Arbeitsplätze geschlechtergerecht gestalten: Ein Gespräch mit Indeed CMO Jessica Jensen, Lena Waithe, Reshma Saujani und Jen Welter

By Indeed Editorial Team

„Wir haben immer nur Arbeitsplätze für weiße Männer mit nichtberufstätigen Partnerinnen geschaffen“, sagte die Anwältin, Politikerin und Aktivistin Reshma Saujani auf der Indeed FutureWorks 2022 unter Beifall des Publikums. Sie war eine der drei Diskussionsteilnehmerinnen, die sich zum Thema „Leveling the Paying Field“ äußerten. Die Podiumsdiskussion wurde von Indeed CMO Jessica Jensen moderiert.

„Bei allem, was man schafft, sollte man auch an die Schwächsten in der Gesellschaft denken“, erklärte Reshma Saujani. „Arbeitsplätze sollten für alleinerziehende Mütter, Women of Color [und] Frauen mit Migrationshintergrund geschaffen werden.“ Als sie die internationale gemeinnützige Organisation Girls Who Code ins Leben rief, deren Ziel es ist, Frauen in der Informatik zu fördern, besuchte sie die ärmsten Gemeinden, in denen Mädchen nicht einmal Zugang zum WLAN hatten. „Siebzig Prozent der Frauen mit Migrationshintergrund sind Alleinverdienerinnen und Alleinversorgerinnen ihrer Familien“, fügte sie hinzu. „Wenn wir Arbeitsplätze für sie schaffen, schaffen wir auch Arbeitsplätze für alle anderen.“

Reshma Saujani (auch Gründerin von Marshall Plan for Moms, einer Organisation, die Frauen wirtschaftlich und beruflich unterstützt) sprach mit Lena Waithe (Emmy-prämierte Drehbuchautorin, Produzentin, Schauspielerin und Gründerin von Hillman Grad Productions), Dr. Jen Welter (ehemalige Profi-Footballspielerin und Goldmedaillengewinnerin, die als erste Coachin NFL-Geschichte schrieb) und Jessica Jensen (CMO bei Indeed), die diese Podiumsdiskussion moderierte.

Gemeinsam sprachen die vier Diskussionsteilnehmerinnen über die Repräsentation von Frauen in ihren jeweiligen Branchen, die Bedeutung von Empathie in Führungspositionen und Möglichkeiten, wie die Arbeitswelt für Frauen in Zukunft gerechter gestaltet werden kann.

Erreichen Sie mit Premium-Stellenanzeigen schnell geeignete Kandidat*innen

Erfahren Sie mehr

Herausforderungen von Frauen

In nur einem Jahr entstanden durch Corona für Frauen in aller Welt Verluste in Höhe von 800 Milliarden Dollar. Diese Einkommensverluste führten wiederum zu verpassten Chancen und Ungleichheiten am Arbeitsplatz. Die Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern ist jedoch schon lange ein Problem. Frauen in den USA verdienen nur 82 Cent für jeden Dollar, den ein Mann verdient. In Deutschland liegt der sogenannte Gender Pay Gap, die Lücke zwischen den Gehältern von Männern und Frauen, bei 18 Prozent. 

Hinzu kommen weitere Probleme, wie die Schwierigkeit aller berufstätigen Eltern, eine Kinderbetreuung zu finden und zu finanzieren. „Tatsächlich ist es so, dass Kinderbetreuung für berufstätige Mütter keine persönliche Entscheidung ist“, erklärte Reshma Saujani. „Wir als Nation weigern uns, bezahlbare und ausreichende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder anzubieten, aber Unternehmen können das ändern.“

Den Weg ebnen, damit andere folgen können

„Ich wollte sicherstellen, dass ich zwar die Erste bin, aber nicht die Letzte. Und das bedeutete, ich musste mich sichtbar machen, mir Gehör verschaffen und einen Fuß in die Tür bekommen, um auch anderen den Weg zu ebnen“, erklärte Dr. Jen Welter dem Publikum.

„Wir bei Indeed sagen: Talent findet sich überall, Chancen nicht“, erzählte Jessica Jensen dem Publikum und den Diskussionsteilnehmerinnen. Sie alle waren Vorreiterinnen in ihren jeweiligen Branchen und berichteten, welche Rolle sie dabei gespielt haben, Türen zu öffnen und den Weg für andere talentierte Frauen zu ebnen.

„Wenn man die Erste ist, bedeutet das auch erstmal, dass man die Einzige ist“, sagte Dr. Jen Welter und bezog sich dabei auf ihre Vorreiterrolle als erste NFL-Coachin. „Ich wollte sicherstellen, dass ich zwar die Erste bin, aber nicht die Letzte. Und das bedeutete, ich musste mich sichtbar machen, mir Gehör verschaffen und einen Fuß in die Tür bekommen, um auch anderen den Weg zu ebnen.“

Eine vielfältige Belegschaft ist wichtig, um Bewerber*innen zu signalisieren, dass es in Ihrem Unternehmen einen Platz für Menschen wie sie gibt. Da waren sich alle Diskussionsteilnehmerinnen einig. Lena Waithe war 2017 die erste schwarze Frau, die für ihr Werk „Master of None“ für einen Emmy in der Kategorie „Herausragendes Drehbuch für eine Comedy-Serie“ nominiert wurde und diesen auch gewann. 

„Es gibt so eine wunderbare Gemeinschaft von Frauen, insbesondere von Women of Color, in meiner Branche“, sagte sie. „Aber es gibt immer noch einen Kampf... um mehr Sichtbarkeit.“ Lena Waithe hat diese Barriere nicht nur durchbrochen, sondern schlägt nun auch eine Brücke für andere, um ihre Geschichten in einer Branche erzählen zu können, die als Spiegelbild der Gesellschaft dient – und die auch diejenigen widerspiegeln sollte, die von ihr benachteiligt werden.

Im Jahr 2022 wurde Quinta Brunson (Drehbuchautorin, Produzentin, Schauspielerin und Komikerin) als zweite schwarze Frau mit dem Emmy in der Kategorie „Herausragendes Drehbuch für eine Comedy-Serie“ ausgezeichnet. Lena Waithe, die sich im Klaren über die Bedeutung ihrer Auszeichnungen war, sagte damals zu Quinta Brunson: „Jetzt können du und ich gemeinsam die Tür für andere aufhalten.“

Authentizität bewahren angesichts von Widrigkeiten

Vergesst die Bücher über Women Empowerment“, sagte Reshma Saujani. „Hört auf damit, Frauen verändern zu wollen. Wir sind nicht das Problem, ändert euch selber.“

Reshma Saujani wies auf die oberflächlichen Tipps hin, die Frauen für den Erfolg im Geschäftsleben regelmäßig erhalten, wie z. B. einen Kalender farblich zu markieren, sich nach vorne zu lehnen und eine Power-Pose einzunehmen, bevor sie ein Meeting betreten. Diese Tipps sind nutzlos angesichts der tatsächlichen Diskriminierung. Zu Führungskräften, die die Verantwortung auf die Zurückgelassenen abwälzen, sagte Saujani: „Vergesst die Bücher über Women Empowerment. Hört auf damit, Frauen verändern zu wollen. Wir sind nicht das Problem, ändert euch selber.“

Dr. Jen Welter wusste, dass sie als Teamleiterin „100 % authentisch“ sein musste, um mit ihren Spielern eine Verbindung aufbauen und ihr Vertrauen gewinnen zu können. „Eines wusste ich ganz genau,“ sagte sie, „Ich würde niemals einen Mann in seiner Rolle als Mann übertreffen.“

Sie hat sich immer Zeit genommen, wenn jemand eine Minute zum Reden brauchte. Auf diese Weise wurden die Spieler nicht nur besser, sondern auch loyaler gegenüber dem Team. „Im Grunde genommen geht es in jeder Branche um Menschen“, sagte Dr. Jen Welter. „Die Menschen zählen.“ 

Die Zukunft der Arbeit ist weiblich

Lena Waithe sieht die Zukunft der Arbeit als „bedeutungsorientiert und sinngetrieben.“

Nach Ansicht von Lena Waithe wird die Zukunft der Arbeit „bedeutungsorientiert und sinngetrieben“ sein. Sie ist Geschäftsführerin in ihrem Unternehmen Hillman Grad Productions und Partnerin des Indeed-Programms Rising Voices, das ins Leben gerufen wurde, um unterschiedliche Geschichten zum Thema Sinn in der Arbeit zu teilen. Sie versteht ihre Rolle darin, anderen Menschen dabei zu helfen, ihre Leidenschaft zu finden und sie zu fördern. Es habe bei der Arbeit nie etwas gegeben, was sie als Frau nicht hätte tun können, sagte Lena Waithe. Und sie möchte anderen Frauen dabei helfen, die gleichen Chancen zu bekommen, wenn sie ihre Ziele verfolgen.

In Bezug auf den jüngsten Trend zum „Quiet Quitting“, bei dem sich Arbeitnehmer zunehmend aus ihrem Berufsalltag zurückziehen, sagte Reshma Saujani, dass Menschen „nicht still gehen, sondern mit Freude leben“. Sie glaubt, dass die Zukunft der Arbeit eine sein wird, die sich nicht gegen die durch die Pandemie hervorgerufenen Veränderungen im Recruiting verschließt, und dass Arbeitnehmer*innen ihre Work-Life-Balance neu überdenken werden. „Die Hustle-Kultur ist tot, und wir sollten sie sterben lassen“, so ihr Fazit.

„Empathie ist Führung“, erklärte Dr. Jen Welter und forderte Führungskräfte dazu auf, ihre Teams besser kennenzulernen, um Probleme von Frauen und anderen unterrepräsentierten Gruppen in der Arbeitswelt nach der Pandemie anzugehen.

„Wenn wir Verständnis und Einfühlungsvermögen aufbringen und uns bewusst machen, dass sich alles um Menschen dreht, dann können wir Arbeitsplätze schaffen, die es uns ermöglichen, Kinder ruhigen Gewissens in eine Betreuung zu geben“, erklärte sie. „Aber wir müssen einander verstehen, um füreinander etwas schaffen zu können.“

Erreichen Sie mit Premium-Stellenanzeigen schnell geeignete Kandidat*innen

Erfahren Sie mehr

Indeed Smart Sourcing

Finden und kontaktieren Sie sofort passende Kandidat*innen
Erfahren Sie mehr

Erhalten Sie Neuigkeiten zur Zukunft der Arbeit

Danke! Sie haben sich erfolgreich angemeldet, um die neuesten Nachrichten von Indeed Insights zu erhalten.

Senden