Millenials – das ist die Generation Y
Als Millenials – oder auch Generation Y – werden Menschen bezeichnet, die ungefähr im Zeitraum von Anfang der 1980er-Jahre bis Ende der 1990er-Jahre geboren wurden. Da diese in der Zeit um die Jahrhundertwende ihre prägenden Jugendjahre erlebten, werden sie Millenials genannt. Der Begriff „Generation Y“ bezeichnet dieselbe Altersgruppe. Er definiert die Alterskohorte jedoch über eine zeitliche Abfolge, da die Generation Y direkt auf die Generation X folgt. Außerdem steckt in der Bezeichnung ein Sprachspiel. „Y“ wird im Englischen wie „why“, also „warum“, ausgesprochen. Damit soll angedeutet werden, dass diese Generation vieles Althergebrachte hinterfragt. Das wäre auch bereits ein wichtiges Merkmal, das die Generation der Millenials auszeichnet. Doch welche Eigenschaften sind darüber hinaus noch bezeichnend für die Generation Y? Im Folgenden haben wir eine Übersicht mit Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften zusammengestellt, die als typisch für Millenials gelten:
- Millenials gelten als flexibel und ihnen wird nachgesagt, dass sie gerne improvisieren und sich gerne viele Optionen offen halten.
- Als „Egotaktiker“ bewerten sie jede Lebenssituation nach dem unmittelbaren persönlichen Vorteil.
- Millenials scheinen ihr Leben darauf auszurichten, sich selbst zu verwirklichen.
- Sie sind meist gut ausgebildet. Der Anteil an Hochschulabsolvent*innen ist höher als in vorigen Generationen.
- Außerdem gelten sie als erste Generation der „Digital Natives“.
- Die „Ypsiloner“ wissen um ihren Wert und treten dementsprechend selbstbewusst auf.
- Sie schätzen Unabhängigkeit.
- Millenials gelten als weltoffen und tolerant. Sie legen viel Wert auf Gleichberechtigung.
- Freizeit und Privatleben nehmen einen hohen Stellenwert ein.
Natürlich sind solche Verallgemeinerungen immer mit Vorsicht zu genießen. Jeder Mensch hat schließlich seinen individuellen Charakter. Doch wenn Sie versuchen, als Arbeitgeber Millenials anzusprechen, können die obigen Punkte als grobe Leitlinie sehr hilfreich sein. Welche Werte sind den jungen Menschen aus der Generation Y im Arbeitsleben denn nun wichtig? Darauf gehen wir im nächsten Abschnitt näher ein.
Faktoren, die Millenials bei der Arbeit wichtig sind
Die Werte und Überzeugungen, die die Generation Y prägen, spiegeln sich auch in deren Anforderungen an ihr Arbeitsumfeld wider. Das Onlineportal Statista zeigt dies in einer Grafik, deren Daten auf einer Kienbaum-Studie beruhen. Demnach sind dies die vier Kriterien, die Millenials bei ihrem Arbeitgeber am wichtigsten sind:
- Kollegiale Arbeitsatmosphäre – 62,2 %
- Work-Life-Balance – 58,5 %
- Karrieremöglichkeiten – 56,7 %
- Weiterbildungsmöglichkeiten – 44,8 %
Wie Sie sehen, stehen „softe Faktoren“ wie Work-Life-Balance und eine kollegiale Arbeitsatmosphäre ganz oben in der Rangliste der wichtigsten Kriterien. Der Faktor „gute Bezahlung“ folgt dagegen erst auf dem fünften Rang. Diese Erkenntnisse können Sie sich als Arbeitgeber zunutze machen. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen die Faktoren stärken, die Millenials besonders wichtig sind, werden Sie höchstwahrscheinlich Ihre Attraktivität als Arbeitgeber für diese Generation steigern. Wie das konkret aussehen kann, zeigen wir im Folgenden.
So gewinnen Sie Arbeitnehmer*innen aus der Generation Y für Ihr Unternehmen
Millenials scheinen ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt zu kennen. Sie treten selbstbewusst auf und erwarten von ihrem künftigen Arbeitgeber, dass gewisse Grundbedingungen erfüllt sind. Da sich viele Unternehmen noch nicht auf die veränderten Werte der Millenials eingestellt haben, kann dies eine Chance für Sie sein, die besten Talente für sich zu gewinnen. Nach der Statista-Tabelle sind es vor allem drei Top-Faktoren, die dabei eine Rolle spielen:
1. Kollegiale Arbeitsatmosphäre
Es mag für manche überraschend sein, dass der Punkt „kollegiale Arbeitsatmosphäre“ auf Platz 1 der für Millenials wichtigsten Kriterien landet. Arbeit wird eben nicht als notwendiges Übel angesehen, stattdessen möchten sich Angestellte wohlfühlen. Dafür ist ein gutes Arbeitsklima natürlich mitentscheidend und dazu gehören eine harmonische Grundstimmung und ein höfliches, respektvolles Miteinander. Kurz: eine Atmosphäre, in der es sich gerne arbeitet. Doch wie können Sie aktiv dazu beitragen, ein solches Klima zu erzeugen? Natürlich hängt eine kollegiale Arbeitsatmosphäre in erster Linie von besagten Kolleg*innen ab. Aber als Arbeitgeber können Sie gezielt darauf einwirken, dass ein gutes, wertschätzendes Arbeitsklima entsteht. Der in Stellenanzeigen oft stolz erwähnte Korb mit Gratisobst ist dabei sicherlich eine nette Aufmerksamkeit, aber damit ist es bei weitem nicht getan. Im Folgenden haben wir einige Tipps für ein gutes Arbeitsklima aufgeführt:
- Schaffen Sie eine vertrauensvolle Atmosphäre: Wenn Mitarbeiter*innen wissen, dass sie auch Fehler machen dürfen, kann dies den Druck nehmen und Kreativität freisetzen.
- Verfolgen Sie eine Politik der offenen Tür: Es kann sehr förderlich für die Arbeitsatmosphäre sein, wenn Sie jederzeit ein offenes Ohr für Ihre Beschäftigten haben.
- Kommunizieren Sie transparent: Wenn Sie Ihre Pläne und Entscheidungen offen darlegen, zum Beispiel bei Personalentscheidungen oder der Unternehmensstrategie, zeigen Sie Ihren Angestellten, dass Sie ihre Meinung wertschätzen und ihnen vertrauen.
- Geben Sie Feedback: Ein einfaches, aber sehr effizientes Instrument ist Feedback. Dadurch zeigen Sie, dass Sie Ihre Angestellten wahrnehmen. Außerdem schaffen Sie die Voraussetzung für Ihre Mitarbeiter*innen, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
- Organisieren Sie Team-Events: Egal ob Weihnachtsfeier oder gemeinsamer Ausflug – Team-Events können den Zusammenhalt stärken. Dabei dürfen Sie auch gerne etwas kreativer sein und so zeigen, dass Sie sich Gedanken um Ihre Mitarbeiter*innen machen.
- Unterbinden Sie Fehlentwicklungen sofort: Ereignisse, die sich negativ auf das Miteinander auswirken, können immer eintreten. Dann ist es wichtig, dass Sie dem schnell entgegenwirken – seien es Streitigkeiten zwischen Kolleg*innen, Missverständnisse oder gar Mobbing.
- Schaffen Sie eine angenehme Arbeitsumgebung: Es mag selbstverständlich klingen, sollte aber bedacht werden: Indem Sie die Arbeitsumgebung möglichst angenehm gestalten, fördern Sie nicht nur Wohlbefinden, sondern steigern auch das Arbeitsergebnis. Dazu gehören zum Beispiel bequeme Möbel, eine ruhige Arbeitsatmosphäre, gute Belüftung, eine angenehme Temperatur oder moderne Geräte.
Eine kollegiale Arbeitsatmosphäre zu schaffen, dürfte für die meisten Arbeitgeber generell ein Ziel sein, das sie gerne verfolgen. Schließlich profitieren davon nicht nur die Angestellten, sondern das ganze Unternehmen.
2. Work-Life-Balance
Entgegen manchen anderslautenden Vorurteilen sind Millenials meist sehr engagiert und stets bereit, Leistung zu bringen. Aber Arbeit ist für diese Generation eben nicht alles. Freunde, Familie, Freizeit – all diese Dinge nehmen einen hohen Stellenwert ein. Die Herausforderung für Arbeitgeber liegt also darin, Bedingungen zu schaffen, die ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben ermöglichen. Das zentrale Wort heißt hier „Work-Life-Balance“. Zum einen geht es dabei darum, genügend Freiräume neben der Arbeit zu gewährleisten. Doch auch während der Arbeitszeit erwarten viele Angestellte eine gewisse Flexibilität. Eltern möchten zum Beispiel die Möglichkeit haben, ihr Kind von der Kita abzuholen oder die Mittagspause zu verlängern, um kurz etwas einzukaufen. Spüren sie, dass der Arbeitgeber bei solchen Dingen Kulanz zeigt, machen Mitarbeiter*innen auch gerne auf anderer Ebene Zugeständnisse. Zum Beispiel, indem sie das ein oder andere Mal etwas länger arbeiten, wenn es die Situation erfordert. Generell sind flexible Arbeitsmodelle nicht nur gern gesehen, sondern werden von vielen Millenials aktiv eingefordert. Doch wie können diese konkret aussehen? Hier sind einige der wichtigsten Modelle für flexibles Arbeiten:
- Gleitzeit ermöglicht den Angestellten, bei Bedarf später anzufangen oder früher zu gehen.
- Bei Vertrauensarbeitszeit steht die Erledigung übertragener Aufgaben im Vordergrund, während die zeitliche Präsenz am Arbeitsplatz zweitrangig ist.
- Das Homeoffice ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Angestellte arbeiten dabei teilweise oder ganz von zu Hause. Dadurch können sie ihren Tag flexibler gestalten und sparen oft lange Pendelzeiten.
- Beim noch relativ neuen Konzept des unbegrenzten Urlaubs steht es den Beschäftigten frei, sich immer dann Urlaub zu nehmen, wenn sie eine Auszeit brauchen. Das kann sich positiv auf die Gesundheit und Motivation der Mitarbeiter*innen auswirken.
- Auch die 4-Tage-Woche ist ein Arbeitszeitmodell, mit dem bisher nur wenige Unternehmen experimentiert haben. Genau wie beim Konzept des unbegrenzten Urlaubs können sich die längeren Erholungsphasen positiv auf das Wohlbefinden und die Motivation der Beschäftigten auswirken.
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass es ein zentrales Anliegen der Generation Y ist, unabhängig und selbstbestimmt zu arbeiten. Geben Sie Ihren Angestellten diese Möglichkeit, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie es Ihnen mit guten Leistungen zurückzahlen.
3. Perspektiven bieten
Den dritten Punkt in der Kienbaumstudie „Karrieremöglichkeiten“ und den vierten Punkt „Weiterbildungsmöglichkeiten“ haben wir hier zusammengefasst. Denn Millenials streben meist danach, sich weiterzuentwickeln – sei es in beruflicher oder persönlicher Hinsicht. Deshalb achten sie meist darauf, dass dafür Möglichkeiten gegeben sind. Auch dies ist ein Punkt, den Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem Vorstellungsgespräch hören werden. Im Folgenden haben wir einige Ideen aufgelistet, mit denen Sie Ihren Angestellten die Möglichkeit geben, sich vielfältig weiterzuentwickeln:
- Ermöglichen Sie Ihren Angestellten den Besuch von Workshops, Seminaren oder Onlinekursen.
- Etablieren Sie die Möglichkeit, regelmäßige Weiterbildungen zu besuchen
(z. B. halbjährlich). - Schicken Sie Ihre High-Potentials auf Führungskräfte-Coachings.
- Ermöglichen Sie es Ihren Mitarbeiter*innen, in andere Bereiche oder Teams hineinzuschnuppern.
- Geben Sie engagierten Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, sich an neuen und anspruchsvolleren Aufgaben auszuprobieren.
- Beziehen Sie Ihre Angestellten in die Planung von Fortbildungskursen mit ein und fragen Sie konkret nach deren Wünschen.
- Erarbeiten Sie lang- und mittelfristige Karrierepläne.
- Ermöglichen Sie auf Wunsch ein berufsbegleitendes Studium.
- Bieten Sie Mentorenprogramme an.
- Falls möglich, schicken Sie Ihre Angestellten in andere Niederlassungen, Werke oder ins Ausland.
- Schicken Sie Ihre Angestellten auf Messen oder Konferenzen.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Ihre Angestellten fordern und fördern können. Für Millenials gilt häufig, dass sie kreativ sein möchten, Spaß daran haben, Neues zu entdecken, und durchaus die Herausforderung lieben. Der Vorteil für Sie als Unternehmen liegt auf der Hand: Mit der Zeit haben Sie besser qualifizierte Mitarbeiter*innen.
Millenials im Unternehmen: Bleiben Sie am Ball!
Wie es sich abgezeichnet hat, ist einer der wichtigsten Werte der Generation Millenials die Flexibilität. Das bedeutet aber auch, dass Angehörige dieser Generation schnell den Job wechseln, wenn sich eine Möglichkeit ergibt. Für Sie als Arbeitgeber stellt sich deshalb die Herausforderung, Ihre Angestellten immer zu motivieren. Es kann dabei hilfreich sein, sich immer wieder zu hinterfragen und sich auch als Arbeitgeber stets weiterzuentwickeln. Dann können Arbeitgeber und Mitarbeiter*innen aus der Generation Y voneinander viele Vorteile haben.