Viola Davis über Authentizität, Chancen und den eigenen Werdegang

By Indeed Editorial Team

Bei der Indeed FutureWorks 2023 sprach die preisgekrönte Schauspielerin, Produzentin und Bestsellerautorin Viola Davis mit Jessica Jensen, CMO bei Indeed, über Mut und Kreativität.

Viola Davis gewann nicht nur als erste Schwarze Schauspielerin zwei Tony Awards, einen Oscar, einen Emmy und einen Grammy, sondern hat sich auch zum Ziel gesetzt, die Diversität in allen Bereichen der Filmbranche zu fördern. Zudem ist sie Mitgründerin von JuVee Productions, Philanthropin und mit ihrer Autobiografie „Finding Me“ aus dem Jahr 2022 auf der Bestsellerliste der New York Times.

Am Donnerstag unterhielt sie sich auf der Indeed FutureWorks 2023 mit Jessica Jensen, CMO bei Indeed, umfassend über ihr Leben, ihre Karriere und die Chancen, die sich uns bieten, wenn wir unsere eigene Stimme finden.

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Überwindung von Vorurteilen und Hürden in Hollywood und darüber hinaus

„Schwarze Frauen wurden in der Vergangenheit als Eigentum betrachtet“, erzählte Viola Davis. „Es hat sehr lange gedauert, bis wir als gleichgestellt angesehen wurden – als Frauen, feminin und komplex.“ 

Die Zurückhaltung, die Geschichten von Schwarzen Menschen zu akzeptieren und zu unterstützen, reiche bis nach Hollywood. Viola Davis sagte, dass Projekte, an denen Schwarze Menschen beteiligt sind, „nicht das Budget, die Regisseur*innen oder Starschauspieler*innen bekommen“. Sie fügte hinzu, dass die Zielgruppe häufig 18 bis 34 Jahre alten Weißen Männern entspreche. Eine fiktive Aussage aus dem Testpublikum könne wie folgt lauten: „Wir haben unterschiedliche Haare. Wir wissen nicht, wie man eure Namen ausspricht. Eure Haut ist so dunkel – das spricht mich nicht an.“ Viola Davis merkte an: „Was soll man diesen Menschen erwidern?“ 

In Bezug auf ihre Aussage in ihrer emotionalen Rede bei den Emmys 2015 – „Der einzige Punkt, in dem sich Schwarze Frauen von allen anderen unterscheiden, sind Chancen“ – wollte Jessica Jensen wissen, ob sich die Situation verbessert hat.

Viola Davis’ Antwort kam prompt: „Nein.“

Sie erklärte, dass dies ein wichtiger Moment für People of Color in der künstlerischen Branche gewesen sei. „Viele von uns können ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Wir benötigen die Mittel, um das tun zu können, was wir möchten. Nicht unsere Vorstellungskraft und unser Können hindern uns daran, sondern die Chancen und der Zugang zu diesen Chancen. Das spiegelt genau unsere Kultur wider.“

Die eigene Stimme finden 

Sie selbst sei noch dabei, ihre eigene Stimme zu finden. „Wie viele andere Personen, die mit Einschränkungen und Trauma aufwachsen, traue ich mich nicht, den Mund aufzumachen und die eigene Geschichte zu erzählen, stattdessen schweige ich.“

Heute könne sie aus ihrem jüngeren, verletzten Ich – von ihr „kleine Viola“ genannt – immer wieder aufs Neue Kraft ziehen. „Sie ist immer präsent“, erklärte Viola Davis. „Sie sagt mir, was sie braucht. Sie sagt mir, wenn ich nicht für sie da bin.“

„Insbesondere dann, wenn mich die Aussagen einer anderen Person als Schwarze Frau sehr verletzen und ich das Gefühl habe, den Mund nicht aufgemacht zu haben [und mich zu wehren], tue ich ihr wieder weh.“

Sie fügte hinzu: „Auf sie zu achten, hat mir dabei geholfen, meine eigene Stimme zu finden.“

Zu oft gäben Erfolgsindikatoren wie Abschlüsse, Berufe oder Gehälter Menschen das Gefüh, einen Sinn im Leben gefunden zu haben. Stattdessen sollte der Fokus darauf liegen, Sinn im eigenen Weg zu erkennen. „Ich heiße Viola Davis und wurde in einem Haus auf der Singleton-Plantage geboren. Später sind wir nach Central Falls (Rhode Island) umgezogen. Ich bin die Tochter von Dan und Mae Alice Davis. Das bin ich. Wenn ich das nicht sagen oder meine Geschichte erzählen kann, dann bin ich allein.“ 

Obwohl sie eine Hollywood-Schauspielerin ist und alle großen Preise der Unterhaltungsbranche abgeräumt hat, sei sie nach wie vor das „introvertierte, schüchterne kleine Mädchen mit gelocktem Haar, das sich nie hübsch fand.“

Durch dieses Narrativ gelinge es Viola Davis, sich zu behaupten. Sie formulierte es so: „Ich steuere das Schiff.” Tatsächlich kaufte sie 2020 das Haus auf der Singleton-Plantage, in dem sie geboren wurde. 

Wenn Menschen ihre Geschichten erzählen, schafft dies eine empathischere Welt. „Dieses starke Gefühl des Alleinseins führt zu psychischen Erkrankungen”, erklärte Viola Davis. „Genau das führt zu Angstzuständen und Depressionen – und auch zu Amokläufen. Dieses starke Gefühl, allein zu sein.” In diesem Moment brach das Publikum der Indeed FutureWorks in Applaus aus.

Was hilft Menschen, sich nicht so allein zu fühlen? „Wenn sie eine Geschichte zu erzählen haben, dann können andere dies auch tun.”

Unterstützung für die Tochter, ihre eigene Stimme zu finden

Viola Davis’ Tochter Genesis ist 13 Jahre alt. Was meint sie, wie sie ihre Tochter inspirieren und unterstützen kann, um in Zukunft Erfolg zu haben?

„Ich sage ihr immer wieder: ‚Deine innere Stimme ist dein GPS. Du bist die Liebe deines Lebens. Du bist es, niemand sonst. Nicht ich oder dein Papa. Keiner der Jungs, mit denen du dich triffst. Du bist die Liebe deines Lebens. Du bestimmst die Richtung. Und weißt du was? Ganz egal, wer du später bist und was du machst – du kannst etwas anderes machen, wenn es dir nicht mehr gefällt und es dich nicht mehr erfüllt. Lass dir von niemandem sagen, dass du nichts anderes machen kannst.‘“

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