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Wer sich mit Führung beschäftigt, wird früher oder später auch auf den autoritären Führungsstil stoßen. Viele stellen sich die Frage, ob eine autoritäre Führung heute noch zeitgemäß ist.

In diesem Artikel erfahren Sie, was den autoritären Führungsstil ausmacht, welche Merkmale er hat und wie er sich vom kooperativen und vom Laissez-Faire-Führungsstil abgrenzen lässt. Zudem werden die Vor- und Nachteile des autoritären Führungsstils beleuchtet und Sie lernen einige Fälle kennen, in denen diese Art zu führen auch heute noch eine Berechtigung hat.

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Definition: Was ist der autoritäre Führungsstil?

Das wesentliche Merkmal steckt bereits im Wörtchen „autoritär“: Dies kennzeichnet eine klare Hierarchie. Wer ganz oben steht, bestimmt den Kurs. Wenn Führungskräfte also alle Entscheidungen selbst treffen, klare Anweisungen geben und erwarten, dass diese widerspruchslos erfüllt werden, dann spricht man von einem autoritären Führungsstil.

Merkmale des autoritären Führungsstils

Vorgesetzte, die autoritär führen, lassen sich schnell erkennen: Sie legen wenig Wert darauf, andere Meinungen zu hören oder in ihre Entscheidungen einzubeziehen. Meist sind sie davon überzeugt, dass sie ohnehin am besten wissen, was für ihren Bereich zu tun ist. Sie erwarten daher keine Impulse aus der Belegschaft, sondern Gehorsam.

An folgenden Merkmalen lässt sich der autoritäre Führungsstil außerdem festmachen:

  • Alle Aufgaben werden top-down vergeben.
  • Entscheidungen werden sehr schnell getroffen.
  • Anweisungen müssen exakt wie vorgegeben ausgeführt werden.
  • Die Arbeitsabläufe sind stark reglementiert.
  • Es gibt eine strenge Kontrolle der Ergebnisse.
  • Eigeninitiative ist unerwünscht, es wird wenig Gestaltungsspielraum gewährt.
  • Informationen werden sehr restriktiv geteilt.

Alle Fäden laufen letztlich an einem Punkt zusammen: Die Führungskraft leitet alleinverantwortlich und delegiert alle anfallenden Aufgaben nach eigenem Ermessen. Raum für Fehler gibt es kaum, in der Regel wird Fehlverhalten bestraft.

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Beispiele für den autoritären Führungsstil

Dass ein Team oder gar ein ganzes Unternehmen autoritär geführt wird, hat heutzutage wahrscheinlich eher Seltenheitswert. Donald Trump ließe sich nennen, der auch in seiner Zeit als US-Präsident den autoritären Führungsstil gepflegt hat und sich für den Rat seiner Expert*innen wenig interessierte.

Autoritäres Führungsverhalten findet man inzwischen nach wie vor in der Politik, vor allem in autokratischen Staaten. Auch beim Militär, bei der Feuerwehr und bei der Polizei wird der autoritäre Führungsstil praktiziert, weil es in Krisensituationen auf schnelles Handeln ankommt und die Aufrechterhaltung von Hierarchie und Disziplin effektive Einsätze ermöglicht.

Vorteile autoritärer Führung

Wenn ein Unternehmen oder ein Team autoritär geführt wird, kann das durchaus Vorteile mit sich bringen:

  • Die Verantwortung für alle Entscheidungen liegt bei einer Person.
  • Alle Kompetenzen und Befugnisse sind meist klar geregelt.
  • Schnelle Entscheidungen werden durch klare Rollenverteilung und wenig interne Diskussionen erleichtert.
  • Alles wird engmaschig kontrolliert, die Erfolgsmessung ist simpel.
  • Führungskräfte sind über wesentliche Vorgänge informiert.
  • Klare Vorgaben und Arbeitsabläufe sorgen für Transparenz von Leistungen und Erfolgen, aber auch von Misserfolgen.

Den autoritären Führungsstil in Reinform, wie er noch vor wenigen Jahrzehnten in den meisten Unternehmen praktiziert wurde, findet man heute kaum noch. Das hängt auch damit zusammen, dass sich das Menschenbild gewandelt hat: Die Beschäftigten werden nicht mehr nur als „Humankapital“ gesehen, das seine Arbeit zu verrichten hat, um dem Unternehmen möglichst hohe Profite zu sichern.

Heute spricht man eher von „Mitarbeiter*innen“, was bereits zeigt, dass sich die Beziehung zwischen Arbeitgebern und ihren Beschäftigten verändert hat.

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Nachteile autoritärer Führung

Auch wenn die genannten Vorteile zuweilen erstrebenswert scheinen mögen, überwiegen in den meisten Fällen auf lange Sicht doch eher die Nachteile des autoritären Führungsstils:

Die Talente und Stärken der Beschäftigten werden weder gesehen noch sinnvoll genutzt. Daher liegt auch viel Innovationspotenzial brach. Die Motivation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden sind zudem eher gering, da sie ständig unter Druck stehen und kontrolliert werden. Auch Kreativität und Lösungsorientierung gedeihen in diesem Umfeld eher schlecht.

Mehr dazu: So motivieren Sie Mitarbeiter*innen – Tipps und Strategien auf einen Blick

Zusätzlich gibt es zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden keine Vertrauensbasis, es herrscht eine große Distanz. Das Betriebsklima leidet insgesamt, es kommt häufig zu Konflikten bis hin zum Mobbing. Zudem kommt es zu vielen Fehltagen aufgrund stressbedingter Erkrankungen und/oder fehlender Identifikation mit den Unternehmenszielen. Dies kann auch zu einer starken Mitarbeiterfluktuation führen, was Folgekosten produziert.

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Bei Abwesenheit der Führungskraft kommt es darüber hinaus häufig zu Irritationen und Durcheinander, weil die Mitarbeitenden verunsichert sind. Die Verantwortung für Fehler wird jedoch häufig den Mitarbeiter*innen zugewiesen, während die Führungskräfte die Erfolge für sich allein in Anspruch nehmen. Nicht zuletzt gibt es praktisch keine Korrekturmöglichkeiten bei Fehlentscheidungen durch die Führungskraft.

Beispiele für sinnvolle autoritäre Führung

Hierarchisch geführte Unternehmen, in denen noch immer eine autoritäre Führungskultur herrscht, haben langfristig weniger Erfolg. Denn heute müssen die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter*innen berücksichtigt werden, um qualifizierte Fachkräfte im Unternehmen zu halten. Geschieht dies nicht, wandern diese sehr wahrscheinlich früher oder später ab – in Unternehmen, in denen sie mehr geschätzt werden.

Moderne Unternehmen haben längst erkannt, dass der autoritäre Führungsstil im Großen und Ganzen ausgedient hat. Sie wissen, dass in den meisten Fällen ihr Erfolg davon abhängt, wie stark sich ihre Beschäftigten mit dem Unternehmen und seinen Zielen identifizieren. Und das tun sie in der Regel dann, wenn sie Wertschätzung erfahren und einen gewissen Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum haben. Die Investition in Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung ist daher in den allermeisten Fällen lohnend.

Dennoch kann es in manchen Szenarien durchaus sinnvoll sein, kurzfristig autoritäre Entscheidungen zu treffen:

  • wenn Mitarbeitende aufgrund mangelnder Erfahrung oder fehlender Kompetenz klare Anweisungen benötigen
  • wenn in einer Krise klare Ansagen und eindeutige Strukturen nötig sind, um sich möglichst schnell daraus zu lösen
  • wenn in zeitlich kritischen Situationen nicht lange diskutiert werden kann und schnelle Entscheidungen überlebenswichtig sind

Allerdings lässt sich auch nicht sagen, dass der kooperative oder der Laissez-Faire-Führungsstil die einzig wahren Arten moderner Führung wären. Es gibt heute sehr viele Modelle von Führung, und wahrscheinlich passt keines davon zu allen Persönlichkeiten, Unternehmen und Situationen. Stattdessen kann eine gute Führungskraft ihr Führungsverhalten in vielen Fällen situativ anpassen.

Die wichtigsten Unterschiede zum kooperativen und zum Laissez-Faire-Führungsstil

Der autoritäre Führungsstil unterscheidet sich in drei wesentlichen Aspekten von anderen Führungsstilen:

1. Entscheidungen

Während beim autoritären Führungsstil alle Entscheidungen bei der Führungskraft liegen, werden sie beim kooperativen Führungsstil gemeinsam getroffen, oft in Meetings und offenen Diskussionen. Das Ziel ist, so zu einer Lösung zu finden, hinter der alle stehen. Beim Laissez-Faire-Führungsstil hingegen hält sich die Führungskraft ganz aus der Entscheidung heraus, und die Verantwortung liegt allein bei den Beschäftigten.

2. Kommunikation

Im Gegensatz zum autoritären Führungsstil pflegt der kooperative Führungsstil eine transparente Kommunikation, in der alle Informationen geteilt werden. Es gibt zudem regelmäßige Feedbackgespräche, damit Mitarbeitende ihre Leistung einschätzen und ggf. anpassen können. Beim Laissez-Faire-Führungsstil stellt die Führungskraft die notwendigen Ressourcen und Informationen zur Verfügung. Sie greift aber nur im äußersten Notfall bei Diskussionen ein. Die Mitarbeitenden geben sich innerhalb des Teams gegenseitiges Feedback.

Mehr dazu: Wie Sie Ihren Mitarbeiter*innen effektives Feedback geben

3. Abläufe

Der autoritäre Führungsstil regelt alle Arbeitsabläufe präzise und erlaubt kaum Abweichungen, während beim kooperativen Führungsstil die Mitarbeitenden ermuntert werden, sich einzubringen und Verbesserungen vorzuschlagen. Der Laissez-Faire-Führungsstil erlaubt den Beschäftigten ein noch höheres Maß an Selbstverantwortung, da sie sich ihr Arbeitsumfeld eigenständig gestalten können.

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Three individuals are sitting at a table with a laptop, a disposable coffee cup, notebooks, and a phone visible. Two are facing each other, while the third’s back is to the camera. The setting appears to be a bright room with large windows.

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