Ich habe mich zuletzt vor 15 Jahren auf eigene Faust auf eine Stelle beworben, ohne dass ein Arbeitgeber zuvor auf mich zugekommen war. Da sich der Arbeitsmarkt vor allem in den letzten zwei Jahren stark verändert hat, wollte ich wissen, wie es wirklich ist, heutzutage auf Jobsuche zu sein.
Daher habe ich ein Experiment durchgeführt: Ich habe ein Indeed-Profil mit meinem vollständigen Lebenslauf erstellt und mich auf 50 Jobs in verschiedenen Branchen und Erfahrungsniveaus beworben. Wenn ein Unternehmen verschiedene Bewerbungsprozesse anbot – zum Beispiel über Indeed Bewerben und ein Bewerbermanagementsystem (ATS) – habe ich mich dort auch auf mehr als eine Stelle beworben.
Die Ergebnisse waren erschreckend, aber aufschlussreich. Denn leider haben mir 44 % der Arbeitgeber nie geantwortet und 30 % haben meine Bewerbung mit weitestgehend unpersönlichen, automatisch generierten Nachrichten abgelehnt. Das ist zwar nicht unbedingt gut fürs Ego, aber immer noch besser als überhaupt nichts zu hören. Immerhin 26 % haben mich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
Rückblickend sind die drei größten Enttäuschungen bei diesem Experiment die folgenden:
Erstens dauerten die ATS-Bewerbungsprozesse mit durchschnittlich sechs bis zehn Minuten deutlich zu lang. Ich musste zunächst ein Konto mit Anmeldedaten erstellen, dann meinen Lebenslauf hochladen und schließlich die meisten Lebenslaufdaten aufgrund von mangelhaftem Parsing erneut eingeben. Darauf folgten häufig mehrere Seiten mit Fragen zur beruflichen Chancengleichheit. Kein Wunder, dass Unternehmen viele Ihrer potenziellen Bewerber*innen aufgrund eines frustrierenden Bewerbungsprozesses verlieren.
Die zweitgrößte Enttäuschung war die Anzahl an nicht funktionierenden Hyperlinks. Einmal wurde ich beispielsweise per SMS eingeladen, mich für ein Vorstellungsgespräch anzumelden. Der Link führte mich jedoch immer wieder zu einer Seite ohne verfügbare Termine. Als ich auf die SMS antwortete und dies meldete, antwortete mir das System, dass es mich nicht verstehen könne. Wie viele geeignete Bewerber*innen sind dem Arbeitgeber wohl aufgrund dieses technischen Fehlers entgangen?
Drittens war es unglaublich enttäuschend, nie eine Antwort zu erhalten – wohl wissend, dass ich geeignet war. Dies galt vor allem für eine Bewerbung, für die ich einen vollständigen Persönlichkeitstest ablegen musste, nur um nie wieder etwas zu hören.
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Erfahren Sie mehrMit einer schlechten Candidate Experience verlieren alle
In der HR-Branche wissen wir seit Jahren, dass schlechte Candidate Experiences zu kostspieligen Fehlern führen können. Laut Indeed-Umfragen erzählen 72 % der Jobsuchenden anderen von ihren schlechten Erfahrungen und 64 % erwerben mit geringerer Wahrscheinlichkeit Produkte von diesen Unternehmen. Daher würde man erwarten, dass wir Arbeitgeber unsere Candidate Experiences in Anbetracht dieser Kosten Jahr für Jahr verbessern, aber das Gegenteil ist der Fall. Laut Talent Board ist die Unzufriedenheit von Kandidat*innen in Nordamerika im letzten Jahr um 75 % gestiegen – der stärkste Anstieg der letzten zehn Jahre.
Hinzu kommt, dass Jobsuchende trotz der wachsenden Angst vor einer Rezession weiterhin viele Optionen haben. Unternehmen mit langwierigen Recruitingprozessen verpassen geeignete Talente und verlieren obendrein Geld und Zeit.
Wir bei Indeed möchten das Recruiting einfacher, schneller und menschlicher gestalten und es so für Jobsuchende und Arbeitgeber verbessern. Unsere geplanten Innovationen sind daher darauf ausgerichtet, Arbeitgeber dabei zu unterstützen passende Bewerber*innen zu finden, die Qualität der Bewerber*innen allgemein anzuheben, die Zeit bis zur Stellenbesetzung zu verkürzen und die Gesamtkosten zu senken.
Reichweite aufbauen und Jobsuchende verstehen: So unterstützt Indeed beim Recruiting
Laut interner Daten verzeichnet die Indeed-Plattform weltweit mittlerweile mehr als 300 Millionen monatliche Unique Visitors sowie 225 Millionen Profile – Tendenz steigend. Dank des Trusted Media Network können wir weitere 185 Millionen Jobsuchende weltweit außerhalb von Indeed erreichen (Quelle: SimilarWeb).
Um Jobsuchende besser zu verstehen, beobachten wir auf Indeed und unserem Schwesterunternehmen Glassdoor genau, welche Arbeitgeberbewertungen sie lesen, wie sie sich auf Stellen bewerben, wie sie auf Kontaktaufnahmen reagieren und ob sie Vorstellungsgespräche vereinbaren. Auch ihre Präferenzen sind eine wichtige Informationsquelle für uns: Wenn Jobsuchende ein Profil einrichten, können sie angeben, welche Stellen, welchen Arbeitsort, welche Arbeitszeiten, welchen Jobtitel und welches Gehalt sie bevorzugen. So können wir sicherstellen, dass die Erwartungen zueinanderpassen und weder Jobsuchende noch Arbeitgeber ihre Zeit verschwenden.
Wir bleiben der Transparenz verschrieben
Um Jobsuchenden die größtmögliche Transparenz zu bieten, werden auf Indeed nun alle verfügbaren Informationen zu Schichten, Arbeitszeiten und Gehältern angezeigt. Besonders Gehaltstransparenz ist eines der größten Anliegen. 65 % der Jobsuchenden haben in einer Gehaltsumfrage auf Indeed angegeben, dass das Gehalt der wichtigste Teil der Stellenbeschreibung ist. Gehaltstransparenz ist auch für Arbeitgeber wichtig, da Stellenanzeigen mit Gehaltsangaben 30 % mehr begonnene Bewerbungen verzeichnen als Stellenanzeigen ohne (Indeed-Umfragen, USA). In den USA enthalten bereits 60 % der Stellenanzeigen auf Indeed Gehaltsinformationen, deren Mehrheit direkt von den Arbeitgebern bereitgestellt wurde (Indeed-Daten).
Wir verbessern die Qualität von Bewerber*innen mit strukturiertem Matching
Für das bestmögliche Matching erfassen wir strukturierte Informationen über Stellen und Jobsuchende. Ab dem kommenden Jahr werden wir Arbeitgebern zudem die Möglichkeit geben, Stellenanzeigen von ihrer Job- und Karriereseite aus direkt auf Indeed zu bearbeiten und Grundanforderungen, Gehalt, Arbeitsort und weitere Angaben hinzuzufügen.
Um die Qualität von Bewerber*innen zu verbessern, zeigen wir Jobsuchenden auch, ob ihnen Qualifikationen fehlen, die in der Stellenbeschreibung erwähnt werden. Ich wurde beispielsweise darauf hingewiesen, dass mir für eine Bewerbung unter Umständen Erfahrung in Produktions- und Operationsmanagement fehlt. Deshalb bin ich noch einmal in mich gegangen, bevor ich die Bewerbung abgeschickt habe.
Wir arbeiten außerdem seit Längerem daran, Indeed von einer suchanfragenbasierten auf eine empfehlungsbasierte Plattform umzustellen. Wenn Jobsuchende zum Beispiel die Indeed-Homepage aufrufen, müssen sie nicht mehr nach Stellen suchen. Stattdessen wird ihnen ein personalisierter Feed mit Job-Empfehlungen angezeigt. Arbeitgebern empfehlen wir passende Kandidat*innen, um ihre Reichweite sowohl bei auf Indeed geschalteten Stellenanzeigen als auch über die Lebenslaufsuche zu erhöhen.
Wir verkürzen die Zeit bis zur Stellenbesetzung durch Automatisierung bei gleichbleibend guter Qualität
Die Indeed Recruiting Plattform wurde 2021 eingeführt und automatisiert 70 % der Schritte vor dem ersten Vorstellungsgespräch, einschließlich Sourcing, Screening, Terminplanung und Kommunikation (Quelle: Indeed-Daten, USA).
Arbeitgeber müssen im Vorhinein nur ihre Stellenanforderungen und verfügbaren Gesprächstermine angeben und dann an den verabredeten Gesprächen mit geeigneten Bewerber*innen teilnehmen. Vorstellungsgespräche finden üblicherweise bereits binnen weniger Tage statt und nicht mehr erst viele Wochen später, wie in herkömmlichen Recruitingprozessen.
Laut unserer Daten werden Arbeitgeber in den USA, die Indeed Hiring Events und Indeed Interview nutzen, dank automatisierter Erinnerungen 40 % seltener bei Vorstellungsgesprächen versetzt als solche, die Vorstellungsgespräche vor Ort führen. Unsere Umfragen haben sogar ergeben, dass 75 % der über 4,2 Millionen Bewerber*innen, mit denen weltweit seit Jahresbeginn ein Vorstellungsgespräch geführt wurde, von Arbeitgebern als für die Stelle geeignet eingestuft wurden. 84 % der Arbeitgeber in den USA haben uns außerdem zurückgemeldet, dass sich die Vielfalt ihres Bewerberpools dank Online-Vorstellungsgesprächen vergrößert hat.
Wir möchten den Recruitingprozess verschlanken
Mit einer durchschnittlichen Cost-per-Hire von mehr als 4.500 $ und weniger als 1 % interessierter Bewerber*innen, die innerhalb von 40 Tagen eingestellt werden (laut Jobvite), bieten Recruitingprozesse großes Optimierungspotenzial.
Zielorientierte Kampagnen helfen, Anzeigenbudgets sinnvoll einzusetzen, da Ausgaben an Recruitingzielen wie einer bestimmten Anzahl an Bewerbungen, einer gewünschten Cost-per-Apply oder sogar einer bestimmten Anzahl an Vorstellungsgesprächen ausgerichtet werden.
Die Hauptgründe dafür, dass interessierte Jobsuchende sich gegen eine Bewerbung entscheiden, sind vor allem lange Bewerbungsprozesse sowie schlechte Kommunikation. Bei meinem Bewerbungsexperiment konnte ich ja selbst erleben, wie demotivierend und frustrierend es ist, keine Antwort zu bekommen. Unternehmen mit Indeed Bewerben verzeichnen hingegen bis zu 4-mal mehr Conversions (Indeed-Daten, weltweit).
Wenn es um verschwenderische Ausgaben geht, dann müssen wir neben suboptimalen Bewerbungsprozessen außerdem über manuelle Terminplanung von Vorstellungsgesprächen sprechen, die oft mehrere Tage oder Wochen dauern. Dank der automatisierten Terminplanung der Indeed Recruiting Plattform ist die Anzahl der Klicks zum Vereinbaren von Vorstellungsgesprächen in den USA 3-mal höher als bei herkömmlichen ATS-Prozessen.
Auch wenn all diese Aspekte bereits etwas bewirken können, geben wir uns nicht zufrieden und möchten unser Geschäftsmodell noch stärker auf das wichtigste Ziel von Arbeitgebern ausrichten: Mitarbeiter*innen finden und Stellen besetzen. Zu diesem Zweck habe ich in meiner Keynote bei der FutureWorks 2022 angekündigt, dass wir unser Pay-per-Click-Modell (PPC) 2023 in vielen unserer Hauptmärkte auf ein Pay-per-Started-Application- (PPSA) umstellen werden.
Große Ziele für 2023
Ich bin überzeugt davon, dass Erfolg gewagte Ziele erfordert. Und wie Sie erkennen können, hat sich Indeed im kommenden Jahr Großes vorgenommen. Dabei konzentrieren sich unsere Anstrengungen darauf, die Candidate Experience der Jobsuchenden zu verbessern – und so das Recruiting einfacher, schneller und menschlicher zu gestalten.
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