Politiker*innen führen Kampagnen durch, um in Ämter gewählt zu werden. Für Blockbuster werden Multi-Channel-Anzeigen geschaltet, um die Ticketverkäufe und Downloadzahlen in die Höhe zu treiben. Bei Benefizveranstaltungen sollen ausreichend Geldmittel gesammelt werden, um in die Jahre gekommene Spielplätze zu sanieren. Jede erfolgreiche Kampagne hat ein Ziel, das erreicht werden soll. Warum sollte dies beim Recruiting anders sein?

Erfolgreiche Recruitingkampagnen basieren auf messbaren Zielen, die über eine schlichte Stellenbesetzung hinausgehen. Als Personaler*in versuchen Sie, Recruitingergebnisse zu erzielen, die einen Mehrwert für das Unternehmen bedeuten.

Lassen Sie uns vor diesem Hintergrund einen genaueren Blick auf die Erstellung von zielorientierten Recruitingkampagnen werfen. Die Entwicklung einer klaren, wirksamen und messbaren Strategie beginnt mit Fragen, die Ihnen helfen, konkrete und umsetzbare Ziele zu definieren.

1. Kennen Sie die Ziele Ihres Unternehmens und werden diese klar erläutert? 

Unternehmen jeglicher Größe definieren üblicherweise operative und strategische Ziele und teilen diese allen Beteiligten, also auch den Mitarbeiter*innen, mit. Diese Ziele beeinflussen die Absichten, Visionen und Werte eines Unternehmens, die die Frage „Wer sind wir?“ beantworten und die Markenidentität bilden. Trotz gewisser Ähnlichkeiten konzentrieren sich operative Ziele mehr auf die kurzfristige Umsetzungsweise von Projekten, während strategische Ziele eher langfristige Ziele darstellen, die auf Unternehmenswandel ausgerichtet sind. 

Ein Leitsatz drückt z. B. strategische Ziele aus, so wie der Slogan von Indeed: „We help people get jobs“. Dieser Satz stellt den Rahmen für unser gesamtes Handeln dar. Ein operatives Ziel hingegen kann sich beispielsweise auf den Umsatz, die Produktivität und Wachstumsziele beziehen und so zur Umsetzung der Unternehmensmission beitragen. Unser Leitsatz „We help people get jobs“ liegt unserer internen und externen Kommunikation, unserer Werbung, unseren Social-Media-Beiträgen sowie unserer Organisationsstruktur zugrunde und treibt uns z. B. bei Forschung und Produktentwicklung an.

Unternehmen, die keinen solchen sinnstiftenden Leitsatz haben, können mit individuellen Unternehmenszielen sehr viel erreichen. Die SMART-Methode steht für spezifisch, messbar, angemessen, realistisch und terminiert. Sie stellt eine gute Leitlinie für das Definieren von operativen und strategischen Zielen dar, denn sie sorgt dafür, dass Ziele aussagekräftig und realistisch sind. Messbarkeit ist wichtig, um Erfolg zu definieren und Verbesserungspotenzial aufzudecken.

2. Wie lassen sich Unternehmensziele in zielorientierte Handlungen übersetzen?

Eine gemeinsame Zielsetzung entsteht, wenn alle Abteilungen, Teams, Manager*innen und Mitwirkenden die Unternehmensziele verstehen und definieren können – und dies treibt wiederum das Unternehmenswachstum an.  

Im Jahr 2019 hat die Harvard Business Review die Ergebnisse einer achtjährigen Studie zu wachstumsstarken Unternehmen veröffentlicht. Die Ergebnisse offenbarten Unerwartetes: Wachstumsstarke Unternehmen, die sich von ihren Zielen leiten lassen, konnten neue Maßstäbe setzen und ihr Leistungsversprechen neu gestalten.

Diese Studie wurde vor der Pandemie veröffentlicht. Die Auswirkungen von COVID-19 haben die zentrale Bedeutung einer gemeinsamen Zielsetzung weiter unterstrichen. 

3. Kann ich die strategischen und operativen Ziele meines Unternehmens in Recruitingrichtlinien umwandeln?

Gut ausgearbeitete Unternehmensziele funktionieren nicht nur auf allgemeiner Organisationsebene, sondern können in Etappenziele für alle Teamprojekte und Kampagnen des Recruitingprozesses und sogar in Ziele für einzelne Handlungen und Aufgaben umgearbeitet werden. Wenn die Ziele Ihres Unternehmens beispielsweise auf kontinuierliche Verbesserung ausgerichtet sind, sollten Sie immer versuchen, auch Ihre Recruitingpraktiken und -prozesse weiterzuentwickeln. Diese Zielsetzung wird auch die strategische Ausrichtung Ihrer Recruitingkampagne optimieren. Hier ein Beispiel:

Unser Talentakquiseteam verbessert fortlaufend die Effektivität unseres Recruitingprozesses, indem durch regelmäßige Datenerhebungen und -analysen die Reichweite von Stellenanzeigen, die Interaktionen von Jobsuchenden, die Bewerbungsrate, die Anzahl der Vorstellungsgespräche und die Cost-per-Hire gesteigert bzw. optimiert werden.

Mithilfe der SMART-Methode können Sie dieses Ziel in konkrete, umsetzbare Schritte mit angemessenen Zeiträumen und Messmethoden umformulieren, um Erfolg zu definieren. Das für Stellenanzeigen verantwortliche Team kann eigene Ziele für die Entwicklung neuer Berichte beisteuern, die Recruitinganalysen  zu Arbeitsmarkttrends, Talentpools, Interessen von Jobsuchenden und Daten zu Wettbewerbern enthalten. Stattdessen kann das Team auch die neueste Technologie zur Recruitingautomatisierung einführen, um Stellenanzeigen effizient und strategisch auf verschiedenen Plattformen zu schalten. Sobald die messbaren Aspekte ermittelt und innerhalb eines bestimmten Zeitraums für eine bestimmte Leistung definiert wurden, verfügen Sie über eine zielorientierte Recruitingkampagne.

Die Entwicklung von zielorientierten Recruitingkampagnen beginnt mit einer gemeinsamen Zielsetzung

Indem Sie die Mission Ihres Unternehmens mit den Fragen „Was tun wir?“, „Wer sind wir?“ und „Wie setzen wir es um?“ in Einklang bringen, erschaffen Sie eine gemeinsame Vision, bauen Spannungen ab und beseitigen Barrieren, die dem Erfolg von Projekten und Kampagnen im Weg stehen. Dies kann im gesamten Unternehmen zu positiven Ripple-Effekten führen: von einem höheren Umsatz und größerer Produktivität bis hin zur Verbesserung des Recruitings und der Mitarbeiterbindung sowie zur Stärkung der Unternehmensmarke.

Ein gemeinsames Verständnis der Unternehmensziele verleiht Ihrem Talentakquiseteam eine gemeinsame Zielsetzung und hilft Ihnen, konkrete und messbare Recruitingziele zu definieren. Auf dieser Grundlage können zielorientierte Recruitingkampagnen, die Ihrem Team strategisch zum Erfolg verhelfen, von allein ihr natürliches Potenzial entfalten.