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Bewerbungsgespräch führen: Leitfaden für Arbeitgeber

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Bewerbungsgespräche strukturiert zu führen, ist eine wichtige Grundlage, um geeignete Mitarbeitende zu gewinnen und informierte Personalentscheidungen zu treffen. Dabei kommt es nicht nur auf die richtigen Fragen an, sondern auch darauf, wie Sie sich vorbereiten, im Gespräch verhalten und die Termine nachbereiten.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ein Bewerbungsgespräch führen, sich im Vorfeld darauf einstellen und das Interview im Anschluss zielführend auswerten. Außerdem lesen Sie, wie Sie mit einer respektvollen Kommunikation einen positiven Eindruck als Arbeitgeber hinterlassen.

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Bewerbungsgespräch führen: Das Wichtigste in Kürze

Ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch basiert auf einer sorgfältigen Vorbereitung, einem festen Ablauf und einer einheitlichen Bewertung. Wichtig dabei sind diese Punkte:

  • Anforderungen der Stelle vorab definieren
  • Interviewleitfaden und Bewertungskriterien vorbereiten
  • Fragen auf Aufgaben, Kompetenzen und Arbeitsweise ausrichten
  • Antworten direkt und einheitlich dokumentieren
  • Raum für Rückfragen der Bewerbenden einplanen
  • Nächste Schritte und Rückmeldefristen kommunizieren

Diese Struktur erleichtert faire und fundierte Entscheidungen und hilft Ihnen, die Person auszuwählen, die am besten zum Anforderungsprofil und zum Arbeitsumfeld passt.

So bereiten Sie ein Bewerbungsgespräch vor

Zur Vorbereitung können Sie Anforderungen, Rollen und Abläufe vorab festlegen, um die Gesprächszeit besser zu nutzen und wichtige Informationen systematisch zu erfassen.

Anforderungen der Stelle festlegen

Welche Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Ziele sind mit der Position verbunden? Klären Sie, welche fachlichen Kenntnisse, praktischen Erfahrungen und persönlichen Kompetenzen für die Stelle besonders wichtig sind. Dabei ist es hilfreich, zwischen Muss- und Kann-Kriterien zu unterscheiden. So vermeiden Sie, dass einzelne Eindrücke stärker gewichtet werden als die Eignung für die konkrete Aufgabe.

Gesprächsziele und Bewertungskriterien definieren

Zu den Zielen eines Vorstellungsgesprächs gehören unter anderem, die fachliche Passung zu prüfen, die Arbeitsweise zu verstehen oder herauszufinden, wie gut jemand mit den Anforderungen des Teams und der Stelle umgehen kann. Durch einheitliche Bewertungskriterien, beispielsweise anhand eines Bewertungsbogens, sorgen Sie dafür, dass alle Gesprächsbeteiligten gleiche Maßstäbe nutzen und Antworten sich direkt vergleichen lassen. Das unterstützt faire Entscheidungen und macht Auswahlprozesse nachvollziehbarer.

Fragenkatalog und Interviewleitfaden vorbereiten

Ein fester Leitfaden gibt dem Gespräch einen Rahmen. Dieser beinhaltet idealerweise Interviewfragen zum Aufgabenprofil, zur Berufserfahrung, zur Arbeitsweise und zu typischen Situationen aus dem Berufsalltag, damit alle wesentlichen Themen abgedeckt werden. Offen und präzise formulierte Fragen helfen Bewerbenden, konkrete Beispiele aus ihrer Praxis darzustellen. Auf diese Weise erhalten Sie ein realistischeres Bild als durch sehr allgemeine oder stark geschlossene Fragen.

Rollen im Bewerbungsgespräch klar verteilen

Wenn mehrere Personalverantwortliche am Gespräch teilnehmen, ist es hilfreich, vorab festzulegen, wer welche Themen übernimmt. Dies verhindert, dass Fragen doppelt gestellt oder wichtige Punkte vergessen werden. Sinnvoll ist auch, die Dokumentationsverantwortung festzulegen. So kann sich ein/e Interviewer*in stärker auf den Gesprächsfluss konzentrieren, während eine andere Person Antworten und Beobachtungen festhält.

Termine, Unterlagen und Kommunikation organisieren

Vor dem Termin empfiehlt es sich, dass alle relevanten Dokumente wie Bewerbungsunterlagen, Gesprächsleitfaden und Bewertungsbogen bereitliegen. Bei digitalen Gesprächen ist es sinnvoll, Technik und Zugangsdaten frühzeitig zu prüfen. Informieren Sie Bewerbende vorab über den Ablauf, die voraussichtliche Dauer und die beteiligten Gesprächspartner*innen. Eine verlässliche Kommunikation bietet Orientierung und sorgt für eine positive Candidate Experience.

Bewerbungsgespräch führen in sieben Schritten

Mit einem festen Gesprächsaufbau berücksichtigen Sie die wichtigsten Themen und führen Bewerbungsgespräche zielgerichtet durch. Um Ihre Interviews einheitlich zu gestalten, können Sie wie folgt vorgehen.

1. Gespräch professionell eröffnen

Nach einer freundlichen Begrüßung können Sie die Gesprächsteilnehmenden vorstellen und erläutern, wie das Gespräch ablaufen wird und wie viel Zeit eingeplant ist. So geben Sie dem/der Bewerber*in mehr Sicherheit. Ein kurzer, natürlicher Einstieg schafft eine angenehme Atmosphäre, reduziert Nervosität und erleichtert den Übergang in das eigentliche Vorstellungsgespräch.

2. Unternehmen, Stelle und Ablauf vorstellen

Zur Einordnung der Position können Sie erklären, welche Aufgaben mit der Stelle verbunden sind, wie sie organisatorisch eingebunden ist und was in der Funktion besonders wichtig ist. Dies schafft eine gemeinsame Grundlage für das weitere Gespräch. Ebenso hilfreich ist ein kurzer Überblick über die Inhalte des Interviews. Wenn Bewerbende wissen, welche Themen angesprochen werden, können sie sich besser auf das Gespräch einstellen.

3. Mit offenen Einstiegsfragen beginnen

Offene Einstiegsfragen eignen sich gut, um das Gespräch zu beginnen und erste Einblicke in Motivation, Erfahrungen und Selbsteinschätzung zu erhalten. Gleichzeitig erlauben sie Bewerbenden, in das Gespräch hineinzufinden und eigene Schwerpunkte zu setzen. Achten Sie jedoch darauf, den Einstieg nicht zu allgemein zu halten. Auch erste Fragen haben idealerweise bereits einen Bezug zur Position, damit die Antworten für die spätere Bewertung relevant bleiben.

4. Fachliche und aufgabenbezogene Fragen stellen

Im Hauptteil des Gesprächs können Sie auf die Stellenanforderungen eingehen. Geeignet sind hier Fragen zu relevanten Fachkenntnissen, Praxiserfahrung und typischen Tätigkeiten. Die Antworten geben Aufschluss darüber, wie gut die Kompetenzen der bewerbenden Person zur Stelle passen. Sinnvoll sind Fragen, die an konkrete Aufgaben oder Arbeitssituationen anknüpfen. Dadurch erhalten Sie oft aussagekräftigere Antworten als durch eher abstrakte oder rein theoretische Fragen.

5. Verhaltensbezogene und situative Fragen nutzen

Neben Fachkompetenzen ist wesentlich, wie Bewerbende in konkreten Situationen handeln. Verhaltensbezogene und situative Fragen helfen Ihnen dabei, Arbeitsweise, Kommunikationsverhalten und den Umgang mit Herausforderungen besser einzuordnen. Beispiele dafür sind Fragen nach einer anspruchsvollen beruflichen Situation, einer Konfliktlösung oder einem Vorfall, in dem selbstständiges Handeln gefragt war. Die Antworten vermitteln einen Eindruck davon, wie jemand im Arbeitsalltag agiert.

6. Raum für Fragen der Bewerbenden geben

Ein Bewerbungsgespräch ist ein Dialog. Planen Sie Zeit für Rückfragen ein, damit Bewerbende offene Punkte zur Stelle, zum Team oder zum Auswahlprozess besprechen können. Dies ist außerdem eine Gelegenheit, zusätzliche Hinweise darauf zu erhalten, womit sich die Person im Vorfeld beschäftigt hat und welche Erwartungen sie an die Position hat. Gleichzeitig fördern Sie damit einen respektvollen Austausch.

7. Vorstellungsgespräch abschließen und nächste Schritte erläutern

Zum Abschluss des Gesprächs können Sie sich für das Interview bedanken und erläutern, wie es im Auswahlprozess weitergeht. Dazu gehört auch, wenn möglich einen genauen Zeitraum für Ihre Rückmeldung zu nennen. So wissen Bewerbende, was die nächsten Schritte sind, während Sie als Arbeitgeber freundlich und gut organisiert auftreten.

Beispielfragen für Bewerbungsgespräche

Gute Interviewfragen geben Aufschluss über relevante Informationen zur fachlichen Eignung, Arbeitsweise und Motivation. Besonders wichtig dabei ist, dass die gewählten Fragen zur Position passen und Bewerbenden Raum für konkrete Beispiele aus ihrer beruflichen Praxis geben.

Fragen zur Motivation

Fragen zur Motivation helfen Ihnen, einzuschätzen, ob Erwartungen an Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten und Arbeitsumfeld zur Position passen. Geeignete Motivationsfragen sind zum Beispiel:

  • Was interessiert Sie besonders an dieser Position?
  • Warum möchten Sie den nächsten Schritt in diese Richtung gehen?
  • Welche Aufgaben sind Ihnen in Ihrer nächsten Stelle besonders wichtig? 

Fragen zu Fachkenntnissen und Berufserfahrung

Mit diesen Fragen prüfen Sie, ob Bewerbende über die Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die für die Position relevant sind. Dabei ist es sinnvoll, sich an konkreten Aufgabenfeldern, Verantwortungsbereichen und eingesetzten Arbeitsmitteln der Position zu orientieren. Mögliche Fragen zur Fachkompetenz sind:

  • Welche Erfahrungen bringen Sie für die wichtigsten Aufgaben dieser Position mit?
  • Mit welchen Methoden, Tools oder Prozessen haben Sie in vergleichbaren Tätigkeiten gearbeitet?
  • Können Sie ein konkretes Beispiel aus Ihrer bisherigen Tätigkeit beschreiben, in dem Sie eine für diese Position zentrale Aufgabe erfolgreich umgesetzt haben?

Fragen zur Arbeitsweise

Hier erhalten Sie Hinweise darauf, wie die Person Aufgaben priorisiert und mit Anforderungen im Alltag umgeht. Das ist besonders hilfreich, wenn die Stelle selbstständiges Arbeiten, Abstimmung im Team oder einen hohen Organisationsgrad erfordert. Beispielhafte Fragen:

  • Was tun Sie, wenn mehrere wichtige Aufgaben gleichzeitig anstehen?
  • Wie stellen Sie sich auf neue oder komplexe Aufgaben ein?
  • Woran erkennen Sie, dass ein Arbeitsergebnis Ihren Qualitätsansprüchen entspricht?

Fragen zu Zusammenarbeit und Kommunikation

Viele Positionen erfordern nicht nur Fachwissen, sondern auch die Fähigkeit zur verlässlichen Teamarbeit. Anhand von Fragen zu diesem Bereich können Sie Kommunikationsstil, Abstimmungsverhalten und den Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven der Bewerbenden einordnen. Passende Fragen zur Teamfähigkeit sind unter anderem:

  • Wie stimmen Sie sich in der Zusammenarbeit mit Kolleg*innen oder anderen Bereichen ab?
  • Wie gehen Sie vor, wenn es unterschiedliche Erwartungen in einem Team gibt?
  • Was ist Ihnen beim Thema Teamwork besonders wichtig?

Fragen zu konkreten beruflichen Situationen

Besonders aufschlussreich sind Fragen, die an reale Situationen aus dem Berufsalltag anknüpfen. Sie ermöglichen es, Antworten besser einzuordnen, weil Bewerbende Gelegenheit erhalten, ihr Vorgehen an konkreten Beispielen zu beschreiben. Beispiele hierfür sind:

  • Beschreiben Sie eine berufliche Situation, in der Sie unter Zeitdruck eine gute Lösung finden mussten.
  • Erzählen Sie von einer Aufgabe, bei der Sie unerwartete Schwierigkeiten bewältigt haben.
  • Nennen Sie ein Beispiel, in dem Sie eigenständig eine Verbesserung angestoßen haben.

Nachbereitung des Bewerbungsgesprächs

In der Nachbereitung geht es darum, Gespräche einheitlich auszuwerten. So schaffen Sie eine verlässliche Grundlage für die spätere Auswahl.

  • Gesprächsnotizen auswerten: Halten Sie wichtige Aussagen, Beobachtungen und Auffälligkeiten möglichst unmittelbar nach dem Gespräch fest. So bleiben Inhalte präzise und lassen sich später besser mit weiteren Interviews vergleichen.
  • Bewerbende vergleichen: Bewerten Sie für eine faire und konsistente Einordnung alle Gespräche nach denselben Anforderungen. Dazu können fachliche Kenntnisse, relevante Berufserfahrung, Arbeitsweise und Zusammenarbeit gehören.
  • Einschätzungen im Interviewteam abstimmen: Wenn mehrere Personen am Gespräch beteiligt waren, empfiehlt es sich, Beobachtungen gemeinsam zu besprechen, um Antworten vollständiger einzuordnen und zu einer ausgewogenen Einschätzung zu gelangen.
  • Entscheidungsgründe festhalten: Dokumentieren Sie, welche Gründe für oder gegen eine Bewerbung sprechen. So bleibt die Entscheidung im weiteren Auswahlprozess verständlich und konsistent.
  • Rückmeldung kommunizieren: Informieren Sie Bewerbende möglichst zeitnah über den nächsten Schritt oder die Entscheidung.

Bewerbungsgespräch als Teil einer guten Candidate Experience

Die Art, wie Sie Bewerbungsgespräche führen, hat Einfluss darauf, wie Bewerbende Ihr Unternehmen wahrnehmen. Ein strukturierter und wertschätzender Ablauf kann Vertrauen schaffen und Ihre Arbeitgebermarke stärken. Neben dem eigentlichen Bewerbungsgespräch tragen auch organisatorische Punkte wie eine zuverlässige Terminabstimmung, pünktliche Gespräche und eine nachvollziehbare Rückmeldung dazu bei, dass sich Bewerbende ernst genommen fühlen.

Dies vermittelt nicht nur einen Eindruck von der Stelle, sondern auch davon, wie Ihr Unternehmen im Team auftritt und Entscheidungen trifft. Das kann dazu beitragen, dass Ihr Unternehmen auch dann positiv in Erinnerung bleibt, wenn es nicht zu einer Einstellung kommt.

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FAQ zum Thema Bewerbungsgespräch führen

Three individuals are sitting at a table with a laptop, a disposable coffee cup, notebooks, and a phone visible. Two are facing each other, while the third’s back is to the camera. The setting appears to be a bright room with large windows.

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