Vorstellungs­gespräch

Vorstellungsgespräch üben: So klappt es mit der Vorbereitung

Nach dem Absenden der Bewerbungsunterlagen ist das Vorstellungsgespräch der nächste wichtige Schritt auf dem Weg zu einem neuen Job. Um dabei möglichst gut abzuschneiden, sollten sich Bewerber*innen eingehend darauf vorbereiten. Das kann nicht nur zu einer besseren Performance führen, sondern vor allem auch dabei helfen, das Ganze ruhiger und mit mehr Selbstvertrauen anzugehen. Wie Sie sich auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Vorstellungsgespräch üben – ist das sinnvoll?

Jedes Vorstellungsgespräch ist zwar anders; dafür zu trainieren und sich so auf die neue Situation vorzubereiten, kann trotzdem sinnvoll sein. Vor allem Bewerber*innen, die noch nie zuvor ein persönliches Interview hatten oder wenn seit dem letzten sehr viel Zeit vergangen ist, sollten sich auf den neuesten Stand bringen. Wenn Sie für ein Bewerbungsgespräch üben, dann bereiten Sie sich dabei auf die typischen Fragen und Situationen vor. Das kann Ihnen dabei helfen, gelassener an das Interview heranzugehen und im besten Fall positiver abzuschneiden.

Vorstellungsgespräch Training – Vorteile und Chancen

Ein Vorstellungsgespräch im Voraus zu üben, kann Bewerber*innen einige Vorteile bringen. Auch wenn kein Bewerbungsgespräch dem anderen gleicht, kann dies dabei helfen, besser zu reagieren. Im besten Fall führt dies sogar dazu, dass sich die Chancen auf eine Zusage erhöhen. Sie können hinsichtlich folgender Aspekte profitieren:

Fehler ausbessern

Beim Durchlaufen der einzelnen Schritte können Sie erkennen, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Das kann Ihr Wissen über das Unternehmen und die Stelle betreffen oder auch Ihre Verhaltensweisen, zum Beispiel Ihre Mimik und Gestik. Versuchen Sie, Ihre Defizite zu erkennen und explizit an diesen zu arbeiten. So können Sie den Verlauf des Gesprächs verbessern und dieses bewusst lenken.

Selbstbewusstes Auftreten

Für die meisten Menschen ist ein Vorstellungsgespräch nicht alltäglich, sondern eine ungewohnte Situation, die dazu führen kann, dass sie sich gestresst und unsicher fühlen. Viele Bewerber*innen setzen sich selbst unter Druck, was dazu führen kann, dass sie noch mehr verunsichert werden. Das vorherige Training für ein Bewerbungsgespräch kann dabei helfen, Ihnen etwas von Ihrer Nervosität zu nehmen. Sie treten selbstsicherer auf und können bei den potenziellen neuen Arbeitgeber*innen einen selbstbewussten Eindruck hinterlassen.

Bessere Performance im Gespräch

Wenn Sie vor Ihrem Interview die wichtigsten Übungen durchgespielt haben, kann dies dazu führen, dass Sie von Ihrem Gegenüber besser bewertet werden. Sie wissen genau, was Sie sagen und sind auf die Fragen vorbereitet. Allgemein machen selbstsichere Kandidat*innen einen besseren Eindruck als jene, die sich nicht auf das Gespräch vorbereitet haben.

Übungen Vorstellungsgespräch – Diese Schritte sollten Sie beachten

Es gibt unterschiedliche Methoden und Trainings, mit denen Sie sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten können. Welche die richtige für Ihre individuelle Situation ist, kommt unter anderem auf Sie selbst als Person und die Stelle, auf die Sie sich bewerben, an. Die folgenden Übungen können Ihnen bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch helfen.

Üben Sie mit Interviewpartner*innen

Bevor Sie mit der Vorbereitung beginnen, sollten Sie überlegen, ob Sie für sich alleine oder mit der Unterstützung einer anderen Person üben möchten. Beides kann seine Vorteile haben: Wenn Sie das Vorstellungsgespräch alleine vorbereiten, haben Sie mehr Freiraum und können sich mehr Zeit lassen. Ein Partner oder eine Partnerin kann Ihnen aber unter Umständen dabei helfen, Sie auf die Dinge hinzuweisen, die noch nicht optimal laufen. Oft ist eine Mischform sinnvoll, bei der Sie die anfängliche Vorbereitungsphase alleine durchführen und für die Generalprobe eine bekannte Person oder ein Familienmitglied hinzuziehen.

Sammeln Sie typische Fragen und Informationen

Überlegen Sie sich, welche Fragen Ihr Gegenüber Ihnen wahrscheinlich während des Vorstellungsgespräches stellen wird. Allen voran gehören dazu Fragen zu Ihrer Person und Ihrem Werdegang, mit dem die Personalverantwortlichen Informationen über Ihre beruflichen Erfahrungen sowie über Sie als Person erhalten wollen. Auch fachliche Fragen zur Stelle, für die Sie sich bewerben, können zum Fragenkatalog gehören. Bei manchen Unternehmen ist es außerdem üblich, zu prüfen, wie gut Bewerber*innen über die Firma Bescheid wissen. Stellen Sie sich einen Katalog mit den wichtigsten Fragen zusammen, mit dessen Hilfe Sie für das Vorstellungsgespräch üben können.

Die Kleiderfrage

Für welche Kleidung Sie sich für den Tag Ihres Vorstellungsgespräches entscheiden, kann Auswirkungen auf zwei unterschiedliche Faktoren haben, nämlich wie Sie auf Ihre potenziellen Arbeitgeber*innen wirken und wie Sie sich selbst in Ihrer Haut fühlen. Die richtige Kleiderwahl für Ihr Bewerbungsgespräch kann dazu führen, dass Sie einen guten Eindruck bei Ihrem Gegenüber hinterlassen und dass Sie selbstsicher auftreten. Probieren Sie verschiedene Outfits aus und entscheiden Sie sich für das, in dem Sie sich am besten fühlen.

Arbeiten Sie Ihren Fragenkatalog durch

Machen Sie einen Testlauf mit den Fragen aus Ihrem Katalog: Welche können Sie ohne größere Mühe beantworten und bei welchen geraten Sie ins Stocken? Das Ziel sollte sein, auf möglichst viele Fragen vorbereitet zu sein, die im Vorstellungsgespräch gestellt werden könnten. Beantworten Sie in diesem Schritt die Fragen tatsächlich, indem Sie die Antworten laut ausformulieren. Wenn Sie sich dazu entschieden haben, ohne Partner*in zu üben, dann stellen Sie sich vor den Spiegel. Ansonsten schlüpft Ihre Hilfsperson in die Rolle der Interviewpartner*innen und stellt Ihnen die Fragen direkt, die Sie dann beantworten.

Holen Sie sich Feedback

Feedback kann Ihnen dabei helfen, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen und vielleicht auch auf Dinge aufmerksam zu werden, derer Sie sich selbst gar nicht bewusst waren. Aus diesem Grund kann es sich lohnen, Ihre Antworten und Ihr Verhalten bei den Übungen für das Vorstellungsgespräch von einer anderen Person bewerten zu lassen, die Ihnen zudem hilfreiche Tipps geben kann. Wollen Sie lieber alleine üben, so können Sie sich dabei aufnehmen und das Video an Bekannte oder Familienmitglieder schicken, um von diesen Feedback zu bekommen.

Training für ein Online-Vorstellungsgespräch

Es kann vorkommen, dass Sie zu einem virtuellen Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Das kann auch für Sie von Vorteil sein, da Sie damit zum Beispiel nicht die lange Anreise zum Unternehmen auf sich nehmen müssen. Hierbei sollten Sie zusätzlich auf einige weitere Dinge achten:

  • Umgebung vorbereiten: Suchen Sie einen guten Platz in Ihrer Wohnung. Es sollte eine gute Belichtung vorhanden sein und auch ein neutraler Hintergrund macht einen guten Eindruck. Nutzen Sie im Zweifelsfall einen Coworking-Space für Ihr Vorstellungsgespräch.
  • Ausrüstung bereitstellen: Laden Sie Ihren Laptop auf und sorgen Sie dafür, dass Mikrofon und Kopfhörer funktionieren.
  • für Ruhe sorgen: Stellen Sie sicher, dass Sie während des Interviews nicht gestört werden.

Typische Fragen bei Vorstellungsgesprächen

Jedes Vorstellungsgespräch ist anders und natürlich interessiert sich auch jedes Unternehmen für verschiedene Dinge, die in der Regel von der Stellenausschreibung abhängen. Einige Fragen kommen jedoch in Bewerbungsgesprächen immer wieder vor. Nachfolgend finden Sie drei sehr häufige Fragen, einschließlich möglicher Beispielantworten.

Erzählen Sie uns mehr über sich

Dies ist der Klassiker unter den Eingangsfragen, die nur auf eines abzielt: eine kurze Vorstellung Ihrerseits, am besten kurz, knapp und interessant. Achten Sie dabei darauf, einem roten Faden zu folgen und bestenfalls chronologisch vorzugehen. Dies könnte folgendermaßen aussehen:

Seit dem Abschluss meines Marketingmanagement-Studiums vor fünf Jahren war ich bei zwei großen Unternehmen in der Marketingabteilung tätig. Ich übernahm viele mittlere und größere Projekte, war für die Marktanalysen und -prognosen zuständig und betreute die Planung und Einführung neuer Produkte. Ich habe dabei gemerkt, dass das Leiten eines Teams zu meinen Stärken gehört und genau das führt mich heute zu Ihnen.

Warum sind Sie für die Stelle perfekt geeignet?

Hier will Ihr Gegenüber wissen, welche Kenntnisse und Kompetenzen Sie von den anderen Bewerber*innen abheben. Belegen Sie Ihre Erfahrungen mit praktischen Beispielen aus Ihrem Berufsalltag. So könnte eine Antwort darauf aussehen:

In meinen vier Jahren bei meinem letzten Arbeitgeber habe ich gelernt, wie es ist, Verantwortung für ein Team zu übernehmen. Im letzten Jahr durfte ich das Projekt zum Launch der neuen Produktlinie leiten und konnte somit Erfahrung im Projektmanagement und in der Teamleitung sammeln. Die Organisation des Projekts und die Koordination der Teammitglieder machten mir nicht nur Spaß, sondern haben sich zu meinen Kernkompetenzen entwickelt. Ich kann Ihr Team somit optimal bei der Entwicklung und Einführung neuer Produkte unterstützen.“

Warum wollen Sie für unser Unternehmen arbeiten?

Hier können Sie einen guten Eindruck hinterlassen, indem Sie sich explizit auf besondere Charakteristiken des Unternehmens beziehen. Auch ein Bezug auf die Stellenausschreibung kann von Vorteil sein. Verbinden Sie dies mit Ihren Fachkompetenzen, zum Beispiel so:

Als ich Ihre Stellenausschreibung gesehen habe, wurde ich gleich aufmerksam, da mir Ihr Unternehmen schon lange als Markt- und Qualitätsführer in der Branche bekannt ist. Die ausgeschriebene Stelle passt ideal zu den Kompetenzen, die ich in meinen vorherigen Jobs mit der Leitung von Teams und der Organisation von Projekten erwerben konnte. Ich freue mich darauf, meine Führungskompetenzen mit Ihnen noch weiter auszubauen.“

Vorstellungsgespräch Übungen – Tipps

Beim Üben für ein Vorstellungsgespräch gibt es vieles zu beachten – abschließend finden Sie noch einige Tipps, die Ihnen dabei helfen können, gut vorbereitet in Ihr Interview zu gehen.

Nicht vergessen: Allgemeinwissen und Soft Skills

Für ein Unternehmen sind nicht nur die fachlichen Qualitäten der Bewerber*innen wichtig, sondern auch Aspekte wie beispielsweise soziale Kompetenzen und ein gewisses Allgemeinwissen. Achten Sie deshalb bei Ihrer Vorbereitung nicht nur darauf, wie Sie Ihre beruflichen Erfahrungen am besten darstellen, sondern auch darauf, wie Sie Ihre Soft Skills präsentieren.

Eigene Fragen vorbereiten

Bereiten Sie sich nicht nur auf die Fragen des Unternehmens vor, sondern überlegen Sie auch, welche Fragen Sie selbst Ihrem Gegenüber stellen wollen. Das kann Ihren potenziellen Arbeitgeber*innen zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen und der Stelle beschäftigt haben und ernsthaft interessiert sind.

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