Wichtige Punkte
- Arbeitgeber können Manager*innen Kompetenzen in emotionaler Intelligenz und psychischer Gesundheit vermitteln, um ihre Mitarbeiter*innen als ganze Menschen und nicht als Produktivitätsmaschinen zu unterstützen.
- Die Generation Z legt Wert auf Transparenz und Verantwortung. Unterstützen Sie ihre psychische Gesundheit durch sinnvolle Leitlinien — nicht durch leere Worte.
- Jüngere Mitarbeiter*innen möchten ihren Arbeitsplatz mitgestalten. Versuchen Sie, den Dialog zwischen den Generationen zu fördern und Raum für Feedback zu schaffen.
Die lautstarke, werteorientierte Generation Z, die sich ihrer psychischen Gesundheit sehr bewusst ist, gestaltet die Arbeitswelt um und erwartet von den Arbeitgebern, dass sie Schritt halten. Andernfalls wechseln die Zoomer eben den Arbeitsplatz.
In einer demnächst erscheinenden Studie von Indeed über die generationsübergreifende Belegschaft von heute geben die meisten Arbeitnehmer*innen der Generation Z zu, dass sie entweder aktiv nach einem neuen Job suchen oder offen für neue Chancen sind.1
„Zoomer kündigen nicht, weil sie mit dem Arbeitsplatz nicht zurechtkommen. Sie kündigen, weil der Arbeitsplatz nicht für sie geschaffen wurde“, sagt die lizenzierte Psychotherapeutin und Bildungs-Influencerin Dr. Courtney Tracy, die auf TikTok und Instagram auch als „The Truth Doctor“ bekannt ist. Tatsächlich zeigen Untersuchungen von McKinsey, dass Arbeitnehmer*innen der Generation Z mehr als jede andere Generation mit psychischen Problemen und feindseligen Arbeitsumgebungen zu kämpfen haben.
Diese jungen Erwachsenen wünschen sich Komfort, Unabhängigkeit und Unterstützung – und sie erwarten von ihren Arbeitgebern, dass diese ihnen entgegenkommen. Ich habe mich kürzlich mit Dr. Tracy zusammengesetzt und sie hat mir einige Tipps mit auf den Weg gegeben, um Generationsunterschiede am Arbeitsplatz zu überbrücken.

„Ärgern Sie sich nicht nur darüber, was den Arbeitnehmer*innen der Generation Z fehlt – helfen Sie ihnen, die Arbeitskräfte zu werden, die Sie brauchen“, sagt die Gründerin mehrerer Unternehmen. Ihre offenen Anekdoten und ihr Ansatz für psychologische Unterstützung und Selbstbestimmung, der die Menschen in den Mittelpunkt stellt, machten sie zu einer führenden Influencerin für psychische Gesundheit in den USA.
Dieser Artikel bietet Ihnen einen ersten Einblick in die Ergebnisse von „Der globale Talent Report von Indeed: Einblicke in generationsübergreifende Belegschaften“. Der Bericht kann ab August 2025 kostenlos heruntergeladen werden. Abonnieren Sie unseren Newsletter, um Updates direkt per E-Mail zu erhalten.
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Die Medien berichten viel Negatives über die Generation Z. Wegen der weiten Verbreitung von Depressionen und Angststörungen wurde sie als „die einsame Generation“ betitelt, während im Internet ständig Kolumnen auftauchen, die ihre Arbeitsmoral verunglimpfen.
Die Arbeitgeber und Jobsuchenden, die im globalen Talent Report von Indeed befragt wurden, üben ebenfalls viel Kritik. Befragte aller Generationen schreiben der Generation Z negative Eigenschaften zu. Beispiele waren Faulheit, hohe Ansprüche und übermäßige Abhängigkeit von Technologie. Nun ist es nichts Neues, dass sich ältere Generationen über jüngere beschweren – aber überraschenderweise stimmen die Befragten der Generation Z diesen wenig schmeichelhaften Charakterisierungen zu.1
Woher kommt die ganze Negativität? „Jede Generation hat Belastungen durchgemacht. Bei der Generation Z hat das aber ein ganz anderes Ausmaß“, sagt Dr. Tracy.
Sie stellt fest, dass sich die Pandemie erheblich auf wichtige Meilensteine des Lebens ausgewirkt hat. Angehörige der Gen Z hatten etwa keine Abschlussfeiern oder erlebten die Universität nur als Remote-Unterricht. Diese Erfahrungen haben Auswirkungen auf die Identität und das Selbstwertgefühl, die noch zu den negativen Darstellungen der Generation Z aus praktisch jeder Richtung hinzukommen.
Ganz zu schweigen davon, wie schwer es heutzutage ist, Fuß zu fassen. Die Hochschulabsolvent*innen der letzten Jahre treten in einen unsicheren Arbeitsmarkt ein. Sie haben keine zuverlässigen Ausgangspunkte für ihre Karrieren.
„Es können Diskrepanzen auftreten zwischen dem, was eine Person mit diesen Stressfaktoren an einem neuen Arbeitsplatz braucht, und dem, was Arbeitgeber erwarten“, sagt Dr. Tracy. Unrealistische Erwartungen an diejenigen, die am Anfang ihrer Karriere stehen oder psychisch belastet sind, führen nur zu Demoralisierung.
Alles in allem müssen wir für Mitarbeiter*innen aus der Generation Z ein gewisses Verständnis zeigen. „Ärgern Sie sich nicht nur darüber, was ihnen fehlt“, fährt sie fort. „Helfen Sie ihnen, die Arbeitskräfte zu werden, die Sie brauchen.“
So erfüllen Sie die Erwartungen der Generation Z am Arbeitsplatz
Für Arbeitgeber besteht hier eine Chance. Zoomer zu unterstützen bedeutet, Arbeit in Zukunft so zu gestalten, dass Empathie, Gleichberechtigung und Wohlbefinden in der Unternehmenskultur fest verankert sind. So machen Sie den Anfang:
1. Schulen Sie Manager*innen, damit diese Menschen führen und nicht nur Leistung überwachen
In Deutschland kämpfen junge Menschen mit ihrer psychischen Gesundheit und arbeiten öfter in Teilzeit, in Minijobs oder befristeten Stellen.
Beim Management für eine Generation, die sich ihrer psychischen Gesundheit sehr bewusst ist, täuschen oberflächliche Vorteile nicht über toxische Kultur oder performative Führungskräfte hinweg. Dr. Tracy fällt auf, dass junge Erwachsene nach Zusatzleistungen im Bereich Sport und Gesundheit suchen, nach flexiblen Arbeitsmöglichkeiten und regelmäßigen Einzelgesprächen mit Manager*innen, in denen sie echte Beziehungen aufbauen können. Als Gründerin von Exist Centers – einem spezialisierten ambulanten Intensivprogramm in Orange County, Kalifornien, das Menschen bei der Behandlung psychischer Störungen in den Mittelpunkt stellt – betont sie, wie wichtig eine auf den Menschen ausgerichtete Führung unabhängig von der Umgebung ist. „Ihre Mitarbeiter*innen der Generation Z wollen als echte Menschen gesehen werden, nicht nur als Arbeitskräfte oder Nummern auf einer Liste“, sagt sie.
Die jungen Leute können sich entfalten, wenn ihre Vorgesetzten ihre persönlichen Ziele verstehen und ihnen Möglichkeiten geben, sich weiterzuentwickeln, fügt sie hinzu. Das bedeutet, dass Führungstrainings über KPIs hinausgehen und emotionale Intelligenz, Bewusstsein für psychische Gesundheit und Coaching-Fähigkeiten umfassen sollten.
Dabei sollten die Manager*innen selbst nicht außen vor bleiben. „Die Führungskräfte von heute müssen sich um ihre eigene psychische Gesundheit und die ihres Teams kümmern. Das sind jeweils unterschiedliche Fähigkeiten“, betont Dr. Tracy. Bereiten Sie Führungskräfte nicht nur durch Schulungen vor, sondern stellen Sie auch sicher, dass sie Unterstützung bekommen.
2. Schaffen Sie Mitsprache- und Einflussmöglichkeiten für Mitarbeiter*innen
Dr. Tracy erinnert sich daran, wie eine einfache Bitte eines Mitarbeiters der Generation Z zu einem größeren Wandel führte. Er wollte die Teeküche des Büros umgestalten. Dadurch wurde diese nicht nur wohnlicher, sondern die Mitarbeiter*innen nutzten sie danach auch lieber, um sich zu treffen, Kontakte zu knüpfen und Ideen auszutauschen. Zusätzlich wurde der Mitarbeiter, der das angestoßen und sich darum gekümmert hatte, deutlich selbstbewusster.
„Zoomer möchten ihren Arbeitsplatz mitgestalten“, sagt Dr. Tracy. „Sie wollen nicht nur wahrgenommen werden – sie möchten gehört werden und Einfluss auf die Zukunft nehmen.“
Arbeitgeber können Beiräte, Employee Resource Groups (ERGs) oder Leadership-Shadowing-Programme einrichten, um jüngere Mitarbeiter*innen an der Gestaltung des Arbeitsumfelds teilhaben zu lassen. Wenn Sie ihnen Verantwortung übertragen, erhöhen sich Engagement und Bindung.

3. Überbrücken Sie die Kluft zwischen den Generationen mit Neugier
In der Umfrage von Indeed über generationsübergreifende Belegschaften wird nach den Herausforderungen gefragt, die die Zusammenarbeit mit Menschen verschiedener Altersgruppen mit sich bringt. Die Befragten nennen am häufigsten unterschiedliche Kommunikationsstile und -erwartungen sowie gegensätzliche Ansichten und Meinungen.1
Dr. Tracy vergleicht die Situation mit einer Gruppentherapie. „Da sitzen Menschen unterschiedlichen Alters mit sehr unterschiedlichen Hintergründen im selben Raum. Ich muss mit jedem von ihnen anders sprechen, aber sie finden Gemeinsamkeiten, weil sie alle da sind, um zu wachsen“, sagt sie. „Wir können uns einen Arbeitsplatz wie eine Gruppentherapie vorstellen. Auf welches Ziel wollen wir gemeinsam hinarbeiten?“
Für Menschen, die sich unverhältnismäßig isoliert und einsam fühlen, kann der Arbeitsplatz zu einem Ort der Verbindung werden. Viel von sich preiszugeben, ist für ältere Führungskräfte eher befremdlich. Zoomer erachten es hingegen tendenziell eher als vertrauensbildend.
Schließlich gaben die Befragten derselben Indeed-Umfrage an, dass der größte Vorteil von Mehrgenerationenarbeitsplätzen darin besteht, voneinander zu lernen.1 Regen Sie strukturierte generationsübergreifende Gespräche an, um das Verständnis zu fördern. Wenn Neugier an die Stelle von Voreingenommenheit tritt, entsteht Zusammenarbeit.
4. Machen Sie Fortschritte sichtbar und würdigen Sie sie
Studien haben gezeigt, dass Mitarbeiter*innen aus der Generation Z überwiegend negativ wahrgenommen werden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich Zoomer bei der Arbeit nicht fair anerkannt und belohnt fühlen.
Dr. Tracy empfiehlt, Wachstumsvisualisierungen zu verwenden, um diese Generation zu motivieren, die von so viel Negativität betroffen ist. „Es ist schwer, negativen Gedanken positive entgegenzusetzen. Aber es ist einfacher, etwas Positives zu sehen, wenn es auch für andere sichtbar und greifbar ist“, sagt sie.
Jede Form der Wertschätzung muss sich echt und nicht herablassend anfühlen, um effektiv zu sein. In unserer generationsübergreifenden Umfrage gaben 37 % der Befragten der Generation Z an, dass sie die Bemühungen ihrer Arbeitgeber, sie inklusiv zu unterstützen, als nicht authentisch empfinden, was sich negativ auf die Arbeitsmoral auswirkt. 22 % geben an, dass dieses Gefühl sie oder ihre Kollegen dazu veranlasst, sich nur minimal anzustrengen, und 20 % beginnen aktiv mit der Suche nach einer anderen Stelle. 1
Eine einfache Strategie ist die Erstellung eines physischen Diagramms, das den Projektfortschritt zeigt. Einige Unternehmen setzen auf „Mikrobeförderungen“, bei denen Mitarbeitende z. B. in der Rolle eines Mentors oder einer Projektleiterin Führungserfahrungen machen, ohne zu viel Verantwortung zu übernehmen. Andere bieten als Anreize für Weiterbildungsprogramme geringfügige Änderungen des Jobtitels an, um Erfolge zu verdeutlichen, wie z. B. den Aufstieg von Analyst I zu Analyst II.
Verstehen Sie Generation Z am Arbeitsplatz jenseits der Stereotype
Dr. Tracy fasst es so zusammen: „Zoomer sind nicht faul. Sie haben nur keine Lust mehr, ihre psychische Gesundheit für ein Gehalt zu opfern. Und sie verlangen von uns, dass wir uns weiterentwickeln.“
Die Unternehmen, die dies tun, werden die nächste Generation von Talenten ansprechen und loyale, innovative und engagierte Mitarbeiter*innen binden.
Bleiben Sie den aktuellen Herausforderungen und Trends am Arbeitsplatz immer einen Schritt voraus – mit den neuesten Studien und Berichten von Indeed. Wenn Sie mehr von Dr. Courtney Tracy erfahren möchten, lesen Sie ihr neues Buch „Your Unconscious Is Showing“.
1Indeed-Umfrage mit YouGov 2024, insgesamt N=9.219 Jobsuchende und 4.839 Arbeitgeber
Indeed stellt diese Informationen als Gefälligkeit für die Nutzer*innen dieser Website bereit. Bitte beachten Sie, dass wir weder Recruiting- noch Rechtsberatung anbieten. Wir sind nicht für den Inhalt Ihrer Stellenbeschreibungen verantwortlich und keine der hier aufgeführten Informationen ist eine Garantie für bestimmte Ergebnisse.
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