Telefoninterview-Tipps: Fragen und Antworten

Von Indeed Editorial Team

Aktualisiert am 23. Dezember 2022

Veröffentlicht am 27. August 2020

Das Indeed Editorial Team besteht aus einem vielfältigen und talentierten Team von Autor*innen, Forscher*innen und Branchenexpert*innen, die Ihnen mithilfe der Daten und Einblicke von Indeed hilfreiche Tipps für Ihre Jobsuche geben.

Das Telefoninterview hat sich in einigen Unternehmen als Teil des Bewerber-Screening-Prozesses durchgesetzt. Nicht nur können so Anfahrtszeiten minimiert werden, was gerade bei Bewerbern aus anderen Teilen des Landes relevant ist, sondern Arbeitgeber können auch Fragen zu den Bewerbungsunterlagen direkt in einem telefonischen Gespräch klären. In diesem Artikel stellen wir Ihnen vor, wie Sie sich am besten auf ein Telefoninterview vorbereiten können, erklären Ihnen, was Sie dabei erwartet und geben Ihnen wertvolle Telefoninterview-Tipps. Auch häufig gestellte Fragen, wie Sie sich auf ein Telefoninterview vorbereiten und wie Sie diese beantworten sollten, behandeln wir in diesem Leitfaden zum Telefoninterview.

Was ist ein Telefoninterview?

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um ein telefonisches Vorstellungsgespräch. Ganz wie bei einem regulären Bewerbungsgespräch beantworten Sie im Telefoninterview Fragen zu Ihrer beruflichen Laufbahn und Ihnen selbst als Person. Außerdem bietet das Telefon-Bewerbungsgespräch die Möglichkeit für beide Parteien, sich einen ersten Eindruck voneinander zu verschaffen.

Die Tatsache, dass Sie Ihren Gesprächspartner bei einem traditionellen Bewerbungsgespräch per Telefon nicht sehen können, erschwert manche Aspekte des Interviews. So können Sie beispielsweise die Mimik und Körpersprache Ihres Gegenübers nicht sehen und auswerten. Ein Bewerbungsgespräch über Telefon besitzt allerdings denjenigen Vorteil, dass Sie Notizen vorliegen haben können. Diese sollten Sie aber auf keinen Fall ablesen – denn auch bei einem Telefon-Vorstellungsgespräch kann Ihr Gesprächspartner dies heraushören.

Telefoninterview-Vorbereitung: Das sollten Sie beachten

Manchmal kommt es vor, dass Sie mehrere Telefoninterviews mit verschiedenen Angestellten aus unterschiedlichen Abteilungen eines Unternehmens durchlaufen müssen. Egal wie viele telefonischen Bewerbungsgespräche vor Ihnen liegen – man kann sich stets auf jedes einzelne Telefoninterview vorbereiten. Unsere Telefoninterview-Tipps helfen Ihnen dabei.

Steht der Termin Ihres telefonischen Bewerbungsgesprächs fest, sollten Sie sich direkt Gedanken um die Umgebung machen, in der Sie das Telefoninterview führen wollen. Wichtig ist hierbei, dass nicht zu viele Hintergrundgeräusche auftreten, die das telefonische Gespräch stören könnten. Wenn bei Ihnen zu Hause gerade eine Baustelle vorherrscht, wäre es äußerst ratsam, einen anderen Ort zu wählen. Außerdem sollten Sie dafür Sorge tragen, dass Sie während des Interviews nicht gestört werden. Wohnen Sie mit anderen Personen zusammen, informieren Sie Ihre Mitbewohner von Ihrem Vorstellungsgespräch am Telefon und bitten Sie sie darum, Sie nicht zu unterbrechen.

Ein weiterer wichtiger Teil der Vorbereitung auf ein Telefoninterview besteht darin, Informationen über das Unternehmen oder den Ansprechpartner zu sammeln. Neben der Firmenwebseite sind hilfreiche Ressourcen u. a. die LinkedIn-Seite des Unternehmens oder des Ansprechpartners, die Kanäle der Firma in den sozialen Medien sowie eventuelle aktuelle News-Beiträge, die über das Unternehmen berichten. Wenn Sie über die momentanen Entwicklungen der Branche im Allgemeinen oder des Unternehmens im speziellen Bescheid wissen, zeigt dies, wie interessiert Sie sind.

Nach dem Sammeln von Informationen sollten Sie damit anfangen, Ihre Antworten auf häufig gestellte Fragen zu proben und eventuell sogar niederzuschreiben.

Spätestens einen Tag vor dem Gesprächstermin sollten Sie sich noch mal die Stellenanzeige und Ihren Lebenslauf ansehen oder ggf. auch ausdrucken. Legen Sie sich diese Dokumente während des Gesprächs zurecht, sodass Sie eventuell etwas nachschlagen können.

Sorgen Sie ferner dafür, dass der Akku Ihres Telefons vollständig aufgeladen ist und Sie ein Glas Wasser für das Telefoninterview parat haben.

Mehr erfahren: Vorbereitung für das Telefoninterview: So überzeugen Sie

Telefoninterview: Was ist wichtig?

In jedem Fall sollten Sie das Bewerbungs-Telefongespräch wie ein anderes Interview behandeln. Dementsprechend gelten auch hier die regulären Regeln der Etikette: Nehmen Sie aktiv am Gespräch teil und zeigen Sie Interesse, lassen Sie Ihren Gesprächspartner aussprechen und bleiben Sie stets freundlich und professionell. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass Sie langsam und deutlich sprechen.

Begrüßung

Auch wenn in der Regel feste Termine für Telefongespräche einer Bewerbung vergeben werden, kommt es vor, dass HR-Personaler Bewerber mit einem Anruf überraschen. Deshalb ist es besonders wichtig, sich jederzeit professionell am Telefon mit Ihrem vollen Namen zu melden – auch dann, wenn die Nummer als „unbekannt“ angezeigt wird.

Generell gilt bei der Begrüßung im Telefoninterview, sich stets freundlich und professionell zu verhalten. In der Regel folgt der Begrüßung eine kurze Vorstellung der einzelnen Parteien.

Mehr erfahren: Wie meldet man sich am Telefon? Situationen & Tipps

Fragen und -Antworten

Der Hauptbestandteil einer Telefoninterview-Bewerbung ist der eigentliche Interview-Teil, in dem Fragen gestellt werden. Wir haben für Sie einige typische Telefoninterview-Fragen und Denkanstöße zusammengestellt. Auch Beispiele für ein Telefon-Bewerbungsgespräch werden vorgestellt.

Generell sind die Fragen eines Telefoninterviews in unterschiedliche Kategorien einzuteilen: Fragen zu Ihrer Person, Fragen zu Ihrer beruflichen Laufbahn, Fragen über Stärken und Schwächen sowie Fragen, die erörtern sollen, warum Sie die Stelle bekommen sollten.

Frage 1: „Erzählen Sie mir ein bisschen über sich“

Nach der Begrüßung ist dies häufig die erste oder eine der ersten Fragen in einem telefonischen Bewerbungsgespräch. Mit Ihrer Antwort sollten Sie Ihrem Gesprächspartner darlegen können, was Sie momentan beruflich machen und welche Teile Ihrer aktuellen Stelle oder Ihre bisherige berufliche Erfahrung Sie für die neue Position qualifizieren. Persönliche Details können Sie ebenfalls in Ihre Antwort miteinfließen lassen. Attribute wie beispielsweise Ihre Liebe zum Detail oder Ihre Zielstrebigkeit sollten auch in Ihre Antwort miteingebaut werden, um aufzuzeigen, dass Sie diese auch in die neue Stelle mit einbringen werden.

Mehr erfahren: Selbstvorstellung im Interview: „Erzählen Sie etwas über sich“

Frage 2: „Warum haben Sie sich für diese Stelle beworben?“

Mithilfe dieser Frage möchten Personalverantwortliche in der Regel herausfinden, wie gut Sie die ausgeschriebene Stelle verstanden haben. Nutzen Sie bei Ihrer Antwort Details aus der Anzeige oder allgemeine Unternehmensinformationen. Diese Frage bietet Ihnen auch die Möglichkeit, Ihre professionellen Stärken herauszustellen.

Eine mögliche Antwort könnte wie folgt lauten: „Ich bin nun seit mehreren Jahren in der Kommunikationsbranche tätig und bringe daher die erforderlichen Projektmanagement- und Kommunikationsstrategieerfahrung mit, die diese Stelle benötigt. Da ich bisher vermehrt für Agenturen gearbeitet habe, würde ich gerne den Schritt in die Kommunikationsabteilung einer Firma wagen. Mit Ihrem Fokus auf Nachhaltigkeit haben Sie mich direkt angesprochen, da dies etwas ist, wofür ich mich auch in meiner Freizeit sehr interessiere und einsetze.“

Eine Variation der vorherigen Frage könnte auch sein, warum Sie für das Unternehmen tätig sein wollen. Diese Frage bietet Ihnen die Möglichkeit, erneut aufzuzeigen, was Sie über das Unternehmen wissen. Lassen Sie hier auch Ihre persönlichen Werte mit in die Antwort einfließen. Dies lässt sich in einer Antwort oft mit der Mission des Unternehmens verknüpfen. Ein Beispiel:

„Mir waren Loyalität und Integrität schon immer sehr wichtig. Zu sehen, wie [Unternehmensname] über die Jahre diese zwei Werte nach außen verkörpert hat und in seiner Unternehmenspolitik klar nach außen trägt, hat mich sehr beeindruckt.“

Mehr erfahren: Antworten auf „Warum haben Sie sich bei uns beworben?“

Frage 3: Warum wollen Sie Ihren jetzigen Arbeitgeber verlassen?

Wenn diese Frage in einem telefonischen Bewerbungsgespräch aufkommt, sollten Sie etwas vorsichtig sein. Hier ist ausschlaggebend, dass Sie einen Grund liefern, wieso Sie Ihre jetzige Position verlassen wollen. Dies sollten Sie aber stets positivistisch formulieren, beispielsweise wie folgt:

„Ich bin sehr dankbar für die Zeit, die ich bei [Unternehmensname] gearbeitet habe; ich habe sehr viel gelernt. Ich fühle jedoch, dass es nun für mich an der Zeit ist, auch in einem anderen Unternehmen innerhalb der Branche Erfahrungen zu sammeln.“

Frage 4: Was sind Ihre Stärken/Schwächen?

Dies ist eine sehr wichtige Frage im Bewerbungsprozess. Während Sie Stärken definitiv anhand von Beispielen in Ihrer Berufslaufbahn hervorheben sollten, sollten Sie auch die Frage nach Ihren Schwächen nicht ignorieren. Wichtig ist hier jedoch Folgendes: Wenn Sie schon eine Schwäche nennen, müssen Sie immer erwähnen, dass Sie momentan an dieser Schwäche „arbeiten“:

„Ich habe manchmal Probleme damit, mich in einer lauten Umgebung zu konzentrieren. In meinem momentanen Job arbeiten wir in einem Großraumbüro, was für mich deshalb manchmal schwierig ist. Allerdings habe ich mich erkundigt und habe mir spezielle Kopfhörer gekauft, die Geräusche ausblenden und die ich benutze, wenn ich mich sehr konzentrieren muss.“

Mehr erfahren: Frage im Vorstellungsgespräch: „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“

Frage 5: Erzählen Sie mir mehr über …?

Mit dieser Frage will der Personaler etwas mehr über eine bestimmte Aussage auf Ihrem Lebenslauf herausfinden. Dies könnte sich auf ein Erfolgserlebnis im Beruf oder auch auf Ihre Freiwilligenarbeit beziehen, etc. Wenn es um ein bereits im Lebenslauf erwähntes Erfolgserlebnis geht, stellen Sie erneut kurz die Situation oder das Problem vor und anschließend die Lösung. Fügen Sie in Ihrer Beschreibung auch Details hinzu, die der Recruiter nicht Ihrem Lebenslauf entnehmen konnte.

Werden Sie direkt zu Ihrer Freiwilligenarbeit gefragt, erläutern Sie diese kurz. Auch wenn es hier um etwas geht, was nicht direkt mit Ihrem Job zu tun hat, sollten Sie versuchen, Auszeiten oder Freiwilligenarbeit zu Ihrem beruflichen Erfolg verknüpfen. Dies könnte eine Vermittlung von Werten sein oder auch neue Fähigkeiten, die Sie in der Zeit gelernt haben. Vergessen Sie nicht zu erwähnen, wie diese relevant zu Ihrer jetzigen Position sind.

Dies sind nur einige Beispielfragen, die Ihnen gestellt werden können. Auch Fragen rund um Ihre Gehaltsvorstellungen sind denkbar. Nutzen Sie hier Industrie-Durchschnittswerte sowie Ihr jetziges Gehalt, um Ihre Antwort zu formulieren. Auch wenn Gehaltsverhandlungen vielen Menschen unangenehm sind, so sind sie doch Teil des normalen Arbeits- und Recruiting-Prozesses.

Abschließende Bemerkungen

Was unseren Telefoninterview-Bewerbungstipps noch hinzuzufügen ist, ist die Frage, wie man sich am Ende eines telefonischen Bewerbungsgesprächs verhalten sollte.

Am Ende des Gespräches kann es sein, dass der Personalverantwortliche Sie fragt, ob Sie noch etwas wissen möchten. Dies bietet eine tolle Gelegenheit zu zeigen, dass Sie sich vorab über das Unternehmen informiert haben. Stellen Sie Fragen, die sich auf eine aktuelle Entwicklung im Unternehmen beziehen, wie z. B.: „Wie hat die Umstrukturierung der globalen Organisation sich im letzten Jahr auf die ausgeschriebene Stelle ausgewirkt?“

Allgemeine Fragen zur Position sind hier ebenfalls angebracht – solange Sie nicht schon im Telefoninterview beantwortet worden sind. So könnten Sie fragen, wie ein Tag in dieser Rolle in der Regel aussieht oder auch, wann Sie eine Rückmeldung in Bezug auf die nächsten Bewerbungsschritte erwarten können.

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