Barrierefreiheit ist für Jobsuchende wichtig – und sie beginnt mit Ihrer Website

By Indeed Editorial Team

Bei einer inklusiven Einstellungspolitik sollte es grundsätzlich darum gehen, allen Jobsuchenden und Arbeitgebern dabei zu helfen, Lösungen zu finden, die den Anforderungen beider Seiten gerecht werden. Echtes Engagement für Inklusion sollte sich auf interne Maßnahmen erstrecken, die sicherstellen, dass Räumlichkeiten, Strategien und Arbeitsabläufe so barrierefrei wie möglich sind. 

Inklusion sollte sich aber auch extern erstrecken – vor allem auf die Website Ihres Unternehmens. 

Das Internet spielt eine zentrale Rolle bei der Personalsuche und bei der Außendarstellung eines Unternehmens. Daher erschweren schlecht zugängliche Webinhalte nicht nur das Recruiting von ungenutzten Talenten, nämlich Menschen mit Behinderung, sondern vermitteln auch den Eindruck, dass Ihr Unternehmen nicht inklusiv ist. 

Warum eine barrierefreie Website so wichtig ist und welche möglichen Auswirkungen sie auf Ihr Recruiting hat, erfahren Sie hier. 

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Ihre Onlinepräsenz ist der Schlüssel zu einem barrierefreien Recruiting

Die Debatte über Inklusion im Internet ist nicht neu. Webarchitekt*innen befassen sich seit Jahrzehnten mit diesem Thema. 

Die ersten bedeutenden Richtlinien zum Thema Barrierefreiheit im Internet wurden 1999 vom World Wide Web Consortium (W3C) veröffentlicht. Darin wurde die Vision eines weltweiten Netzwerks formuliert, auf das jeder zugreifen kann, unabhängig von Behinderungen, Altersbeschränkungen oder eingeschränktem Zugang zu Technologien. In den ersten Richtlinien wurde beispielsweise vorgeschlagen, schon beim Webdesign sicherzustellen, dass auditive Inhalte für Gehörlose und Hörgeschädigte zugänglich sind, dass visuelle Bilder für Menschen mit Sehschwäche lesbar sind und dass die Gestaltung der Seiten keine flackernden Inhalte enthält, die zu Anfällen führen können.  

In den darauffolgenden Jahrzehnten haben sich die Richtlinien zur Barrierefreiheit im Internet zu einem umfangreichen Regelwerk entwickelt, das als Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) bekannt ist. Doch die vollständige Umsetzung dieser Standards erfolgt leider nur sehr langsam. So ergab eine Studie aus dem Jahr 2022, dass 98 % der am häufigsten besuchten Websites nicht barrierefrei sind. In einer weiteren Studie, die am Digitaltag 2022 durchgeführt wurde, gaben 71 % der Befragten an, dass sie sich barrierefreie digitale Inhalte und einfach zu nutzende Webangebote wünschen.

Der Ansatz von Indeed zur Barrierefreiheit 

Indeed hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Behinderung bei der Jobsuche zu helfen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir uns im Dezember 2020 öffentlich dazu verpflichtet, die höchsten Standards für Barrierefreiheit auf unserer Website umzusetzen. „Ich hatte wirklich das Gefühl, etwas bewirken zu können“, sagt Derek Bove, Accessibility Product Manager bei Indeed.

Zuvor war Bove bei einem Softwareunternehmen für Hilfstechnologien tätig, wo Kund*innen mit Behinderungen oft über ihre Schwierigkeiten bei der Jobsuche berichteten. „Indeed hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen bei der Jobsuche zu helfen, und ich weiß, wie wichtig es für Menschen mit Behinderung ist, einen sicheren Job zu finden und zu behalten“, sagt er. „Unsere Produkte barrierefrei zu gestalten, steht in direktem Einklang mit dieser Mission und ermöglicht es uns, noch deutlicher zu machen, dass wir allen Menschen zu einem Job verhelfen möchten.“ 

Es war ein großes Unterfangen, sicherzustellen, dass die Website von Indeed den neuesten Richtlinien für Barrierefreiheit entspricht, und es erforderte die Koordination und Zusammenarbeit zahlreicher Abteilungen. In den ersten 12 Monaten der Initiative hat unser Team Tausende von Verbesserungen an den Produkten von Indeed vorgenommen, um sie barrierefrei zu gestalten.

Dabei ging es nicht nur um die technischen Aspekte. Bove freut sich über das Feedback von Menschen mit Behinderung, die die Produkte nutzen, damit „wir nicht nur ein Häkchen dahinter setzen, sondern auch wirklich sicherstellen, dass sie für die Community nützlich sind“, sagt er. 

Ihre Website ist ein guter Start

Für größere Unternehmen mit komplexen Websites kann die Anpassung ihrer Produkte an die Richtlinien für Barrierefreiheit eine entmutigende und potenziell kostspielige Angelegenheit sein. Am effektivsten ist barrierefreies Webdesign daher, wenn es zu Beginn der Entwicklungsphase integriert wird, nämlich dann, wenn die Grenzkosten gering sind und durch eine höhere Reichweite kompensiert werden. Bei älteren Websites kann die Modernisierung teuer werden, daher empfiehlt es sich, Barrierefreiheit proaktiv zu berücksichtigen, auch wenn sie vielleicht noch nicht für alle offiziell vorgeschrieben ist.

Jedoch gibt es für größere Organisationen auch immer mehr Anreize, die Barrierefreiheit zu verbessern. Barrierefreiheit ist in Deutschland gesetzlich geregelt und wurde durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) erweitert, das Unternehmen ab dem Jahr 2025 dazu verpflichtet, eine für Menschen mit Behinderung barrierefreie Website anzubieten. 

Unternehmen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Webzugänglichkeit für all ihre Nutzer zu verbessern, müssen sich darüber im Klaren sein, dass diese Arbeit nie abgeschlossen ist. „Ich werde oft gefragt: ‚Was müssen wir tun, um zu 100 % barrierefrei zu werden?‘“ sagt Bove. „Ich halte dann inne und erkläre ihnen, dass man in dem Moment, in dem eine Website in irgendeiner Weise verändert wird, nicht mehr bei 100 % ist. Kein Produkt wird jemals zu 100 % barrierefrei sein“.

Eine Verbindung zu Jobsuchenden herstellen

Unternehmen, die sich Barrierefreiheit zum Ziel gesetzt haben, müssen auch die beruflichen Aufgaben und Anforderungen überdenken und sich dabei an den tatsächlichen Anforderungen einer Stelle orientieren. Einige Menschen sind nicht in der Lage, 40 Stunden pro Woche zu arbeiten, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht trotzdem einen großen Beitrag leisten können. Überlegen Sie also, ob Sie die Stellenbeschreibungen nicht aktualisieren möchten. Brauchen Sie eine Arbeitskraft, die in der Lage ist, 25 Kilogramm zu heben oder überhaupt mehr als einen Stift?

„Wenn wir unsere eigenen Anforderungen überdenken und andere nach ihren fragen, können wir uns in der Mitte treffen“, sagt Donna Bungard, Senior Marketing Accessibility Program Managerin bei Indeed.

„Unternehmen sollten jederzeit daran arbeiten, das ‚Anderssein‘ aufzulösen“, fügt Bungard hinzu. „Binden Sie die Stimme und das Bild von Mitarbeiter*innen mit Behinderungen in Ihre Website, Ihre Medien und jede andere Art der Unternehmensdarstellung ein. Und zwar nicht nur wegen der Behinderung der betreffenden Personen, sondern weil sie auch talentierte Mitarbeiter*innen sind, die zufällig eine Behinderung haben. Beim Recruiting geht es immer darum, sich auf die Fähigkeiten von Bewerber*innen zu konzentrieren. Das ändert sich nicht wegen einer Behinderung. Und wenn Behinderungen in Ihrer Unternehmenskultur zur Normalität geworden sind, wird sich das auch zeigen.“

Unternehmen können nicht einfach Richtlinien für Barrierefreiheit einführen und sie dann unverändert lassen, genauso wenig wie sie einfach aufhören können, ihre Websites zu aktualisieren. Diese müssen ständig weiterentwickelt werden. „Glücklicherweise verstehen viele Nutzer*innen mit Behinderungen, dass Barrierefreiheit ein andauernder Prozess und kein endgültiges Ziel ist“, sagt Bove. „Die Community versteht, dass eine kontinuierliche Verbesserung auf Grundlage ihres Feedbacks unser höchstes Ziel ist.“

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