Vorstellungsgespräch

Frage im Vorstellungsgespräch: „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“

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Eine beliebte Frage im Vorstellungsgespräch ist die nach Ihren Stärken und Schwächen. Viele Bewerberinnen und Bewerber sind unsicher, wie sie diese Frage beantworten sollen. Auswendig gelernte, vermeintlich clevere Antworten sind hier fehl am Platz. Wenn Sie den richtigen Kontext schaffen, können Sie den Personalverantwortlichen eine ehrliche, fundierte Antwort geben, die von Selbstreflexion und Professionalität zeugt.

Es macht also Sinn, sich vor dem Gespräch auf diese Frage vorzubereiten. Selbst wenn sie nicht ausdrücklich gestellt wird – die Ausarbeitung einer Antwort hilft Ihnen darzustellen, was Sie in das neue Unternehmen mitbringen und in welche Richtung Sie sich gern entwickeln würden. Mit den vorbereiteten Diskussionspunkten können Sie viele beliebte Fragen im Bewerbungsgespräch souverän beantworten.

In diesem Artikel finden Sie konkrete Beispiele für Antworten, geeignete Schwächen und Stärken sowie einige Tipps für die individuelle Ausarbeitung Ihrer Antworten.

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„Was ist Ihre größte Schwäche?“ – Beispiele für Antworten

Sie könnten in einer Frage sowohl auf Ihre Stärken als auch Schwächen angesprochen werden – oder es werden zwei separate Fragen gestellt. Falls Sie nach beidem gefragt werden, beantworten Sie zuerst die Frage nach Ihren Schwächen. So schließen Sie mit einer positiven Botschaft ab.

Beim Thema Schwächen geht es um Ihre Fähigkeiten/Gewohnheiten oder Ihre Persönlichkeitsmerkmale. Je nachdem, um welchen Job es geht, sollten Sie sich auf eines dieser Gebiete konzentrieren. Bei einem technischen Beruf stehen Fähigkeiten/Gewohnheiten im Vordergrund. Im Kundenservice könnte Ihre Gesprächspartner vor allem Ihre Persönlichkeit interessieren. Es gibt hier keine richtige oder falsche Wahl. Schauen Sie in der Stellenausschreibung nach Hinweisen, was für diese Position am wichtigsten zu sein scheint.

Es gibt eine einfache Formel für die Antwort auf diese Frage: Zuerst nennen Sie Ihre Schwäche. Dann setzen Sie sie in den Kontext und nennen ein konkretes Beispiel oder erzählen eine Geschichte, wie sich diese Schwäche in Ihrem Berufsleben gezeigt hat. Damit beweisen Sie Selbstreflexion und Weiterentwicklungsbereitschaft. In den unten genannten Antwortbeispielen wird zuerst die Aussage zur Schwäche genannt, dann eine Erläuterung in Kursivschrift.

Persönlichkeitsmerkmale

Beispiel 1: „Ich bin manchmal zu selbstkritisch. In meiner beruflichen Laufbahn habe ich ein Muster entdeckt: Oft denke ich, ich hätte noch mehr tun können. Dabei habe ich objektiv gesehen alles gut gemacht. Am Anfang meiner Karriere hat das zum Burnout und zu einem negativen Selbstbild geführt. Die Lösung, die ich für mich gefunden habe, sieht so aus: Ich nehme mir aktiv die Zeit, innezuhalten und Erfolge zu würdigen. Das tut nicht nur meinem Selbstbewusstsein gut, sondern lässt mich auch die Leistungen meines Teams und anderer Beteiligter wertschätzen.“

Beispiel 2: „Ich bin von Natur aus zurückhaltend. Schon während der Ausbildung/dem Studium und am Anfang meines Berufswegs fiel es mir schwer, mich vor anderen zu äußern. Nachdem unser Projektteam zweimal hintereinander seine Ziele nicht erreicht hatte, habe ich erkannt, dass ich es meinem Team schuldig bin, meine Ideen einzubringen. Also habe ich einen Improvisationstheaterkurs belegt. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und mir geholfen, meine Schüchternheit zu überwinden.“

Beispiel 3: „Ich bin oft der Ansicht, dass ich alle Probleme selbst lösen kann. Das funktioniert in einigen Situationen gut, aber in anderen Fällen brauche ich die Hilfe anderer. Nicht alles liegt in meiner Kontrolle. Im letzten Jahr habe ich eine Kundenveranstaltung mit vielen Unwägbarkeiten organisiert. Erst im Nachhinein wurde mir klar, dass alles von mir abhing. Ich versuchte, alles selbst zu managen – vom Konzept bis zur letzten Serviette. Darüber habe ich viel reflektiert. Seitdem bringe ich mir selbst bei, einen Schritt zurückzutreten, bevor ich die Kontrolle übernehme. Ich habe gelernt, Verantwortung zu teilen und meine Kolleginnen und Kollegen als Unterstützung wertzuschätzen.“

Fähigkeiten und Gewohnheiten

Beispiel 4: „Ich bin mit der neusten Version von (hier den Namen einer weniger wichtigen Software einsetzen) noch nicht vertraut. Stattdessen habe ich mich auf (Name der bevorzugten Software) konzentriert, weil nutzerzentriertes Design meine Leidenschaft ist. In meinen letzten Jobs habe ich die meiste Zeit damit verbracht und viel gelernt.“

Beispiel 5: „Ich habe gern alles auf den letzten Drücker erledigt. Ich dachte immer, das wäre nicht so schlimm, weil der Stress ja nur mich betrifft. Aber als ich vor einigen Jahren für die Firma XYZ gearbeitet habe, war ich Teil eines Projektteams und konnte erkennen, wie meine Last-Minute-Aktionen andere gestresst haben. Das war ein Weckruf. Ich erstellte Tagespläne, auf die sich das Team verlassen konnte, und legte die Aufschieberitis ab. Am Anfang war es schwierig, aber der agile Prozess war für mich ein Durchbruch in Bezug auf meine Einstellung und meine Arbeitsabläufe.“

Beispiel 6: „Ich bin Perfektionist/in und kann mich in einem Projekt sehr mit Details aufhalten, was manchmal die Termintreue gefährdet. Am Anfang meines Berufswegs, als ich für die Firma ABC gearbeitet habe, passierte genau das. Ich verbiss mich in Details und meine Vorgesetzte stand sehr unter Stress, ob meine Arbeit rechtzeitig fertig würde. Das habe ich auf die harte Tour gelernt. Heute ist mir sehr bewusst, welchen Einfluss meine Arbeit auf meine Kollegen und die Leitung hat. Ich habe gelernt, die Balance zwischen meinem Perfektionismus und der termingerechten Abgabe zu finden.“

Beispiel 7: „Mathe war nie mein stärkstes Schulfach. Um ehrlich zu sein, dachte ich früher, ich würde das als Erwachsene sowieso nie brauchen. Nach einigen Jahren in der Arbeitswelt merkte ich aber, dass ich meine Karriere in eine analytische Richtung lenken wollte. Anfangs wusste ich nicht, wo ich anfangen soll. Dann habe ich einige Online-Kurse gefunden, um die Grundlagen aufzufrischen. In meinem aktuellen Job kann ich mir auf dieser Basis selbst Ziele setzen und verfolgen. Und die Tatsache, dass ich meine Angst vor Mathe überwunden habe, hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben.“

Natürlich sind die oben genannten Beispiele nur Impulse. Wählen Sie eigene Schwächen aus und überlegen Sie sich dann, auf welche Weise Sie diese überwunden haben, was Sie daraus gelernt haben und wie Sie dadurch Ihre Leistung verbessern konnten.

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Beispiele für Schwächen

Wir alle haben Schwächen. Es fällt uns allerdings schwer, diese einzugestehen. Steigen Sie am besten mit einer ehrlichen Antwort ein und bauen Sie Ihre Aussage darauf auf. Achten Sie darauf, dass Schwächen sich nicht auf grundlegende Qualifikationen beziehen dürfen. (Ein Mathematiker mit Mathe-Schwäche wäre z. B. ein Problem.) Außerdem sollte es um Schwächen gehen, die sie bereits überwunden haben oder an denen sie gerade arbeiten.

Hier einige Beispiele für Schwächen:

  • Unorganisiert
  • Selbstkritisch / sensibel
  • Perfektionismus (Anmerkung: Dies kann auch eine Stärke sein. Erklären Sie daher, warum das ein Problem war.)
  • Zurückhaltung / Angst vor freier Rede
  • Wettbewerbsorientiert (Anmerkung: Ähnlich wie der Perfektionismus kann auch dies eine Stärke sein.)
  • Begrenzte Erfahrung auf einem nicht entscheidenden Gebiet (besonders, wenn dies im Lebenslauf auffällt)
  • Nicht delegieren können
  • Zu viel Verantwortung übernehmen
  • Nicht sorgfältig genug / zu detailorientiert
  • Angst vor Risiken
  • Zu konzentriert / zu wenig konzentriert

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„Was sind Ihre größten Stärken?“

Überraschenderweise fällt es vielen Menschen schwer, im Vorstellungsgespräch über ihre Stärken zu sprechen. Es ist gar nicht so einfach, den richtigen Ton zu treffen – selbstbewusst, aber dennoch bescheiden. Wie bei den Schwächen haben Sie die Wahl zwischen Fähigkeiten / Gewohnheiten und Persönlichkeitsmerkmalen.

Wählen Sie anhand der Stellenbeschreibung aus, welche Stärken Sie thematisieren möchten. Folgen Sie derselben Formel wie bei den Schwächen: Stärke + Kontext + Story. Wenn Sie Ihre Stärken in einen Kontext setzen, gehen Sie auf die besonderen Fähigkeiten oder Eigenschaften ein, die Sie für den Job qualifizieren und die Sie von anderen Kandidatinnen und Kandidaten unterscheiden. Hier einige Beispiele:

Persönlichkeitsmerkmale

Beispiel 1: „Ich hatte schon immer Führungsqualitäten. In den zehn Jahren in Finanzen und Vertrieb habe ich meine KPIs jedes Quartal erfüllt oder übertroffen und wurde zweimal befördert. Ohne die Teams von hochqualifizierten Menschen, die ich aufgebaut und geleitet habe, hätte ich diese Ergebnisse nicht erreicht. Ich bin stolz darauf, dass die bereichsübergreifende Zusammenarbeit innerhalb meiner Teams funktioniert. Durch 360°-Feedback und aufrichtige Gespräche mit meinem Team baue ich meine Führungsqualitäten aus. Das ist auch mein Ziel für den neuen Job.“

Beispiel 2: „Ich bin ein Teamplayer und habe immer gern in Gruppen gearbeitet. In den Projektteams, die ich geleitet habe, arbeiteten ganz verschiedene Menschen zusammen, motiviert durch unterschiedliche kreative Aufgaben. Seit ich mein Team übernommen habe, hab ich die Produktivität um 15 Prozent gesteigert.“

Beispiel 3: „Ich bin ein empathischer Mensch, der schnell einen guten Draht zu anderen findet und ihnen das Gefühl gibt, gehört zu werden. Ich werde nie vergessen, wie ich einmal eine Kundin am Telefon hatte, deren Versicherung wir gekündigt hatten. Ein neuer Vertrag wäre für sie viel teurer geworden. Verständlicherweise war sie sehr aufgebracht und fühlte sich in der Falle – sie und ihre Familie brauchten schließlich eine Versicherung. Es wurde schnell klar, dass wir ihr nicht helfen konnten. Aber ich wollte, dass sie trotzdem mit einem guten Eindruck von unserem Service nach Hause geht. Ich besprach mit ihr andere Optionen und wies sie sogar auf andere Anbieter hin, wo sie die Beitragserhöhung eventuell vermeiden konnte. Im Feedback zu diesem Gespräch sagte sie, dass sie unsere Versicherung trotzdem weiterempfehlen würde. Im Kundenservice habe ich es oft geschafft, dass Kunden auch aus schwierigen Gesprächen mit einem guten Gefühl herausgehen.“

Fähigkeiten und Gewohnheiten

Beispiel 4: „Ich bin verrückt nach der neusten Version von (Name einer neuen Software). Sobald sie veröffentlicht wurde, habe ich ihre Grenzen ausgelotet. Ich freue mich darauf, meine Leidenschaft in diesen Job einzubringen und meine fundierten Kenntnisse für Ihr Unternehmen einzusetzen.“

Beispiel 5: „Ich bin gründlich und hartnäckig. In der Projektarbeit habe ich ein Auge auf die Details. Da ich ein fundiertes Verständnis der Prozesse habe, erkenne ich das Wesentliche und sorge dafür, dass wir Fristen und Termine einhalten. Ich bekomme das auch oft als Feedback von Kollegen und vom Management."

Beispiel 6: „Ich verpasse keine Deadline. Ich bin sehr strukturiert und setze mein Organisationstalent in allen Aspekten meiner Arbeit ein, sei es im Team oder in Projekten. In sieben Jahren als Projektmanagerin gab es nur einen verspäteten Produktlaunch. Aus dieser Erfahrung vor drei Jahren habe ich eine wichtige Lektion über Kompromisse mitgenommen. Ich verbrachte viel Zeit damit, mich mit einem bestimmten Design-Wunsch zu befassen, und das hat alles andere verdrängt. Ich möchte die Lektion, die ich aus dieser Erfahrung gelernt habe, nicht missen. Wenn jetzt im Projekt Stolpersteine auftauchen, kommuniziere ich mit allen Beteiligten dazu.“

Beispiel 7: „Ich bin sehr gut im Schreiben. Ich habe acht Jahre lang als Texter für verschiedene Branchen gearbeitet und bin es gewohnt, hervorragende kreative Arbeit abzuliefern, die aber auch ihren Zweck erfüllt. Ich musste erst lernen, die perfekte Balance zwischen Kreativität und Ergebnisorientierung hinzubekommen. Es ist mein persönliches Anliegen zu zeigen, was guter Text für das Betriebsergebnis leisten kann – in der Werbung oder woanders."

Genau wie bei den Beispielen zu den Schwächen gilt auch hier: Wählen Sie Stärken aus, die ihren persönlichen Erfahrungen entsprechen. Wenn Sie Ihre Antworten vorbereiten, beachten Sie diese Tipps:

  • Vermeiden Sie es, mehrere oder vage Stärken zu nennen. Konzentrieren Sie sich auf eine oder zwei Eigenschaften, die zu der Stelle passen. Unterfüttern sie Ihre Aussage durch konkrete Beispiele.
  • Machen Sie keine Witze.
  • Seien Sie nicht arrogant, übertreiben Sie Ihre Fähigkeiten nicht und lügen Sie nicht.
  • Treten Sie aber auch nicht zu bescheiden auf und stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel.

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Beispiele für Stärken

Wenn Sie sich bei Ihren Stärken nicht sicher sind, fragen Sie Freunde und Kollegen, was sie als Ihre besten Eigenschaften ansehen. Ziehen Sie auch Zeugnisse oder schriftliches Feedback von Kollegen und Vorgesetzten heran.

Einige Beispiele für Stärken:

  • Kreativität
  • Geduld
  • Empathie
  • Entschlossenheit
  • Flexibilität
  • Vielseitigkeit
  • Ehrlichkeit
  • Enthusiasmus / Leidenschaft / Antrieb
  • Teamwork
  • Disziplin
  • Fokus
  • Engagement
  • Respekt
  • Innovationsfreudigkeit
  • Sorgfalt
  • Unternehmerisches Denken / Handeln

Denken Sie daran, bei Ihren Antworten auf die Frage „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ Folgendes zu beachten:

  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Stärken auf die Stellenbeschreibung einzahlen und Sie als Kandidatin oder Kandidaten hervorheben.
  • Seien Sie nicht zu bescheiden.
  • Formulieren Sie Ihre Antworten konkret.

Dies ist eine der am meisten gefürchteten Fragen im Vorstellungsgespräch. Wenn Sie jedoch gut vorbereitet sind, bietet sie Ihnen die Chance, eine einzigartige Geschichte über sich und Ihre Ziele zu erzählen. Machen Sie aus den Schwächen Herausforderungen, die Sie überwunden haben - und aus den Stärken einen Grund, warum genau Sie diesen Job bekommen sollten.

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