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Was ist BGM? Betriebliches Gesundheitsmanagement erklärt

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Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist der Rahmen, mit dem Arbeitgeber die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden systematisch fördern. Es wird häufig als Zusammenspiel von drei zentralen Bereichen beschrieben: Arbeits- und Gesundheitsschutz, betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und betriebliche Gesundheitsförderung (BGF).

In diesem Artikel erfahren Sie, was hinter den drei Säulen des BGM steckt, welche Vorteile ein Gesundheitsmanagement Ihrem Unternehmen bringen kann und wie Sie es schrittweise einführen. Außerdem erhalten Sie Informationen zu Kosten, Förderungen und Steuervorteilen.

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Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)?

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist die systematische Planung, Steuerung und Bewertung von Maßnahmen, die die Gesundheit der Mitarbeitenden sowie die gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen in einem Unternehmen verbessern. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Strukturen, Arbeitsabläufe und die Unternehmenskultur einbezieht.

BGM als Ganzes ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Einzelne Bestandteile sind jedoch verpflichtend, andere hingegen freiwillig. Ein strukturiertes BGM umfasst drei Säulen, die die Erfüllung gesetzlicher Pflichten mit freiwilligen Maßnahmen und einer übergeordneten Strategie vereinen.

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz schützt Ihre Belegschaft vor arbeitsbedingten Gefahren. Rechtliche Grundlage ist das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), das unter anderem die Gefährdungsbeurteilung regelt. Seit 2013 zählt dazu auch die Beurteilung psychischer Belastungen (§ 5 ArbSchG). Ergänzt wird diese Säule durch Verordnungen, etwa zur Arbeitsplatzgestaltung, zum Lärmschutz sowie zur arbeitsmedizinischen Vorsorge.

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Das BEM unterstützt Beschäftigte nach längerer Erkrankung bei der Rückkehr in den Arbeitsalltag. § 167 Abs. 2 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) sieht ein solches Angebot vor, wenn Mitarbeitende innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig oder teilweise arbeitsunfähig waren. Die teilweise Arbeitsunfähigkeit wurde 2026 ergänzt. 

Ziel des BEM ist es, gemeinsam Möglichkeiten zu finden, bestehende Arbeitsunfähigkeit zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz langfristig zu erhalten.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF)

Die BGF ist eine freiwillige Leistung, mit der Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden fördern können. Sie ist in den §§ 20 und 20b SGB V verankert. Dazu gehören unter anderem Angebote wie Bewegungskurse, Ernährungsberatung oder Stressbewältigung, die zugleich die Motivation und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz unterstützen können.

Wie unterscheiden sich BGM und BGF?

Beide Begriffe werden oft gleichgesetzt, meinen aber zwei Ebenen. BGM ist der übergeordnete strategische Rahmen, während BGF konkrete Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeitenden umfasst.

Somit plant, koordiniert und steuert BGM die Gesundheitsmaßnahmen in einem Unternehmen, die BGF setzt konkrete Maßnahmen um. Eine strategische Einbettung der BGF in das BGM kann dazu beitragen, einzelne Gesundheitsangebote gezielt am tatsächlichen Bedarf auszurichten und ihre Wirkung langfristig zu sichern.

Welche Vorteile bietet BGM Ihrem Unternehmen?

Ein nachhaltiges BGM kann Ihrem Unternehmen in mehrfacher Hinsicht nutzen. Der Krankenstand in Deutschland bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Laut Statistischem Bundesamt lag er im Jahr 2025 bei durchschnittlich 5,9 % krankgemeldeten Arbeitnehmer*innen und 14,6 Krankentagen.

Die systematische Analyse von körperlichen sowie psychischen Belastungen kann dabei helfen, Arbeitsabläufe, Arbeitsplätze und die Arbeitsorganisation gesundheitsbewusster zu gestalten. Dies führt unter anderem zu folgenden Vorteilen für Ihr Unternehmen:

  • Weniger Fehlzeiten: Vorbeugende Angebote und frühzeitige Gesundheitsunterstützung können krankheitsbedingte Ausfälle und damit verbundene Zusatzbelastungen senken.
  • Mehr Zufriedenheit: Angebote zu Bewegung, Ernährung oder Stressbewältigung können das Wohlbefinden und die Motivation Ihrer Mitarbeitenden stärken.
  • Höhere Produktivität: Gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen können dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden langfristig zu erhalten, was sich auf die Gesamtleistung Ihres Unternehmens auswirken kann.
  • Stärkere Mitarbeiterbindung: Wenn Sie in die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden investieren, kann dies die Verbundenheit mit dem Unternehmen fördern.
  • Höhere Arbeitgeberattraktivität: Ein glaubwürdiges Engagement für Gesundheit und Wohlbefinden kann die Attraktivität eines Unternehmens für bestehende und potenzielle Mitarbeitende stärken.

Welche Maßnahmen umfasst ein betriebliches Gesundheitsmanagement?

Die konkreten Angebote richten sich nach den Bedürfnissen Ihrer Belegschaft und lassen sich flexibel kombinieren. Sinnvoll ist eine Mischung aus verhaltensbezogenen Angeboten für einzelne Beschäftigte und strukturellen Verbesserungen im Betrieb. Gängige Maßnahmen sind unter anderem:

  • Arbeitsorganisation und Arbeitszeit: Eine gesundheitsförderliche Arbeitsorganisation, geeignete Pausenregelungen oder eine vorausschauende Gestaltung von Schichtarbeit können dazu beitragen, Belastungen im Arbeitsalltag zu reduzieren.
  • Bewegung und Ergonomie: Rückenkurse, bewegte Pausen oder ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze helfen, körperlichen Beschwerden vorzubeugen.
  • Ernährung: Ein gesundes Kantinenangebot oder eine Ernährungsberatung unterstützen einen ausgewogenen Arbeitsalltag.
  • Mentale Gesundheit: Angebote zu Resilienz, Stressbewältigung oder Achtsamkeit können psychische Belastungen im Arbeitsalltag abfedern.
  • Suchtprävention: Programme zur Förderung des Nichtrauchens oder zum bewussten Umgang mit Alkohol ergänzen die Angebote.
  • Gesunde Führung: Schulungen für Führungskräfte, eine wertschätzende Kommunikation und die frühzeitige Wahrnehmung von Belastungen unterstützen ein gesundheitsgerechtes Arbeitsumfeld.

Zunehmend gewinnen auch digitale Angebote wie Gesundheits-Apps, Online-Kurse oder virtuelle Beratung an Bedeutung. Damit erreichen Sie Mitarbeitende im Homeoffice oder an mehreren Betriebsstandorten und ergänzen Ihr Angebot vor Ort.

Ein Praxisbeispiel

Ein Unternehmen stellt in einer Befragung wiederholt Rückenbeschwerden und Stress im Kundenservice fest. Daraufhin kombiniert es ergonomische Arbeitsplätze mit einem zertifizierten Rückenkurs und Schulungen zur Stressbewältigung. Führungskräfte werden einbezogen, um Belastungen früh zu erkennen. Anschließend prüft das Unternehmen anhand von Feedback, Befragungsergebnissen und geeigneten Kennzahlen, ob sich die Belastungssituation verbessert hat.

Wie gelingt die Einführung des BGM?

Betriebliches Gesundheitsmanagement wirkt vor allem dann, wenn Sie es strukturiert planen und regelmäßig anpassen. Zur Einführung können Sie in fünf Schritten vorgehen:

  1. Bedarf analysieren: Erfassen Sie zunächst die aktuelle Situation, etwa über Fehlzeitenanalysen, Mitarbeiterbefragungen oder Gespräche. So erkennen Sie, wo der Handlungsbedarf am größten ist. Wichtig: Achten Sie bei der Erhebung und Auswertung gesundheitsbezogener Daten auf Datenschutz, Vertraulichkeit und gegebenenfalls auf eine anonymisierte Auswertung.
  2. Ziele und Verantwortlichkeiten festlegen: Leiten Sie aus der Analyse konkrete und erreichbare Ziele ab und ordnen Sie ihnen passende Maßnahmen zu. Legen Sie außerdem fest, wer für die Planung, Umsetzung und Koordination des BGM verantwortlich ist.
  3. Maßnahmen umsetzen: Jetzt können Sie Ihre gewählten Angebote einführen und sie nach Bedarf auf einzelne Teams oder Abteilungen abstimmen. Beziehen Sie Ihre Mitarbeitenden dabei möglichst früh ein, damit die Angebote am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet sind.
  4. Erfolg prüfen: Prüfen Sie anhand geeigneter Kennzahlen und des Feedbacks Ihrer Mitarbeitenden regelmäßig, ob die Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielen. Je nach Ziel können beispielsweise Fehlzeiten, Teilnahmequoten oder Ergebnisse von Mitarbeiterbefragungen betrachtet werden.
  5. Weiterentwickeln: Passen Sie Ihr BGM fortlaufend an. So entsteht ein kontinuierlicher Entwicklungs- und Verbesserungsprozess, statt einzelner, voneinander unabhängiger Gesundheitsangebote.

Wer ist im Unternehmen zuständig?

Die organisatorische Verankerung des BGM hängt von Größe und Struktur des Unternehmens ab. Häufig wird es im Personalbereich oder im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz koordiniert. Wächst das Thema über die Zeit, kann daraus eine eigene Stelle entstehen. Sinnvoll ist ein Steuerungsgremium, das verschiedene Perspektiven einbindet, unter anderem die Geschäftsführung, den Betriebsrat, Betriebsärzt*innen sowie die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Was kostet BGM und welche Förderungen gibt es?

Die Kosten für das BGM hängen davon ab, welche Maßnahmen Sie konkret umsetzen. Grob lassen sie sich in zwei Bereiche teilen: interne Personalkosten für die zuständigen Mitarbeitenden und externe Kosten für Dienstleistungsunternehmen, die Sie bei Planung und Umsetzung unterstützen. Ein BGM lässt sich dadurch flexibel an Budget und Bedarf anpassen, auch in kleineren Betrieben.

Die Finanzierung lässt sich auf mehrere Schultern verteilen. Die gesetzlichen Krankenkassen sind nach § 20b SGB V zur betrieblichen Gesundheitsförderung verpflichtet und unterstützen Unternehmen mit Beratung, Analysen und der Konzeption von Maßnahmen. Eine erste Anlaufstelle dafür ist die BGF-Koordinierungsstelle.

Auch steuerlich gibt es einen Anreiz: Nach § 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) können Sie bis zu 600 EUR pro Jahr und Mitarbeiter*in steuer- und sozialabgabenfrei für bestimmte Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung einsetzen. Voraussetzung ist, dass die Angebote den §§ 20 und 20b SGB V entsprechen und zusätzlich zum Arbeitslohn gewährt werden. Es handelt sich um einen Freibetrag, sodass nur der übersteigende Betrag steuerpflichtig wird.

Normen und Orientierung: DIN SPEC 91020 und DIN ISO 45001

Bei der Gestaltung eines BGM können Normen und Standards Unternehmen als Orientierung dienen. Die DIN SPEC 91020 wurde speziell für betriebliches Gesundheitsmanagement entwickelt und beschreibt die Anforderungen an ein entsprechendes Managementsystem. Sie wurde zum 1. Oktober 2020 zurückgezogen, kann jedoch weiterhin hilfreiche Informationen bieten.

Für die systematische Gestaltung von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gibt die DIN ISO 45001 Orientierung. Die internationale Norm legt Anforderungen an Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit fest und unterstützt Unternehmen dabei, entsprechende Prozesse systematisch zu gestalten und kontinuierlich zu verbessern.

Betriebliches Gesundheitsmanagement kann schrittweise mit Ihrem Unternehmen entwickelt und kontinuierlich verbessert werden. Entscheidend ist, die Bedürfnisse Ihrer Belegschaft ernst zu nehmen, Maßnahmen gezielt auszuwählen und ihre Wirkung regelmäßig zu überprüfen. So fördern Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden und schaffen zugleich eine Grundlage für die langfristige Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens.

Bitte beachten Sie, dass die in diesem Artikel erwähnten Unternehmen, Institutionen oder Organisationen zwar zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels mit Indeed verbunden sein können, dass durch eine solche Erwähnung aber keine Geschäftsbeziehung mit Indeed impliziert wird.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Bei rechtlichen Problemen wenden Sie sich bitte an eine/n Anwält*in.

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FAQ zum betrieblichen Gesundheitsmanagement

Three individuals are sitting at a table with a laptop, a disposable coffee cup, notebooks, and a phone visible. Two are facing each other, while the third’s back is to the camera. The setting appears to be a bright room with large windows.

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