Was ist Unternehmenskultur und wie entsteht sie?
Das Wort Unternehmenskultur kann auf den ersten Blick ein wenig schwammig wirken. Was genau verbirgt sich also dahinter? Kurz gesagt versteht man unter der Unternehmenskultur die gemeinsamen Werte und Normen, die das Verhalten aller Unternehmensangehörigen beeinflussen. Alle offiziellen und inoffiziellen Gewohnheiten, Regelungen und Ablaufprozesse fließen in die Unternehmenskultur ein. Man kann auch sagen, dass die Unternehmenskultur das ist, was ein Unternehmen sowohl nach innen als auch nach außen erfahrbar macht. Somit entsteht die Kultur zu einem großen Teil aus dem stetigen Verhalten der Mitarbeitenden und kann auch genau auf diese Weise verändert werden.
Warum ist eine positive Unternehmenskultur so wichtig?
Eine positive Unternehmenskultur macht das Unternehmen besser. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie für ein gutes Arbeitsklima sorgt. Durch dieses gute Arbeitsklima kommen auch die Mitarbeitenden gerne zur Arbeit und arbeiten engagierter und produktiver. Sie sind von sich aus motivierter und lassen sich auch seltener krankschreiben. Da in Unternehmen mit positiver Unternehmenskultur in der Regel offen und konstruktiv kommuniziert sind, kann darüber hinaus effizienter gearbeitet werden. Jeder weiß genau, was er oder sie zu tun hat und es gibt weniger Missverständnisse und Frustration. Eine klare Unternehmenskultur kann auch bei der Entscheidungsfindung helfen. Wie Entscheidungen getroffen werden, hängt nämlich zum großen Teil von den Werten und Normen des Unternehmens ab. Je klarer diese für jeden kommuniziert werden, umso besser. Der letzte, nicht zu vernachlässigende Punkt ist der gute Ruf des Unternehmens in der Öffentlichkeit. Dieser verhilft nicht nur zu besseren Geschäftsbeziehungen, sondern motiviert auch besonders talentierte Kandidat*innen, sich bei Ihnen zu bewerben.
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6 Tipps, um Ihre Unternehmenskultur zu verbessern
Im Nachfolgenden finden Sie 6 Tipps, die Ihnen dabei helfen können, Ihre Unternehmenskultur nachhaltig zu verändern. Dieser Umschwung geschieht nicht von einem Tag auf den anderen, sondern durch Konsistenz. Wenn Sie an diesen Punkten arbeiten, werden Sie sehen, wie sich Ihre Unternehmenskultur scheinbar von selbst ins Positive verändert.
1. Änderungen der Unternehmensstruktur
Dieser Ansatzpunkt bietet sich vordergründig dann an, wenn produktives Arbeiten aufgrund von Konflikten oder destruktiver Kommunikation nicht möglich ist. Stellen Sie Teams neu zusammen und sorgen Sie für eine klare Aufgabenverteilung. Dieser Schritt kann relativ schnell umgesetzt werden und dafür sorgen, dass neue Verhaltensweisen bei den Mitarbeitenden entstehen.
2. Werte vorleben
Sie können keinen Wandel der Unternehmenskultur von den Mitarbeitenden einfordern, wenn Sie nicht selbst die gewünschten Werte vorleben. Soll das Unternehmen eine positive Fehlerkultur erreichen, müssen auch Sie eigene Fehler eingestehen und die Verantwortung dafür übernehmen. Das macht Sie als Führungskraft nicht nur glaubwürdiger, sondern hilft den Mitarbeitenden auch, Kritik offen anzusprechen und so das Unternehmen nach vorne zu bringen.
3. Austausch verbessern
Wenn in Ihrem Unternehmen die einzelnen Abteilungen eher für sich arbeiten und nicht viel mit anderen Abteilungen zu tun haben, kann es hilfreich sein, den Austausch untereinander zu verbessern. Das kann durch Betriebsausflüge, einen gemeinsamen Pausenraum oder Teambuilding-Maßnahmen geschehen. Reger Austausch unter den Mitarbeitenden kann frischen Wind in das Unternehmen bringen und die Entstehung neuer Ideen begünstigen.
4. Fordern und Fördern
Ermutigen Sie Ihre Mitarbeitenden dazu, sich einzubringen. Das können Sie tun, indem Sie jede Idee wertschätzen, die Ihnen zugetragen wird. Auf diese Weise trauen sich auch zurückhaltende Mitarbeitende eher, Ihre Ideen offen auszusprechen. Es mag sein, dass nicht jede Idee eine Goldgrube ist; doch selbst wenn nur eine richtig gute Idee eingebracht wird, kann diese das Unternehmen nach vorne bringen. Wird eine Idee von Ihnen wahrgenommen, ist der oder die Mitarbeitende auch höchstwahrscheinlich dazu bereit, sich am Prozess zu beteiligen und Verantwortung zu übernehmen.
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5. Für die Unternehmenswerte eintreten
Wenn Sie sehen, dass das Miteinander am Arbeitsplatz falsch läuft, verschließen Sie davor nicht die Augen, sondern stehen Sie für Ihre Werte ein. Das gilt vor allem bei Schikane und Mobbing. Hier ist es wichtig, bei niemandem ein Auge zuzudrücken, nur weil er oder sie gute Arbeit leistet. Ein guter Zusammenhalt im Team ist viel wichtiger für effizientes Arbeiten als eine einzelne hart arbeitende Arbeitskraft.
6. Flache Hierarchien etablieren
Mit einem Befehlston kommen Sie in den meisten Fällen nicht voran und werden schon gar nichts an Ihrer Unternehmenskultur verändern. Verstehen Sie sich hingegen als Ansprechpartner*in für Ihre Mitarbeitenden, sind diese auch eher gewillt, sich für die Ziele des Unternehmens einzubringen. Durch die enge Zusammenarbeit fördern Sie die (versteckten) Talente Ihrer Mitarbeitenden und wissen genau, wer an welcher Position am besten aufgehoben ist.
Unternehmenskultur verändern: Die Schritte zum Erfolg
Mit folgendem Schema können Sie die Veränderung Ihrer Unternehmenskultur in die Hand nehmen:
- Analyse der Ist-Kultur: Wie sieht Ihre aktuelle Unternehmenskultur aus? Welche Werte und Normen definieren das Unternehmen und welche sind (im Hinblick auf die oben stehenden Ansatzpunkte) kritisch zu betrachten?
- Aufstellen der Soll-Kultur: Was soll sich an der Unternehmenskultur verändern? Wie ist diese Veränderung nach außen beziehungsweise nach innen sichtbar?
- Ziele formulieren: Formulieren Sie konkrete Ziele, am besten mit der SMART-Technik.
- Veränderungsstrategie planen: Welche Rahmenbedingungen müssen angepasst werden und in welcher Schrittfolge sollen die Anpassungen erfolgen, damit die zuvor definierten Ziele erreicht werden können?
- Bleiben Sie dabei: Arbeiten Sie so lange nach diesem Schema, bis Ihre gesamten aufgestellten Ziele erreicht wurden. Danach können Sie nochmals bei der Analyse der Ist-Kultur beginnen, um eventuelle Unstimmigkeiten weiter anzupassen.
Häufige Fehler bei der Verbesserung der Unternehmenskultur und wie Sie sie vermeiden
Bei der Anpassung der Unternehmenskultur können Fehler auftreten. Hier können Sie erfahren, wie Sie die folgenden drei Fehlerquellen vermeiden können.
Manche Mitarbeitende halten sich nicht an die neuen Regeln
Mitarbeitende, die in höheren Positionen arbeiten oder schon lange im Unternehmen tätig sind, haben zum Teil ihre eigenen Wege gefunden, um die Regeln der Organisation teilweise zu umgehen. Sie arbeiten einfach so, wie sie es für richtig halten. Bei diesen Mitarbeitenden kann es dann vorkommen, dass sie es nicht für nötig halten, sich an den plötzlichen Umschwung anzupassen. In der Regel sind dies leistungsstarke Mitarbeitende, weswegen keine voreiligen Schlüsse gezogen werden sollten. Dennoch schadet es der Veränderung der Unternehmenskultur, wenn andere Mitarbeitende sehen, dass die neuen Normen und Regeln gewissermaßen optional sind.
Lösungsvorschlag: Machen Sie von Anfang an deutlich, dass die neuen Regelungen für jeden gelten – egal, in welcher Position. Stellen Sie zeitgleich aber auch sicher, dass die Regelungen für jeden umsetzbar und somit realistisch sind.
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Veränderung vorzeitig beenden
Die ersten Erfolge zeigen sich und alles scheint zu laufen. Dann können Sie sich jetzt ja wieder anderen Themen zuwenden, oder? Nein. Einer der gravierendsten Fehler ist es, den Prozess der Veränderung vorzeitig zu beenden oder zu vernachlässigen. Ihren Mitarbeitenden suggeriert dies nämlich mangelnde Ernsthaftigkeit, sodass sie eher wieder zu ihren alten und gewohnten Verhaltensweisen übergehen.
Lösungsvorschlag: Verdeutlichen Sie sich, dass die ersten sichtbaren Erfolge noch keinen Bestand haben. Eine veränderte Unternehmenskultur entsteht in erster Linie aus Gewohnheiten, die sich in einer so kurzen Zeit nicht bilden können. Natürlich können Sie Ihren Mitarbeitenden Anerkennung für die ersten Erfolge zukommen lassen. Nur nicht in dem Ausmaß, dass sie sich auf den vermeintlichen Lorbeeren ausruhen.
Falsche Zielsetzung
Es kann verlockend sein, sich viele Ziele zu setzen und sich schon Wunschvorstellungen über das neue und dynamische Unternehmen zu machen. Beachten Sie aber auch, dass das Erreichen jedes Ziels Ressourcen in Anspruch nimmt. Falsch gesteckte Ziele führen dazu, dass für die wichtigen Ziele kaum noch Ressourcen überbleiben oder die Ziele gar nicht erst erreicht werden. Dies wiederum kann die Motivation Ihres Teams schwächen und einen Teufelskreis verursachen.
Lösungsvorschlag: Priorisieren Sie Ihre Ziele und arbeiten Sie zuerst an den Zielen, bei denen der geschäftliche Nutzen im Mittelpunkt steht. Die Wichtigkeit dieser Ziele sollte darüber hinaus klar kommuniziert werden, sodass das Augenmerk auf die Erreichung der Ziele auch langfristig nicht verloren geht. Nun kennen Sie die wichtigsten Startpunkte, um Ihre Unternehmenskultur verändern zu können