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Job-Rotation: Ein Leitfaden für den Start in Ihrem Unternehmen

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Kennen Sie es auch, dass Sie nach einer gewissen Zeit das Interesse daran verlieren, immer die gleichen Aufgaben zu erledigen? Hier kommt die Job-Rotation ins Spiel und ermöglicht Ihnen Einblicke in andere Bereiche des Unternehmens.

In diesem Artikel erfahren Sie, was Job-Rotation ausmacht, welche Vorteile sie für Ihre Mitarbeitenden haben kann und wie Sie sie konkret umsetzen können.

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Was genau ist Job-Rotation?

Von Job-Rotation spricht man, wenn Angestellte innerhalb ihres Unternehmens zeitweise den Arbeitsplatz wechseln. Das kann in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen geschehen. Die Rotation kann innerhalb einer Abteilung oder eines Fachbereichs passieren, bei international aufgestellten Unternehmen jedoch auch über die Landesgrenzen hinweg.

Job-Rotation ist keine neue Entwicklung. Bereits kurz nach Einführung der Fließbandarbeit merkte man, dass zu monotone Arbeitsabläufe sich negativ auf die Gesundheit und Motivation der Angestellten auswirken. Einseitige körperliche Belastung kann ernste gesundheitliche Probleme nach sich ziehen und mitunter sogar zu einer Frühpensionierung führen.

Doch auch bei Arbeiten, die nicht körperlich anstrengend sind, bringt Job-Rotation zahlreiche Vorteile mit sich und fördert die Produktivität und Leistungsfähigkeit der Angestellten. Deshalb gilt Job-Rotation heute als wichtige Maßnahme der Personalentwicklung und ist im Bereich „Training on the Job“ angesiedelt.

Job-Rotation in deutschen Unternehmen

In deutschen Unternehmen ist die Job-Rotation noch nicht sehr weit verbreitet. Teilweise ist Job-Rotation als Praktikum für Festangestellte verschrien, das viel Aufwand erfordert. In der Tat ist gute Organisation wichtig, doch es gibt auch viele Vorteile. Laut einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2019 wünschen sich 71 % der Angestellten, in ihrer Firma an einer Job-Rotation teilzunehmen, aber nur 14 % der deutschen Firmen bieten sie tatsächlich an. Job-Rotation scheint also ein Mittel zu sein, die Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen mit ihrer Arbeit zu erhöhen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist zufriedenes Personal extrem wichtig.

Vorteile der Job-Rotation

Job-Rotation fördert die Neugier und wirkt gegen die Langeweile. Sowohl Unternehmen als auch Angestellte profitieren von der Job-Rotation. Es gibt einige Gründe, die dafür sprechen, in Ihrem Unternehmen den systematischen Arbeitsplatzwechsel einzuführen:

Gesundheitsprävention

Durch Job-Rotation können Sie vermeiden, dass die Arbeit Ihrer Angestellten zu monoton wird. Routine im Job ist zwar positiv und kann Arbeitsabläufe beschleunigen, aber wenn die Routine in Monotonie umschlägt, können die negativen Auswirkungen überwiegen. Auch Langeweile im Job kann zu Stress und zum sogenannten Boreout-Syndrom führen, was ähnliche Auswirkungen hat wie das Burnout-Syndrom. Job-Rotation wirkt hier vorbeugend. Bei Jobs, die den Körper einseitig belasten, kann der systematische Arbeitsplatzwechsel Verschleißerscheinungen vorbeugen. Dies ist vor allem bei der Fließbandarbeit der Fall.

Talententwicklung

Durch Job-Rotation lernen Angestellte andere Arbeitsbereiche kennen. Das Unternehmen kann sie künftig flexibler einsetzen. Das wird besonders dann relevant, wenn eine Arbeitskraft ausfällt. Haben Kolleg*innen aus anderen Abteilungen durch die Rotation bereits an dem entsprechenden Arbeitsplatz Erfahrungen gesammelt, können sie problemlos einspringen, wenn es nötig wird.

Interessantere Arbeit

Wenn ab und zu die Aufgaben getauscht werden, wird die Arbeit für die Angestellten interessanter. Dadurch sind sie zufriedener mit ihrer Arbeit und identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen.

Strategische Mitarbeiterbindung

Heutzutage suchen immer mehr Menschen Sinn in ihrer Arbeit und Spaß am Arbeitsplatz. Das reine Geldverdienen ist als Motivation in den Hintergrund gerückt. In diesem Sinne kann die Job-Rotation ein Anreiz für Arbeitnehmer*innen sein, sich für ein Unternehmen zu entscheiden, das dies anbietet.

Verbesserung des Betriebsklimas

Durch systematische Arbeitsplatzwechsel wächst das Verständnis für die Abläufe in anderen Abteilungen. Dadurch wird das Wir-Gefühl stärker und Konkurrenzdenken wird gemindert. Durch die Einblicke in andere Arbeitsplätze bekommen die Angestellten einen Blick über den Tellerrand geboten. Das führt dazu, dass Entscheidungen stärker im Hinblick auf das gesamte Unternehmen getroffen werden können.

Förderung des Führungsnachwuchses

Zukünftige Führungskräfte können durch Job-Rotation neue Vorgesetzte und Unternehmensbereiche kennenlernen. In internationalen Unternehmen kann die zeitweilige Versetzung an neue Standorte ihnen helfen, den Horizont zu erweitern und kulturelle Kompetenzen zu erwerben, die ihnen später sehr nützlich sein werden. Zwischen den an der Job-Rotation beteiligten Mitarbeiter*innen findet auch immer ein Wissens- und Erfahrungsaustausch statt.

Was müssen Sie beachten, damit die Job-Rotation in Ihrem Unternehmen zum Erfolg wird?

Job-Rotation muss gut durchdacht sein. Wichtig ist, dass sie systematisch und langfristig eingesetzt wird. Neben den Vorteilen, die auf lange Sicht entstehen, müssen kurzfristig auch Nachteile in Kauf genommen werden. Die Neueinarbeitung kostet Zeit und kann zunächst auch zu Produktivitätsverlust führen. Die Maßnahmen müssen behutsam durchgeführt werden, damit die Angestellten auch tatsächlich entlastet werden und nicht durch die zusätzlichen Aufgaben erst recht in Stress geraten.

Job-Rotation eignet sich nicht für Arbeitsbereiche, die hochspezialisiert sind. Es muss möglich sein, die Mitarbeiter*innen rasch in den neuen Bereich einzuarbeiten. Von den Angestellten selbst ist eine gewisse Offenheit und Lernbereitschaft erforderlich. Nehmen Sie Ihre Angestellten mit hinein in den Prozess, wenn Sie Job-Rotation in Ihrem Unternehmen einführen wollen. Sie müssen es als Chance und Bereicherung empfinden und sich darauf freuen, sonst stellen sich die positiven Effekte nicht ein.

Länge der Rotationsintervalle

Je nachdem, welche Ziele mit der Job-Rotation verfolgt werden, können die Intervalle kürzer oder länger sein. Folgende Vorteile gehen mit der Länge der Intervalle einher:

Kurzes Rotationsintervall

  • verringert die Belastung der einzelnen Mitarbeiter*innen
  • sorgt für mehr Abwechslung im Arbeitsalltag
  • fördert Leistungsbereitschaft und Produktivität der Mitarbeiter*innen
  • fördert die Identifikation mit dem Unternehmen
  • stärkt die Mitarbeiterzufriedenheit und somit auch die Mitarbeiterloyalität

Langes Rotationsintervall

  • sorgt für eine Weiterqualifizierung der Arbeitnehmer*innen
  • bereitet die Mitarbeiter*innen auf breitgefächerte Aufgaben vor
  • die Angestellten lernen neue Unternehmensbereiche kennen
  • fördert das Verständnis für übergreifende Zusammenhänge innerhalb des Betriebs
  • unterstützt die Aus- und Weiterbildung von Nachwuchsführungskräften
  • Mitarbeiter*innen können auf die Dauer flexibler eingesetzt werden

Verschiedene Arten der Job-Rotation

Man unterscheidet zwischen horizontaler und vertikaler Job-Rotation.

Horizontale Rotation (Job Enlargement)

In diesem Fall entsprechen die neuen Aufgaben dem bisherigen Anforderungsniveau. Diese Art der Job-Rotation ist besonders bei stark wechselnder Auslastung in verschiedenen Bereichen des Betriebs vorteilhaft. Wenn in einer Abteilung gerade wenig zu tun ist, während es in anderen Abteilungen zu Überstunden kommen würde, können die Mitarbeiter*innen der überlasteten Abteilung durch Job-Rotation Unterstützung bekommen. Ganz nebenbei bekommen sie so Einblick in diese Arbeit und können in Zukunft flexibler eingesetzt werden.

Vertikale Rotation (Job Enrichment)

Das Anforderungsniveau ist höher als im bisherigen Arbeitsbereich. Das ist besonders für angehende Führungskräfte interessant, die so für einen begrenzten Zeitraum in anspruchsvollere Positionen hineinschnuppern können, bevor sie wirklich befördert werden. Beim Job Enrichment bekommen die Angestellten mehr Verantwortung und Entscheidungsmacht. Die Job-Rotation kann aber auch umgekehrt erfolgen. Wenn Führungskräfte ab und zu Aufgaben übernehmen, die sonst ihr Team macht, kann ihr Verständnis für deren Arbeit erhöht werden. Das trägt zu einem guten Betriebsklima und besseren Entscheidungen der Manager*innen bei.

3 Tipps, um die Job-Rotation in Ihrem Unternehmen gewinnbringend einzusetzen

Folgende Tipps sollten Sie beachten, wenn Sie in Ihrem Unternehmen mit der Job-Rotation beginnen möchten.

Tipp 1: Klären Sie grundlegende Fragen

Entscheiden Sie vorab, wie Sie den Arbeitsplatzwechsel gestalten wollen. Welche Mitarbeiter*innen kommen dafür infrage? Findet die Job-Rotation innerhalb von Teams statt oder tauschen Mitglieder unterschiedlicher Abteilungen ihre Jobs? Wollen Sie Job Enlargement oder Job Enrichment anbieten? Sind vorab Schulungen nötig, damit die Rotation funktioniert?

Tipp 2: Legen Sie Ziele fest

Überlegen Sie sich vor dem Start, was sie mit der Job-Rotation erreichen wollen. Legen Sie messbare Ziele fest und überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen, ob die Maßnahme den gewünschten Effekt hat.

Tipp 3: Überfordern Sie niemanden

Manchmal ist der Grat zwischen der Motivation durch neue Herausforderungen und der Überforderung sehr schmal. Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter*innen tatsächlich von der Job-Rotation profitieren. Bleiben Sie im Gespräch und lernen Sie aus dem Feedback Ihrer Angestellten. Kein Unternehmen gleicht genau einem anderen. Job-Rotation ist eine sehr individuelle Angelegenheit und muss genau zu Ihrem Betrieb passen, um Ihnen Vorteile zu bringen.

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