Zukunft der Arbeit: Trends & Handlungsempfehlungen für Unternehmen

By Indeed Editorial Team

Wie wird die Arbeit in der Zukunft aussehen? Diese Frage beschäftigt Erwerbstätige und Unternehmen gleichermaßen. Durch die Digitalisierung verändern sich Berufsbilder, Geschäftsmodelle und Arbeitsabläufe in rasantem Tempo. Während repetitive Tätigkeiten zunehmend automatisiert und durch künstliche Intelligenz ersetzt werden, herrscht in wissensintensiven und personenbezogenen Branchen akuter Fachkräftemangel. Demografische und gesellschaftliche Entwicklungen erschweren das Recruiting qualifizierter Mitarbeiter*innen zusätzlich. Wie können Arbeitgeber mit diesen Herausforderungen umgehen und ihr Unternehmen fit für die Zukunft der Arbeit machen?

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Die 3 wichtigsten Trends für die Zukunft der Arbeit

Um die schnellen Veränderungen, hohen Unsicherheiten und komplexen Marktbedingungen besser bewältigen und ihnen vielleicht sogar proaktiv entgegenwirken zu können, sollten Unternehmen die aktuellen Strömungen auf dem Arbeitsmarkt kennen. Diese wurden im großen Trendreport 2023 von Indeed und Glassdoor auf internationaler Ebene untersucht. Die folgende Analyse stellt die spezifischen Gegebenheiten für Deutschland in den Mittelpunkt.

1. Der Fachkräftemangel spitzt sich zu

Mit 1,74 Millionen waren bundesweit noch nie so viele Stellen unbesetzt wie im ersten Quartal 2022. Demografische Entwicklungen werden diesen Trend im Laufe der nächsten Jahre weiter verschärfen. Laut dem Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR droht deutschen Unternehmen bis 2030 ein Mangel von bis zu vier Millionen Arbeitskräften. Insgesamt könnte fast jede zehnte Stelle ohne geeignete Besetzung bleiben. Engpässe werden vor allem in der Informations- und Kommunikationsbranche prognostiziert, wo sich die Nachfrage nach studierten Fachkräften bis 2030 nahezu verdoppeln dürfte. Auch in Lehr- und Pflegeberufen ist kompetentes Personal Mangelware. Allein in Transport- und Logistikunternehmen könnte die Zukunft der Arbeit 2030 von einem deutlichen Überschuss an Arbeitskräften geprägt sein. In der Industrie 4.0 lassen sich die Auswirkungen des demografischen Wandels durch Roboter, künstliche Intelligenz und andere Technologien vergleichsweise gut abfedern.

Handlungsempfehlungen

Damit die Zukunft der Arbeit in Ihrem Unternehmen gesichert ist, sollten Sie zunächst auf strategische Personalplanung setzen. In welchen Bereichen sind Engpässe zu befürchten, wo ist der Kompetenzbedarf besonders hoch, wann gehen Schlüsselmitarbeiter*innen in Rente? Kümmern Sie sich rechtzeitig um Ersatz, indem Sie Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen gezielt fördern oder beim Recruiting externer Fachkräfte innovative Wege gehen. Setzen Sie auf bisher ungenutzte Potenziale und erschließen Sie neue Zielgruppen auf dem Arbeitsmarkt, darunter beispielsweise Menschen mit Behinderung oder Frauen in Branchen mit bis dato kaum weiblicher Erwerbsbeteiligung. Erweitern Sie die Personalsuche über die deutsche Landesgrenze hinaus und profitieren Sie von der Tatsache, dass der Arbeitsplatz Deutschland bei internationalen Talenten beliebt ist. Auch eine Investition in das Employer Branding kann sich auszahlen. Schaffen Sie attraktive Anreize für potenzielle Bewerber*innen und kommunizieren Sie diese Angebote aktiv nach außen. 

Darüber hinaus lässt sich der Fachkräftemangel in einigen Branchen zumindest teilweise durch die Digitalisierung ausgleichen. Laut Sascha Stowasser, dem Leiter des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft, sind die Substitutionspotenziale in Bereichen mit großem Datenvolumen besonders hoch. Künstliche Intelligenz und andere Technologien könnten die Zukunft der Arbeit vor allem in der Finanz- und Versicherungsbranche sowie in der industriellen Produktion prägen. Die meisten Jobs werden sich im Zuge der Digitalisierung allerdings lediglich verändern, statt komplett zu verschwinden. Das Zukunftsinstitut geht davon aus, dass durch den Wegfall von Monotonie und Routinen nicht nur mehr Raum für Kreativität und Empathie bleibt, sondern auch viele neue Berufsbilder entstehen.

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2. Flexible Arbeitsmodelle gewinnen an Bedeutung

Während im Jahr 2019 nur knapp 13 Prozent der deutschen Erwerbstätigen im Homeoffice arbeiteten, waren es laut Statistischem Bundesamt im ersten Coronajahr 2020 bereits 21 Prozent. In einen bitkom-Studie aus dem März 2022 lag der Anteil dann bereits bei 50 Prozent. Neun von zehn Erwerbstätigen gaben an, auch in Zukunft zumindest teilweise mobil arbeiten zu wollen. Bei einer Umfrage der Unternehmensberatung EY konnten sich 84 Prozent der Teilnehmer*innen die Zukunft der Arbeit 2030 sogar komplett ortsunabhängig vorstellen.

Im Zuge der Pandemie lernten deutsche Berufstätige die Vorzüge von Remote Work zu schätzen. In den eigenen vier Wänden können sie konzentrierter und produktiver arbeiten und ihr Privat- und Berufsleben besser miteinander vereinbaren. Arbeitgeber allerdings stehen den verstärkten Forderungen nach Homeoffice etwas skeptischer gegenüber. Sie befürchten einen Kontrollverlust über ihre Teams, kommunikative und technische Hürden, Probleme mit dem Datenschutz und eine generell sinkende Leistungsbereitschaft.

Handlungsempfehlungen

Dass die meisten Bedenken zum Thema Homeoffice ungerechtfertigt sind, belegt beispielsweise ein Forschungsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass mobiles Arbeiten die Zufriedenheit der Beschäftigten nachhaltig verbessern kann. Dadurch steigen Engagement und Mitarbeitermoral und damit auch die Produktivität im gesamten Unternehmen. Dazu kommen Einsparpotenziale durch den Wegfall von Wegezeiten und je nach Branche eine mögliche Optimierung der Büroflächennutzung.

Darüber hinaus stellen flexible Beschäftigungsmodelle ein wichtiges Instrument der Mitarbeiterbindung auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft dar. In Zeiten, in denen laut Achievers-Studie nur 18 Prozent der deutschen Erwerbstätigen ein starkes Zugehörigkeitsgefühl gegenüber ihrem Arbeitgeber empfinden, ist es umso wichtiger, vorhandene Kompetenzen langfristig im Unternehmen zu halten. Im Gallup Engagement Index 2021 fiel die Wechselbereitschaft deutscher Arbeitnehmer*innen erstmals sogar höher aus als in den Vereinigten Staaten. Um kostspielige Fluktuation zu vermeiden, sollten Arbeitgeber den Wünschen ihrer Beschäftigten nach Orts- und Zeitflexibilität möglichst nachkommen, sofern die Art der Tätigkeit dies zulässt.

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3. Die junge Generation stellt neue Ansprüche

Die Zukunft der Arbeit 2030 wird nur noch von knapp 44,8 Prozent der Bevölkerung im arbeits- und leistungsfähigen Alter zwischen 20 und 66 bestritten. Bis 2036 gehen 30 Prozent aller aktuell Erwerbstätigen in Rente. Auch wenn die junge Altersgruppe die Nachfragelücke auf dem Arbeitsmarkt nicht schließen kann, sollten sich Unternehmen zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit aktiv um Fachkräfte der Generation Z bemühen. Doch die Nachwuchstalente bringen oft hohe Ansprüche mit, die sie sich angesichts der zunehmenden Personalknappheit auch leisten können.

Von einem attraktiven Arbeitgeber erwartet Gen Z mehr Engagement für Umwelt und Gemeinwohl sowie Inklusion und Diversität. „Unternehmen, die sich ihre gesellschaftliche Rolle nicht bewusst machen, könnten den Anschluss an nahezu eine komplette Generation potenzieller Arbeitnehmender verlieren“, erklärt Dr. Carolin Herbst, Group Director Human Resources bei Randstad Deutschland. „Das Selbstverständnis von Arbeit hat sich radikal verändert“, sagt die Sozialwissenschaftlerin Annina Hering, Economist bei Indeed DACH. Die Berufstätigkeit muss Spaß machen, einen tieferen Sinn haben und zum Privatleben und den eigenen Wertvorstellungen passen. Eine ausgewogene Work-Life-Balance, Flexibilität und Eigenständigkeit sind für die Zukunft der Arbeit von immenser Bedeutung.

Handlungsempfehlungen

Obwohl einige Arbeitgeber die fehlende Motivation, Leistungsbereitschaft und Belastbarkeit der Nachwuchskräfte bemängeln, sind sie auf die technisch innovativen, schnellen und mobilen Digital Natives im Zeitalter von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz dringend angewiesen. Um diese als Fachkräfte zu gewinnen, sollten Unternehmen auf eine klare und authentische Ausrichtung setzen. Eine Glassdoor-Studie belegt, dass mehr als drei Viertel der Erwerbstätigen einen genauen Blick auf die Unternehmenskultur werfen, bevor sie sich bei einem Arbeitgeber bewerben.

Das Recruiting der Generation Z erfordert eine zielgruppengerechte Ansprache. Achten Sie darauf, dass die Karriereseite des Unternehmens auch auf mobilen Geräten fehlerfrei läuft. Das Bewerbungsverfahren sollten Sie mit einem Klick und ohne das Hochladen vieler Dokumente möglichst unkompliziert gestalten. Nutzen Sie darüber hinaus Online-Stellenportale und soziale Netzwerke für die Personalsuche.

Um neue Talente möglichst lange im Unternehmen zu halten, sollten Sie mehr bieten als finanzielle Anreize. Gehalt ist nicht mehr Motivator Nr. 1. Ein hohes Einkommen wird zwar weiterhin geschätzt, büßt insgesamt jedoch an Stellenwert ein. Stattdessen begeistern Unternehmen die Generation Z mit Weiterbildungsmöglichkeiten, Nachhaltigkeit, Menschlichkeit und Gemeinnützigkeit für die Arbeit der Zukunft.

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Fazit: Die Zukunft der Arbeit als Chance nutzen

Wie die Arbeit in der Zukunft aussehen wird, kann niemand mit eindeutiger Sicherheit sagen. Wandel dürfte die einzige Konstante auf dem Arbeitsmarkt von morgen sein. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit in einem von Unsicherheit und Komplexität geprägten Umfeld zu erhalten, sollten sich Unternehmen vor aktuellen Trends und Entwicklungen nicht verschließen, sondern sie als Anstoß zur Veränderung begreifen. Vor allem in der Digitalisierung steckt großes Potenzial. Setzen Sie auf künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und andere Technologien, um die Prozesse in Ihrem Unternehmen zu optimieren und die Produktivität zu verbessern. Die Zukunft der Arbeit liegt in der Allianz von Menschen und Maschinen.

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