Fünf Schlüsselbotschaften der Indeed FutureWorks 2022

By Indeed Editorial Team

„Seid wie die Flut.“ Dazu rief Schauspieler und Unternehmer Ryan Reynolds hunderte Teilnehmer*innen seiner Headline-Session auf der Indeed FutureWorks 2022 auf, die von Jessica Jensen, Chief Marketing Officer bei Indeed, co-moderiert wurde. Sein aufrichtiger Rat für die heutigen Jobsuchenden und Arbeitgeber beruht auf 30 Jahren Hollywood-Erfahrung, in denen er bis heute immer wieder mit Selbstzweifeln hadert. In der 90er-Jahre Sitcom „Ein Trio zum Anbeißen“, die ihm zum Durchbruch verhalf, war Ryan Reynolds nach eigener Aussage noch sehr zurückhaltend in seiner schauspielerischen Darbietung. Eines Tages nahm ihn Danny Jacobson, einer der beiden Köpfe hinter der Serie, zur Seite und sagte ihm: „Hör auf, dein Licht unter den Scheffel zu stellen. Dich zu zeigen und alles zu geben, bedeutet nicht, anderen das Wasser abzugraben.“ Seitdem ist dieser Ratschlag Reynolds‘ treuer Begleiter. „Wenn die Flut steigt, hebt sie alle Boote mit sich an. Also seid wie die Flut!“, so sein Rat für die Teilnehmer*innen.

Als Führungskraft zeichnet sich Reynolds besonders durch Selbstvertrauen und Empathie aus. 2018 gründete er seine Produktionsfirma „Maximum Effort“, wo er für eine mutige Unternehmenskultur am Puls der Zeit, Integrität und neue Ideen eintritt. In Bezug auf Recruiting legt er keinen großen Wert auf Lebenslauf-Checklisten. „Wir leben in einer zunehmend gamifizierten Welt. Ich denke, dass wir Menschen den Trieb haben, zu gewinnen und uns über andere zu stellen“, so Ryan Reynolds. „Sich jedoch für einen Moment zurückzunehmen und zu versuchen, unser Gegenüber wirklich kennenzulernen – das ist eine Führungsqualität, die so ziemlich jeden Aspekt meines Lebens verändert hat.“

Reynolds‘ Session im Javits Center in Manhattan war eine von über 20 Vorträgen am 12. und 13. Oktober, bei denen sich alles um den heutigen Recruitingmarkt, die Zukunft der Arbeit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen drehte. Viele der diesjährigen Speaker*innen widmeten sich vor allem dem Thema „Mehr Menschlichkeit am Arbeitsplatz und beim Recruiting“, was dem Event zahlreiche denkwürdige Momente bescherte. Wir haben für Sie fünf der wichtigsten Botschaften zusammengestellt, die nicht nur Applaus verdienen, sondern auch die Aufmerksamkeit von Jobsuchenden, Arbeitnehmer*innen und Arbeitgebern.

LaFawn Davis, Indeed SVP of ESG
„Ich arbeite, seitdem ich 14 Jahre alt bin, und habe keinen Abschluss“, so LaFawn Davis, Indeed SVP of ESG, in ihrer Session zur Bedeutung des skillorientierten Recruitings. „Ich weiß, was es heißt, auf Beschäftigungshürden zu stoßen. Aus diesem Grund ist diese Arbeit so wichtig für mich.“

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Die Arbeitswelt verändert sich – deshalb sollten wir dies auch tun 

Die Arbeit und Recruitingmärkte verändern sich in rasantem Tempo. Bei der FutureWorks 2022 gaben Indeed-Führungskräfte Ratschläge und bewährte Tipps für den Umgang mit Makro- und Mikrotrends. Laut Svenja Gudell, Chief Economist bei Indeed, kommen in den USA zum Beispiel 1,7 Stellenanzeigen auf jede unbeschäftigte Person – eine einzigartige Situation. Um im Wettbewerb zu bestehen, rät Gudell Arbeitgebern, sich auf „übergangene Talentpools“ zu konzentrieren. 

Laut LaFawn Davis, SVP of ESG bei Indeed, sind neue Recruitingansätze nicht nur eine Pflicht, sondern eine Notwendigkeit. Das bedeutet, dass wir Hürden in Bezug auf Vorstrafen, Hochschulbildung und Behinderungen abschaffen müssen. 

„Die Arbeitswelt ist aus den Fugen geraten“, sagte Davis. „Die Lösung sind bisher unterschätzte und ungenutzte Talentpools.“ Dazu gehören Jobsuchende, die seit jeher mit Beschäftigungshindernissen zu kämpfen haben. So haben zum Beispiel 60 % der vorbestraften Jobsuchenden auch über ein Jahr nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis noch keine Anstellung gefunden, obwohl die Daten von The Sentencing Project zeigen, dass diese Gruppe eine höhere Verbleibquote im Unternehmen hat. 

Eine der denkwürdigsten Statistiken, die Davis präsentierte, war jedoch, dass der Anteil der Suchanfragen nach Keywords wie „Fair Recruiting“ laut dem Indeed Hiring Lab seit Mai des letzten Jahres um 45 % gestiegen ist. „Die Menschen sehnen sich nach einem Weg aus der Diskriminierung. Sie wünschen sich Zugehörigkeit und Respekt. Dies ist der Zeitpunkt, um eine wirklich offene Arbeitswelt zu erschaffen“, sagte Davis. „Die Zukunft der Arbeit beginnt mit uns.“

Wenn neue Mitarbeiter*innen eingestellt werden, müssen diese sich in ihrer neuen Stelle auch willkommen fühlen. Laut Priscilla Koranteng, Chief People Officer bei Indeed, entwickelt sich das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zur ultimativen Kennzahl für den Unternehmenserfolg. „Zufriedenheit mit dem Job kann zu mehr Zufriedenheit im Leben führen“, sagte Koranteng. „90 % der Menschen messen Zufriedenheit auf der Arbeit eine sehr hohe Bedeutung zu. Daher ist Wohlbefinden am Arbeitsplatz genauso wichtig wie Umsatz und Gewinn.“ 

Indeed EVP Maggie Hulce
Indeed EVP Maggie Hulce bewarb sich auf 50 Stellen, um sich einen Eindruck von der typischen Candidate Experience zu verschaffen. Mehr als 40 % der Arbeitgeber haben nie geantwortet. „Diese Erfahrung war erschreckend und hat mir die Augen geöffnet“, sagte sie.

Wir müssen die Candidate Experience überdenken

„Schlechte Candidate Experiences sind kostspielige Fehler“, so Maggie Hulce, EVP und GM for Enterprise bei Indeed. Sie fügte hinzu, dass 72 % der Jobsuchenden anderen von schlechten Erfahrungen erzählen (Indeed-Daten). Gleichzeitig erwerben 64 % der Jobsuchenden mit geringerer Wahrscheinlichkeit die Produkte von Unternehmen, in deren Recruitingprozess sie schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Zudem ist die Verstimmung von Kandidat*innen im vergangenen Jahr um 75 % gestiegen – der stärkste Anstieg der letzten zehn Jahre. 

Um sich selbst einen Eindruck von der typischen Candidate Experience zu verschaffen, hat Hulce sich auf 50 Stellen beworben. Ihr Fazit: „Es war erschreckend und hat mir die Augen geöffnet“, sagte sie. Mehr als 40 % der Arbeitgeber haben nie geantwortet. „Wir wissen seit Jahren, dass schlechte Candidate Experiences das Recruiting verteuern und den Umsatz schmälern können, [...] daher arbeiten wir bei Indeed daran, Recruitingprozesse zu optimieren und dabei auch schlechte Erfahrungen bei der Jobsuche zu verbessern.“ 

„Mit einem langsamen und komplizierten Recruitingprozess verpassen Sie auf jeden Fall geeignete Talente“, sagte Hulce weiter. Unter Applaus verkündete sie, dass Indeed 2023 sein Pay-per-Click-Modell (PPC) in vielen Märkten auf ein Pay-per-Started-Application- (PPSA) und Pay-per-Application-Modell (PPA) umstellen wird. Auf diese Weise möchte Indeed Unternehmen helfen, ihren Recruitingprozess besser aufzustellen. Dies kann wiederum dazu beitragen, die Zufriedenheit unter Jobsuchenden zu steigern und Recruitingmaßnahmen effizienter (und kostengünstiger) zu gestalten. Unter dem Strich gewinnen so alle Beteiligten. „Unternehmen, die ihre Ausgaben an ihren Zielen ausgerichtet haben, haben hervorragende Ergebnisse verzeichnet“, erzählte Hulce. „Unser oberstes Ziel ist es, die beste Quelle für Stellenbesetzungen zu sein.“

Comedian und Schauspieler Jason Sudeikis
Comedian und Schauspieler Jason Sudeikis schilderte Jessica Jensen, CMO von Indeed, wie das Improvisationstheater ihm von Anfang an half, seinen grundlegenden Führungsstil zu entwickeln. „Man gewöhnt sich daran, loszulassen und anderen den Ball zuzuspielen. Dann vermittelt man ihnen die eigene Absicht und wartet ab, wie sie darauf eingehen.“

Das Improvisationstheater hat seinen Platz in der Arbeitswelt

In einem Videogespräch mit Jensen erläuterte Comedian und Schauspieler Jason Sudeikis, wie das Improvisationstheater ihm von Anfang an half, seinen grundlegenden Führungsstil zu entwickeln. Für ihn ist diese beliebte Schauspielform eine ganzheitliche Teambuilding-Methode: „[Das Improvisationstheater zwingt dich dazu,] zuzuhören.“ Seine Zeit in einem Schauspiel-Ensemble bei der Show „Saturday Night Live“ lehrte ihn außerdem, wie wichtig es ist, seine Kolleg*innen aufzubauen.

Nachdem er Saturday Night Live verlassen und eine beachtliche Schauspielkarriere erreicht hatte, erhielt Sudeikis die Chance, eine eigene Serie zu produzieren – die erfolgsgekrönte und mit einem Emmy ausgezeichnete Comedy Show „Ted Lasso“, in der er zudem die Hauptrolle besetzt. Sudeikis übertrug seine Führungs- und Teamwork-Kompetenzen aus dem Improvisationstheater auf die Leitung einer hoch budgetierten Hollywood-Produktion. „Man gewöhnt sich daran, loszulassen und anderen den Ball zuzuspielen“, sagte Sudeikis. „Dann vermittelt man ihnen die [eigene] Absicht und wartet ab, wie sie darauf eingehen.“

Kreative Teamprozesse können ungemein aufschlussreich sein. „Es war spannend, die Show in unserem kleinen, abgeschotteten Autorenzimmer zu schreiben, das Konzept dann abzugeben und sich die Show von brillanten kreativen Köpfen erläutern zu lassen“, erzählte Sudeikis. „Es war, als würde ich wieder Improvisationsunterricht nehmen“, denn auch dort ist der Input eines jeden Einzelnen entscheidend für den Erfolg der Gruppe.

Aneesa Folds (alias Young Nees, Mitte) hatte einige situationsbezogene Einstiegssätze für das Publikum parat
Aneesa Folds (alias Young Nees, Mitte) hatte einige situationsbezogene Einstiegssätze für das Publikum parat: „Guten Abend Javits Center! Seid ihr bereit, eurer Kreativität freien Lauf zu lassen? Okay, Indeed also. Ihr wisst ja – we‘re here to help. Wisst ihr was? Beyoncé hat mir geraten, meinen Job zu kündigen. Aber was weiß sie schon? Sie schwimmt im Geld! Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe es gelassen.“

Apropos Improvisationstheater: Die von Lin-Manuel Miranda gegründete Hip-Hop- und Comedygruppe FLS+ stürmte überraschend auf die Bühne und legte zum Input der FutureWorks-Teilnehmer*innen einige Freestyles zum Thema Arbeit hin.

Indeed CMO Jessica Jensen, Girls Who Code-Gründerin Reshma Saujani, Produzentin Lena Waithe und NFL-Coachin Dr. Jen Welter
Indeed CMO Jessica Jensen, Girls Who Code-Gründerin Reshma Saujani, Produzentin Lena Waithe und NFL-Coachin Dr. Jen Welter diskutierten in der Session „Gleiche Grundvoraussetzungen schaffen“ über das Lohngefälle.

Gleiche Grundvoraussetzungen erfordern Fürsprecher*innen in jeder Branche

Weltweit haben Frauen aufgrund der Pandemie 800 Mrd. US-Dollar Einkommen verloren. Lohnungleichheit gab es jedoch bereits lange vorher. Bei einer lebhaften Podiumsdiskussion, die von Jessica Jensen moderiert wurde, sprachen Hollywood-Produzentin Lena Waithe, NFL-Coachin Dr. Jen Welter und Reshma Saujani, Gründerin von Girls Who Code und Marshall Plan for Moms, über die Notwendigkeit, gleiche Grundvoraussetzungen für Frauen zu schaffen. Dabei präsentierte jede Speakerin ihre Ideen, um die Zukunft der Arbeit fairer für Frauen zu gestalten.

„Wenn Women of Color, Frauen mit Migrationshintergrund, Flüchtlingstöchter wie ich Jobs [als Softwareentwicklerinnen] bekommen könnten, könnte ihre ganze Familie in die Mittelklasse aufsteigen“, sagte Saujani. „Wir sind die einzige Industrienation ohne bezahlbare Kinderbetreuung, ohne bezahlten Mutterschutz. Wir bestrafen Mütter für ihre Mutterschaft. Als erwerbstätige Mutter in den USA verdient man 58 Cent je Dollar [im Vergleich zum Einkommen der männlichen Kollegen].“ 

„Ich muss eine Vermittlerin sein“, sagte Waithe. „Hollywood ist ein Spiegel der Gesellschaft, mit dem wir Geschichten über unsere Gemeinschaften erzählen können. So wie Whoopi Goldberg mein Vorbild war, hoffe ich, einmal für jemand anderen ein Vorbild zu sein.“ 

Seit ihrer Gründung im Jahr 1920 ist die NFL immer eine rein männliche Organisation gewesen. Es dauerte fast 100 Jahre, bis die Liga endlich die erste weibliche Coachin einstellte: Dr. Welter, die 2015 zu den Arizona Cardinals stieß. Dabei hätte sie ihren ersten Job als Coach fast abgelehnt, weil „das nichts für Frauen ist“, erinnerte sie sich. „Die Erste zu sein, hieß, die Einzige zu sein. Heute möchte ich als erste Coachin sicherstellen, dass ich nicht die letzte bleibe.“

Indeed CEO Chris Hyams
Während seiner Keynote sprach Indeed CEO Chris Hyams darüber, wie technologische Errungenschaften sich auf den Arbeitsmarkt auswirken können: „Die Menschen im Silicon Valley betonen immer, dass Verwerfungen etwas Gutes sind. Doch für diejenigen, deren Jobs in Zukunft wegfallen, gilt das nicht.“

Recruiting muss neu aufgestellt werden

„Talent findet sich überall – Chancen nicht“, so Indeed CEO Chris Hyams. In seiner Keynote sagte er, dass die Karriere unser wichtigster Lebensaspekt neben Familie und Gesundheit ist. Sie erfüllt uns mit Stolz und Würde. Sie stiftet Sinn im Leben. Die Arbeitswelt zu verstehen, bedeutet im Grunde genommen, die Menschen zu verstehen.

Um Barrieren beim Recruiting zu beseitigen, benötigen wir ein neues Recruitingmodell. Indeed konzentriere sich beim Recruiting auf drei Grundsätze, so Hyams: Trends mithilfe von Daten vorhersagen, Talenten schneller zu ihrem nächsten Job verhelfen (mit Fokus auf skillorientiertem Matching) und die Kommunikation zwischen Bewerber*innen und Arbeitgebern verbessern. Kurzum: Das Recruiting soll einfacher, kürzer – und menschlicher werden.

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