stärkt auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Wie kann außerhalb des Büros an der Selbstmotivation gearbeitet werden?

Auch wer mit Willenskraft und auf Knopfdruck Selbstmotivation am Arbeitsplatz abrufen kann, sollte sich auch auf Techniken richten, die langfristig Motivationsschübe bescheren. Diese sind dann nicht nur im Büro bzw. am Arbeitsplatz abrufbar, sondern speisen sich auch aus einem gesunden Privatleben und einer positiven persönlichen Entwicklung

Eigene Hobbys pflegen

In einer immer hektischeren Berufswelt, in der auch gern abends oder am Wochenende eine E-Mail von der Arbeit hereinkommt, werden Freizeit und Hobbys teilweise vernachlässigt. Beide sind jedoch wichtig, um geistig abzuschalten und psychisch und seelisch Energie zu tanken. Ein zufriedener Mensch ist auch ein motivierteres Teammitglied. Warum nicht bestimmte Freizeitaktivitäten fest einplanen und ein oder mehrere Hobbys suchen, ganz gleich ob im kulturellen oder im sportlichen Bereich? Ein ehrenamtliches Engagement oder regelmäßige Treffen mit Freunden sorgen ebenfalls für eine gesunde Balance zwischen Anspannung und Entspannung.

Den eigenen Kopf trainieren

Wer sein Gehirn nicht regelmäßig trainiert, dessen geistige Kapazitäten lassen schneller nach. Das bedeutet, dass die Auseinandersetzung mit oder der Abschluss von Projekten mehr Zeit beanspruchen kann. Bereits ganz banale Aufgaben erfordern mehr Motivation und Anstrengung, als dies in einem Zustand geistiger Fitness der Fall wäre. Daher ist es ratsam, den eigenen Kopf ständig neuen Herausforderungen auszusetzen. Es gibt unzählige Möglichkeiten dafür, wie das Lesen verschiedenster Bücher, berufsspezifische oder -ferne Weiterbildung oder das Erlernen einer neuen Fähigkeit. Und da durch mehr geistige Flexibilität auch Probleme leichter lösbar sind, steigt wiederum die Selbstmotivation – es ist wie bei einem Perpetuum mobile.

Die eigene Gesundheit fördern

Nicht nur der Geist sollte genährt werden, auch der Körper. Sport treiben oder zumindest regelmäßige Bewegung kurbeln die Sauerstoffzirkulation im Körper an und halten aktiv. Das Gleiche gilt für eine gute Ernährung. Auch wenn der Begriff der Ernährung meist im Zusammenhang mit Gesundheitstipps und Gewichtsverlust auftaucht, ist eine ausgewogene Ernährung vorteilhaft für die gesamte Konstitution und sogar für die Motivation.

Selbstmotivation kann folglich am besten erreicht werden, wenn anliegende Aufgaben in kleine Etappen unterteilt werden. Mit den richtigen Arbeitsgewohnheiten hat eine eventuelle Antriebslosigkeit keine Chance und vor allem dann nicht, wenn die eigene Arbeit als bedeutungsvoll und motivierend erlebt wird.

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