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Welche Qualitäten machen einen guten Teamplayer aus?

Auf dem Weg zum Erfolg zählen nicht nur die beruflichen Leistungen – auch die eigenen Fähigkeiten und Qualitäten als Teamplayer sind sehr wichtig. Der ehemalige Chrysler-Vorstand Lee Iacocca sagte einmal darüber: „Ein Hauptgrund dafür, dass fähige Leute im Berufsleben nicht weiterkommen, liegt darin, dass sie nicht gut mit ihren Kollegen zusammenarbeiten.“

Arbeitgeber legen bereits bei einem Vorstellungsgespräch ein Augenmerk auf Umgangsformen und soziale Kompetenzen der Person, die sich vorstellt. Aber um welche Qualitäten geht es und kann man sich diese aneignen? Im Weiteren erfahren Sie, was diese Fertigkeiten ausmacht und wie Sie diese entwickeln können.

Teamplayer gewinnen mit „Soft Skills“

Ob im Leben oder im Team – niemand ist perfekt. Jeder Mensch hat bestimmte Eigenheiten, die verbessert werden können, sofern ein Veränderungswille vorhanden ist und die Ansatzpunkte bekannt sind. In jedem Fall können Ihnen Ihr Wissen um eigene Schwächen und Ihre Bereitschaft zur Weiterentwicklung letztlich nur nützen – und das nicht nur im aktuellen oder dem nächsten Job.

Reflektieren Sie ab und zu über sich selbst

Nicht umsonst erkannte bereits der griechische Philosoph Sokrates in der Selbsterkenntnis die Bedingung für ein zufriedenes Leben. Reservieren Sie täglich ein kurzes Zeitfenster, in dem Sie den vergangenen Arbeitstag Revue passieren lassen und identifizieren Sie neben den konstruktiven Momenten auch die weniger effektiven. Was haben Sie konkret dazu beigetragen? Sorgen Sie dafür, dass Sie sich danach gedanklich oder praktisch mit etwas anderem beschäftigen. Der Tag liegt hinter Ihnen, während der nächste Tag wiederum neue und andere Möglichkeiten bietet.

Seien Sie flexibel und offen für Veränderungen

Nicht nur in Berufsfeldern mit hohem Digitalisierungsgrad ist es wichtig, für Veränderungen offen zu sein. Dinge ändern sich fortlaufend und so können neue Arbeitsprozesse hinzukommen oder es können sich Aufgaben ändern. Natürlich gibt es immer Teammitglieder, die sich beschweren, weil sie bisher nicht gelernt haben, mit unvorhergesehenen Situationen umzugehen. Seien Sie positiv. Nicht zuletzt kommen Veränderungen und alles, was Sie dadurch lernen, ja auch Ihrer beruflichen Laufbahn zugute, weil jedes zusätzliche Wissen Ihren Marktwert erhöht.

Seien Sie kollegial

Ein guter Teamplayer scheut sich nicht, Informationen und Erfahrungen einzubringen, die dem Unternehmen nützen. Wenn Sie sich mit einer bestimmten Software gut auskennen und ein anderes Teammitglied eher zögerlich damit zurechtkommt, geben Sie ihm/ihr ein paar Tipps. Der/die andere wird sich darüber freuen und sich wahrscheinlich bei Gelegenheit dafür revanchieren.

Lassen Sie die Hilfsbereitschaft aber nicht so weit ausarten, dass Sie mit ihren eigenen Aufgaben ins Hintertreffen geraten. Drängen Sie Ihre Hilfe auch nicht auf, sondern lassen Sie den Kollegen/die Kollegin entscheiden, ob die Unterstützung in Anspruch genommen wird. Grundsätzlich gilt in einem Team: Alle haben ein gemeinsames Ziel, tragen mit ihren Fähigkeiten dazu bei und sollten sich im Idealfall gut ergänzen. Kollegialität ist eine wichtige Komponente, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Halten Sie sich an Deadlines

Ihr Ruf hängt auch davon ab, ob Sie Versprechen einhalten – und wenn Sie ein Ablieferungsdatum zusagen, ist dies ein Versprechen. Gerade in einem Team ist es wichtig, sich aufeinander verlassen zu können. Funktioniert ein Rädchen im Gefüge nicht richtig, müssen das in der Regel die anderen wettmachen. Das kann auf die Dauer die Geduld strapazieren und für schlechte Stimmung sorgen. Wenn es Faktoren gibt, die Sie nicht beeinflussen können, weisen Sie am besten frühzeitig darauf hin.

Positives Feedback geben

Nicht alle Menschen können gut mit Kritik umgehen. Deshalb ist das Wort „Kritik“ einigermaßen verpönt und der Ausspruch „Der Ton macht die Musik“ nicht so platt, wie es scheint. Wenn Sie eher an „Feedback“ denken, dann gilt es zwei essenzielle Punkte zu beachten. Zum einen sollte Feedback unter gleichgestellten Teammitgliedern nicht ungefragt gegeben werden. Zum anderen sollten Sie bei erbetenem Feedback nach einem, von Beziehungstherapeuten empfohlenen Schema vorgehen: Überlegen Sie zuerst, was das betreffende Teammitglied auszeichnet, finden Sie etwas Positives an Ihrer Zusammenarbeit. Erst danach erwähnen Sie Ihr Feedback.

Wichtig: Verzichten Sie darauf, die Persönlichkeit oder persönliche Eigenschaften des Teammitglieds zu beurteilen, denn das gehört nicht ins Büro. Bleiben Sie positiv in der Ansprache und zeigen Sie Respekt, das sind dabei die Schlüsselaspekte.

Auch mal Fehler und Schwächen zugeben…

Nicht alle Unternehmen pflegen durchgängig eine konstruktive Fehlerkultur, weil nicht jede Führungskraft davon überzeugt ist, wie wichtig diese eigentlich für ein gut funktionierendes Miteinander ist. Kein Mensch macht immer alles richtig, Fehler sind nur allzu menschlich. In dem Sinne ist die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, entscheidend dafür, dass Fehler sich nicht wiederholen.

… und sich nicht selbst verurteilen

Schuldbewusstsein ist in der Regel fehl am Platz. Ein Fehler bedeutet nicht mehr und nicht weniger als eine gute Gelegenheit zum Lernen. Statt sich dauerhaft selbst zu verurteilen, sollten Sie vielmehr darüber reflektieren, was schief ging und wie dies in Zukunft anders gemacht werden könnte. Möglicherweise ist der Lösungsvorschlag auch für Ihre Vorgesetzten interessant. Es zeugt jedenfalls von einer konstruktiven Haltung, sich vor Augen zu halten, dass Fehler erlaubt sind und auch zum Lernprozess gehören. Viel stressfreier wäre es zum Beispiel, den täglichen Herausforderungen mit der Neugier eines Forschenden zu begegnen, der ein neues Abenteuer erlebt.

Suchen Sie sich ein Vorbild

Das ist ein psychologischer Trick: Denken Sie an eine Person, die Sie beeindruckt – sei es durch eine besonders humorvolle Art, die Argumentationsfähigkeit oder vielleicht wegen der Art, mit Fehlern umzugehen. Es geht hier nicht um ein Kopieren dieser Person, sondern darum, herauszufinden, was genau Sie an der Person so schätzen. Das verrät einerseits etwas über Sie selbst und andererseits eröffnet es die Möglichkeit, darüber nachzudenken, inwiefern Sie diese Eigenschaft in Ihrem eigenen Leben einsetzen oder zumindest erlernen könnten.

Sie könnten sich beispielsweise zu einem Kurs anmelden, in dem Tricks für das Sprechen vor größeren Gruppen vermittelt werden – oder Sie bitten eine Person Ihres Vertrauens und üben einige Szenarios mit dieser Person.

Hören Sie (wirklich) zu

Richtige Kommunikation beginnt immer zunächst mit dem Zuhören, um Vorschläge und Anmerkungen von anderen wirklich zu verstehen. Daraus kann bzw. sollte ein echter Dialog entstehen. Umgekehrt kennt wohl jeder/jede eine Person, die in Gesprächen darauf beharrt, dass der eigene Standpunkt der einzig vernünftige ist. Eine solche Diskussion ist nicht nur ziemlich anstrengend, sie führt in der Regel auch zu nichts. Gutes Zuhören ist eine Fähigkeit, die nicht jeder Mensch automatisch beherrscht, sie ist für gute Teamarbeit jedoch unerlässlich und zum Glück auch erlernbar.

In den USA wird beispielsweise gern empfohlen, kurz in 1-2 Sätzen zu wiederholen, was das Gegenüber gesagt hat. Das zwingt dazu, sich wirklich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen und die Essenz wiederzugeben. Der/die Gesprächspartner*in wird sich dadurch viel eher verstanden fühlen bzw. bekommt die Gelegenheit, seine/ihre Sichtweise genauer darzustellen. Es geht dabei nicht darum, das Gesagte wie ein Papagei nachzuplappern, sondern vielmehr um die Essenz des Gesagten.

Motivieren Sie sich

Jeder Mensch erlebt immer wieder Hochs und Tiefs im Leben. Suchen Sie sich etwas, das Ihnen Freude bereitet, auch und gerade in schwierigen Zeiten. Belohnen Sie sich für Aufgaben, die Ihnen gut gelungen sind und die vielleicht auch zu einem größeren Ganzen beigetragen haben. Das ist wichtig, weil Menschen keine Maschinen sind und Frustration und Burnout entstehen können, wenn Personen immer nur „funktionieren“ müssen. Letztlich sinkt dann auch die Produktivität und dabei braucht eine Belohnung gar nicht umständlich zu sein.

Hier folgen drei einfache, effektive Beispiele:

  • Nehmen Sie sich für den Abend vor, bei Ihrem Lieblingsrestaurant etwas zu Essen zu bestellen. Wenn Ihnen nach kreativer Abwechslung ist, können Sie sich auch selbst an den Herd stellen und etwas kochen. Es sollte jedoch keine große Mühe bereiten – Freude und Genuss stehen hier im Vordergrund.
  • Es kann guttun, sich durch Walking zu entspannen, sei es allein oder mit einem Freund/einer Freundin. Suchen Sie sich einen schönen Park oder ein nahegelegenes Naturgebiet aus oder nutzen Sie einen Teil des Arbeitsweges für einen netten Umweg.
  • Wie hieß auch wieder der Film, den Sie unbedingt sehen wollten? Vergessen Sie nicht, dass es sich dabei tatsächlich um einen eigenen Wunsch handelt, den Sie bisher vielleicht aus Zeitgründen oder aus übermäßigem Pflichtbewusstsein nicht verwirklicht haben. Schaffen Sie sich diese kleine Zeitinsel und erfüllen Sie sich diesen Wunsch. Und machen Sie es sich zur Gewohnheit, solche erfreulichen Dinge regelmäßiger zu tun.

Seien Sie tolerant

In Teams kommen immer sehr unterschiedliche Persönlichkeiten zusammen und da ist es ganz natürlich, dass einem nicht jede Person sympathisch sein kann. Verhalten Sie sich in jedem Fall freundlich und diplomatisch. Reden Sie nicht mit Teammitgliedern über andere und wenn Sie dies tun, tun Sie immer mit einem positiven Akzent. Vor allem, wenn Sie selbst neu in ein Team kommen und sich erst einmal orientieren müssen, können sich verschiedene Verhältnisse und Umgangsformen einspielen. Ein offener Geist ist in jedem Fall der beste Berater.

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