Zusatzleistungen machen Arbeitgeber attraktiv
Zusatzleistungen tragen dazu bei, ein positives Arbeitsumfeld und verbesserte Arbeitsbedingungen zu schaffen, beispielsweise durch Gesundheitsangebote, flexible Arbeitszeiten und Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Je mehr ein Arbeitgeber auf die individuellen Bedürfnisse der eigenen Arbeitnehmenden eingeht, desto eher fühlen sich diese wertgeschätzt und mit dem Unternehmen verbunden – und bleiben. Beschäftigte mit einer starken Verbindung zum Unternehmen sprechen außerdem häufig besser über ihren Job und die Vorgesetzten, was wiederum zu einer positiveren Reputation für das gesamte Unternehmen führt.
Im Jahr 2024 lag die Dauer der Beschäftigung beim aktuellen Arbeitgeber bei über einem Drittel aller Erwerbstätigen unter fünf Jahren. Unter einem Jahr lag sie sogar bei über 28 %. Fachkräfte kommen und bleiben, weil sie sich verstanden und gut aufgehoben fühlen, weil sie nicht nur gefordert, sondern auch gefördert werden. Aus der Perspektive der Mitarbeitenden sind Zusatzleistungen ein wichtiger Faktor, der nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch die individuelle Motivation und Leistung positiv beeinflusst. Zufriedene Mitarbeitende bilden gute Teams, die gute Arbeit leisten, Wissen untereinander weitergeben und den Nährboden für Kreativität und Innovation bieten. Sie haben weniger Ausfallzeiten und packen auch dann mit an, wenn Not am Mann ist.
Beispiele für beliebte Zusatzleistungen
Es gibt eine Reihe Zusatzleistungen, die Unternehmen ihren Beschäftigten anbieten könne, um ihre Mitarbeiter*innen zu motivieren oder ihre Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Viele von ihnen sind steuerfrei oder steuerbegünstigt, wodurch sie für beide Seiten vorteilhaft sind. Achten Sie bei allen freiwilligen Arbeitgeberleistungen stets auf die richtige Formulierung (z. B. zusätzlich zum Gehalt, Freiwilligkeitsvorbehalt), die relevanten gesetzlichen Bestimmungen und Rahmen und sorgen Sie für eine sorgfältige Dokumentation.
Monetäre Leistungen
Hierbei handelt es sich um Geldleistungen, die direkt oder indirekt Ihren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen zugutekommen. Beispiele sind freiwilliges Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Erfolgsprämien und einmalige Jahreszahlungen sowie Zuschüsse zur Vermögensbildung oder Mitarbeiteraktien.
Anlassbezogene Leistungen
Anlassbezogene Zuwendungen, beispielsweise in Form von Geldgeschenken, sind beliebte Gesten bei besonderen persönlichen Ereignissen im Leben von Angestellten. Das können Anlässe sein wie:
- Beförderung, Firmenjubiläum oder Renteneintritt
- Hochzeit, Geburt oder Geburtstag
- Einschulung, Kommunion oder Konfirmation von Kindern
Diese Art von Zusatzleistungen zeigt, dass sie als Arbeitgeber neben den beruflichen Erfolgen Ihrer Mitarbeitenden auch deren private Meilensteine würdigen.
Betriebliche Veranstaltungen
Feiern und gemeinsame Events stärken den Teamgeist und fördern das Betriebsklima. Solche betrieblichen Veranstaltungen dienen als Anreize, verbessern das Arbeitsumfeld und bieten zahlreiche Vorteile für die Mitarbeitenden. Als Arbeitgeber*in können Sie bis zu 110 Euro pro Person und Veranstaltung (max. zwei pro Jahr, inkl. Umsatzsteuer; § 19 Abs. 1 Nr. 1a EstG) steuerfrei investieren – z. B. für Sommerfeste oder Weihnachtsfeiern.
Gesundheitsförderung
Maßnahmen zur Gesundheitsprävention sind nicht nur beliebt, sondern auch steuerlich attraktiv. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem:
- Fitness- und Yogakurse, Rückentraining
- Massagen und Entspannungskurse
- Ernährungs- und Stressbewältigungsseminare
Benefits zur Gesundheitsförderung spielen eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden und die Produktivität Ihrer Mitarbeitenden und können zudem langfristig die Fehl- und Ausfallzeiten senken.
Familienfreundliche Leistungen
Familienbezogene freiwillige Leistungen unterstützen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Mitarbeitende mit Kindern. Dazu gehören:
- Zuschüsse zu Kita- oder Tagesmutterkosten
- Kooperationen mit Kindergärten oder betriebseigene Kita
- Sonderurlaub für familiäre Anlässe oder ein Sabbatical
- Zuschüsse für Ferienfreizeiten von Kindern
Flexibilität und Mobilität
Die Möglichkeit, flexibel und remote zu arbeiten, ist ein zentraler Bestandteil der modernen Arbeitswelt und trägt maßgeblich zu einer besseren Work-Life-Balance bei. Mitarbeitenden, die nicht im Homeoffice, sondern vor Ort arbeiten, können Sie den Arbeitsweg oder die Mobilität erleichtern. Beliebte Leistungen sind vorwiegend:
- Fahrtkostenzuschüsse und Jobtickets
- BahnCard für Vielfahrer*innen
- Flexible Arbeitszeitmodelle oder Homeoffice-Regelungen
Sachleistungen und Extras
Sachleistungen sind praktische Benefits, die Ihrer Belegschaft direkt im Arbeitsalltag helfen. Gängige freiwillige Sachleistungen sind unter anderem:
- Gutscheine für Einkäufe oder Verpflegung
- Essenszuschüsse (wie etwa digitale Essensmarken)
- Dienstwagen oder Dienstfahrrad mit privater Nutzung
- Firmenwohnungen oder Parkplätze
- Weiterbildungen
Darüber hinaus kann eine breite Palette an Rabatten und Vergünstigungen als Sachleistungen angeboten werden, um Mitarbeitenden zusätzliche Vorteile zu verschaffen. Solche Rabatte können beispielsweise bei Partnerunternehmen oder bekannten Marken genutzt werden.
Gibt es Nachteile durch Zusatzleistungen?
Trotz der bereits genannten Vorteile gibt es auch einige Dinge, die Sie bei der Bereitstellung von Zusatzleistungen beachten sollten. Es ist wichtig zu wissen, dass Zusatzleistungen keine klassischen Einnahmen oder Erträge in der Finanzbuchhaltung darstellen, sondern zusätzliche Anreize für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind. Achten Sie darauf, dass Sie im steuerrelevanten Rahmen bleiben und eventuelle Abgaben den Benefit nicht aufheben.
Grundsätzlich gilt es auch zu beachten, dass sich geldwerte Zusatzleistungen nicht im Rentenbescheid niederschlagen. Ebenfalls gilt es zu bedenken, ob und in welcher Höhe Zusatzleistungen bei der Berechnung von Arbeitslosengeld oder anderen Leistungen, wie zum Beispiel einer Berufsunfähigkeitsrente, Erziehungszeiten usw. berücksichtigt werden. Letztlich sind solche Zusatzleistungen auch jederzeit kündbar.
Letztlich kommt es auf das Unternehmen und die Unternehmenskultur an, um herauszuarbeiten, welche Benefits zum eigenen Unternehmensstil passen, welche unternehmensweiten Benefits realistisch umgesetzt werden können und was auf individueller Ebene verhandelt und vereinbart werden kann.
Freiwillige Benefits als Zukunftsinvestition
Flexible Arbeitszeiten, Karrierechancen, Arbeitsplatzgestaltung, 4-Tage-Woche: all dies sind Konzepte, die heutzutage ganz oben auf der Liste der beliebtesten Benefits stehen, genauso wie eine großzügige Urlaubsplanung, flexible Elternzeit-Modelle und sogenannte Sabbaticals.
Freiwillige Benefits sind mehr als ein einfacher Bonus – sie sind eine Investition in die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens. Als gezielte Anreize für Mitarbeitende stärken sie die Bindung, steigern die Zufriedenheit und machen Ihr Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver. Wer den Mut hat, eigene und auf die Mitarbeitenden zugeschnittene Leistungen zu integrieren, sendet ein klares Signal: „Wir sehen Sie, wir schätzen Sie und wir wollen gemeinsam mit Ihnen wachsen.“
Indem Sie kreative Leistungen anbieten, die echte Mehrwerte im Alltag schaffen, entsteht eine positive Dynamik: Ihre Mitarbeitenden fühlen sich ernst genommen, ihre Motivation steigt, das Arbeitsklima wird lebendiger und Ihr Betrieb hebt sich spürbar von der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ab. So verwandeln Sie freiwillige Zusatzleistungen in ein strategisches Instrument, das nicht nur motiviert, sondern auch inspiriert – nach innen wie nach außen.
Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel nur als Orientierung dienen kann und keine steuerliche Beratung darstellt. Sprechen Sie mit Ihrer Steuerberaterin oder Ihrem Steuerberater über aktuelle Regelungen und Möglichkeiten.