Outplacement: So gelingen faire Trennungen mit Perspektive

By Indeed Editorial Team

Umstrukturierungen, Abteilungsauflösungen, Absatzschwierigkeiten – In einer von Unsicherheit und schnellen Veränderungen geprägten Welt lässt sich die Trennung von Mitarbeitenden nicht immer vermeiden. Allein infolge der Digitalisierung könnten bis 2040 laut einer Prognose des Bundesarbeitsministeriums rund 3,6 Millionen Jobs wegfallen. Ein weiterer Grund für Entlassungen sind steigende Kosten. Schwer getroffen von der Gas- und Strompreiskrise hält aktuell jedes vierte Familienunternehmen den Abbau von Arbeitsplätzen für unumgänglich. Doch wie gelingt der Abschied von Beschäftigten einvernehmlich, wertschätzend und ohne Motivationsverluste bei der verbleibenden Belegschaft? Der Schlüssel zum Erfolg liegt häufig in einem gelungenen Outplacement.

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Wie profitieren Arbeitgeber von Outplacement?

Laut einer Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) bewahren Outplacement-Maßnahmen jährlich rund 8.800 Menschen vor der Erwerbslosigkeit. Doch auch aus Unternehmenssicht macht es Sinn, ausscheidende Mitarbeitende auf dem Weg in eine neue berufliche Zukunft zu unterstützen.

Trennungsmanagement zahlt sich aus

Die Kosten für eine professionelle Outplacement-Beratung trägt in der Regel der Arbeitgeber. Eine staatliche Förderung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich (§ 110 SGB III) und auf maximal 2.500 Euro pro Arbeitnehmer*in bzw. 50 Prozent der Kosten beschränkt. Um die Honorare professioneller Outplacement-Agenturen zu decken, genügt dieser Zuschuss der Agentur für Arbeit nicht. Dennoch lohnt sich die Investition in eine einvernehmliche Trennung als Alternative zur Kündigung. Akzeptieren die betroffenen Mitarbeiter*innen die Outplacement-Maßnahmen als Bestandteil eines Aufhebungsvertrags, vermeiden Arbeitgeber rufschädigende Rechtsstreitigkeiten und hohe Gerichtskosten. Nach einem erfolgreichen Outplacement können zudem die Restlaufzeiten der Arbeitsverträge gekürzt werden, während bei einer Kündigung strenge Fristen für die Gehaltsfortzahlung gelten. Darüber hinaus verbessert sich durch den zügigen Abschluss der nötigen Umstrukturierung die Agilität der gesamten Organisation und damit auch die Anpassungsfähigkeit an instabile Marktbedingungen.

Outplacement bewahrt die Produktivität der verbleibenden Belegschaft

Laut Randstad-Jahresrückblick war Jobsicherheit 2022 das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber. In unbeständigen Krisenzeiten legen viele Menschen wieder mehr Wert auf Stabilität. Eine Outplacement-Beratung stillt dieses Sicherheitsbedürfnis und schafft langfristige Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Beschäftigte können darauf vertrauen, dass ihnen auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen eine faire Behandlung durch ihren Arbeitgeber zuteil wird. Diese Wertschätzung kann sich positiv auf das Betriebsklima auswirken und sogar die Loyalität und Bindung der verbleibenden Mitarbeitenden erhöhen, wie eine Achievers-Studie zeigt. Auch das Risiko von Produktivitätsausfällen lässt sich mit den richtigen Outplacement-Maßnahmen reduzieren. Statt sich um die eigenen Arbeitsplätze zu sorgen und die Gerüchteküche anzuheizen, kann sich die restliche Belegschaft nach den Entlassungen schnell wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Die Gewissheit einer gesicherten beruflichen Zukunft beruhigt die Gemüter und bewahrt die Mitarbeitermoral.

Outplacement stärkt die Arbeitgebermarke

Wenn viele Arbeitsplätze auf einmal gestrichen werden müssen, kann das den Ruf von Unternehmen nachhaltig schädigen. Es müssen nicht gleich negative Schlagzeilen in der Presse sein, manchmal genügen nur ein paar schlechte Bewertungen oder Kommentare in sozialen Netzwerken, um zukünftige Talente von einer Bewerbung abzuschrecken. Mit Outplacement-Angeboten verhindern Arbeitgeber, dass ihr Employer Branding unter dem Stellenabbau leidet. Doch nicht nur das. Oft können die Vermittlungsmaßnahmen sogar zu einer Verbesserung der Außenwirkung beitragen. Denn starke Arbeitgebermarken zeichnen sich vor allem durch Menschlichkeit und Gemeinnützigkeit aus. Mit der Finanzierung einer Outplacement-Beratung zeigen Unternehmen, dass sie ihre Fürsorgepflicht aus dem Arbeitsverhältnis und ihre soziale Verantwortung für die Beschäftigten ernst nehmen. Gesellschaftliches Engagement kommt nicht nur in der Öffentlichkeit und bei potenziellen Kunden gut an, sondern auch bei den eigenen Mitarbeitenden. Laut Fehlzeiten-Report der Krankenkasse AOK sind Beschäftigte, die ihrem Unternehmen eine hohe Sozialverantwortung bescheinigen, leistungsbereiter, zufriedener und gesünder als ihre Kolleg*innen bei weniger engagierten Wettbewerbern. Und es gibt kaum ein besseres Aushängeschild für Unternehmen als eine glückliche Belegschaft.

Welche Maßnahmen umfasst eine Outplacement-Beratung?

Outplacement-Programme richten sich entweder an Einzelpersonen oder bei weitreichenden Umstrukturierungen an Gruppen von mehreren Mitarbeitenden. Neben befristeten Optionen mit Laufzeiten zwischen üblicherweise drei bis zwölf Monaten sind auch zeitlich unbegrenzte Beratungspakete mit Vermittlungsgarantie erhältlich. Laut einer BDU-Studie handelt es sich bei fast zwei Dritteln der Outplacement-Maßnahmen um befristete Einzelmandate, während sich nur rund jede zehnte Beratung an mehrere Mitarbeiter*innen gleichzeitig richtet. Die Honorare für Einzel-Outplacements liegen je nach Maßnahmendauer und Art der zu vermittelnden Stelle zwischen 13 und 21 Prozent des Bruttojahreseinkommens der betroffenen Personen. Die Outplacement-Kosten für Gruppenberatungen fallen in der Regel etwas niedriger aus.

Der erste Schritt beim Outplacement ist eine umfangreiche Situationsanalyse. Dabei werden die Ursachen der Entlassung, die persönlichen und fachlichen Qualifikationen sowie die Vorstellungen der ausscheidenden Mitarbeitenden erfasst. Welche Erwartungen stellen die Betroffenen an ihr zukünftiges Einkommen, den Standort des Unternehmens und die verfügbaren Arbeitsmodelle? Wie definieren sie Arbeitgeberattraktivität? Ist eine weitere Festanstellung die einzige Option oder könnte der berufliche Weg alternativ in Richtung Existenzgründung oder Selbstständigkeit führen? Eine wichtige Rolle spielt auch der emotionale Beistand während der von Unsicherheiten geprägten Trennungsphase. Nachdem die Zielvorstellungen und Anforderungen geklärt sind, begleiten Outplacement-Beratungen die Kandidat*innen durch den gesamten Bewerbungsprozess. Die Leistungspalette reicht dabei von der Suche nach geeigneten Stellenanzeigen über die Optimierung der Bewerbungsunterlagen bis zum Training der Interviewsituation. Liegt schließlich ein konkretes Jobangebot vor, hilft die Outplacement-Beratung bei der Bewertung der Bedingungen bis hin zum Vertragsabschluss.

Erfolgsvoraussetzungen für gelungenes Outplacement

Je früher die Outplacement-Beratung beginnt, desto besser stehen die Chancen für eine zeitnahe Vermittlung der ausscheidenden Mitarbeiter*innen. Beim deutschen Marktführer im Bereich Outplacement-Beratung von Rundstedt dauert es durchschnittlich 4,4 Monate bis zum erfolgreichen Abschluss der Maßnahmen. Indem Unternehmen den nahtlosen Übergang der Beschäftigten in den nächsten Job sicherstellen, bewahren sie die Betroffenen vor der Arbeitslosigkeit und deren negativen Auswirkungen auf Psyche und körperliche Gesundheit. Anstelle von Trennungsfrust tritt eine neue berufliche Perspektive. Dadurch verringert sich auf Arbeitgeberseite das Risiko einer Rufschädigung durch enttäuschte Entlassene.

Ebenso wichtig wie der richtige zeitliche Rahmen ist der Inhalt der Outplacement-Beratung. Informieren Sie sich im Vorfeld genau, welche Leistungen im Preis enthalten sind. Achten Sie dabei nicht nur auf fachliche Aspekte, sondern auch auf eventuelle psychologische Komponenten. Der Abschied vom Arbeitsplatz stellt für die Betroffenen ein einschneidendes Erlebnis dar. Verfügt der Outplacement-Anbieter über die nötigen Kompetenzen, um die ausscheidenden Mitarbeiter*innen in dieser emotional belastenden Situation zu einem beruflichen Neuanfang zu motivieren? Werden dabei vielleicht auch ungewöhnliche Wege eingeschlagen? Schließlich stellen Erwerbstätige in Deutschland traditionelle Arbeitsmodelle laut HDI Berufe-Studie 2022 zunehmend in Frage und suchen nach Selbstverwirklichung abseits der klassischen Karriereleiter.

Des Weiteren sollte die Outplacement-Beratung über ein großes Netzwerk in der relevanten Branche verfügen und mit den Bedingungen des regionalen Arbeitsmarktes vertraut sein. Auch das Verhalten der Auftraggebenden kann sich als erfolgsentscheidend erweisen. Ohne Offenheit und Transparenz ist keine zielführende Beratung möglich. Die externen Dienstleister sollten umfassend über den Anlass für die Trennung, eventuell geltende Tarifverträge, die Beteiligung eines Betriebsrats, bestehende Wettbewerbsverbote, zu beachtende Fristen und andere Rahmenbedingungen informiert werden.

So finden Sie eine geeignete Outplacement-Beratung

Da Outplacement kein gesetzlich geschützter Begriff ist, können sich unter den Anbietern vereinzelt auch schwarze Schafe befinden. Ein Anhaltspunkt für die Seriosität einer Outplacement-Beratung ist eine BDU-Mitgliedschaft, die den Nachweis und die Einhaltung hoher Qualitätsanforderungen voraussetzt. In den vom BDU entwickelten Outplacement-Grundsätzen wird empfohlen, vor der Entscheidung für eine bestimmte Maßnahme mehrere Angebote einzuholen und mit mindestens zwei Beratungen über eine mögliche Mandatsvergabe zu sprechen. Erfragen Sie die Erfolgsquote der Programme und informieren Sie sich online und in der Fachpresse über den Bekanntheitsgrad und den Ruf des Dienstleisters.Qualifizierte Berater*innen sollten die aktuellen Entwicklungen und Arbeitsmarkttrends verstehen und neben den nötigen Branchenkenntnissen auch umfassende Methodenkompetenzen und kommunikative Fähigkeiten mitbringen. Weitere wünschenswerte Eigenschaften sind eine hohe Stresstoleranz, Sensibilität, Verschwiegenheit und Verantwortungsbereitschaft. Je besser die Outplacement-Beratung zu den Unternehmensanforderungen und den spezifischen Bedürfnissen der betroffenen Mitarbeitenden passt, desto besser stehen die Erfolgsaussichten für eine faire Trennung, die dem guten Ruf Ihres Unternehmens gerecht wird.

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