Die große Diskrepanz: Kompetenzbasierte Recruiting-Lösungen

By Indeed Editorial Team
von Anita Little

So finden Arbeitgeber und Jobsuchende wieder zueinander: durch das Recruiting nach Fähigkeiten anstatt nach Titeln.

Wichtige Punkte

  • Für die Mehrheit der Jobsuchenden und Personalverantwortlichen sind Fähigkeiten wichtiger als Erfahrung. Doch viele Arbeitgeber ergreifen nicht die entscheidenden Maßnahmen, um kompetenzbasiertes Recruiting umzusetzen.
  • Jobsuchende können ihre Recruiting-Erlebnisse verbessern, indem sie Lebensläufe und Bewerbungen stärker auf ihre Fähigkeiten ausrichten. 
  • Nutzen Sie KI für die kompetenzbasierte Zuordnung von Kandidat*innen zu Stellen. en.

Für wen würden Sie sich entscheiden: Für eine Kandidatin oder einen Kandidaten mit Hochschulabschluss, aber ohne einschlägige Berufserfahrung, oder eine Person ohne Abschluss, aber mit viel praktischer Erfahrung? 

Laut dem kürzlich veröffentlichten Bericht „Intelligenteres Recruiting“ von Indeed würde sich die Mehrheit der Jobsuchenden (70 %) und Personalverantwortlichen (62 %) für Letzteres entscheiden.

Darum geht es beim kompetenzbasierten Recruiting: Es wird die Person eingestellt, die die Aufgabe erfüllen kann. Die Suche wird nicht allein auf jene beschränkt, die eine Reihe von Kriterien erfüllen. Kompetenzbasiertes Recruiting kann je nach Unternehmen unterschiedlich aussehen, bedeutet aber in der Regel, dass Fähigkeiten Vorrang vor traditionellen Indikatoren wie Bildungsanforderungen oder Berufserfahrung haben.

Wie wir in Teil 3 unserer Serie „Die große Diskrepanz“ erläutert haben, wird das Recruiting für Bewerber*innen und Arbeitgeber immer schwieriger. Die Erkenntnisse aus dem Bericht „Intelligenteres Recruiting“ zeigen jedoch: Die Unklarheiten, die den Recruiting-Prozess oft erschweren, lassen sich durch den Fokus auf Fähigkeiten verringern. Ebenso kann diese Verlagerung Arbeitgeber dabei unterstützen, bessere Stellenbeschreibungen zu verfassen, Kandidat*innen schneller zu prüfen und fundiertere Recruiting-Entscheidungen zu treffen.

„Wir raten Jobsuchenden, immer ein Beispiel parat zu haben, wenn sie angeben, eine bestimmte Fähigkeit zu besitzen. Denn ohne Beispiel äußern sie nur eine Meinung.“

Matt Berndt
Indeed Job Search Academy

„Viele Arbeitgeber greifen auf bekannte Qualifikationen zurück – wo sind Bewerber*innen zur Schule gegangen, welchen Abschluss haben sie –, ohne die konkreten Fähigkeiten zu berücksichtigen, die für die jeweilige Stelle erforderlich sind“, sagt Matt Berndt, Leiter der Indeed Job Search Academy.

Kompetenzbasiertes Recruiting könnte dazu beitragen, die Kluft zwischen Jobsuchenden und Arbeitgebern zu überbrücken. 55 % der Arbeitgeber geben jedoch an, dass mangelndes Verständnis für kompetenzbasiertes Recruiting der Umsetzung im Weg steht. 

Sehen wir uns an, was kompetenzbasiertes Recruiting für Arbeitgeber und Jobsuchende bedeutet.

Dies ist der vierte Teil der Serie von Indeed Lead-Artikeln über „Die große Diskrepanz“, in der wir uns mit der wachsenden Kluft zwischen den Bedürfnissen von Jobsuchenden und dem Angebot von Arbeitgebern befassen. Hier finden Sie weitere Informationen: 

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Vier kompetenzbasierte Strategien zur Überbrückung der Kluft beim Recruiting

1. Definieren Sie, welche Fähigkeiten für die Stelle am wichtigsten sind

Für Arbeitgeber: Identifizieren Sie die Fähigkeiten, nach denen Sie suchen, damit die passenden Kandidat*innen Sie finden können. 

Definieren Sie zunächst die Kernkompetenzen, die für die Stelle erforderlich sind. Anstatt herkömmliche Kennzahlen zu verwenden, erstellen Sie eine Liste der für jede Stelle erforderlichen Fähigkeiten und verwenden Sie diese zum Verfassen von Stellenbeschreibungen. Fordern Sie zum Beispiel keinen Abschluss in Informatik, sondern geben Sie an, dass Kenntnisse in Python erforderlich sind.

„Wenn Arbeitgeber sich die Zeit nehmen, die für die jeweilige Stelle erforderlichen Fähigkeiten zu definieren und ihre Prozesse entsprechend anzupassen, führt dies zu besseren Übereinstimmungen“, sagt Jenna LaBella, VP of Client Success bei Indeed. 

Für Jobsuchende: Konzentrieren Sie sich bei Bewerbungen auf Ihre Fähigkeiten.

Oftmals gelingt es Jobsuchenden nicht, ihre Fähigkeiten überzeugend zu vermitteln. Die Erstellung eines Kompetenzinventars, in dem wichtige Fähigkeiten und relevante Erfahrungen hervorgehoben werden, kann hilfreich sein. Anhand konkreter Beispiele können Jobsuchende veranschaulichen, wie sie diese Fähigkeiten in der Vergangenheit erfolgreich angewendet haben. Ein gut gestalteter Lebenslauf erzählt eine klare, überzeugende Geschichte. 

„Wenn Jobsuchende ihre Fähigkeiten effektiv unter Beweis stellen, beispielsweise durch Zertifizierungen oder während des Bewerbungsprozesses und Vorstellungsgesprächs, führt das zu bedeutsameren Kontakten“, sagt LaBella.

2. Nutzen Sie verhaltensbezogene Fragen in Vorstellungsgesprächen, um passende Themen anzusprechen und geeignete Antworten zu geben

Für Arbeitgeber: Entscheiden Sie sich für einen verhaltensbasierten Ansatz in Vorstellungsgesprächen.

Stellen Sie im Vorstellungsgespräch Fragen, auf die Kandidat*innen mit konkreten Beispielen antworten müssen – beispielsweise, wie sie ihre Fähigkeiten in früheren Positionen angewendet haben. So können Sie anhand der bisherigen Leistungen zukünftige Fähigkeiten beurteilen. Fragen Sie nicht „Haben Sie Erfahrung im Projektmanagement?“, sondern „Können Sie ein bestimmtes Projekt nennen, bei dem Sie ein Team geleitet haben? Welche Ergebnisse wurden dabei erzielt?“.

Für Jobsuchende: Konzentrieren Sie sich darauf, Fähigkeiten anhand von nachvollziehbaren, quantifizierbaren Beispielen zu veranschaulichen. 

Jobsuchende sollten vorab überlegen, welche ihrer bisherigen Erfolge ihre Fähigkeiten in der Praxis am besten demonstrieren. Berndt sagt: „Wir raten Jobsuchenden, immer ein Beispiel parat zu haben, wenn sie angeben, eine bestimmte Fähigkeit zu besitzen. Denn ohne Beispiel äußern sie nur eine Meinung.“

3. Priorisieren Sie die Kommunikation

Für Arbeitgeber: Achten Sie während des gesamten Recruiting-Prozesses auf eine klare Kommunikation.

Halten Sie die Kandidat*innen auf dem Laufenden, indem Sie Abläufe und Termine mitteilen und rechtzeitig informieren. Setzen Sie automatisierte Systeme ein, um eingehende Bewerbungen zu bestätigen.

Für Jobsuchende: Handeln Sie proaktiv.

Wenn Jobsuchende wichtige Fragen zum Ablauf des Recruiting-Prozesses stellen, erhalten sie mehr Informationen und sind besser vorbereitet. „Ich rate Jobsuchenden, ein Vorstellungsgespräch nie zu verlassen, ohne zu fragen, wann sie mit einer Rückmeldung rechnen können und wie die nächsten Schritte aussehen“, so Berndt. „Und auf der anderen Seite sage ich Recruiter*innen, dass diese beiden Fragen niemals von Bewerber*innen ausgehen sollten.“

4. Unterstützen Sie das kompetenzbasierte Recruiting mit Technologie 

Für Arbeitgeber: KI-gestützte Lösungen können sich als hilfreich erweisen.

KI kann rundum Optimierungen ermöglichen – vom Verfassen klarer Stellenbeschreibungen bis hin zum schnelleren Sourcing passender Talente. Aber nur 36 % der Arbeitgeber nutzen KI im Recruiting-Prozess. Sobald Arbeitgeber die für die Stelle erforderlichen Fähigkeiten identifiziert haben, können KI-gestützte Stellenbeschreibungen und Matching-Lösungen die Suche vereinfachen, indem sie Kandidat*innen basierend auf ihren Fähigkeiten und nicht auf der Grundlage weniger relevanter Indikatoren finden. 

„Auf Arbeitgeberseite hilft es, sinnvolle Automatisierungen vorzunehmen, damit sich die Mitarbeiter*innen auf die menschliche Komponente des Recruitings konzentrieren können. Diese wird schließlich immer präsent sein“, sagt Berndt.

Für Jobsuchende: Nutzen Sie Technologie, um Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und die Jobsuche zu optimieren.

Jobsuchende können Onlineplattformen und KI-Lösungen nutzen, um kompetenzbasierte Lebensläufe zu erstellen und Unternehmen, Stellen und Strategien für Vorstellungsgespräche zu recherchieren, die auf ihre Fähigkeiten zugeschnitten sind. „KI gibt sowohl Kandidat*innen als auch Arbeitgebern die Möglichkeit, die Suche effizienter zu gestalten“, sagt Berndt. 

Mit den Lösungen von Indeed für Profile können Jobsuchende ihre Fähigkeiten, Zertifizierungen und sonstigen Qualifikationen übersichtlich präsentieren. Die KI-gestützte Matching-Technologie ermöglicht es ihnen, Stellen zu finden, die ihren Fähigkeiten entsprechen. 

Außerdem entwickelt Indeed auch neue Lösungen, mit denen Jobsuchende ihre Fähigkeiten effektiver präsentieren können, z. B. durch die Angabe nicht-akademischer Qualifikationen im Bereich Ausbildung.

Die Vorteile des menschenzentrierten Recruitings

Arbeitgeber, die einen kompetenzbasierten Ansatz verfolgen und KI-Lösungen zur Unterstützung ihrer Recruiting-Strategie einsetzen, werden Stellen schneller besetzen und besser geeignete Talente finden.

Für Jobsuchende bedeutet ein reibungsloser, transparenter Prozess weniger Stress, mehr Klarheit und bessere Chancen, eine Stelle zu finden, die ihren Stärken entspricht. Das Ergebnis: Mitarbeiter*innen bleiben mit größerer Wahrscheinlichkeit im Unternehmen – und Unternehmen stärken ihren Ruf als attraktiver Arbeitgeber. 

Beim Recruiting geht es nicht nur darum, einen Auftrag zu erfüllen. Das Ziel ist, ein besseres Erlebnis für Jobsuchende und Arbeitgeber zugleich zu schaffen. 

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Weitere Informationen:

Kompetenzbasiertes Recruiting für Arbeitgeber

Vorbereitung auf kompetenzbasierte Vorstellungsgespräche für Jobsuchende

Kompetenzbasiertes Recruiting in Aktion


Ressourcen von Indeed, die helfen können, die Kluft zu schließen, indem sie Jobsuchende und Arbeitgeber näher zusammenbringen:

Indeed Hiring Events (online oder vor Ort) helfen Ihnen, den Recruiting-Prozess zu optimieren, indem sie Routineaufgaben automatisieren und mehr Zeit bieten, um Kandidat*innen kennenzulernen.

Indeed Smart Sourcing wurde im April 2024 eingeführt und ermöglicht es Arbeitgebern, mithilfe von KI sofort aktive Kandidat*innen auf Indeed zu finden und effizient mit ihnen in Kontakt zu treten, anstatt auf ihre Bewerbung zu warten. 

Bei der FutureWorks 2024 kündigte Chris Hyams, CEO von Indeed, ein neues KI-gestütztes Produkt von Indeed an. Es gibt Jobsuchenden die nötigen Ressourcen an die Hand, um ihren Karriereweg zu planen, und unterstützt Arbeitgeber dabei, die erforderlichen Fachkräfte zu finden. Weitere Details folgen demnächst.

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