Niemand wird zurückgelassen: Drei Schritte zu einem breiteren Talentpool

By LaFawn Davis

Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit als Senior Vice President of Environmental, Social and Governance bei Indeed besteht darin, Vorurteile und Hindernisse im Recruitingprozess abzubauen. Für mich ist es nicht nur eine unternehmerische Verantwortung, sondern auch ein persönliches Anliegen.

Ich arbeite seitdem ich 14 bin, manchmal in zwei Jobs gleichzeitig. Ich habe nie ein Praktikum gemacht. Meine Karriere begann während der ersten Dotcom-Blase in operativen Funktionen bei Start-up-Unternehmen. Aber als die Blase platzte, erhielt ich meine allererste Kündigung. Ich war sechs Monate lang arbeitslos, obwohl ich mich wirklich um eine neue Stelle bemühte. Ich musste wieder bei meinen Eltern einziehen. Ich konnte für meinen Sohn und mich nicht sorgen, und ich schämte mich. 

Warum war es so schwierig für jemanden wie mich, der qualifiziert war und über Berufserfahrung verfügte, eine Anstellung zu finden? Ich wurde immer wieder abgelehnt, weil ich keinen akademischen Abschluss habe.

Als ich (dank einer Freundin) endlich einen Job fand, verdiente ich statt eines Jahresgehalts von 90.000 Dollar nur noch 11,75 Dollar die Stunde. Deshalb ist es mir so wichtig, den Zugang zu Jobs zu erleichtern und gerechter zu gestalten. 

Ich weiß, wie es ist, mit Hindernissen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen, nach Zeugnissen und nicht nach Fähigkeiten beurteilt zu werden und das Gefühl zu haben, dass einen die Arbeitswelt zurücklässt. Und so wie es mir erging, ergeht es auch Millionen anderer talentierter Jobsuchenden, die unterschätzt und übersehen werden, da sie nicht den richtigen Abschluss vorweisen können. 

Stellen Sie sich vor, wie viele ungenutzte Talente sich Ihr Unternehmen entgehen lässt.

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Die Welt der Arbeit ist für viele mit Hindernissen gepflastert – doch wir können sie aus dem Weg räumen

Im volatilen Arbeitsmarkt von heute sind neue Recruitingansätze notwendig. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach wie vor ungebrochen und angesichts zunehmender Entlassungen und der allgemeinen Unsicherheit hinsichtlich einer globalen Rezession halten Arbeitgeber weiterhin an ihren Mitarbeiter*innen fest. Die Zahl der freiwilligen Kündigungen bleibt nach wie vor hoch. 20 % der Arbeitnehmer*innen planen, bis zum Ende des Jahres zu kündigen

Laut aktueller Daten des Indeed Hiring Lab ist die Anzahl der Stellenanzeigen auf Indeed im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie um nahezu 50 % gestiegen, während die Kündigungsrate bei 16 % liegt. Zu beobachten ist, dass Jobsuchende und Verbraucher*innen gleichermaßen zu Unternehmen und Marken tendieren, die Wandel nicht nur unterstützen, sondern auch bewirken. Unter diesen Bedingungen scheinen Recruitingstrategien, die einst „gut genug“ waren, überholt und ausgeschöpft zu sein. 

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Zukunft der Arbeit für alle besser zu machen, indem wir aus alten Recruitingmustern ausbrechen. Während einige Unternehmen weiterhin die Auswirkungen der Krise auf dem Arbeitsmarkt zu spüren bekommen, werden andere diese Chance nutzen, um sich anzupassen und an der Krise zu wachsen. Erfolgreiche Unternehmen werden ihre Talentpools erweitern und ungenutzte Talente einstellen, die in der Vergangenheit auf Hindernisse beim Zugang zum Arbeitsmarkt gestoßen sind.

Es gibt drei Möglichkeiten, einige dieser weit verbreiteten Hindernisse abzubauen – nicht nur für diejenigen ohne akademischen Abschluss, sondern auch für Menschen mit Vorstrafen oder Behinderung. Auf diese Weise werden Unternehmen nicht nur wachsen, sondern machen auch die Zukunft der Arbeit für alle besser.

1. Skillorientiertes Recruiting fördern

Fast zwei Drittel der Menschen in den USA, die 25 Jahre und älter sind, haben keinen Bachelor- oder höheren Bildungsabschluss. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote bei Highschool-Abgängern um 77 % höher als bei Menschen mit Bachelor-Abschluss. Selbst in einer Konjunktur mit niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Nachfrage nach Arbeitskräften übergehen viele US-Unternehmen immer noch Bewerber*innen mit den richtigen Fähigkeiten und entsprechender Berufserfahrung, wenn sie keinen höheren Bildungsabschluss haben. 

Beim skillorientierten Recruiting werden Bewerber*innen nicht nur anhand ihrer Abschlüsse, sondern auch nach ihren Kompetenzen, Fähigkeiten und nachweislichen Leistungen im Job beurteilt. Von diesem Ansatz profitieren beide Seiten: Jobsuchenden mit den entsprechenden Qualifikationen eröffnen sich neue Chancen und Arbeitgeber erhalten Zugang zu einem umfangreichen Kandidatenpool mit motivierten und lernwilligen Talenten, die übertragbare Fähigkeiten und unterschiedliche Hintergründe mitbringen.

So könnte eine erfahrene Barista mit einer gewinnenden Persönlichkeit und Unternehmergeist, aber ohne akademischen Abschluss, die meisten der erforderlichen Fähigkeiten für eine Stelle im Vertrieb mitbringen. Doch viele Screening-Systeme würden diese Jobsuchenden nicht als Top-Kandidat*innen einstufen. Warum entgehen Unternehmen immer noch kompetente Mitarbeiter*innen, vor allem, wenn es nach wie vor schwierig ist, Stellen zu besetzen? Mit einem skillorientierten Recruitingansatz können wir das ändern.

2. Auf Fair Recruiting setzen

Fair Recruiting beruht auf dem Grundsatz, dass alle Jobsuchenden das Recht haben, für jede Stelle in Betracht gezogen zu werden, für die sie qualifiziert sind. Doch leider wird vielen Vorbestraften diese Chancengleichheit nicht gewährt.

Selbst eine Ordnungswidrigkeit oder eine Untersuchungshaft ohne anschließende Verurteilung können lebenslange Hindernisse beim Zugang zum Arbeitsmarkt bedeuten. 77 Millionen Menschen in den USA haben einen Strafregistereintrag. Über 60 % der straffällig gewordenen Menschen sind langfristig von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote für Vorbestrafte wird auf 27 % geschätzt und liegt damit um ein Vielfaches höher als die der Allgemeinbevölkerung, selbst im Vergleich zur Großen Depression in den USA. Darüber hinaus betreffen die zahlreichen Verhaftungen überproportional People of Color, LGBTQ+-Personen und Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Die Zahlen zeigen auch, dass es bei Menschen mit Vorstrafen eine hohe Nachfrage nach Arbeit gibt. So ist die Anzahl der Jobsuchen auf Indeed mit Suchbegriffen wie „Keine Hintergrundprüfungen“ und „Fair Recruiting“ seit Mai 2021 um 45 % gestiegen. Denken Sie an all die Kandidat*innen, die Ihre Stellenanzeige nicht sehen, wenn diese Begriffe in der Stellenbeschreibung nicht genannt werden. 

Doch geht es nicht nur um einen gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt, sondern auch darum, was diese Talente zu bieten haben. Arbeitgeber, die auf Fair Recruiting setzen, profitieren von:

  • Geringere Mitarbeiterfluktuation. Arbeitnehmer*innen mit Vorstrafen werden in vielen Fällen statistisch gesehen nicht häufiger entlassen als Mitarbeiter*innen ohne Vorstrafen. Sie bleiben ihrem Unternehmen eher treu und kündigen seltener. Arbeitgeber sparen dadurch Recruitingkosten. 
  • Zuverlässige Arbeitsleistung. Eine Studie der Society of Human Resource Management ergab, dass 85 % der HR-Expert*innen der Meinung sind, dass Mitarbeit*innen mit Vorstrafen ungefähr die gleichen oder bessere Leistungen erbringen als andere Mitarbeiter*innen.
  • Positive Auswirkungen. Ein eigenes Gehalt zu beziehen, Teil eines Teams zu sein, Verantwortung zu übernehmen und die Chance zu bekommen, einen positiven Beitrag zu leisten, tragen zu Stolz und Selbstwertgefühl bei, verringern die Rückfälligkeit und kommen nicht nur den Betroffenen, sondern auch den Unternehmen und der Gesellschaft insgesamt zugute.

Die gute Nachricht ist, dass Daten des Indeed Hiring Lab auf einen wachsenden Trend zum Fair Recruiting hindeuten. Von Mai 2019 bis Mai 2022 ist die Zahl der geschalteten Stellenanzeigen auf Indeed, die auf Fair Recruiting setzen, um mehr als 30 % gestiegen.

3. Zugang zum Arbeitsmarkt fördern

Bei einem kürzlich von Indeed veranstalteten „Lunch-and-Learn“ sagte die Aktivistin Keely Cat-Wells, Behinderungen seien Teil menschlicher Erfahrung. Jede/r vierte Amerikaner*in lebt mit einer Behinderung. Viele werden im Laufe ihres Lebens eine vorübergehende oder langfristige Behinderung erfahren oder sie kennen oder betreuen Personen mit Behinderung. Obwohl der Americans with Disabilities Act seit 32 Jahren in Kraft ist, haben Jobsuchende mit Behinderung immer noch mit Hindernissen beim Zugang zum Arbeitsmarkt zu kämpfen. Über alle Altersgruppen und Bildungsabschlüsse hinweg sind Menschen mit Behinderung häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als ihre Mitmenschen ohne Behinderung. Im Jahr 2021 waren von der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter etwa 31 % der Menschen mit Behinderung gegenüber fast 73 % der Menschen ohne Behinderung beschäftigt.

Wer den Zugang zum Arbeitsmarkt und zur Beschäftigung fördert, dem erschließt sich eine Vielzahl an hochqualifizierten und weitgehend ungenutzten Talenten, die von anderen Unternehmen nicht in Betracht gezogen werden. Dank des technologischen Fortschritts und der sich wandelnden gesellschaftlichen Normen und Erwartungen an den Arbeitsplatz lässt sich dies einfacher als je zuvor erreichen. 

Durch die Pandemie wurde deutlich, dass Menschen von zu Hause aus arbeiten und gleichzeitig vollwertige Teammitglieder sein können. Dadurch ist die Akzeptanz von Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen gestiegen. Neue Technologien wie automatische Transkription und Untertitel auf Videokonferenzplattformen bieten neue Möglichkeiten, am Arbeitsplatz auf die Bedürfnisse von Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen einzugehen. Darüber hinaus achten Anwendungsdesigner*innen und Webentwickler*innen bei der Entwicklung von Produkten zunehmend darauf, dass sie für Bildschirmlesegeräte vollständig zugänglich sind und Alt-Text ermöglichen.

Indem wir unsere Ansätze überprüfen und unsere Möglichkeiten neu überdenken, können wir unseren Talentpool erweitern und den Zugang zum Arbeitsmarkt zugänglicher gestalten – und das Job für Job.

Die Zukunft der besseren Arbeit beginnt mit uns

Wir alle haben jetzt die einmalige Gelegenheit, eine Welt zu schaffen, in der Arbeit gerecht ist, in der Jobsuchende mit persönlichen Hindernissen bessere Arbeit finden und in der alle die gleichen Chancen haben, einen Job zu finden, den sie gern machen. Deshalb haben wir es uns bei Indeed zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 weltweit 30 Millionen Menschen mit Hindernissen bei der Jobsuche zu einem Arbeitsplatz zu verhelfen. 

Das schaffen wir aber nur gemeinsam. 

Helfen Sie uns, die Zukunft der Arbeit neu zu gestalten, indem wir den bisher ungenutzten Talentpool in Betracht ziehen. Gemeinsam können wir Vorurteile und Hindernisse auf dem Arbeitsmarkt abbauen und den Weg in eine gerechtere Arbeitswelt ebnen.

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