Der Anstieg künstlicher Intelligenz im HR-Bereich
Künstliche Intelligenz, besser bekannt als KI, ist bereits dabei, die HR-Branche zu revolutionieren. KI-Tools analysieren riesige Datenmengen viel schneller als Menschen und sind daher für Bereiche von der Lohnabrechnung bis hin zu Compliance-Maßnahmen von Nutzen.
Künstliche Intelligenz ist besonders interessant für HR-Fachkräfte, die mit der Talentakquise beschäftigt sind, da sie einige der zeitaufwendigsten Aspekte des Screenings von Bewerber*innen, des Abgleichs mit Stellenangeboten und der Durchführung von Vorstellungsgesprächen übernimmt.
Die wichtigsten Einsatzbereiche von KI in der Talentakquise
Tools zur Talentakquise sind vielseitig einsetzbar, sodass Sie sie unabhängig davon nutzen können, ob Sie für ein kleines Unternehmen oder einen Konzern mit Tausenden von Mitarbeitenden arbeiten. Sobald Sie die passenden Tools gefunden haben, gibt es sieben Möglichkeiten, KI für die Talentakquise einzusetzen.
1. Stellenbeschreibungen präziser gestalten
Eine gute Stellenbeschreibung listet die wesentlichen Aufgaben des Jobs auf und hilft potenziellen Bewerber*innen, Ihre Unternehmenskultur kennenzulernen. Sie dient außerdem als Grundlage für Vorstellungsgespräche und Leistungsbewertungen und muss daher so präzise wie möglich sein.
KI-Tools sind in der Lage, Tausende von Stellenbeschreibungen zu analysieren und die Fähigkeiten, Zertifizierungen und Bildungsnachweise herauszufiltern, die für jede Stelle erforderlich sind. Daher kann der Einsatz dieser Tools Ihnen dabei helfen, präzise Stellenbeschreibungen zu erstellen, die Ihr Unternehmen für geeignete Bewerber*innen attraktiver machen.
Außerdem können KI-Tools Ihnen dabei helfen, keine Top-Talente zu verlieren, weil in Ihrer Stellenbeschreibung möglicherweise irrelevante Aufgaben oder Qualifikationen aufgeführt sind.
2. Screening von Bewerbungen
Das Bewerber-Screening ist wichtig, um zu bestimmen, wer in die nächste Phase des Bewerbungsprozesses vorrücken soll. Ein guter Screening-Prozess erleichtert es Ihnen auch, Bewerber*innen zu identifizieren, die besser für andere Stellen in Ihrem Unternehmen geeignet sind.
Das manuelle Screening von Bewerbungen kann jedoch Zeit kosten, die Ihnen dann für andere wichtige Aufgaben fehlt. Sie müssen jede Bewerbung öffnen, den Inhalt lesen und schnell entscheiden, ob Sie eine/n Bewerber*in zu einem Vorstellungsgespräch einladen oder eine Absage schicken möchten. Wenn Sie versuchen, Zeit zu sparen, indem Sie Bewerbungen überfliegen, anstatt sie gründlich zu überprüfen, entgehen Ihnen möglicherweise Bewerber*innen mit geeigneter Qualifikation.
Dank des Einsatzes von KI in der Talentakquise ist es einfacher denn je, Hunderte oder sogar Tausende von Bewerbungen in kurzer Zeit zu prüfen. KI-Tools sind in der Lage, jede eingegangene Bewerbung mit der Stellenbeschreibung zu vergleichen, um sicherzustellen, dass ein/e Bewerber*in die Mindestanforderungen erfüllt.
Verwandtes Thema: So screenen und verwalten Sie Bewerber*innen mit Indeed für Arbeitgeber
3. Passende Kandidat*innen für offene Stellen
Wenn mehrere Bewerber*innen über ähnliche Qualifikationen verfügen, ist es für HR-Fachkräfte schwierig zu entscheiden, welche davon zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden sollen. Außerdem können unbewusste Vorurteile die Entscheidungen von Recruiter*innen beeinflussen. Unbewusste Vorurteile bzw. Bias beziehen sich auf die Einstellungen und Überzeugungen in Bezug auf andere Menschen.
Wenn Sie beispielsweise viele Gemeinsamkeiten mit einer Person haben, bringen Sie sie möglicherweise in die nächste Phase des Einstellungsprozesses, auch wenn es Kandidat*innen mit mehr Erfahrung oder relevanteren Qualifikationen gibt.
Künstliche Intelligenz kann Ihnen helfen, einige der unbewussten Vorurteile zu vermeiden, die wir Menschen haben. KI-Tools sind auch in der Lage, Bewerberprofile zu erstellen, die Ihnen helfen können, die Qualität Ihrer Belegschaft zu verbessern.
4. Planung von Vorstellungsgesprächen
Für manche HR-Fachkräfte ist die Planung von Vorstellungsgesprächen einer der zeitaufwendigsten Aspekte der Talentakquise. Sie senden eine Einladung, Bewerber*innen teilen Ihnen ihre Verfügbarkeit mit, und dann stellt sich heraus, dass Sie keinen Termin frei haben. Digitale Kalender helfen, aber sie sind nicht absolut zuverlässig. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Sie vielversprechende Kandidat*innen verlieren oder aufgrund einer technischen Panne Doppelbuchungen vornehmen.
Noch schwieriger wird es, wenn Sie im Rahmen Ihres Bewerbungsprozesses Panel-Interviews durchführen, da Sie herausfinden müssen, wann mehrere Interviewer verfügbar sind. Die KI erleichtert diesen Prozess, indem sie Daten aus mehreren Kalendern abruft und anhand dieser Daten den Termin für jedes Vorstellungsgespräch festlegt. Sie können sogar ein KI-Tool so einrichten, dass es mit verschiedenen Formaten von Vorstellungsgesprächen arbeitet, z. B. kurzen Screening-Interviews oder langen technischen Vorstellungsgesprächen.
5. Verbesserung der Candidate Experience
Wenn Sie alles manuell erledigen, ist es schwierig, alle Kandidat*innen optimal abzuholen. Beispielsweise müssen Sie sich möglicherweise auf vorgefertigte Antworten für Absagen und Einladungen zu Vorstellungsgesprächen verlassen. Der Mangel an Personalisierung kann sich negativ auf Ihr Unternehmen auswirken, was es schwierig machen kann, in Zukunft Top-Talente zu gewinnen.
Künstliche Intelligenz verbessert die Candidate Experience in mehrfacher Hinsicht. Sie können etwa Chatbots für die Interaktion mit Kandidat*innen einsetzen. So stellen Sie sicher, dass alle zeitnah Antworten auf Fragen zum Vorstellungsgespräch, zu Assessments vor der Einstellung und zu anderen Aufgaben im Zusammenhang mit dem Recruiting erhalten.
Chatbots senden personalisierte Nachrichten und lassen so Ihr Unternehmen ein wenig menschlicher wirken. Der Einsatz von KI bei der Talentakquise kann Ihnen somit helfen, den Ruf Ihres Unternehmens zu verbessern.
6. Optimierung der Vorstellungsgespräche
Sobald Sie ein Vorstellungsgespräch vereinbart haben, müssen Sie Zeit finden, sich darauf vorzubereiten. Anschließend müssen Sie sich mit dem/der Kandidat*in treffen, was je nach Art des Vorstellungsgesprächs zwischen 15 Minuten und mehreren Stunden dauern kann. Wenn Sie diesen Zeitaufwand mit drei oder vier Kandidat*innen pro offene Stelle multiplizieren, wird deutlich, warum so viele HR-Fachkräfte Schwierigkeiten haben, alles unter einen Hut zu bringen.
Bei der Durchführung von Vorstellungsgesprächen ist außerdem Einheitlichkeit wichtig. Wenn Sie allen Kandidat*innen völlig unterschiedliche Fragen stellen, können Sie sie nicht unter gleichen Bedingungen miteinander vergleichen. KI-Tools für die Talentakquise spielen eine wichtige Rolle bei der Optimierung des Vorstellungsprozesses und können Ihnen helfen, sich nicht überfordert zu fühlen oder übereilte Entscheidungen zu treffen, nur um Zeit zu sparen.
KI-Tools können Sie beispielsweise dabei unterstützen, geeignete Fragen für jedes Vorstellungsgespräch zu erstellen. Sie können sogar Stimmungsanalysen, Spracherkennung und andere KI-Prozesse einsetzen, um jedes Vorstellungsgespräch zu analysieren und zu ermitteln, welche/r Kandidat*in Kenntnisse und Fähigkeiten am besten unter Beweis gestellt hat. KI ist auch hilfreich bei der Verwaltung von Assessments vor der Einstellung und dem Ranking von Kandidat*innen nach ihrer Leistung, beispielsweise anhand von Bewertungsbögen.
7. Optimierung des Onboarding
Sobald Sie eine passende Person als neue Kraft gefunden haben, müssen Sie sie in Ihrem Unternehmen willkommen heißen und sicherstellen, dass sie über alle Informationen verfügt, die sie für ihren Erfolg benötigt. Mithilfe eines guten Onboardings können sich neue Mitarbeitende an Ihre Unternehmenskultur gewöhnen und herausfinden, wie sie in den ersten Wochen im neuen Job vorgehen müssen. Obwohl das Onboarding so wichtig ist, setzen einige Unternehmen den Prozess im Schnelldurchlauf um, da ihre Personalabteilungen stark ausgelastet sind.
Wenn Sie KI bei der Talentakquise einsetzen, können Sie neue Mitarbeitende mithilfe nützlicher Tools strukturiert in Ihr Unternehmen eingliedern. Einige Tools ermöglichen es Ihnen beispielsweise, neuen Mitarbeitenden gleich an ihrem ersten Tag Zugriff auf Richtlinien und andere wichtige Dokumente zu gewähren.
Sie können mit KI auch das Onboarding-Erlebnis personalisieren – basierend auf den Fähigkeiten, Qualifikationen und der Berufserfahrung neuer Mitarbeiter*innen. So lässt sich die Motivation steigern und Sie sorgen dafür, dass ein neues Teammitglied begeistert von den Möglichkeiten ist, die geboten werden, um sich in die Unternehmenskultur einzufinden.