Was sind technische Fähigkeiten?
Technische Fähigkeiten umfassen eine Vielzahl an Kenntnissen und Fertigkeiten, mit denen sich Arbeitsabläufe und Aufgaben in Bereichen wie Ingenieurswesen, IT oder Mechanik bewältigen lassen. Dazu zählen unter anderem Fähigkeiten rund um die Produktentwicklung, Programmierung, Datenanalyse oder mechanische Wartung. Im Grunde handelt es sich dabei um all die Kompetenzen, die für die Ausführung eines technischen Berufs erforderlich sind.
Sie haben die Lebensläufe bereits gescreent, nun ist es an der Zeit, Ihre Bewerber*innen besser kennenzulernen und sich ein genaues Bild über ihre Kenntnisse und Erfahrung zu machen. Es bedarf einiger Vorbereitung, um ein aufschlussreiches und positives Bewerbungsgespräch zu führen. Hier finden Sie eine Auswahl an Fragen, die verschiedene technische Fähigkeiten beleuchten und dabei einige soziale Kompetenzen Ihrer Bewerber*innen unter die Lupe nehmen.
1. Erzählen Sie mir von einem Projekt, auf das Sie besonders stolz sind.
Mit dieser Frage können Sie herausfinden, welche Themen Ihre Bewerber*innen besonders interessieren und was sie in der Vergangenheit motiviert hat, ihr Bestes zu geben. Zusätzlich können Sie eine Vielzahl an Fragen über das Projekt stellen, damit es ausführlich beschrieben wird: Was für ein Projekt war es? Mit wem konnten Sie dabei zusammenarbeiten? Wie war das Ergebnis? All diese Fragen helfen Ihnen dabei, Ihren Bewerber*innen zu Beginn des Gesprächs die Chance zu geben, über ein positives Erlebnis zu sprechen und so das Eis zu brechen.
2. Was haben Sie entwickelt?
Knüpfen Sie an die vorhergehende Frage an, indem Sie sich über den genauen Entwicklungsprozess und die einzelnen Arbeitsschritte informieren. Zudem können Sie technische Daten erfragen und herausfinden, welche Software, Systeme und Tools die Bewerber*innen kennen und nutzen. Software-Ingenieur*innen können Sie beispielsweise fragen, mit welcher Programmiersprache sie am besten vertraut sind.
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3. Was ist Ihr Fachgebiet?
Üblicherweise suchen Sie nach Mitarbeitenden mit bestimmten Fähigkeiten und Kenntnissen. Vielleicht sind auf dem Lebenslauf mehrere Fachgebiete zu finden, doch worauf haben sich Ihre Bewerber*innen spezialisiert? Welcher Bereich interessiert sie am meisten? Hier geben Sie Ihren Kandidat*innen die Chance, mehr über ihr Fachgebiet zu erläutern, und Sie können sich ein Bild über ihre Interessen und Talente machen.
4. Welche Fähigkeiten würden Sie in Zukunft gerne erlernen?
Einerseits zielt diese Frage indirekt darauf ab, Informationen über die Zukunftspläne der Kandidat*innen einzuholen, und ersetzt damit ihren altmodischen Vorgänger: Wo sehen Sie sich in zehn Jahren? Andererseits ist die Frage auch direkt und lässt Sie herausfinden, welche Fähigkeiten Ihren Kandidat*innen noch fehlen, und in welche Richtung sie sich weiterentwickeln möchten. Sie erheben den Bildungsbedarf Ihrer zukünftigen Mitarbeitenden und können sich bereits Gedanken um die Förderung ihrer betrieblichen Weiterbildung machen. Darüber hinaus gibt Ihnen diese Frage Aufschluss über die Motivation und Lernbereitschaft Ihrer Bewerber*innen.
5. Welche Aufgabe war für Sie bis jetzt am herausforderndsten?
Resilienz ist eine gefragte Fähigkeit auf dem aktuellen Arbeitsmarkt. Mit dieser Frage können Sie mehr darüber erfahren, wie Ihr Gegenüber Schwierigkeiten meistert. Wie wurde diese Aufgabe schlussendlich gelöst? Gleichzeitig können Ihnen Ihre Kandidat*innen erzählen, was sie dabei gelernt haben und was sie heute anders machen würden. Wenden Sie die STAR-Interview-Methode an und lassen Sie sich die Situation, Rolle oder Tätigkeit, Verhalten und Handlungsweise sowie die Ergebnisse darlegen.
6. Beschreiben Sie Ihren letzten Fehlerbehebungsprozess.
Ihre Bewerber*innen können Ihnen hier ihre Arbeitsweise Schritt für Schritt darlegen. Fragen Sie, welche Methode sie nutzen, um ein Problem zu identifizieren, wie sie Informationen darüber sammeln und seine Ursache feststellen. Haken Sie nach: Wo und wann war ihre Methode erfolgreich, welche Probleme konnten sie für ihre Kund*innen lösen, welche Fehler beheben? Lassen Sie sich ein konkretes Beispiel für einen Fehlerbehebungsprozess geben.
7. Welche Bücher oder Blogs haben Sie in letzter Zeit zu Ihrem Fachgebiet gelesen?
Die IT-Branche und andere technische Bereiche entwickeln sich rasant weiter. Daher sollten kompetente Mitarbeitende ständig darum bemüht sein, auf dem Laufenden zu bleiben. Informieren Sie sich vorab, welche Blogs, Nachrichtenseiten, Fachbücher, Webinare, Foren, Podcasts und Onlinemagazine aktuell für das Fachgebiet relevant und am bekanntesten sind. Ihre Bewerber*innen sollten sie allerdings nicht nur aufzählen, sondern auch beschreiben können, was sie an ihnen interessant und wertvoll finden. Zugleich gibt es eventuell Quellen, denen sie kritisch gegenüberstehen.
8. Was wissen Sie über (…)?
Hier geht es darum, konkretes Wissen zu überprüfen. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen beispielsweise agile Arbeitstechniken anwenden, sollten Sie Ihre Bewerber*innen zu ihren Erfahrungen damit befragen: Wann und wo haben Sie mit agilen Methoden gearbeitet? Was wissen Sie über agile Methoden? Welche Vor- und Nachteile sehen Sie? Vor allem in der Tech-Branche werden vermehrt agile Prinzipien umgesetzt. Nutzen Sie diese Frage, um sich einen Überblick über spezifische technische Fähigkeiten zu verschaffen.
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9. Wie teilen Sie sich Ihre Zeit ein?
In vielen Jobs gilt es, strenge Fristen einzuhalten und trotzdem volle Leistung zu bringen. Befragen Sie Ihre Bewerber*innen nach einer schwierigen Situation, in der sie beispielsweise zwei konkurrierende Projekte abschließen mussten. Wie setzen sie Prioritäten, arbeiten sie produktiver und welche Zeitmanagement-Methoden kennen sie und wenden sie an? Geben Sie Situationen vor und fragen Sie Ihre Bewerber*innen nach ihrer Vorgehensweise. Sie sollten unter Druck Ruhe bewahren können und die Bedeutung von Fristen verstehen. Stellen Sie außerdem konkrete Fragen zu ihrer Organisationsfähigkeit.
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10. Was schätzen Sie besonders an Teamarbeit?
Teamarbeit ist eine der gefragtesten Skills am Arbeitsmarkt, besonders in der Tech-Branche. Doch Teamarbeit stellt allgemein einen Erfolgsfaktor für Ihr Unternehmen dar, denn eine erfolgreiche Zusammenarbeit steigert nicht nur die Leistung Ihrer Mitarbeitenden, sondern fördert auch die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung. Hören Sie deshalb genau zu, wenn Ihr Gegenüber von vergangenen Erfahrungen mit Teamarbeit erzählt. Fragen Sie nach: Welche Aspekte der Teamarbeit halten Sie für negativ? Wie gehen Sie mit Konflikten um? Sprechen Sie Probleme sofort an oder warten Sie lieber etwas ab? Geben Sie eine konkrete Situation vor und fragen Sie, wie sich Ihre Bewerber*innen verhalten würden.
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Tipps für ein technisches Interview
Jedes Vorstellungsgespräch bedarf einiges an Vorbereitung und Strategie. Effektive Interviewtechniken zu beherrschen, führt zu einem entspannten Gespräch und lässt Sie und Ihr Unternehmen in einem professionellen Licht erscheinen. Dies gilt es bei Vorstellungsgesprächen für technische Berufe noch zu beachten:
Ermitteln Sie, welche technischen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen nötig sind
Der allererste Schritt sollte die Vorbereitung auf das technische Interview sein. Beraten Sie sich mit Ihrem Team und der Personalabteilung, welche Eigenschaften und Kenntnisse die Bewerber*innen mitbringen sollten. Erstellen Sie eine Liste mit den gewünschten Fähigkeiten und den Antworten, die Sie erwarten.
Variieren Sie Ihre Fragen
Bedenken Sie, dass sich Vorstellungsgespräche, die sich um technische Fähigkeiten drehen, wie Prüfungen anfühlen können. Gehen Sie deshalb sparsam mit technischem Detailwissen vor und wählen Sie Ihre Fragen lieber gezielt. Es ist wichtig, dass im Interview nicht nur technische Fähigkeiten zur Sprache kommen, sondern auch verhaltensbezogene Fragen und somit soziale Kompetenzen. Vor allem virtuelle Vorstellungsgespräche können Ihre Bewerber*innen schnell ermüden, wenn die Fragen zu technisch werden.
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Lassen Sie dem Gespräch einen praktischen Test folgen
Da Sie sich in einem Vorstellungsgespräch nur bedingt einen Überblick über konkrete technische Fähigkeiten wie beispielsweise die Beherrschung einer bestimmten Programmiersprache verschaffen können, sollten Sie den Bewerber*innen im Anschluss an das Interview eine praktische Aufgabenstellung zukommen lassen. Dabei ist es hilfreich, dass sie über genügend Zeit verfügen und Feedback erhalten, sowohl positives als auch negatives. Bedenken Sie, dass Ihre Bewerber*innen viel Zeit und Energie in den Bewerbungsprozess stecken und deshalb auf jeden Fall davon profitieren sollten, auch wenn Sie sie nicht einstellen.
Für ein gelungenes Vorstellungsgespräch ist eine gründliche Vorbereitung der Fragen ausschlaggebend. Informieren Sie sich darüber, an welchem Projekt Ihre Bewerber*innen bereits gearbeitet und wie sie schwierige Aufgaben gemeistert haben. Fragen Sie Ihre Bewerber*innen nach ihrem Fachgebiet, den Blogs und Büchern, die sie darüber lesen, ihren Zukunftsplänen und nach ihrer Motivation. Geben Sie konkrete Beispiele und Situationen vor, um herauszufinden, welche Zeitmanagement-Methoden sie anwenden und ob sie erfolgreich im Team arbeiten können.