Körpersprache-Tipps für das Vorstellungsgespräch

Von Indeed Editorial Team

Veröffentlicht am 7. April 2022

Das Indeed Editorial Team besteht aus einem vielfältigen und talentierten Team von Autor*innen, Forscher*innen und Branchenexpert*innen, die Ihnen mithilfe der Daten und Einblicke von Indeed hilfreiche Tipps für Ihre Jobsuche geben.

Wenn Sie sich für Körpersprache-Tipps für das Vorstellungsgespräch interessieren, dann wissen Sie bereits, dass bei jeder zwischenmenschlichen Begegnung nicht nur die mündlichen Äußerungen zählen. Beim Gegenüber beginnt die Bewertung Ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten bereits beim ersten Kontakt. Ihre Körpersprache kann Ihre Persönlichkeit zur Geltung bringen, oder auch ein falsches Bild davon vermitteln.

Im Folgenden lernen Sie die Elemente der Körpersprache kennen und erfahren, worauf Personaler*innen ganz besonders achten und wie sie Ihre Persönlichkeit lesen – auch dann, wenn Sie sich gerade unbeobachtet fühlen.

Warum ist Ihre Körpersprache im Vorstellungsgespräch so wichtig?

Personaler*innen schauen genau hin. Wichtig sind dabei besonders Informationen, die über das eigentliche Gespräch hinausgehen. Sind Sie ein selbstbewusster, ehrgeiziger Mensch oder plagen Sie sich mit Minderwertigkeitsgefühlen und einem geringen Selbstvertrauen? Ihr Gegenüber wird es herausfinden, indem es Ihre Körpersprache studiert.

Es geht konkret darum, was Sie von sich erzählen, wenn Sie gerade nicht reden. Unter nonverbaler Kommunikation können eine Reihe von Faktoren zusammengefasst werden. Ihre Körperhaltung, Ihre Mimik, aber auch Ihre Kleidung erzählen vieles über Ihre Person. Daher lohnt es sich, sich mit Körpersprache zu befassen und sich vor einem Termin zum Vorstellungsgespräch selbst den Spiegel vorzuhalten.

Sie möchten beim Vorstellungsgespräch überzeugen? Dann genügt es nicht, mit Fachwissen zu punkten. Sie müssen sich auf ganzer Linie von Ihrer besten Seite zeigen. Personaler*innen schauen dabei gern hinter die Fassade und enttarnen die Signale Ihrer Mimik und Gestik.

Was gehört zur Körpersprache?

Damit Sie eine Vorstellung davon bekommen, welche Kriterien unter den Oberbegriff „Körpersprache“ fallen, hier eine kurze Übersicht:

  • Körperbewegung (Oberbegriff für Körperhaltung, Körperorientierung)

  • Körperkontakt (Berührungen des eigenen Körpers, Berühren von Objekten)

  • Mimik (alle Bewegungen des Gesichts)

  • Gestik (Bewegung von Körperteilen während der Kommunikation)

  • Blickkontakt (Dauer und Häufigkeit des Augenkontakts beim Gespräch)

Damit eröffnet die Körpersprache ein weites Feld, und wer sich damit auskennt, kann interessante Beobachtungen an sich selbst und an anderen machen.

Der erste Eindruck zählt – die Begrüßung

Jedes Vorstellungsgespräch beginnt mit der Begrüßung. Das erste Aufeinandertreffen von Talenten und Personaler*innen offenbart bereits die ganze Palette der genannten Elemente der Körpersprache. Sie müssen Ihr Gegenüber anschauen und ihm die Hand reichen. In diesem Moment entsteht der erste Eindruck und Sie möchten natürlich, dass dieser positiv ausfällt.

Der Händedruck wird zum ersten Ausdruck Ihrer Körpersprache. Oftmals entscheidet bereits diese kleine Geste über Sympathie oder indirekte Abneigung.

So verhalten Sie sich richtig:

  • freundlich lächeln

  • selbstsicher auftreten

  • Augenkontakt herstellen

  • Hand reichen

  • kurzer und fester Händedruck

Die Begrüßung sollte beim Gegenüber den Eindruck hinterlassen, dass Sie selbstsicher sind und sich über das gegenseitige Kennenlernen freuen. Halten Sie während der Begrüßung Blickkontakt und zeigen Sie ein leichtes Lächeln. Eine Begegnung auf Augenhöhe schafft eine solide Basis für das folgende Gespräch.

Der Händedruck

Der Händedruck sollte kurz, aber bestimmt erfolgen. Üben Sie einen leichten Druck aus und dehnen Sie das Händeschütteln nicht unnötig aus. Sind Sie aufgeregt, geht dies häufig mit schweißnassen Händen daher. Diese sollten unmittelbar vor der Begrüßung abgetrocknet werden, denn glitschige Finger gelten als No-Go.

Sitzen ist nicht gleich Sitzen

Vorstellungsgespräche werden in der Regel im Sitzen durchgeführt. Vermutlich wird man Sie nach der Begrüßung unmittelbar an Ihren Platz bitten. Bevor das eigentliche Gespräch beginnt, verrät Ihre Körperhaltung dem geschulten Auge eine ganze Menge über Sie und Ihre Persönlichkeit.

So machen Sie es richtig:

  • aufrechte Sitzhaltung = Selbstsicherheit

  • Füße leicht geöffnet, Wirbelsäule und Kopf gerade = Souveränität und Gelassenheit

  • Kopf leicht schräg geneigt = Konzentration beim Zuhören

  • Oberkörper nach vorn neigen = Zustimmung zeigen

  • Kopf gerade, Kinn leicht nach vorn geschoben = Interesse und Konzentration

Diese Art Körpersprache wird schnell negativ aufgefasst:

  • lässige Sitzposition = Desinteresse, Überheblichkeit

  • Füße um die Stuhlbeine schlingen = Anspannung, Unsicherheit

  • Körper und Kopf abwenden = Desinteresse, Ablehnung

  • Oberkörper zurücklehnen = Distanz herstellen, Ablehnung

  • Arme verschränken = Ablehnung, Distanz

  • nur auf der Vorderkante des Stuhls sitzen = Anspannung, Unsicherheit

  • mit den Beinen wippen = Desinteresse, Nervosität

Wichtig ist, dass Sie die gesamte Sitzfläche nutzen und nicht nur auf der Stuhlkante Platz nehmen. Eine offene Körperhaltung einzunehmen, ist oft schwieriger als gedacht. Zu lässig erscheint das Ganze salopp und lässt auf Respektlosigkeit schließen. Wer dagegen auffallend gerade sitzt, lässt Anspannung und Unsicherheit erkennen.

Sie wissen nicht, wie Ihre Körperhaltung auf andere wirkt? Dann nehmen Sie doch einfach auf einem Stuhl vor dem Spiegel Platz und lernen, etwaige negative Elemente Ihrer Körpersprache zu korrigieren. Dann können Sie sich auch unmittelbar beim Vorstellungstermin dazu ermahnen, nicht die Beine übereinanderzulegen oder die Arme zu verschränken.

Gestik – das i-Tüpfelchen auf jeder Aussage

Mit Ihrer Gestik untermauern Sie Ihre Worte. Dies ist beim Vorstellungsgespräch ganz besonders wichtig. Schließlich möchte der Personaler genau ergründen, wie Sie wirklich „ticken“.

Zunächst ist eine ausführliche und zielgerichtete Vorbereitung wichtig, um einen Kontext zwischen Stimme und Gestik zu schaffen. Wenn Sie sich unsicher fühlen, wird die Gestik automatisch übertrieben und unkontrolliert wirken.

Folgende Gesten sollten Sie beim Vorstellungstermin unterlassen:

  • wild mit den Armen fuchteln

  • am Kopf kratzen

  • mit Haarsträhnen spielen

  • an Ohrringen oder Ketten zupfen

  • die Arme verschränken

  • an den Fingernägeln pulen

Argumentieren Sie sachlich und fachlich korrekt, bleibt eine übertriebene Gestik meist aus. Eine wilde Gestik ist ein Zeichen von Unsicherheit. Vermutlich wird der Personaler oder die Personalerin Ihre Aussagen allein dadurch infrage stellen.

Mehr Präsenz durch kontrollierte Gesten

Mit der Begrüßung ist die erste Hürde genommen. Lächeln, Blickkontakt herstellen, kurzer und bestimmter Händedruck. Bravo! Doch wenn das eigentliche Gespräch beginnt, sind plötzlich alle Augen auf Sie gerichtet. Die Unsicherheit wächst.

Sie werden unruhig und womöglich fangen die Hände sogar an zu zittern. Gern würden Sie alten Angewohnheiten nachkommen und sich durch die Haare fahren, am Kinn kratzen oder den Ring am Finger drehen. Spätestens jetzt ist es vonnöten, dass Sie sich auf Ihre Körpersprache konzentrieren.

Diese Gesten gelten beim Bewerbungsgespräch als ein No-Go:

  • Zeigefinger gegen Ihr Gegenüber erheben (Drohung, Belehrung)

  • Arme vor der Brust verschränken (Ablehnung, Abweisung)

  • mit der Schulter zucken (Gleichgültigkeit, Unwissenheit)

  • Hände in die Hosentaschen stecken (Ablehnung, Desinteresse)

Zittern die Hände, halten Sie diese zunächst unter dem Tisch. Zwingen Sie sich zu ruhigen und langsamen Gesten, die zum Gesagten passen. Setzen Sie die Hände dazu ein, führen Sie diese nur von unten nach oben. Ansonsten könnten Ihre Gesten als Ablehnung gedeutet werden. Haben Sie das Bedürfnis, Ihren Körper zu bewegen, nicken Sie mit dem Kopf. Dies wird als Zustimmung und damit positiv gewertet, vorausgesetzt, Sie folgen dem Gesprächsverlauf aufmerksam und nicken an treffender Stelle.

Mimik einsetzen – so kommunizieren Sie nonverbal

Die Mimik ist für Personaler*innen nicht minder von Interesse. Schließlich lässt sich dadurch herausfinden, ob Sie auch wirklich hinter dem Gesagten stehen und damit ehrliches Interesse am Jobangebot zeigen. Bereits bei der Begrüßung ist das Herstellen von Blickkontakt ein wichtiger Faktor. Auch während des Bewerbungsgespräches sollten Sie Augenkontakt halten. Dies spiegelt Interesse und Aufgeschlossenheit wider.

Lassen Sie Ihre Mimik sprechen und begegnen Ihrem Gegenüber mit einem ehrlichen und offenen Lächeln. Dieses sollte natürlich nur angedeutet werden. Wenn Sie über das ganze Gesicht strahlen, würde dies mehr als deplatziert wirken. Versuchen Sie auch beim Sprechen leicht zu lächeln. Ihre Stimme bekommt dann einen viel wärmeren Klang. Dies erhöht den Sympathiefaktor.

Blickkontakt halten

Beim Vorstellungsgespräch sind meist mehrere Personen im Raum. Dies ist eine Herausforderung, was den Blickkontakt angeht. Am häufigsten sollten Sie den Blick der Person zuwenden, die direkt mit Ihnen spricht. Machen Sie dabei nicht den Fehler, die weiteren Personen komplett zu ignorieren. Suchen Sie immer wieder auch den Blickkontakt zu den übrigen Anwesenden. Dies erhöht deren Aufmerksamkeit und verschafft Ihnen allgemeines Interesse.

Für einen gelungenen Blickkontakt gibt es eine einfache Faustregel: Halten Sie den Blick mindestens eine Sekunde. Länger als drei Sekunden sollten Sie Ihr Gegenüber dagegen nicht anstarren.

Mehr zum Thema: Mimik im Berufsleben: Tipps und Tricks

Körpersprache endet erst nach der Verabschiedung

Die Begrüßung und die Verabschiedung sind beim Vorstellungsgespräch absolut gleichwertig. Vernachlässigen Sie daher die Verabschiedung nicht. Schließlich ist dies Ihre letzte Handlung, die Personaler*innen in Erinnerung bleibt.

Auch für die Verabschiedung gilt es, souverän aufzutreten. Dies symbolisieren Sie am besten durch eine aufrechte Körperhaltung und den direkten Blickkontakt. Lächeln Sie Ihrem Gegenüber zu und drücken Sie kurz und bestimmt seine Hand. Damit zeigen Sie indirekt, dass Sie mit dem Verlauf des Bewerbungsgespräches zufrieden sind und mit einem positiven Gefühl nach Hause gehen. Dies unterstreichen Sie verbal, indem Sie sich für das Gespräch bedanken und erklären, dass Sie auf eine positive Rückmeldung hoffen.

Körpersprache und Kleidung

Die Kleidung ist zwar keines der genannten Elemente der Körpersprache, sollte aber keinesfalls vernachlässigt werden. Wie sich Menschen kleiden, ist seit jeher Ausdruck ihrer Persönlichkeit und ihres Standes. Einst gab es vorgeschriebene Zunft-Bekleidung. Heute ist in manchen Branchen ein bestimmter Dress-Code vorgeschrieben.

Zum Vorstellungstermin sollten Sie angemessen gekleidet und gepflegt erscheinen. Achten Sie primär auf saubere Garderobe, die gut sitzt. Weiterhin sollten die Schuhe sauber sein und Haare und Fingernägel sollten einen guten Eindruck erwecken.

Ein stimmiges Gesamtpaket erzielen Sie durch folgende Tipps für die Garderobe beim Vorstellungstermin:

  • Kleidung muss gut passen (nicht zu eng, nicht zu weit, nicht zur kurz)

  • Kleidung soll dem eigenen Stil entsprechend (nicht verkleidet wirken)

  • Outfit selbst auswählen und von Freunden begutachten lassen

  • Kleidung darf keine Flecken oder Löcher haben

  • Kleidung sollte gebügelt werden

  • Kleidung sollte der ausgeschriebenen Stelle entsprechen

  • Schmuck und Accessoires dezent auswählen

  • Outfit sollte bereits im Voraus getragen werden

  • passende Kleiderwahl auf die Branche abstimmen

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Körpersprache-Tipps für das Vorstellungsgespräch am Telefon

Körpersprache endet nicht mit dem Sichtkontakt. Tatsächlich spielen verschiedene Faktoren auch in ein Telefoninterview hinein. Was zunächst paradox klingt, hat einen einfachen Grund: Durch die Körperhaltung wird auch unsere Stimme beeinflusst.

Wer lässig auf der Couch „hängt“, spricht in der Tat anders als eine Person, die sich aufrecht hinsetzt und mental auf die Befragung am Telefon einstellt. Wollen Sie ruhig und seriös erscheinen, benötigen Sie den notwendigen Hintergrund. Daher lohnt es, nonverbale Kommunikation in ihrer Gesamtheit zu betrachten und sich Mimik und Gestik im Alltag bewusst zu machen.

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